Strindberg: das Leben der tragischen SeeleF. Schneider, 1922 - 138 Seiten |
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Häufige Begriffe und Wortgruppen
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Beliebte Passagen
Seite 19 - Ich war fünfzehn, und mein Wille stand aufs Lernen, mit Dreißig stand ich fest, mit Vierzig hatte ich keine Zweifel mehr, mit Fünfzig war mir das Gesetz des Himmels kund, mit Sechzig war mein Ohr aufgetan, mit Siebzig konnte ich meines Herzens Wünschen folgen, ohne das Maß zu übertreten.
Seite 103 - ... der Kirche, das Advokatenkontor, der Korridor und Viktoria, das wachsende Schloss und der Offizier — das habe ich geträumt. .. DER DICHTER. Das habe ich einmal gedichtet! DIE TOCHTER. Dann weisst du was Gedicht ist... DER DICHTER. Dann weiss ich was Traum ist. — Was ist Gedicht? DIE TOCHTER. Nicht Wirklichkeit, aber mehr als Wirklichkeit — nicht Traum, aber wache Träume . . . DER DICHTER.
Seite 51 - ... einen Freidenker aus mir gemacht. Aus dem Freidenker habt ihr einen Atheisten gemacht, aus dem Atheisten einen Religiösen. Für die Menschheit begeistert, habe ich den Sozialismus verkündet; fünf Jahre später habt ihr mir gezeigt, wie sinnlos der Sozialismus ist. Alles, was mich begeistert hat, habt ihr für nichtig erklärt. Und wenn ich mich der Religion weihe, so bin ich sicher, in zehn Jahren werdet ihr sie widerlegen. Sieht es nicht so aus, als trieben die Götter ihren Scherz mit uns...
Seite 51 - Jung war ich aufrichtig fromm, und ihr habt einen Freidenker aus mir gemacht. Aus dem Freidenker habt ihr einen Atheisten gemacht, aus dem Atheisten einen Religiösen. Für die Menschheit begeistert, habe ich den Sozialismus verkündet; fünf Jahre später habt ihr mir gezeigt, wie sinnlos der Sozialismus ist. Alles, was mich begeistert hat, habt ihr für nichtig erklärt. Und wenn ich mich der Religion weihe, so bin ich sicher, in zehn Jahren werdet ihr sie widerlegen.
Seite 123 - Und je mehr ich unter den Unarten meiner Mänade leide, desto mehr bemühe ich mich, den Kopf der heiligen Maria mit einem Heiligenschein zu vergolden! Je mehr die Wirklichkeit mich niederdrückt, desto mehr begeistern mich die Halluzinationen, die ich mir von der geliebten Frau mache!
Seite 108 - Zu lüften unsre Lungen, Schütteln unsre Schwingen, Und waschen unsre Füsse! Indra, Herr des Himmels, Hör uns! Rein ist die Erde nicht! Gut ist das Leben nicht! Böse sind die Menschen nicht, Aber gut doch auch nicht! Sie leben wie sie können Von Tag zu Tage. Wandern im Staube, Söhne des Staubes, Vom Staube geboren, Zu Staube werden sie! Füsse zum treten kriegten sie, Flügel nicht! Schmutzig nur werden sie, Ist's ihre Schuld Oder deine? DER DICHTER. So hörte ich einmal... DIE TOCHTER. Still!...
Seite 98 - OS 17 ff. gibt — in der Moderne jedes Urteil, das dieses oder jenes künstlerische Gebilde als Drama anerkennt oder ihm diesen Charakter abspricht, ein Vorurteil hat: die Definition des Dramas.
Seite 31 - Er blieb eine Mistel, die nicht wachsen konnte, ohne von einem Baum getragen zu werden; er wurde eine Kletterpflanze, die eine Stütze suchen mußte...
Seite 90 - Harmonien, dienen mir jetzt zu meinen verschiedenen Zwecken. Ich lebe, und ich lebe mannigfaltig das Leben der Menschen, die ich schildere: bin fröhlich mit den Fröhlichen, böse mit den Bösen, gut mit den Guten; ich krieche aus meiner eigenen Persönlichkeit heraus, und spreche aus dem...
Seite 59 - Das ist ja wie die kolossale Schachpartie eines einsamen Spielers, der sowohl Weiß wie Schwarz lenkt, vollständig unparteiisch ist, nimmt, wenn genommen werden soll, Pläne für beide Lager macht, mit sich selbst und gegen sich selbst ist, alles im voraus bedenkt, und einen einzigen Zweck hat : das Gleichgewicht zu halten und Gerechtigkeit zu üben, sowie die Partie mit Remis zu beenden.
