Erlebnis, Erkenntnis und Glaube

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J.C.B. Mohr (P. Siebeck), 1923 - 132 Seiten
 

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 26 - Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Seite 8 - Der mehr als menschlichen Lebensmacht, die er um und über sich walten und bis in sein eigenes persönliches Leben hinein sich ausbreiten fühlt, möchte in Stunden höchster Erhebung der Mensch nicht, wie sonst wohl, scheu anbetend, in sein eigenes Sonderdasein eingeschlossen, sich gegenüberstellen, sondern in inbrünstigem Ueberschwang, alle Schranken durchbrechend, zu voller Vereinigung sich ans Herz werfen.
Seite 30 - Das ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen
Seite 8 - Ekstasis ist ein vorübergehender Wahnsinn, wie der Wahnsinn eine dauernde Ekstasis ist. Aber die Ekstasis, die zeitweilige alienatio mentis im dionysischen Cult, gilt nicht als ein flatterndes Umirren der Seele in Gebieten eines leeren Wahnes, sondern als eine Hieromanie, ein heiliger Wahnsinn, in dem die Seele, dem Leibe entflogen, sich mit der Gottheit vereinigt. Sie ist nun bei und in dem Gotte, im Zustand des Enthusiasmos...
Seite 8 - Seelen" auf kurze Zeit versetzt worden seien. Und es fehlt in allen Theilen der Erde nicht an Völkern, die solche ekstatische Ueberspannungen als den eigentlich religiösen Vorgang, den einzigen Weg zu einem Verkehr des Menschen mit einer Geisterwelt ansehen, und ihre religiösen Handlungen daher vornehmlich auf solche Veranstaltungen begründen, die erfahrungsgemäss Ekstase und Visionen herbeizuführen geeignet sind. Ueberall dient bei solchen Völkern der Tanz, ein heftig erregter Tanz, zur Nachtzeit...
Seite 95 - Belang kann ohne sie zustande kommen. Und wie unbedeutend ein Geschäft auch ist und wenig im Ansehn, doch ist's mit Hingabe getan förderlicher, als Messe lesen oder hören, als beten, kontemplieren oder was du gedenken magst - nimm, sag ich, das schnödeste Geschäft von der Welt: deine aufrichtige Hingabe verleiht ihm Adel und höhern Wert. Hingabe tut überall das Beste zur Sache. Hingabe geht nimmer fehl. Und bleibt auch nichts schuldig, sei unsere Leistung, welche sie wolle. Denn des Guten...
Seite 8 - Umherirren der Seele, in Gebieten eines leeren Wahnes, sondern als eine Hieromanie, ein heiliger Wahnsinn, in dem die Seele dem Leibe entflogen, sich mit der Gottheit vereinigt. Sie ist nun bei und in dem Gotte, im Zustand des „Enthusiasmus"; die von diesem Ergriffenen sind svS'eoi, sie leben und sind in dem Gotte; noch im endlichen Ich fühlen und genießen sie die Fülle unendlicher Lebenskraft
Seite 8 - Ueberspannungen als den eigentlich religiösen Vorgang, den einzigen Weg zu einem Verkehr des Menschen mit einer Geisterwelt ansehen, und ihre religiösen Handlungen daher vornehmlich auf solche Veranstaltungen begründen, die erfahrungsgemäss Ekstase und Visionen herbeizuführen geeignet sind. Ueberall dient bei solchen Völkern der Tanz, ein heftig erregter Tanz, zur Nachtzeit bei dem Toben lärmender Instrumente bis zur Erschöpfung aufgeführt, der gewollten Herbeiführung äusserster Spannung...
Seite 54 - Gedanke drängt sieh auf: Wer Lust hat, solche Belehrung zu geben oder zu nehmen, kann zu der Sache selbst, um die es sich handelt, nur ein entferntes Verhältnis haben. Gerade weil es sich um das Allerinnerlichste handelt, wird das Mißverhältnis zwischen dem Sinn des Gegenstandes und seiner objektiv neutralen Behandlung, die durch die ästhetische Bewertung eher unterstrichen als verdeckt wird, um so unerträglicher.

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