Vor dem Ausnahmegericht

Cover
Türinger Verlagsanstalt und Druckerei, 1923 - 263 Seiten
Includes Adler's trial for the assassination of the Austrain premier, Count Stürgkh.
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Ausgewählte Seiten

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 254 - Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, für dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kräften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigeführte wirtschaftliche und politische Krise zur Aufrüttelung des Volkes auszunutzen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen.
Seite 140 - Ich blick' in die Ferne, Ich seh' in der Näh' Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh. So seh' ich in allen Die ewige Zier, Und wie mir's gefallen, Gefall' ich auch mir. Ihr glücklichen Augen, Was je ihr gesehn, Es sei wie es wolle, Es war doch so schön!
Seite 89 - Mutter teures Kind erschießt? Es ist die höchste Zeit, die Waffen fortzuwerfen. Es könnte niemals einen Krieg mehr geben, Wenn alle Mütter in die Welt es schreien würden: Ich habe meinen Sohn zum Krieger nicht erzogen! Dieses pazifistische Gedicht ist aus der „Neuen Freien Presse" in unsere Parteipresse in Mähren, Schlesien übergegan* gen und an verschiedenen Orten in der Provinz gedruckt worden.
Seite 104 - Wenn ich jetzt sterben werde, So nimm meine Leiche nach Frankreich mit, Begrab mich in Frankreichs Erde. Das Ehrenkreuz am roten Band Sollst du aufs Herz mir legen; Die Flinte gib mir in die Hand, Und gürt mir um den Degen.
Seite 24 - Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu treffen. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert.
Seite 263 - Bald rieht' ich mich rasselnd in die Höh', Bald kehr' ich reisiger wieder! Wenn die letzte Krone wie Glas zerbricht In des Kampfes Wettern und Flammen, Wenn das Volk sein letztes «Schuldig!» spricht, Dann stehn wir wieder zusammen ! Mit dem Wort, mit dem Schwert, an der Donau, am Rhein Eine allzeit treue Gesellin Wird dem Throne zerschmetternden Volke sein Die Geächtete, die Rebellin!
Seite 236 - Wie weh wird mir, Wie brennt meine alte Wunde! Der andre sprach: Das Lied ist aus, Auch ich möcht mit dir sterben, Doch hab ich Weib und Kind zu Haus, Die ohne mich verderben.
Seite 179 - Meine Herren, diesen Widerspruch habe ich nicht verstanden, und da können Sie reden, was Sie wollen, ich werde ihn nicht verstehen. Als ich nach Ostern die Anklageschrift bekommen hatte und ich dadurch wieder in die Lage kam, Zeitungen zu sehen, fand ich zufällig in der ersten Zeitung, die mir von meinem Freunde Dr. Popper gebracht wurde, einen Hirtenbrief des Bischofs von Cashel von Irland. Dieser Hirtenbrief durfte in unseren Zeitungen gedruckt werden, denn für Irland dürfen wir ja Gefühle...
Seite 16 - Wenn das Glück der Waffen, der Übermut des Erfolgs und dynastische Intrigen Deutschland zu einem Raub an französischem Gebiet verleiten, bleiben ihm nur zwei Wege offen. Entweder muß es, was auch immer daraus folgt, der offenkundige Knecht russischer Vergrößerung werden, oder aber es muß sich nach kurzer Rast für einen neuen .defensiven...
Seite 257 - Ein zweifaches Ideal hat mir von Jugend an vorgeschwebt: das freie und einige Deutschland und die Emanzipation des arbeitenden Volkes, das heißt die Abschaffung der Klassenherrschaft, was gleichbedeutend ist mit der Befreiung der Menschheit. Für dieses Doppelziel habe ich nach besten Kräften gekämpft, und für dieses Doppelziel werde ich kämpfen, solange noch ein Hauch in mir ist. Das will die Pflicht!

Bibliografische Informationen