Die Grenzen der Humanität: Habilitationsvorlesung an der Universität ZürichJ.C.B. Mohr, 1922 - 27 Seiten |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
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Beliebte Passagen
Seite 10 - Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
Seite 9 - So weit das Ohr, so weit das Auge reicht, Du findest nur Bekanntes, das ihm gleicht, Und deines Geistes höchster Feuerflug Hat schon am Gleichnis, hat am Bild genug; Es zieht dich an, es reißt dich heiter fort, Und wo du wandelst, schmückt sich Weg und Ort.
Seite 16 - ... Ursprung, der zugleich Ursprung und Ziel alles Seins ist. Darum wird Religion, die ihren Sinn versteht, die auf ihren Grund und nicht auf menschliche Erlebnisse sich gründen will, die kritische Philosophie nicht etwa als Gegner bekämpfen, sondern im Gegenteil als besten Bundesgenossen willkommen heiszen, die Philosophie, die ihr Amt darin sieht, an den Grenzen der Humanität Wache zu halten. Denn sie bezeichnen beide den Ort, wo das Menschliche aufhört und das sichtbar wird, was gröszer ist...
Seite 16 - Hier reichen darum auch kritische Philosophie und Gottesfurcht einander die Hand. Ihr gemeinsam Letztes ist der Hinweis auf das, was jenseits von uns ist, auf unseren Ursprung, der zugleich Ursprung und Ziel alles Seins ist. Darum wird Religion, die ihren Sinn versteht, die auf ihren Grund und nicht auf menschliche Erlebnisse sich gründen will, die kritische Philosophie nicht etwa als Gegner bekämpfen, sondern im Gegenteil als besten Bundesgenossen willkommen heißen, die Philosophie, die ihr Amt...
Seite 6 - Schuld und Vergebung, Sündenfall und Erlösungstat Gottes heißen! Gerade insofern Hegel mehr als ein anderer der Philosoph der Humanität ist, als in ihm das Vertrauen in die ungebrochene Kontinuität vom endlichen zum absoluten Geist herrschendes Prinzip ist, muß die Religion ihn als ihren Interpreten ablehnen, und in ihm die ganze Philosophie der Immanenz.
Seite 6 - Wie sollte die Philosophie der Immanenz, der alles Wirkliche vernünftig erscheint, identisch sein mit der Religion, deren Angelpunkt Schuld und Vergebung, Sündenfall und Erlösungstat Gottes heißen! Gerade insofern Hegel mehr als ein anderer der Philosoph der Humanität ist, als in ihm das Vertrauen in die ungebrochene Kontinuität vom endlichen zum absoluten Geist herrschendes Prinzip ist, muß die Religion ihn als...
Seite 12 - Unsere Problematik, unsere Not erwächst uns, ob wir wollen oder nicht, aus unserer ursprünglichen, Allem vorauslaufenden Bezogenheit auf das Absolute, jenseits von uns. Die Krisis, unter die all unser Handeln gestellt ist, entspringt nicht in uns, sondern ist das Sichgeltendmachen eines ürverhältnisses, das unserem Leben und unserer Erfahrungswelt prinzipiell vorausgeht.
Seite 8 - Was heißt erkennen? Wir erkennen, wenn wir unsere Subjektivität der objektiven Wahrheit dem Gesetz, der Idee unterwerfen. Erkannt ist immer nur das, was begründet ist in einem anderen. Aber auch dies andere ist begründet in einem anderen usf. in unendlichem Regreß.
Seite 8 - Relativitäten hindurchzustoßen auf das Absolute, das doch mit jedem Erkenntnisakt gemeint ist. Nie werden wir in unseren Akten der Idee selbst habhaft. Nie wird der garstige Graben zwischen Subjekt und Objekt übersprungen, sondern nach jedem Schritt weicht er um so viel zurück, als wir vorwärts gegangen sind.
Seite 15 - Lichts, in dem der Mensch sich in seiner Fragwürdigkeit sehen kann, und in dem er zugleich das göttliche Trotzdem wahrnimmt, als göttliche Erleuchtung, nicht als menschliche Erkenntnis, als ewiger nicht als zeitlicher Augenblick. Die Krisis der menschlichen Lage, der Grund unserer Not, ist Gott.
