Die Sozialreform im Altertum

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Verlag von Gustav Fischer, 1897 - 98 Seiten
 

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Seite 9 - Blick auf Deinen armen Volksgenossen werfest und ihm nichts gebest; wenn er dann Deinetwegen zu Jahve schreit, so wird eine Verschuldung auf Dir lasten; vielmehr sollst Du ihm geben und sollst, wenn Du ihm giebst, nicht verdriefslichen Sinnes sein".
Seite 11 - Wenn Dein Bruder neben Dir verarmt und sich Dir verkauft, so sollst Du ihn nicht Sklavendienste thun lassen, — vielmehr gleich einem Lohnarbeiter soll er bei Dir sein ; denn meine Knechte sind sie, die ich aus Ägypten weggeführt habe: sie dürfen nicht verkauft werden, wie man Sklaven verkauft".
Seite 5 - Jesajah sein Wehe über das Gemeinwesen und seine Führer aus: „Wehe, wie ward zur Hure die treue Stadt, Zion, das mit Recht (einst) erfüllte! Dein Silber ward zu Schlacken, deine Führer Genossen der Diebe, ein Jeder liebt Bestechung, jagt dem Lohne nach, der Wittwe Hader kommt nicht an sie, die Waise richten sie nicht." . . . „Der Mann von Juda hoffte auf gut Regiment und siehe da: ein Blutregiment, — auf Rechtsprechung und siehe da: Rechtbrechung".
Seite 74 - Revolution, die von ihm datiert, ist, soweit sie eines Menschen Werk ist, das Werk des Gaius Gracchus, sondern vor allem ist er der wahre Stifter jenes entsetzlichen von oben herab beschmeichelten und besoldeten hauptstädtischen Proletariats, das durch seine aus den Getreidespenden von selber folgende Vereinigung in der Hauptstadt teils vollständig demoralisiert, teils seiner Macht sich bewußt ward und mit seinen bald pinselhaften bald bübischen Ansprüchen und seiner Fratze von Volkssouveränität...
Seite 19 - Sechstel für sich zurückbehalten durften. ,,Gar mancher war'', heilst es in Solons Gedichten, „der hier unwürdige Sklavenbande trug, im eigenen Vaterlande vor dem Wink des Herrn erzitternd!" Andere wieder „waren ja, da das Gesetz Es heischte oder frevle Willkür es erzwang, Verkauft als Sklaven, Andre, von der Schulden Last Erdrückt, in fernes Land entflolin und hatten dort, Bei fremden Menschen irrend, selbst der Muttersprache Laut Verlernt...
Seite 8 - ... Deuteronomium vorliegenden Volksgesetzgebung treten in seinen sittlich-religiösen Grundgedanken klar genug hervor : der Mensch soll sich in allen Lebensbeziehungen zu einer höheren Moral bekennen und gegen seine Mitmenschen, zumal soweit sie arm und niedrig, jederzeit humaner Handlungen befleifsigen. Der starre Egoismus soll abgethan werden und eine neue Sozialethik heraufkommen, die dem Gesetzgeber möglich und praktikabel dünkt...
Seite 44 - ... Vierteljahrhundert, in dem Perikles herrschte, ging die Zahl derer, die durch Zuweisung auswärtigen Landes versorgt wurden und meist in einen fertigen Bauernhof hineinkamen, in die Tausende. Hierbei hatte Perikles mehrere Zwecke im Auge: „seine Absicht war, die Stadt von einem arbeitslosen und eben deshalb unruhigen Gesindel zu befreien, der Not des Volkes abzuhelfen, zugleich auch eine Art von Besatzung unter die Bundesgenossen zu legen und sie durch Furcht von Aufruhr abzuhalten'
Seite 70 - Geschlechts übrig bleibe: so möchte wohl solches mir von euch bereitwillig zugestanden worden sein'. wollte er nehmen an der elenden Regierung, Rache um jeden Preis, mochte auch er selbst, ja das Gemeinwesen darüber zu Grunde gehen.
Seite 83 - ... sich auch der Eigenbesitz eingestellt. — Diese Abschichtung des Sklaven aus dem « Oikos » hat sich in der spätrömischen Zeit vollzogen und in der Tat: sie musste ja die Folge der mangelnden Selbstergänzungen der Sklavenkasernen sein.
Seite 52 - ... einer der klug und kalt geworden ist, aber das ancien regime nicht verleugnen will, das er doch für verloren ansieht, mahnt die stürmische jugend der partei zu der resignation, die nur dem alter ansteht...

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