Die Weltanschauung DostojewskijsVerlag nicht ermittelbar, 1925 - 208 Seiten |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
Aljoscha Antichrist apokalyptischen Berdjajews Besessenheit Bewegung bewußt Bewußtsein Bild Böse Brot Brüdern Karamasow Christentum Christi christlichen Christus Demophilie Dosto Dostojew Dostojewskij eigenen Eigenwillen Einfluß Ekstase Element Empörung Erde erfaßt Erscheinung erschließen erschließt Eudämonismus euklidische Verstand Europa Ewigkeit Freiheit des menschlichen führt ganze Gedanken Geheimnis Geistesfreiheit geistigen genialen Geschichte gibt Glaube Gott göttlichen gottlosen Gottmenschen Grenzen große Großinquisitor heit höheren Idee Ideendialektik irdischen Iwan Karamasow jewskij Katholizismus Kirillow Kollektivismus Kultur läßt Leben Leiden Leidenschaft letzten lichen Licht Liebe Menschgott Menschheit menschlichen Geistes menschlichen Natur messianischen Messianismus Mitleid muß Myschkin Nastasja Filippowna neuen Nihilismus Orthodoxie Persönlichkeit Problem Raskolnikow religiösen Revolution Russen russische Volk Rußland Schaffen Dostojewskijs Schatow schen Schicksal des Menschen Schigaljow Schriftsteller Sinn sischen skij Slawophilen Smerdjakow Soßima sozialen Sozialismus Stawrogin Theokratie Tiefe Tolstoi tragische Tragödie Übermenschen Unendlichkeit unentrinnbar unsere Unsterblichkeit Unterreich Verbrechen Verhältnis verknüpft Verneinung Vernichtung Versuchung wahre Wahrheit Weg der Freiheit weiß Welt Weltauffassung Werssilows Worte Zeitalter zwangsweise Zwiespalt
Beliebte Passagen
Seite 157 - Mißverständnis, wenn auch ein historisch notwendiges. Einem echten Russen ist Europa und das Geschick der ganzen großen arischen Rasse ebenso teuer wie Rußland selbst, wie das Geschick des eigenen Landes, eben weil unsere Bestimmung die - wenn man sich so ausdrücken...
Seite 77 - Weg des Bösen geführt. Das Böse war eine Prüfung der Freiheit. ^Und das Böse muß auch zur Sühne führen. In dem durch die Freiheit bedingten Bösen wird die Freiheit vernichtet, schlägt sie in ihr Gegenteil um. Sühne stellt die Freiheit des Menschen wieder her, gibt ihm seine Freiheit wieder.
Seite 117 - Wir werden sie zur Arbeit zwingen; aber in ihren arbeitsfreien Stunden werden wir ihr Leben zu einem Kinderspiel gestalten, mit Kinderliedern, Chören und unschuldigen Tänzen.
Seite 170 - Der Großinquisitor sagt Christo das, was die Sozialisten gewöhnlich zu den Christen sagen: , Freiheit und so viel irdisches Brot, daß jeder satt wird, sind zugleich nicht denkbar, denn sie werden es niemals, niemals unter sich zu verteilen wissen. Sie werden sich auch überzeugen, daß sie niemals frei sein können, weil sie schwach, lasterhaft, nichtig und aufrührerisch sind. Du hast ihnen himmlisches Brot versprochen, aber kann dieses Brot in den Augen dieses schwachen, ewig lasterhaften und...
Seite 160 - Ich glaube an Rußland. Ich glaube an seine Rechtgläubigkeit . . . Ich glaube an den Leib Christi .. .'Ich glaube, daß die neue Wiederkunft in Rußland geschehen wird . . . Ich glaube", stammelte Schatow wie in Verzückung. „Aber an Gott? An Gott?
Seite 177 - Teile vor: ein Zehntel erhält die Freiheit der Persönlichkeit und das unbeschränkte Recht über die übrigen neun Zehntel. Diese aber müssen ihre Persönlichkeit verlieren und sich in eine Art von Herde verwandeln und bei unbegrenztem Gehorsam durch eine Reihe von Wiedergeburten die ursprüngliche Unschuld, gewissermaßen das ursprüngliche Paradies wiedererlangen, obwohl sie übrigens auch werden arbeiten müssen.
Seite 157 - Die Bestimmung des Russen ist zweifellos eine paneuropäische und weltumfassende Bestimmung. Wirklicher Russe sein, ganz Russe sein, heißt denn vielleicht auch nur aller Menschen Bruder, Allmensch sein. Oh, diese ganze Slawophilie und dieses Westlertum ist bloß ein großes Mißverständnis, obwohl ein geschichtlich notwendiges Mißverständnis.
Seite 165 - Die positive religiöse Idee findet ihren Ausdruck nicht im Wort. Die Wahrheit über die Freiheit ist unaussprechlich.
Seite 137 - Machtpolitik zeigt sich der entschei-:<" .Das russische nationale Selbstgefühl und Selbstbewußtsein war ia immer so: entweder wurde alles Russische leidenschaftlich abgelehnt und der heimatliche Boden verleugnet oder ebenso leidenschaftlich wurde ausschließlich alles Russische bejaht, und dann erwiesen sich alle anderen Völker der Welt von einer tiefer stehenden Rasse. Unserem Nationalbewußtsein fehlte es immer an Maß, an ruhiger Sicherheit und an Festigkeit ohne Dberhebung und Hysterie
Seite 160 - Wenn ein großes Volk nicht glaubt, daß in ihm allein die Wahrheit ist (gerade in ihm allein und unbedingt die einzige Wahrheit), wenn es nicht glaubt, daß es ganz allein fähig und berufen sei, alle anderen mit seiner Wahrheit auferstehen zu lassen und zu erlösen, dann verwandelt es sich sogleich in ethnographisches Material und hört auf, ein großes Volk zu sein. Ein wahrhaft großes Volk kann sich niemals mit einer Rolle zweiten Ranges in der Menschheit zufriedengeben, oder selbst mit einer...
