Das neue Drama

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G. Fischer, 1905 - 312 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 232 - Ich weiß gewiß, die Zeit wird einmal kommen, Wo alles denkt wie ich; was steckt denn auch In Schleiern, Kronen oder rost'gen Schwertern, Das ewig wäre? Doch die müde Welt Ist über diesen Dingen eingeschlafen, Die sie in ihrem letzten Kampf errang, Und hält sie fest.
Seite 87 - Eh' sie sinkt, eh' mich Greisen Ergreift im Moore Nebelduft, Entzahnte Kiefer schnattern Und das schlotternde Gebein, Trunknen vom letzten Strahl Reiß mich, ein Feuermeer Mir im schäumenden Aug', Mich geblendeten Taumelnden In der Hölle nächtliches Tor. Töne, Schwager...
Seite 146 - Akt neigte sich der Verfasser viele Male. Das war damals die Zeit, in der eine neue Kunst für Deutschland schien anbrechen zu wollen. Ibsen drang vorwärts, die Freie Bühne hatte sich aufgerichtet, — eine Stiftung von historischem Belang, — Gerhart Hauptmanns erstes Drama war unter wüsten Kämpfen gespielt worden. Jetzt glaubte sicherlich die Mehrheit, an deren Ohr das Brodeln der Bewegung so von ungefähr gedrungen war, — jetzt glaubte sie, einen Messias entdeckt zu haben.
Seite 168 - Feuer geworfen. 1 ilch taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Seite 102 - Leichen hin werd ich das Knie hochheben Schritt für Schritt, und die mich werden so tanzen sehen, ja, die meinen Schatten von weitem nur so werden tanzen sehn, die werden sagen : einem großen König wird hier ein großes Prunkfest angestellt von seinem Fleisch und Blut, und glücklich ist, wer Kinder hat, die um sein hohes Grab so königliche Siegestänze tanzen ! CHRYSOTHEMIS die jüngere Schwester, steht in der Haustür.
Seite 74 - Strom entrissen werden kann. Daß man doch in Deutschland noch immer zu wenig Ehrfurcht vor den Grazien hat, die so oft „leider ausgeblieben" sind. Von der besonderen Art der Schnitzlerschen Grazie, von der besonderen Art entzückender Feinfühlsamkeit haben Gewaltigere unter den Heutigen keine Ahnung. Was niemand erwerben kann, erhielt er im Schlaf. Jawohl, es gibt Tiefere: aber sie können nicht das, was er kann. „Symbolisten" mögen gegen Schnitzler eine schiefe Stellung haben.
Seite 168 - Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen.
Seite 98 - Es gab Natur sich ihnen zum Geschäfte, In allen ihren Wünschen quillt Natur, Im Wechselspiel der frisch und müden Kräfte Wird ihnen jedes warmen Glückes Spur.
Seite 102 - Haß, sie greift nach allem und kann nichts fassen, ihre Hände sind wie Flammen, die nichts fassen, alles Denken ist nichts, und was aus einem Mund hervorkommt, ist ohnmächtige Luft, nur der ist selig, der seine Tat zu tuen kommt! und selig, wer ihn anrühren darf, und wer das Beil ihm aus der Erde gräbt, und wer die Fackel ihm hält, und wer die Tür ihm auftut, selig, wer an der Türe horchen darf.
Seite 104 - Manchmal lieg ich so da, dann bin ich was ich früher war, und kanns nicht fassen, daß ich nicht mehr jung bin. Wo ist denn alles hingekommen, wo denn?

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