Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache

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Schiller wählte eine Episode aus dem noch nicht publizierten Roman «Jacques der Fatalist und sein Herr» von Denis Diderot und formte daraus eine eigenständige Erzählung. In ihr geht es um eine verlassene Frau, die sich durch eine geschickt eingefädelte Intrige an ihrem ehemaligen Liebhaber rächen will, indem sie ihn in die Arme einer Prostituierten treibt. Von der Schönheit und vorgespielten Sittsamkeit der Frau hingerissen, heiratet er sie und erfährt am nächsten Tag von ihrer Vergangenheit. Die französische Erstausgabe des Romans erschien erst zwölf Jahre nach dem Tod des Verfassers in Paris und somit nach Schillers Teilübersetzung ins Deutsche. Schillers deutsche Version wiederum wurde 1793 ins Französische zurückübersetzt und eigenständig veröffentlicht.

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Über den Autor (2019)

Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805) war ein deutscher Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. Gleich mit seinem Theaterdebüt, dem 1782 uraufgeführten Schauspiel Die Räuber, gelang Schiller ein bedeutender Beitrag zum Drama des Sturm und Drang und der Weltliteratur. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten.

Denis Diderot (1713-1784) war ein französischer Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker, Kunstagent für die russische Zarin Katharina II. und einer der wichtigsten Organisatoren und Autoren der Encyclopédie, zu der er selbst als Enzyklopädist etwa 6000 von insgesamt 72.000 Artikeln beitrug. Als Autor von Bühnenwerken hatte er großen Anteil am Entstehen des bürgerlichen Dramas. Seine Romane und Erzählungen leisteten in verschiedener Weise ihren Beitrag zu den großen Themen der Zeit der Aufklärung, so zu den Fragen der Selbstbestimmung des Menschen, des Leib-Seele-Problems und des Gegensatzes von Determinismus und Willensfreiheit sowie zur Kritik an der Religion.

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