Blickwinkel - Kurzgeschichten über den Tellerrand hinaus

Cover
epubli, 30.12.2018
In der Anthologie lädt der Autor den Leser mit 19 Kurzgeschichten und 8 Gedichten auf eine Reise aus dem Alltag ein. Von teils ungewöhnlichen Blickwinkeln erlebt er so die Welt aus den Augen anderer. Begleiten Sie einen Ninja in der Großstadt oder eine Fruchtfliege auf ihrer teuflischen Mission. Lernen Sie die Einsamkeit zu schätzen oder fürchten Sie diese, wenn sie in der nächsten Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet wird. Das in vier Hauptthemen gegliederte Buch beinhaltet dabei Geschichten zum Träumen oder Nachdenken, zum Schmunzeln oder Mitfiebern. Vergessen Sie mit den kurzen Geschichten ihren eigenen Alltag, indem sie die Welt aus den Augen eines Wanderers betrachte oder in die Rolle eines Serienkillers schlüpfen. Durch die Unterthemen im Buch gibt es für jede Stimmungslage eine Geschichte.

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Bereits der Titel der Anthologie „Blickwinkel: Kurzgeschichten über den Tellerrand hinaus“
verführt zum Nachdenken und erweckt den unwiderstehlichen Reiz, die perspektivische Reise
anzutreten, die
hier vorab angedeutet wird. Das 152-seitige Debüt von Florian Richter gliedert sich in die vier Teile „Träume und Gedanken“, „Nachgedacht“, „Schmunzelei“ und „Spannungsbogen“. Diesen sind thematisch 19 Kurzgeschichten und acht Gedichte zugeordnet.
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Die Protagonisten, in deren Perspektiven wir schlüpfen, sind Individuen, die am Rand stehen: am Rand der Gesellschaft, am Rand der Existenz, am Rand des Möglichen. Oft stehen sie im Kampf gegen die Natur: im Kampf gegen die sengende Wüste, gegen die eruptive Erde, gegen einen gewaltigen, unbezwingbaren Grizzly oder eine scheinbar harmlose Fruchtfliege voller hämischer Schadenfreude. Die Helden fordern die Naturgewalten teils bis an die äußersten Grenzen heraus,
um am Ende vor ihnen kapitulieren zu müssen. Andere Protagonisten wiederum repräsentieren den gesellschaftlichen Außenseiter oder Störenfried, den gehetzten, resignierten oder gar kriminalisierten Menschen in der modernen, urbanen Welt, der sich nach dem absoluten Nervenkitzel oder im Gegensatz dazu nach „Oasen der Zeit“ sehnt, wo er sich selbst und andere noch fühlen kann und inneren sowie äußeren Frieden findet.
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Manche Geschichten vermochten mich emotional so tief zu berühren, dass ich bis heute, noch Wochen nach der Lektüre, nicht aufgehört habe, über sie nachzudenken. Als meisterhaftes Beispiel hierfür sei die Kurzgeschichte „Worte“ genannt, in der wir eingeladen werden, uns in einen Obdachlosen hineinzuversetzen. Sie beleuchtet auf sehr eindringlich bewegende Weise eine menschliche Seite, die wir oft vergessen, wenn wir über dieses Thema sprechen. Andere Texte wiederum sind so spannend, dass ich nicht umhin konnte, sie in einem Zug zu Ende zu lesen. Die Kurzgeschichte „Ein Weg zurück“ z. B., in der ein Verirrter in der Wüste um sein Überleben kämpft, hat mich ganz und gar in ihren Bann gezogen und sie lässt mich bis heute nicht los.
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Die acht Gedichte fungieren als gedankliche Brücken zwischen den Geschichten, können aber auch für sich alleine verstanden und gelesen werden. Sie setzen sich in sehr unvoreingenommener Art und Weise mit menschlichen Urgefühlen wie „Sehnsucht“, „Liebe“ oder „Freiheit“ auseinander und bleiben dabei doch allgemein leicht verständlich, was für Lyrik ja nicht selbstverständlich ist. Als Liebhaber eher abstrakter und subtiler Lyrik betrachte ich dies zugleich jedoch als kleinen Makel. Auch erscheinen mir die Reime teilweise etwas zu sehr gesucht und dem profunden Inhalt als auch dem Klangbild eher abträglich zu sein. Am besten gefallen hat mir das Gedicht „Die Zeit“, in dem die Namensgeberin als gefühltes Naturphänomen thematisiert wird, das dem Menschen allzu oft zuwiderläuft, indem sie sich unvorteilhaft dehnt oder zusammenzieht.
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„Blickwinkel: Kurzgeschichten über den Tellerrand hinaus“ ist ein großartiges Buch, das sowohl Kritik übt an unserer Gesellschaft und zu einem tieferen Nachdenken darüber anregt, als auch durch seine spannende Erzählart fesselt. Ich möchte diese Anthologie vor allem jenen Lesern ans Herz legen, die nicht nach seichter Unterhaltung suchen, sondern bereit sind, die Blickrichtung zu ändern, zu vertiefen und mit den unterschiedlichsten Charakteren auf eine authentische Reise zu gehen, um letztlich nicht nur diese besser zu verstehen, sondern vielleicht auch sich selbst.
 

Über den Autor (2018)

Florian Richter entdeckte seine Liebe zum Schreiben durch das Verfassen kleiner, lustiger Geschichten für seine Kinder. Im Laufe der Jahre entwickelte er seinen eigenen Schreibstil durch zahlreiche Kurzgeschichten und Gedichte, die zum Teil ihren Weg in sein erstes Buch „Blickwinkel – Kurzgeschichten über den Tellerrand hinaus“ fanden. Florian Richter wurde 1980 in Siegen geboren, lebt jedoch schon seit seiner frühesten Kindheit im schönen Rheinland. Vor 20 Jahren ist er der Liebe wegen in die kleine Gemeinde Swisttal gezogen und aus der Liebe wurde "verheiratet, zwei Kinder und ein kleines Haus".

Bibliografische Informationen