Schuld und Sühne von Fjodor M. Dostojewski

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Wer Russisches ins Deutsche übertragen möchte, stößt gelegentlich auf Schwierigkeiten, exakt Entsprechendes ist nicht immer leicht zu finden. So kommt es, dass Dostojewskis Schuld und Sühne mal den Titel Raskolnikow trägt, mal auch unter der Bezeichnung Verbrechen und Strafe zu finden ist, wenn man sich spätere Versuche anschaut. Der Roman des bekannten russischen Dichters ist zunächst in periodisch veröffentlichten Fortsetzungen erschienen, während derer seine weitere Bearbeitung noch nicht abgeschlossen war. Ein gutes Jahr hat es bis zur Vollendung des umfangreichen Werks gedauert. Bei sämtlichen Übersetzungen klafft ein Spalt zwischen der juristischen Verwendbarkeit benutzter Begriffe und ihrer moralischen Dimension. Im Deutschen kam es erst kurz vor der Jahrtausendwende zur Betonung des Aspekts der Rechtsprechung, zu dem englischer und französischer Sprachgebrauch von Anfang an tendierten. Eine gewisse Neigung zum Dramatischen ist den Deutschen kaum abzusprechen, ein eher objektives Betrachten der Umstände ist anderen Völkern, auch den Polen, offenbar weniger fremd. Dass man sich berechtigter Zweifel halber darauf zurückzieht, den Namen der Hauptfigur als Titel zu verwenden, mag bezeichnend dafür sein. Die Geschichte des nicht mit Reichtümern gesegneten Studenten ist fraglos ein epochales Werk, das Grundsatzfragen von erheblicher Brisanz aufwirft. Darf der Mensch töten, wenn er sich dazu berufen fühlt?
 

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Über den Autor (2016)

Alessandro Dallmann, geboren in Konstanz, studierte zunächst Literaturwissenschaft und bereiste danach ein Jahr Südamerika. Momentan absolviert er ein Fernstudium der Regionalstudien Lateinamerikas und ist als freischaffender Autor tätig, so unter anderem für den Kompendio Verlag. Privat interessiert er sich für Fotografie, läuft Marathon und folgt der Lebensphilosophie Rudolf Steiners.

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