David Copperfield von Charles Dickens

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Gezaubert wird hier auch, doch unter anderen Umständen. Es sind wiederum die Anfänge der Industrialisierung, die Charles Dickens dazu veranlassen, etwas Licht in dieses finstere Zeitalter zu bringen. Schule und Gefängnis sind kaum voneinander zu unterscheiden, der böse Stiefvater trübt das junge Glück zu dritt derart, dass er die Mutter quält, bis sie ihre Lebensgeister aufgibt. Doch erst einmal mischt sich zur Geisterstunde ein erstes, schon deutlich vernehmbares Babygeschrei unter die voluminösen Glockenklänge, dem ein illustres Figurenkabinett im Laufe seines Lebens begegnen soll. David hält durch, was immer auch geschieht, und steht am Ende als Sieger da. Doch der Weg dahin ist lang und mit spitzen Steinen gepflastert – ein einziger Aufschrei, der dem Autor selbst entfahren sein könnte. Dickens hat viel von sich selbst mitgeteilt, wobei freilich nicht alles auf die Goldwaage zu legen ist. Ganz so drastisch kann es im wahren Leben gar nicht zugehen, auch so berührend und mitreißend nicht, in der Rückschau verklärt sich doch manches, und Zuschauer haben ohnehin ihre eigene Perspektive. Sie können nicht eingreifen, wenngleich sie das wohl gerne täten. Da möchte man die Stimme erheben und beizeiten einschreiten, um das Schlimmste zu verhindern. Ersteres ist auch erlaubt, alles andere unmöglich.
 

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Über den Autor (2016)

Alessandro Dallmann, geboren in Konstanz, studierte zunächst Literaturwissenschaft und bereiste danach ein Jahr Südamerika. Momentan absolviert er ein Fernstudium der Regionalstudien Lateinamerikas und ist als freischaffender Autor tätig, so unter anderem für den Kompendio Verlag. Privat interessiert er sich für Fotografie, läuft Marathon und folgt der Lebensphilosophie Rudolf Steiners.

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