Agrippina - die Hexe aus Köln

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epubli, 22.03.2015
Die Stadt Köln hieß bis 50 n. Chr. Oppidum Ubiorum. Ab diesem Jahr lautete ihr neuer Name Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Die Umwandlung eines germanischen Oppidum in eine römische Colonia hatte gravierende Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. 50 n. Chr. war Claudius Kaiser in Rom. Im Jahr zuvor hatte Claudius in 4. Ehe seine Nichte Agrippina geheiratet. Diese war 15 n. Chr. im Oppidum Ubiorum am Rhein geboren worden. Agrippina war nur ein einziges Mal in Köln, in ihrem ersten Lebensjahr 15 bis 16 n. Chr. Sie ist nie wieder zurückgekehrt. Mit der Umwandlung in eine Colonia wollte Agrippina ihre Macht demonstrieren - Macht gegenüber ihrem Ehemann, dem Kaiser, gegenüber dem Senat, gegenüber den Eliten im römischen Reich. Als der Machthunger seiner Frau Kaiser Claudius über den Kopf zu wachsen drohte, plante er, sich von Agrippina zu trennen. Agrippina lies Claudius ermorden und bestimmte ihren Sohn Nero zum Nachfolger. Die Kölner nannten sich nach Agrippinas Tod lange noch Agrippinenser. Erst im späten Mittelalter wurde aus Agrippina Colonia oder Colonia Agrippina das verkürzte Colonia und dann Köln. Im Italienischen und Spanischen heißt Köln heute noch Colonia. Agrippina war eine böse Frau, sie beauftragte zahlreiche Morde und Selbstmorde, lebte in Inzest mit Bruder, Onkel und Sohn. Sie war eine wahre Hexe. Nach ihrem Tod verfluchte die römische Gesellschaft ihren Namen, voller Hass wurden ihre Statuen zertrümmert, ihr Name auf Inschriften ausradiert. Ihr Geburtstag wurde zum Unglückstag erklärt.
 

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Über den Autor (2015)

Klaus Vorwald ist ehrenamtlicher Mitarbeiter im Römermuseum Haus Bürgel in Monheim und beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland. E-Mail: sdbooks@online.de

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