Die böhmischen exulanten in Sachsen. Zur beantwortung der von der Fürstlich Jablonowski'schen gesellschaft gestellten historischen preisfrage: "Untersuchung der bis zur mitte des XVII. Jahrhunderts stattgefundenen uebersiedelung aus Böhmen nach Sachsen und der folgen, welche diese für Sachsens cultur gehabt haben,"

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Bei S. Hirzel, 1857 - 170 Seiten
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Seite i - HARVARD COLLEGE LIBRARY FROM THE LIBRARY OF RODOLPHE REUSS OF STRASSBURG BOUGHT WITH THE BEQUEST OF HERBERT DARLING FOSTER AM 1892 .5 л1 fee« Ш beflett son С
Seite 109 - Fortepianos und Guitarren ward endlich immer umfangreicher und verbreitete sich auch nach Marktneukirchen, Schöneck, Adorf, Erlbach und Zwota und es ziehen Händler damit durch Europa, ja bis Afrika und Amerika.* Auch die Blechlöffelfabriken zu Beierfeld bei Eiterlein und die Blaufarbenwerke bei Bockau werden auf böhmische Einwanderer zurückgeführt. In Zittau begründete ein Verbannter um das Jahr 1720 einen einträglichen Handel mit böhmischen Büchern. Die Folgen für die geistige Cultur...
Seite 148 - M1 i zwar von nicht weniger als 120 Familien.) Unter den Familien, die von solchen Exulanten abstammen , ist vor andern die siebersche zu merken , deren Stammvater als Exulant von Reichenberg hergekommen , und die sich nachmals sehr ausgebreitet hat. Desgleichen rühren auch von solchen Exulanten die Döringe, die Semder, die Neudecke, die Pladecke, die Pradelte und viele andere mehr her2). Lehrer in Seidenberg war einst der aus Oschitz verjagte Cantor Jos'ua Schmidichen.
Seite v - Gehalt hat sie aber auch bewogen, absehend von manchen , streng genommen nicht zum Thema gehörigen , oder der Bündigkeit und Rundung historischer Composition nicht ganz entsprechenden Beigaben , für welche dem Herrn Verfasser allein Rechnung zu tragen ist, die Schrift durch den Druck zu veröffentlichen.
Seite 62 - ... Gegenden gern wieder mit Ansiedlern, vornehmlich aber mit den alten, fleissigen Bewohnern gefüllt gesehen hätte, wandte sich mit der Bitte an den Magistrat von Löbau, er möge doch jene Auswanderer bewegen, in die alte Heimat zurückzukehren und setzt hinzu: „Es dienet zur dienstlichen antwordt, dass ich bemeldte Personen, wenn Sye der Gnädigen Obrigkeit verbleiben und dero Dienst, wass sye schuldig zu thun, fleissigst und gehorsamst verrichten, für meine Person mit keinem Zwangk zu annehmung...
Seite 148 - Zeit lehrte ein andres; denn sie durften nicht allein an ihren Ort nicht wieder zurück, sondern sie sahen auch, wie ihnen, von Jahr zu Jahr, mehrere von ihren Brüdern, mit dem Exulantenstabe in ihrer Hand, nachkamen.
Seite 80 - ... Geflüchteten 1 Fescheck: Ex. p. 64. bekanntzugeben. Bei Georg v. Heldreich in Löbau dienten ausgewanderte Mädchen aus Rumburg, die »erbärmlich* klagten, dass sie ausgeliefert würden; sie hätten ja vor Augen gesehen, wie man Andere katholisch zu werden gezwungen, vorgenommen und eingekerkert hätte. Heldreich bittet nun unterm 2. April dringend, die Mädchen und ihre Mutter nicht nach Schluckenau auszuliefern. Ueber die Art und Weise, wie man damals in unseren Gegenden vorging, liegt uns...
Seite 113 - Brüder, meist von ungelehrten Laien verfasst, geben unerwartete Aufschlüsse über die Masse von kirchenhistorischen und andern Kenntnissen, die damals unter dem gemeinen Volke in Böhmen und Mahren verbreitet waren. Die böhmischen Brüder verschmähten , bei all' ihrer frommen Einfalt, den Anstrich einer feinen humanistischen Bildung nicht.
Seite 155 - Beide Gesellschaften begaben sich nach Berlin und die Gerlachsheimer bauten sich in Rixdorf an. Leider fehlte es nicht an Uneinigkeit unter den neu angekommenen Böhmen und ihren bereits 1732 in Berlin angekommenen Landsleuten, welche 1737 eine Kirche erhalten hallen.
Seite 148 - Jahren 1650 und 51. In diesem letzten Jahre kamen vornehmlich sehr viele Exilirende von Adel hierher. Unter diesen war damals auch Albert Möler von...

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