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Die Zeitschrift wird sich stofflich wie folgt gliedern:

I. Original-Aufsätze nach dem bisherigen Programme mit Beritcksichtigung des wähnten. Es sollen dabei, ohne die Zeitschrift des wissenschaftlichen Charakters zu entkleiden auch jene Aufsätze, welche dem Officiere direct und unmittelbar Brauohbares geben. berücksichtigt und die abstract gehaltenen Artikel, welche nur bei einem geringen Kreis von Gel Interesse erwecken, auf das richtige Mass zurilckgeführt werden.

Der Besprechung der dem hohen wie dem niedern Officier gleich wichtigen Details der Tu insbesondere der Localgefechte, des Felddienstes und des nun von höchster Wichtigkeit geword Schiesswesens etc. soll der gehörige Raum geschenkt werden.

II. Technologische Revue. Durch diese soll der Leser in einer dem allgemeiner dürfnisse entsprechenden Kürze Alles erfahren, was im Gebiete des Gewehr-, Geschatz- und G Wesens sowie der Verpflegung und Ausrüstung, soferne es die Technik betrifft, in der Welt rar

III. Literarische Revue.

a) Ausserösterreichische Zeitschriften. Alle militärischen Journale sollen in Kreis der Besprechung gezogen, und die interessanten Aufsätze in mehr oder minder vollstām Auszuge wiedergegeben werden, so dass dem Leser Nichts entgeht, was die periodischen Batter derer Armeen bringen.

b) Bücher und Karten. In dieser Beziehung werden wir nicht nur vollständig, dern auch streng sein und, den Leser vor unnützen Ausgaben wahrend, kein Werk empfehlen, ches es nicht verdient.

Die Publication des Feldzuges 1864 wird in diesem Jahre beendet ; um den zuwachs Lesern jedoch kein Stückwerk in die Hand zu geben, liefern wir jedem neu eintretenden A nenten die 16 ersten Bogen des Feldzuges 1864 in Schleswig-Holstein Bratis.

Um die Theilnahme an der Mitarbeit immer reger zu machen, wird das Honorar sur per Druckbogen erhöht.

Schliesslich erwähnen wir, dass die Redaction in die gilnstige Lage versetzt ist, auf die giebigste Unterstützung jeglicher Art von Seite des Relohs-Kriegs-Ministerinms ree zu diirfen, daher die Zeitschrift nach jeder Richtung hin in der Lage ist, die wissenschaftliehe der Armee im Auslande zu vertreten und sich von keinem andern Fachblatte überbieten zu lassen

In den 11 Jahrgängen 1860-70 erhielten die Leser 1325 Bogen Text, 775 Karten, Pline Holzschnitte, darunter die vollständigen Geschichten des Feldzuges 1866, 1859, 1809, 1796, 1799, 1 dann in Abyssinien und Marocco, endlich die Grundsätze der Strategie von Erzherzog Cart

Wir bitten, die Prinumerations-Listen geneigtest circuliren zu lassen und ehestens rücken zu wollen, und machen besonders aufmerksam, dass die bisherigen Herren Abonnenten, welche ausdrücklich absagen, behufs Feststellung der Auflage, wie allgemein üblich, auch pro 1871 als so betrachtet werden.

Die Redaction.

Der Krieg 187071.

(Fortsetzang).

Offensive der deutschen Armee. — Treffen bei Weissenburg, Wörth und Spicheren. — Rückzug der Franzosen nach Châlons and Metz.

Am 4. August wurde die Division Douay von Theilen der preussischen HII. Armee (2. bayerisches, 5. und 11. Armee-Corps) bei Weissenburg überfallen und übel zugerichtet. Nicht allein dem Divisions-, sondern auch dem Corps-Commandanten waren ganz bestimmte Nachrichten über die massenhaften Ansammlungen feindlicher Streitkräfle an der Queich im Laufe des 2. und 3. zugekommen, und dennoch enthielt der dem General Douay ertheilte Befehl die stricte Weisung, ein Treffen unter allen Umständen zu liefern. Die Division verlor bei 2200 Mann und ein Geschütz, der preussisch-deutsche Yerlust belief sich dagegen auf 1000 bis 1400 Mann, darunter 76 Officiere. Das Königs-Grenadier-Regiment Nr. 7 vom 5. Corps halle allein 10 Officiere podt und 12 verwundet, unler den Letzteren seine sämmtlichen Stabs-Officiere.)

Nach dem Gefechte bezogen die deutschen Streitkräfte am südlichen Ufer der Lauter Biwaks, und zwar:

Das 2. bayerische Armee-Corps bei Oberhofen und Steinselz, das I bei Langenkandel, das 5. Armee-Corps bei Riedselz, das 11. bei Ingolsbeim, das 13. (württembergische und badische Divisionen) bei Neuweiler and Selz. Die 4. Cavallerie-Division kam nach Weissenburg und Altenstadt. Das Armee-Hauptquartier wurde in Nieder-Otterbach etablirt.

Marschall Mac Mahon concentrirle indess seine übrigen 4 Divisionen 3 Infanterie-, 1 Cavallerie-) vorwärls Reichshofen und gab der ihm eventuell untergeordneten 1. Division Dumesnil vom 7. Corps, welche am 4. August von Colmar nach Mühlhausen im Marsch begriffen war, die Ordre, sich einzuwaggoniren und über Hagenau zu seinem Corps zu stossen.

Die Niederlage bei Weissenburg konnte nicht ohne Rückwirkung auf die Ordre de bataille der französischen Armee bleiben. Mittels Tagsbefehls wurde das Commando des 2., 3. und 4. Armee-Corps dem Marschall Bazaine, jenes des 1., 5. und 7. dem Marschall Mac Mahon, jedoch nur auf die Dauer der in Aussicht genommenen Operationen übertragen. In Folge dessen erhielt der bei Bitsch stehende General Failly aus dem Hauptquartier Reichshofen am 5. Abends telegraphisch die Weisung, mit dem 5. Corps sich so schnell als möglich an das 1. und 7. Corps anzuschliessen.

Diese unverhoffte Vermehrung seiner Macht bestärkte den Marschall noch mehr in dem Entschlusse, mit den verfügbaren und bisher intact gebliebenen 3 Infanterie- und 2 Cavallerie-Divisionen der von Weissenburg über

Österr. militär. Zeitschrift. 1871. (2. Bd.)

Momente, als die Niederlage der Franzosen entschieden und allgemein war, und trug so wesentlich zur Deckung des Rückzuges bei.

Die Trümmer der Armee Mac Mahon's sammelten sich am 7. bei Saverne, marschirten die Nacht vom 8. hindurch und erreichten an diesem Tage Saarburg. . General Failly erfuhr am 6. Abends den unglücklichen Ausgang der Schlacht von Wörth oder Froschweiler, wie sie von den Franzosen genannt wird, machte dann mit dem 5. Corps einen Nachtmarsch, traf am 7., da der Train schon Tags zuvor nach Saargemünd instradirt und die Bagagen in Bitsch zurückgelassen worden waren, bei Petite Pierre oder Lützelstein, am 8. bei Lixheim ein.

Das 7. Corps Douay war am 6. August, nach Abtretung der 1. Division Conseil Dumesnil an Mac Mahon, blos mit der Division Liebert (die Division Dumont blieb als Besatzung in Lyon) und einer Cavallerie-Brigade von Belfort in Mühlhausen angelangt und zog sich von hier auf die Nachricht von dem Missgeschicke von Wörth am 7. gegen Belfort zurück. Am 8. stand das Corps wieder bei diesem Waffenplatze, um dessen Vertheidigungsarbeiten zu vervollständigen und besonders den Bau der drei neuangelegten Aussenforts Barres, Grandes Perches und Pelites Perches zu Ende zu führen.

Die III. Armee des Kronprinzen von Preussen biwakirle in der Nacht vom 6. auf den 7. August auf dem Höhenplateau von Froschweiler, und zwar : Das 5. Armee-Corps bei Froschweiler, das 11. bei Elsasshausen, Wörth und Eberbach;

das 1. und 2. bayerische Armee-Corps bei Wörth;

die württembergische Division (13. Armee-Corps Werder) bei Eberbach, Elsasshausen und Reichshofen;

die badische Division wurde zur Deckung der linken Flanke der III. Armee gegen Hagenau detachirt und lagerte bei Gunstelt und Surburg;

die 4. Cavallerie-Division bei Schönenburg;
das 6. Armee-Corps sammelte sich bei Speyer und Bornheim;
die 2. Cavallerie-Division traf bei Mannheim ein.

In diesen Stellungen blieb die III. Armee auch am 7. August. Nur rückle die badische Division gegen Hagenau vor;

die 4. Cavallerie-Division kam nach Merzweiler;
die 2. Cavallerie-Division nach Landau;
das 6. Armee-Corps nach Sulz und Weissenburg.

Von der französischen Armee des Marschalls Bazaine standen am 5. August:

Das 2. Corps Frossard zwischen Spicheren und Saarbrücken;

das 3. Corps Bazaine (nunmehr vom General Decaen befehligt) bei St. Avold, Marienthal, Saargemünd und Puttelange;

das 4. Corps Ladmirault bei Boulay;
das Garde-Corps Bourbaki bei Courcelles.
Erst an jenem Tage fasste die Oberleitung der Kriegsoperationen die

Möglichkeit in's Auge, dass die beiden französischen Armeen auf die Festungen Strassburg und Metz geworfen werden könnten, und begann mit deren Vertheidigungs-Inslandselzung sich zu beschäftigen. Man berief dringend einige 4. Bataillone, Depôt- und Douaniers-Abtheilungen zu Besatzungsdiensten nach Metz und beschleunigte die Ausstellung der mobilen Nationalgarde. Am 13. Juli war dieselbe bereits im Bereiche des 1., 2. und 3. Armeebezirkes zu den Waffen berufen worden, aber am 5. August oder über 3 Wochen darnach merkte man von ihrer Organisation auch nicht das Mindeste.

In den deutschen Rheinfestungen war dagegen die artilleristische Sicherheits-Armirung bereits am 20. Juli vollendet, und die fortificatorische gegen den 3. August bis auf einige Details der Vollendung nahe geführt.

Am 6. August oder an dem Tage, an welchem der linke preussische Flügel (III. Armee) den Sieg bei Wörth über den französischen rechten Flügel (Armee des Marschalls Mac Mahon) erkämpfte, errang auch das Centrum (Theile der II. Armee) und der rechte Flügel (I. Armee) einen bedeutenden Sieg über das zum Centrum der französischen Rhein-Armee gehörige 2. Corps des Generals Frossard.

Die deutsche I. Armee des Generals Steinmetz bewirkte, wie bereits bemerkt, ihren strategischen Aufmarsch zwischen Trier und Saarlouis und schob sich dann über Lehbach durch den Köllerthaler Wald an die mittlere Saar, um auf der Strasse Saarbrücken-Metz vorzugehen).

Die Il. Armee des Prinzen Friedrich Carl echelonirte sich in dem Maasse, als ihre Corps mit der Eisenbahn anlangten, längs des Schienenweges und der grossen Heerstrasse Mainz-Alzey-Winnweiler-KaiserslauternHomburg-Neunkirchen.

Am 5. August Abends blieb das königliche Hauptquartier in Mainz;
das Hauptquartier der 1. Armee kam nach Lehbach;
das halbe 7. Armee-Corps (13. Division) nach Schwarzenholz;
das halbe 7. Armee-Corps (14. Division) nach Eyweiler;
das 8. Armee-Corps nach Landsweiler und Lehbach;
das Hauptquartier der II. Armee kam nach Kaiserslautern;
das 3. Armee-Corps nach Neunkirchen, Oltweiler und St. Ingbert;
das 4. Armee-Corps nach Blieskastel und Zweibrücken;
das 10. Armee-Corps nach Landstuhl;
das 12. Armee-Corps nach Enkenbach;
das Garde-Corps nach Alzey;
das halbe 9. Armee-Corps (18. Division) nach Kaiserslautern;

1) Die von uns im Märzhefte pag. 18 auseinandergesetzte Aufstellung der preussischen Armee Ende Juni bedarf einer Berichtigung. Von der I. Armee Steinmets bewirkte das 8. Armee-Corps, dessen 3 Infanterie-Regimenter Nr. 40, 69 und 70, dann das Uhlanen-Regiment Nr. 7 und das Huszaren-Regiment Nr. 9 vor dem Kriegsausbruche die Garnisonen von Trier, Saarlouis und Saarbrücken bildeten, seine Concentrirung über Cöln und Trier bei Saarlouis und trat mit dem 7. Armee-Corps in Verbindung, welches über Coblenz und Bingerbrück mit der Nahebahn bis Birkenfeld befördert wurde und von hier bis Lehbach zu Fuss marschirte.

die 5. Cavallerie-Division Rheinbaben nach Neunkirchen;

die 1. und 6. Cavallerie-Division Hartmann und Mecklenburg kamen nach Landstuhl und Homburg;

die 3. Cavallerie-Division Groeben wurde in Birkenfeld auswaggonirl').

Nach den allgemeinen Dispositionen für die deutschen Armeen sollten am Morgen des 6. August von der I. Armee die 14. Division Kamecke des 7. Armee-Corps Guichenbach erreichen und ihre Vorposten gegen Saarbrücken und Luisenthal vorschieben, die 13. Division Glümer desselben Corps aber bis Püttlingen vorgehen, und ihre Avantgarde bis Vöcklingen und Rockershausen an die Saar vortreiben. Die Corps-Artillerie halte der 14. Division bis Hausweiler zu folgen, das 8. Armee-Corps mit der 15. Division Weltzien bei Holz, mit der 16. Division Barnekow bei Fischbach einzutreffen.

Das 3. Corps der II. Armee sollte mit der zugetheilten 5. CavallerieDivision Rheinbaben den Ort St. Johann besetzen, und die 5. Division Stülpnagel eine Stunde nördlich dieser Stadt bei Sulzbach biwakiren, die 6. Division Buddenbrock aber Cantonnements in Neunkirchen beziehen.

Die französischen Corps der Armee Bazaine's behielten am 6. August die Tags zuvor innegehabten Stellungen. Nur General Frossard hatte, sowie er von der Massenbewegung der preussischen Streitkräfte die Kunde erhielt, mit seinem Corps eine Gefechtsstellung auf den Höhen von Stiring und Spicheren bezogen, in der er um 11 Uhr angegriffen wurde.

Im Verlaufe des bis in die Abenddämmerung sich hinziehenden Kampfes brachten die Preussen nach und nach 4 Infanterie-Divisionen und I Cavallerie-Division oder bei 60.000 Mann mit 186 Geschützen in die Schlachtlinie, während die Franzosen in 3 Infanterie-Divisionen, 1 Cavallerie-Division vom 2. Corps, dann der demselben zur Hilfe herbeigeeilten Dragoner-Brigade Manbranches vom 3. Corps etwa 25.000 Mann mit 96 Geschützen im Gefecht gehabt haben dürften, von denen einige Bataillons den Ort Forbach gegen die über Püttlingen, Völklingen , Ludweiler und Rosseln in Flanke und Rücken der französischen Posilion bei Spicheren vorgedrungene preussische 13. Division Glümer (7. Corps) vertheidigten.

Die beiderseitigen Verluste waren enorm. Die Preussen, welche eine formidable Position zu stürmen hatten, verloren bei 6000 Mann, die Franzosen gegen 5000 Mann. Das ganze Lagergeräthe der französischen 1. und

*) Für den Truppen-Transport der I. Armee, so weit derselbe mit der Bahn stattfand, scheinen Cöln und Coblenz die Übergangspunkte gewesen zu sein. Von hier wurden die Truppen nach Bingerbrück und von da auf der Nahebahn weiter befördert. Dieselbe Linie benützten einige Corps der II. Armee, während andere Abtheilungen auf der rechtsrheinischen Bahn bis in die Gegend von Castel (Mainz) transportirt wurden und von hier aus zu Fuss weiter marschirten. Der Haupt-Ubergangspunkt für die II. Armee und die beiden preussischen Armee-Corps (o., 6.) der III. Armee war indessen Mainz, von wo erstere über Ludwigshafen und Neustadt, in der Richtung auf Kaiserslautern, letztere von Neustadt auf Landan befördert wurden. Die süddeutschen Armee-Corps überschritten den Rhein bei Mannheim-Ludwigsbafen. Die Cavallerie setzte von Bingerbrück resp. Mainz oder Ludwigshafen aus vielfach ihre Vorwärtsbewegung zu Fuss fort.

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