Abbildungen der Seite
PDF
[ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Erwerblosigkeit

Seite

12 14 16

20 23 25 27 28 34 37

Schweisssucht .

Ursachen « - - - - -
Lebensweise der Engländer . .
Ansteckung .

Influenzen

Volkskrankheiten von 1517

42 43 46 48 51 56 64

Fünftes Erkranken. 1551.

1. Ausbruch . . . . . . . . . . . . . . . . 16?

2. Verbreitung. Dauer . . . . . . . . . . . . 164

3. Ursachen. Naturereignisse . . . . . . . . . . 169

4. Krankheiten . . . . . . . . . . . . . . . 172

5. John Kaye . . . . . . . . . . . . . . . . 178

Schweisskrankheiten.

1. Die Herzkrankheit der Alten . . . . . . . . . 185

2. Der Picard'sche Schweiss . . . . . . . . . . . 199

3. Das Röttinger Schweissfieber . . . . . . . . . 212

Uebersicht der Zeitfolge . . . . . . . . . . 219

Schriften verzeichniss . . . . . . . . . . . 228

[ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Als die Schlacht bei Bosworth am 22. August 1485 über Englands Geschick entschieden hatte *), wurde die Freude des Volkes über Heinrich's Sieg durch eine mörderische Krankheit getrübt, welche die Reihen der Streiter lichtete, und als folgte sie dem Kriegszuge, innerhalb weniger Wochen von Wales bis in die Hauptstadt des Reiches vordrang. Es war ein überaus hitziges Fieber, das nach kurzem Froste die Kräfte wie mit einem Schlage vernichtete, und während schmerzhafter Magendruck, Kopfweh und schlafsüchtige Betäubung hinzutraten, den Körper in übelriechenden Schweiss auflöste. Dies alles geschah innerhalb weniger Stunden, und niemals blieb die Entscheidung über Tag und Nacht aus *). Unerträglich war den Kranken die innere Hitze, doch brachte ihnen jede Abkühlung den Tod, und als man nun sah,

1) Grafton, Vol. II. p. 147. 155. – 2) Hall, p. 425.

dass kaum der Hundertste am Leben blieb"), so entstand Bestürzung unter dem ganzen Volke, dessen erster Gedanke war, es müsste wohl eine unheilvolle Regierung werden, die mit so grossen Schrecknissen begonnen *). Zu Anfang achtete man kaum des neuen Feindes: Städter und Landleute wallten dem Heere jubelnd entgegen, und Heinrichs Zug von Bosworth nach London glich einem grossen Triumph, den man aller Orten durch Siegesfeste verherrlichte; denn man hoffte nach vieljährigem Bürgerkriege bessere Tage zu erleben, als unter dem blutdürstigen Richard. Als aber nun der König am 28. August *) in die Hauptstadt eingezogen war, begann die Schweisssucht *) – so nannte man die Krankheit – einige Zeit darauf in den volkreichen Gassen furchtbar zu wüthen. Zwei Mayors und sechs Aldermänner starben innerhalb acht Tagen *), nachdem sie kaum ihre Feierkleider abgelegt – viele, die noch am Abend fröhlich gewesen, waren am andern Morgen nicht mehr

1) For suddenlie a deadlie burning sweat so assailed their bodies and distempered their blood with a most ardent heat, that scarce one amongst an hundred that sickened did escape with life: for all in maner as soone as the sweat tooke them, or within a short time after yeelded the ghost. – Holinshed, Vol. III. p.482. – Godwin, p. 98. – Polydor. Vergilius, L. XXVI. p. 567. – Wood, T. L. A. 1485. p. 233. Wood hat seine Angaben über die Zufälle der Krankheit aus der dritten Hand, von Carol. Walesius (Cap. XIV. p. 226.), einem französischen Arzte in Rom, um 1650, der sich der Worte von P. Foreest bedient. Dieser hat aber den englischen Schweiss nicht selbst beobachtet.

2) Baco, p. 36. – 3) Fabyan, p. 673. 4) Swetynge sykenesse – sweating sickness, in den Chroniken.

5) Die Mayors hiessen Thomas Hylle und William Stokker. Fabyan a. a. O.

unter den Lebenden. Die meisten Opfer wählte sich die Seuche unter den kräftigen Männern, und wie nun tagtäglich alte berühmte Familien ihre Häupter, grosse Handelshäuser ihre Herren, und zahllose Unmündige ihre Stützen verloren, so verkehrte sich bald die Heiterkeit der Feste in tiefe, finstere Trauer. Die Krönung des Königs, welche die Zweifel vieler Bedenklichen an seinem Rechte auf den Thron beseitigen sollte, musste in so angstvoller Noth aufgeschoben werden *), und unterdessen verbreitete sich die Krankheit von Osten nach VWesten *) unaufhaltsam über das ganze Land. Es ist ausgemacht, die Seuche brach nicht früher Richmond in

aus, als in den ersten Tagen des Monats August 1485, Frankreich. und sie stand mit den Begebenheiten dieser Zeit in offenbarer Verbindung. Lange war die Rückkehr ins Vaterland das Ziel der Wünsche des Grafen von Richmond und seiner treuen Begleiter gewesen. Funfzehn Jahre alt (1471) dem Hasse des Hauses York und den Mördern Eduard’s entronnen, fiel er, von Stürmen verschlagen, in die Hände des Herzogs von Bretagne (Franz II.), der ihn lange Zeit gefangen hielt, nach Eduard's Tode aber (1483) ihn ausrüstete, seine Ansprüche auf den englischen Thron, als letzter Spross des Hauses Lancaster geltend zu machen. Diese erste Unternehmung scheiterte. Stürme warfen den kühnen Abenteurer nach Dieppe zurück, und er musste mit seinen fünfhundert Engländern die Gastfreundschaft des Herzogs Franz wieder in Anspruch nehmen. Doch machte Richard's Einfluss den Aufenthalt bei diesem Herzoge gefährlich. Richmond

1) Bis zum 30. October. Grafton, p. 158.

2) Wood, a. a. O.

« ZurückWeiter »