Abbildungen der Seite
PDF
EPUB
[ocr errors]

6.000 bis 11.000 F. Waldregion so

ganz andere wie dort und beruhen auf der plastischen Gestaltung des Kontinents, womit auch zusammenhängt, dass die pflanzenlose Salzwiiste nicht wie in Persien eine südliche, sondern eine westliche Gliederung des Gebiets ist. Im Süden, wo die Prairien durch Texas und Neu-Mexiko bis zum Wendekreise sich ausdehnen, hebt sich der Boden eben so wie in westlicher Richtung und die Vegetationszeit verschiebt sich zwar, jedoch ohne an Dauer zu gewinnen. Am Mexikanischen Golf ändert sich erst am Wendekreise, wie die von Asa Gray beschriebene Sammlung Erwendberg's aus der Provinz Tamaulipas lehrt, der Naturcharakter plötzlich durch tropische Pflanzen, welche in Texas fehlen. Weniger schroff, doch nicht genauer festgestellt ist der Übergang zur Flora des Mexikanischen Hochlandes in den westlicher gelegenen Meridianen. Die westliche Naturgrenze der Prairien endlich wird durch die Kette der Kalifornischen Sierra Nevada gebildet.

3. Flora Kaliforniens. Die klimatische Eigenthümlichkeit Kaliforniens ergab sich schon aus den meteorologischen Beobachtungen Tschernych's ') in der Nähe der Francisco-Bai, eine Flachheit der Temperatur-Kurve, welche nirgends in der nördlichen gemässigten Zone, sondern nur auf tropischen Gebirgen und in höheren Breiten der Südlichen Hemisphäre ihres Gleichen hat. Die regelmässige Periodicität der Niederschläge ist sodann als zweite Hauptbedingung für die Kalifornische Vegetation zu betrachten und nähert diese Flora dem Klima Süd-Europa's, so wie auch hier wie dort immergrüne Eichenwälder zu den charakteristischen Formationen gehören. Als Nordgrenze der Kalifornischen Flora kann die Mündung des Oregon gelten, eines Stromes, an dem also drei Vegetations-Gebiete zusammentreffen. Im Süden, in der trockenen, aber wenig bekannten Kalifornischen Halbinsel, scheint sich die Flora nur allmählich umzugestalten.

4. Flora Meriko's. Mexiko scheidet sich nach dem Niveau und nach dem Einflusse der Östlichen Anden auf den Passatwind in drei von Ost nach West gegliederte Vegetations-Gebiete, je nachdem eine lange dauernde Regenzeit an den dem Golf zugewendeten Abhängen sich ausbildet oder die Niederschläge nur auf der Verschiebung der Passatzone beruhen und daher von weit kürzerer Dauer sind. Diese doppelte Gliederung nach Klima und Niveau führt zur Unterscheidung von folgenden abgesonderten Floren und Regionen:

a. Die Flora der feuchtwarmen Ostküste Mexiko's, welche vom Wendekreise bis zur Provinz Tabasco (23° bis 17° N. Br.) reicht und hier durch das trockene Klima der Halbinsel Yucatan von den analogen Urwäldern Central-Amerika's

geschieden wird. Sie umfasst zwei Regionen, indem der Passatwind -mit zunehmender Höhe mehr und mehr Feuchtigkeit niederschlägt: 0 bis 3000 F. Wälder und Savannen wechselnd (Liebmann). 3- bis 6000 F. Urwald mit 8 bis 9 Monaten Regenzeit, wo neben den

Palmen auch immergrüne Eichen den tropischen Bäumen beigemischt sind (Liebmann).

b. Die Flora des Mexikanischen Hochlandes, dessen Regenzeit von der Solstitial-Bewegung abhängt und die südwärts bis zur Unterbrechung des Anden-Systems im Isthmus von Panama reicht (23° bis 9° Nördl. Br.). Regionen unter 19° N. Br. nach Liebmann:

| 6000 bis 7800 F. Eichenregion,

7800 bis 11.000 F. Pinusregion. 11.000 bis 14.800 F. alpine Region mit Synanthereen-Sträuchern.

Diese Regionen fand Oersted im Inneren von Costa-Rica, am Irasu (10° N. Br.), nur in so fern geändert, als die Eichen auch die hier fehlende Coniferen - Region umfassen und die Synanthereen-Sträucher durch Ericeen vertreten sind, aber in Folge des tieferen Niveau's sind sie hier nicht wie in Mexiko über das Hochland ausgebreitet, welches die westliche Savannen-Flora besitzt:

6.500 bis 10.400 F. Eichenregion des Irasu.

10.400 bis 11.000 F. alpine Region des Irasu. c. Die Flora der Mexikanischen Westküste, deren SavannenKlima mit kurzer Regenzeit ebenfalls bis zum Isthmus von Panama reicht (23° bis 9° N. Br.) und hier, wo die Einwirkung der Anden auf den Passatwind aufhört, von einem feuchteren Klima abgelöst wird. Die oberen Regionen, die auch hier zur Flora des Hochlandes gehören, erleiden in der Nähe des Stillen Oceans eine bemerkenswerthe Depression: In Mexiko 0 bis 3000 F. Küstenwald (Galeotti),

3000 bis 6500 F. Eichenregion (Galeotti) ; in Nicaragua am Viejo (13°) 0 bis 1500 F. Küstenwald (Oersted),

1500 bis 4200 F. Savannen mit Eichen

und Pinus (Oersted); in Chiriqui (9°) 4200 bis 8000 F. Eichenregion (M. Wagner).

Die Flora von Yucatan, wo wegen der Gebirgslosigkeit der Passatwind eine heisse, trockene, nur an der Küste von den Campeche-Wäldern umsäumte Savanne erzeugt, ist botanisch noch nicht untersucht und bildet möglicher Weise ein Glied der West-Indischen Vegetation.

5. Flora West-Indiens. — Dieses tropische VegetationsGebiet überschreitet in den Bahamas, welche durch den Golfstrom vor der Vermischung mit den Schöpfungscentren des Nord-Amerikanischen Kontinents geschützt werden, den Wendekreis und umfasst südwärts die Kleinen Antillen (28° bis 12° N. Br.), indem die nächstfolgenden Inseln, wie namentlich Trinidad, eine weit grössere Übereinstimmung mit der Flora Venezuela's und Guiana's zeigen. Die klimatische Gliederung der West-Indischen Flora wird durch die plastische Gestaltung der Inseln, da sie dem Passatwinde ausgesetzt sind, geregelt.

") Erman's Archiv für Russland, 1841, S. 562.

[ocr errors]

a. Flora der Bahamas (28° bis 21° N. Br.) und der östlichen, gebirgslosen Karaiben (19° bis 13° N. Br.) mit trockenem Passat-Klima und kurzer Regenzeit.

b. Flora der Grossen Antillen (23° bis 18° N. Br.) und der westlichen, vulkanischen Karaiben (17° bis 12° N. Br.), von Cuba bis Portorico und von S. Kitts bis Grenada, wo die Regenzeiten länger, aber nach der Höhe und Richtung der Gebirge von ungleicher Dauer sind. Die Regionen lassen sich noch nicht näher charakterisiren.

6. Flora des cisäquatorialen Süd - Amerika. Sie begreift das nördliche Passat-Gebiet Süd-Amerika's, welches im Süden durch den breiten äquatorialen Waldgürtel des Amazonas von den analogen Klimaten Brasiliens geschieden wird. Der Pflanzentypus Guiana's erstreckt sich längs der Süd- und Ostküste des Karaibischen Meeres bis zum Golf von Honduras im Süden von Yucatan, überschreitet in der Andes - Depression den Isthmus von Panama und lässt an der Küste des Stillen Oceans, am westlichen Fusse der Anden von Neu-Granada und Ecuador bis über den Äquator hinaus keine deutliche Naturgrenze erkennen. Da wo die Küstenlinie nach Südosten sich umbiegt und zugleich die Humboldt - Strömung erreicht, setzt Weddell bei Tumbez (4° S. Br.) die Nordgrenze des regenlosen Peruanischen Klima's, womit dann die Waldformationen von Guayaquil aufhören. So reicht also im Osten die Flora von Guiana bis zum Rio Negro, bis in die Nähe des Äquators, den die Küstenwälder jenseit der Anden der Westküste überschreiten, wogegen in den Verzweigungen des AndenSystems selbst, wie die Verbreitung der Cinchonen ergiebt, die südwärts entwickelten Regionen sich bis zum Isthmus und der Gebirgskette von Venezuela fortsetzen.

Klimatisch ist das Gebiet durch die verschiedene Vertheilung der Niederschläge ziemlich unregelmässig gegliedert. Längs der Küste des Atlantischen und Antillen-Meeres entladet der Passat über Wäldern und Gebirgsgehängen in dem grössten Theile des Jahres seine Niederschläge und eben so dauernd sind dieselben an der Südsee vom Isthmus bis zur Bai von Choco (9° bis 4° N. Br.), während weiter südwärts, im Litoral von Ecuador, ungeachtet der äquatorialen Lage die Regenzeit unter dem Einfluss der Anden sich bedeutend verkürzt und somit ein Übergang zu Peru vermittelt wird (4° N. Br. bis 4° S. Br.). Diesseit der Anden beherrscht das normale Passat-Klima mit scharfem Wechsel der beiden Jahreszeiten die grosse Ebene von Neu-Granada bis Guiana, welche daher grösstentheils von Savannen erfüllt. und je nach der Grösse der Ströme von mehr oder minder breiten Waldgürteln gegliedert wird, die durch die Bifurkation des Orinoko mit der äquatorialen Flora des Amazonas zusammenhängen.

a. Flora der bewaldeten Nordküste Süd-Amerika': (2° bis 18° N. Br.). Im Südosten Guiana's an die Flora des Amazonas grenzend und in Venezuela durch die Sierra verschmälert schneidet sie am Orinoko und Magdalenen-Strom, tiefer in das Innere ein, bekleidet die östlichen Gehänge Central-Amerika's, überschreitet den Isthmus von Panama und endet an der Westküste Neu - Granada's, an der Bai von Choco (4° N. Br.).

b. Flora der Savannen Guiana's und der Llanos von Venesuela (2° bis 10° N. Br.). Die Flora von Guayaquil oder der Westküste von Ecuador (4° N. Br. bis 4° S. Br.) bedarf noch einer näheren Vergleichung mit der Mexikanischen Westküste, mit der Hinds ") sie zusammenstellt.

7. Flora des 'äquatorialen Brasiliens (Hylaea des Amazonas bei Humboldt). Während im Isthmus von Panama nach Seemann die Niederschläge auf 8 bis 11 Monate sich ausdehnen und in Trinidad und Guiana zwei nasse Jahreszeiten unterschieden werden, bleibt das äquatoriale Klima des Amazonas beständig feucht und hier hat Spruce die Entwickelung von Blüthen in allen Monaten des Jahres beobachtet. Diese Urwalds-Flora erstreckt sich nach v. Martius 2) durchschnittlich etwa von 2° N. Br. bis 7° S. Br., greift aber an den Nebenströmen des Amazonas weithin in die Savannen Brasiliens ein, so wie sie durch den Rio Negro in das Gebiet des Orinoko übergeht.

8. Flora des transäquatorialen Brasiliens. Im Süden überschreitet die Tropen - Vegetation Süd-Amerika's diesseit der Anden den Wendekreis, indem sie die baumlosen Ebenen der gemässigten Zone unmittelbar berührt. Diese Südgrenze der Brasilianischen Flora verläuft indessen bogenförmig, sie beginnt an der Ostküste bei 30° S. Br., wo die von Fox bei Porto Alegre gesammelten Herbarien noch den Brasilianischen Typus zeigen, tritt sodann westlich vom Rio de la Plata allmählich bis zum 26. Parallelkreise zurück, unter dem sie nördlich von Tucuman die Anden erreicht.

Die klimatische Gliederung beruht auch hier darauf, dass an der dem Südostpassat exponirten Küste Brasiliens Niederschläge fast in allen Monaten erfolgen (Gardner), im Inneren dagegen die trockene Jahreszeit so lange währt, als der Passatwind anhält. Die eigentliche Regenzeit ist zwar überall von der Solstitial-Bewegung bedingt, aber tropische Urwälder entstehen nur da, wo auch den übrigen Theil des Jahres entweder durch Niederschläge oder durch fliessendes Wasser der Boden beständig feucht ist. Die Campos, die Savannen Brasiliens, welche durch ihre Catingas und andere Formationen von Holzgewächsen an Mannigfaltigkeit die Llanos des Nordens weit übertreffen, nehmen den grössten Theil der Oberfläche ein.

an

zu

[ocr errors]
[ocr errors]

) Voyage of the Sulpbur. Botany. 2) Karte Brasiliens in v. Martius' Flora brasiliensis.

[blocks in formation]

11° bis 2° N. Br. Cinchonen - Region der Andes - Verzweigungen bis

Caracas (Weddell). 10° N. Br. bis 10° S. Br. Cinchonen - Region 5000 bis 8500 Fuss

(Humboldt). 100 N. Br. bis 10° S. Br. alpine Region 8500 bis 14.000 F. (Humboldt). 3° N. Br. bis 6o S. Br. Cinchonen-Region von Neu-Granada (Weddell). Peru. Waldlose Westseite der Cordillere 0 bis 11.000 F. (Tschudi).

Puna-Region 11.000 bis 14.000 F. (Tschudi).
Waldlose Region der Ostseite 11.000 bis 8000 F. (Tschudi).
Ceja (obere Waldregion) und Cinchonen-Region 8000 bis 5500 F.

(Tschudi). 5° bis 19° S. Br. Cinchonen-Region Peru's und Boliviens (Weddell). 15° S. Br. Cinchonen-Region Boliviens 6000 (4500) bis 8300 (7000) F.

(Weddell). 15° S. Br. Puna-Region Boliviens 8300 bis 15.000 F. (Weddell).

a. Die Brasilianische Küsten-Flora. Sie beginnt erst südlich von der grossen Biegung der Küstenlinie an der Mündung des Rio Francisco und nimmt mit ihren dichten Urwäldern den Raum zwischen der Serra de Espinhaço und dem Meere ein (10° bis 30° S. Br.). An diesem Küstengebirgszuge steigt sie nur wenig über 4000 F. an, wo nach Burmeister Formen der Campos-Flora auftreten.

6. Die Flora der Campos oder des inneren Brasiliens beginnt an der Nordostküste und reicht, durch die Flusslinien gegliedert, bis an den Fuss der Anden, deren Cinchonen - Region sie berührt (5° bis 26° S. Br.). Unter den besonderen Gliederungen dieses pflanzenreichen Gebiets unterscheidet v. Martius den wärmeren Nordosten von dem höher gelegenen Südwesten so wie die durch ihre Araucarien bezeichneten südlichsten Provinzen. Grössere Urwälder, die Pantanals genannt, fand Weddell im Inneren jenseit des 15. Parallelkreises im Überschwemmungsgebiete des oberen Paraguay, so wie im äussersten Südwesten (20° bis 26° S. Br.) eine neue eigenthümliche Gliederung in der dürren Tiefebene des Gran Chaco, die jedoch durch ihre soziellen Palmen von den Pampas, an welche sie angrenzt, hinreichend deutlich geschieden wird.

9. Flora der tropischen Anden Süd-Amerika's. Die Anden-Flora zeigt in ihrer Erstreckung vom Isthmus - bis zum südlichen Wendekreise, wo nach Philippi') von der Wüste Atacama aus sich eine durch Baumlosigkeit charakterisirte Naturgrenze quer über das Hochland bis zu den Pampas verfolgen lässt, eine ähnliche Vegetation und eine gleichartige Anordnung der Regionen. Die klimatische Gliederung der oberen und östlichen Regionen ist übereinstimmend, aber der waldlose Westabhang auf Peru und Bolivien eingeschränkt.

a. Die waldlose Westseite der Küsten - Cordillere (4° bis 23° S. Br.) ist in der unteren Region (0 bis 1500 F.) regenlos und nur durch Nebel, die Garuas, befeuchtet, nur durch fliessendes Wasser zu ergiebigerem Pflanzenwuchs geeignet; aufwärts bis zum Kamm verwandeln sich die Garuas in Niederschläge, die nur wenig intensiv sind. Die Trockenheit der Peruanischen Küste ist eine Folge südlicher Winde und wird noch gesteigert durch die kalte HumboldtStrömung, an deren Oberfläche sich der Wasserdampf wie ein Thau aus wärmerer Luft unvermerkt niederschlägt, dass er den Umgebungen entzogen wird oder doch nur schwache Nebel bilden kann; das trockene Klima reicht genau so weit, wie der Humboldt-Strom die Küste bespült, vom Kap Blanco bis Valparaiso.

b. Die Puna-Region, wo im Winter Schnee fällt, ebenfalls baumlos, aber mit einer alpinen Vegetation von Sträu

10. Flora der Pampas. Die Waldlosigkeit des gemässigten Süd - Amerika diesseit der Anden und bis zur Magellan - Strasse beruht wie in den Prairien auf der Verkürzung der Vegetationszeit, auf dem Vorherrschen westlicher Winde im Sommer, denen die vorliegenden Anden die Feuchtigkeit entzogen haben. Nur Uruguay diesseit des Rio de la Plata hat Niederschläge genug, um Baumwuchs zuzulassen; die Waldlosigkeit auch dieser Provinz hat Darwin von der Entstehungsweise ihrer Vegetation abgeleitet. Die Grenzen der Pampas - Flora sind durch die Wälder Brasiliens und des Feuerlandes gegeben. Die eigentlichen Pampas reichen vom Rio de la Plata bis zu den Anden und südlich zum Colorado (40° S. Br.), dann folgt die Steppe Patagoniens, die sich durch ihre Gesträuchformationen von jenen unterscheidet.

11. Flora von Chile. Südlich die Anden von Atacama schliesst sich die mit endemischen Erzeugnissen reich ausgestattete Flora Chile's (23° bis 33° S. Br.), wo das trockene Klima dem der Peruanischen Küste ähnlich ist und auch in dem grossen fruchtbaren Längenthal am Fusse der Anden keine Waldformationen zulässt. Die Anordnung der Andes - Regionen in diesen Breiten ist nicht * näher bekannt. Philippi bemerkt, dass die Anden noch 3 Breitengrade jenseit des Wendekreises waldlos bleiben, wie die Küste, aber auch bei der Übersteigung der Andes-Pässe in der Nähe von Santiago werden von Darwin und Macrae keine Waldregionen erwähnt.

an

[ocr errors]

1) Philippi, Flora atacamensis, p. 3.

12. Flora der bewaldeten Westküste der südlichsten Amerika. - In der Breite von Valparaiso, gerade da, wo der austrocknende Humboldt-Strom aufhört, die Küste zu berüh ren, beginnt das feuchte Klima der Westküste sich zu entwickeln, welches von Concepcion bis zum Feuerland und auf den Archipelen von Chiloe bis zum Kap Horn unter dem Einflusse der Anden, die den Dampfreichthum des Pacifischen Meeres niederschlagen, dichte, zusammenhängende Wälder erzeugt hat (33° bis 56° S. Br.). Die Depression der mit der Schneelinie zusammenfallenden Baumgrenze des Osorno (40° S. Br.) bestimmte Philippi zu 4500 F. Nach Süden geht mit rasch sinkender Temperatur der üppige Wald Valdivia's, in welchem noch tropische Familien vertreten sind, in die reinen Bestände der antarktischen Buchenregion (45° bis 56° S. Br.) über, deren Baumgrenze im Feuerland schon bei 1500 F. erreicht wird. Hier aber ist die alpine Region (1500 bis 3500 F.) zwischen Baumund Schneegrenze bedeutend, wie in der arktischen Zone, entwickelt, weshalb das Feuerland vorzugsweise zu Vergleichungen mit nordischen Breiten sich eignet und daher das Gebiet der antarktischen Flora genannt wird.

[ocr errors]

klimatischen Bedingungen mit den Coniferen des nördlichen Europa verglichen werden.

In der tropischen Zone sind wenigstens acht oceanische Archipele mit ausgezeichneter endemischer Vegetation nachgewiesen, von denen die Kap - Verden und St. Helena dem Atlantischen, Madagaskar und die Maskarenen dem Indischen, die übrigen dem Pacifischen Meere angehören.

Die Kap - Verden zeigen eine ähnliche Anordnung der Regionen wie die Canarischen Inseln. Die untere Region (0 bis 1500 F. nach Schmidt) zeigt wie dort die Formationen des tropischen Afrika, die obere (1500 bis 4500 F.) wiederholt die Maquis der Mediterran-Flora und entlehnt in höheren Niveaux aus dieser und besonders von den Canarischen Inseln eingewanderte Arten. St. Helena ist durch die Form der Synanthereen - Bäume mit den Schöpfungscentren Chile's und mehrerer Pacifischer Archipele seltsam verbunden.

Madagaskar und die Maskarenen sind in ihren Erzeugnissen unter sich näher als mit dem tropischen Afrika verwandt, von dem die Mozambique-Strömung sie absondert.

Von den tropischen Archipelen des Stillen Oceans sind die Sandwich-, Galapagos- und Fidschi-Inseln so wie NeuCaledonien als eben so viel selbstständige Gruppen von Schöpfungscentren nachgewiesen.

In der südlichen gemässigten Zone steht die Anzahl der endemischen Inseln im Verhältniss zu der wachsenden Grösse des Meeres und zu der Entlegenheit der Schöpfungscentren. Im Stillen Ocean sind vier endemische Centren, Neu-Sceland, der Auckland-Archipel (mit Campbell Island), Norfolk und Juan Fernandez, im Indischen und Atlantischen Ocean je eins bis jetzt bekannt, dort Kerguelen Island (mit dem Archipel von Amsterdam), hier die FalklandInseln. Das ausgezeichnetste Glied dieser Reihe ist NeuSeeland, wo nahe an 70 Prozent der Flora endemisch sind und nur wenige Analogien mit Australien bemerkt werden; näher sind die Auckland - Inseln mit Neu-Seeland, Juan Fernandez mit Chile und die Falkland - Inseln mit dem Feuerland verbunden.

D. Oceanische Inselfloren. In der nördlichen gemässigten Zone bilden nur die drei Atlantischen Archipele der Azoren, Madeira's und der Canarischen Inseln abgesonderte Schöpfungsgebiete, die, wiewohl klimatisch eigenthümlich gestaltet, doch einen erheblichen Austausch mit der Mediterran-Flora erfahren haben.

Die dieser letzteren so eigenthümliche Formation der immergrünen Sträucher oder Maquis erfährt hier die höchste Elevation, indem sie auf den Azoren bis 5000 F., auf Madeira bis 6000 F. hinaufreicht und gerade in den oberen Regionen die für das Mediterran-Gebiet so charakteristische Erica arborea einschliesst. Auf den Canarischen Inseln kann man nur gewisse Regionen mit der Mediterran-Flora vergleichen, das Litoral mit seinen Sukkulenten theilt den klimatischen Typus der wärmeren Gegenden Afrika's. Der diesem Archipel eigenthümliche Waldgürtel von Pinus canariensis (5000 bis 7000 F.) kann zwar als Formation, aber nicht nach seinen

Mémoire zur Karte von G. Rohlfs' Reise durch die Oasen von Tuat und Tidikelt 1864').

nebst Bericht über Major Laing's Reise 1825 und Duveyrier's Erkundigungen in Nord-Afrika.

Von B. Hassenstein.

Die Karte, über deren Konstruktion folgende Zeilen handeln sollen (Tafel 14 des Jahrgangs 1865 der „Geogr. Mit

theilungen") schliesst sich genau an die beiden früher publicirten Tafeln 4 und 6 an und kann als Blatt III

1) „Geogr. Mitth.” 1865, Tafel 14. — Wegen Mangels an Raum konnte das Mémoire nicht gleichzeitig mit der Karte veröffentlicht werden. A. P. Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1866, Heft II.

8

[ocr errors]

der bisher zu G. Rohlfs' Reisen publicirten Spezialkarten bezeichnet werden. Der im vorigen Heft gegebenen allgemeinen Übersichtskarte; Blatt IV, soll eine Spezialkarte der östlichen Routenstrecken, zwischen Rhadames, Tripoli, Misda und Mursuk, meist nach den eigenen handschriftlichen Skizzen des Reisenden als Blatt V nachfolgen.

Tafel 14 oder Blatt III ist unstreitig als die wichtigste dieser Sektionen zu bezeichnen, denn sie enthält das Hauptresultat der Reise, die erste genaue Darstellung der grossen Oasengruppen von Tuat, jenem ungemein dicht bevölkerten, als Mittelpunkt für den Handel Algeriens und überhaupt Nordwest-Afrika's mit Central-Afrika geltenden südöstlichen Theil des Sultanats von Marokko. Wir müssen dem kühnen Reisenden um so dankbarer für seine Erfolge sein, als nach so vielen fehlgeschlagenen Versuchen der Franzosen, diesen Kernpunkt der Nördlichen Sahara zu besuchen, er der Einzige war, der sich im Lande frei bewegen durfte und es vermöge seiner Klugheit und Vorsicht sogar zuwege brachte, mit den bescheidensten wissenschaftlichen Instrumenten, Handkompass und Uhr, seine Reiseroute so genau aufzunehmen, dass sie als eine genügend feste Basis für alle die zahlreichen, natürlich nur nach Hörensagen in den geographischen Zeitschriften und Handbüchern gegebenen Itinerarien, Schilderungen und Karten dieser Oasen gelten und wahrscheinlich noch ziemlich geraume Zeit gelten kann.

In der That ist die Literatur über diese Oasen und die dahin führenden Wege ziemlich reich, wenigstens reicher als über die südlich vom Atlas gelegenen, Tafilet, Draa, Seghamra u. s. w.; der aufmerksam danach Suchende findet in fast allen neueren und älteren Werken über Nord-Afrika einige Belehrung darüber; in den Französischen Journalen, Revue de l'Orient, Bulletin de la Société de Géographie, Nouvelles Annales des Voyages u. a., sind eine Menge Aufsätze oder Notizen über Land und Leute von Tuat zerstreut. Bei den Arbeiten zu der vorliegenden Karte, die erschöpfend alles vorhandene Material geben sollte, wurden nicht weniger als 90 Aufsätze oder Bücher durchgeschen und doch stellte sich schliesslich der rein kartographische Extrakt als ein sehr winziges Quantum heraus gegen die Arbeit eines einzigen schlichten Reisenden wie Rohlfs, und lässt sich eigentlich nur auf die Erkundigungen von de Colomb und die bis jetzt nur in einer Übersichtskarte publicirten Angaben von Dureyrier zurückfiihren. Diese und die wenigen übrigen Quellen, welche schon in dem Quellen- und Routenverzeichniss der Karte kurz angedeutet wurden, ihrer Benutzung nach näher kennen zu lernen, ist der Zweck folgender Zeilen.

Die Konstruktion der Reiseroute Gerhard Rohlfs', von welcher unsere Karte eine Reduktion giebt, wurde, wie in den Bemerkungen zur zweiten Sektion („Geogr. Mitth." 1865,

S. 185) bereits erwähnt ist, vom Ausgangspunkt der Reise Uesan, bis zum ersten berührten Ort der Tuat-Oasengruppe, Brinken, im Mst. von 1:1.000.000 ausgeführt; von hier ab bis Rhadames machte das grössere Detail der Routen-Beschreibung den doppelten Maassstab, 1:500.000, nöthig. Eine endliche gründliche Durchsicht der fertigen Konstruktion durch den Reisenden selbst brachte nur wenige Korrekturen oder Nachträge für die topographischen Details der Route und der nächsten Umgebung von Ain-Salah hinzu; die wesentlichsten Verbesserungen erfuhr sie für die kurze, aber sehr wichtige Routenstrecke von Tamello bis Ksor Mharsa in Tuat, wo das Tagebuch einige Lücken in den Entfernungen zeigte. Wir lassen deshalb als eine kleine Ergänzung des Tagebuches diese Entfernungen, wie wir sie aus Rohlfs' Munde erhielten, hier folgen: „Von Tamello bis Arghil ging er 2ļ Stunden, von hier bis zur Sauia Kinnta etwa 3 Stunden, von Sauia Kinnta nach Asegmir li St., von da bis Tillulin dicht am Wadi hin 3 St., endlich nach Ksor Mharsa 11 Stunden. Von hier liegt Taurirt, der südlichste Punkt der Tuat - Oasen, einen guten Tagemarsch, 7 bis 8 Stunden, in südöstlicher Richtung entfernt. Die Oasen von Tafilet, Tuat und Tidikelt sind in derselben Weise wie Draa oder Wad Nun zum Sultanat von Marokko zu rechnen.”

Die Hauptschwierigkeit beim Entwurf unserer Karte lag in der Feststellung einer möglichst genauen Position für den Kernpunkt der ganzen Region, Ain - Salah.

Wenngleich dieser Punkt von einem Englischen Reisenden, dem unglücklichen Major Gordon Laing, im J. 1825 von Tripoli aus erreicht wurde und von ihm eine angeblich astronomische Positions-Bestimmung dieser Stadt nach Europa gelangte, die denn auch bis in die neueste Zeit auf den besten Karten, wie der von Henri Dureyrier, als maassgebend angenommen worden ist, so hielten wir es doch für unsere Pflicht, sie vor Annahme bei unserer Karte ciner sorgfältigen Prüfung zu unterwerfen. Da die Notizen über Laing's Schicksale in einem bei uns wenig bekannten Englischen Journale versteckt und aus eben diesem Grund dem geographischen Publikum ziemlich unbekannt geblieben sind, so wandten wir uns nach Berlin an Prof. Dr. Heinrich Kiepert mit der Bitte, uns dieselben aus der dortigen Bibliothek zukommen zu lassen. Mit der grössten Bereitwilligkeit erhielten wir denn auch sehr bald eine Abschrift der betreffenden Notiz, von welcher wir hier einen Auszug in Übersetzung geben. Der Bericht über Laing's Reise ist im Quarterly Review, Vol. XXXVIII (Juli 1828, pp. 101–105) als Anhang zu einer Kritik und Auszug von John Ledyard's Travels von dem anonymen Berichterstatter gegeben. Auf S. 101 heisst es: „Major Gordon Laing kam in Tripoli am 9. Mai 1825 an und verliess diesen Ort am 17. Juli.

« ZurückWeiter »