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nach den Ländern an der Westseite der Felsengebirge antrat und dort unter Anderem eine Expedition zur Erforschung der Vancouver-Insel leitete (siehe „Geogr. Mittheil.” 1865, S. 198), ist wohlbehalten zurückgekehrt mit grosser Ausbeute für Geographie, Geologie, Zoologie, Botanik so wie für die Sprachen und die Geschichte der Indianer-Stämme, zu denen ihn seine Wanderungen führten. Es steht ein Bericht über seine Arbeiten in Aussicht.

Nachdem vor Kurzem das ungemein reichhaltige und wichtige Hauptwerk über die Schwedische Expedition nach Spitzbergen erschienen ist, als dessen Verfasser der verstorbene Chydenius genannt wird, das aber eigentlich von den übrigen Theilnehmern abgefasst ist, da Chydenius nur den ersten unvollkommenen Entwurf ausgearbeitet hatte, wird nun auch bald Professor Nordenskiöld's geologische Beschreibung von Spitzbergen mit der Karte zur Publikation kommen.

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Geographische Literatur.

Vorbericht. Zur Beobachtung der vulkanischen Vorgänge auf Santorin reisten unter anderen Geologen im vergangenen Frühjahr auch die Herren Dr. Alphons Stübel, Dr. W. Reiss und Dr. K. v. Fritsch dahin. Während ihres Aufenthaltes daselbst führte Dr. Stübel eine Relief - Karte der KaimeniInseln im Maassstab von 1:11.750 aus, auf welcher der Stand der vulkanischen Neubildungen am 30. Mai 1866 nach den Messungen von Dr. Reiss und das submarine Terrain von Dr. v. Fritsch dargestellt ist. Zum Vergleich fertigte Dr. Stübel später ein zweites Relief, das die Gestalt der Kaimeni-Inseln und des umgebenden Meeresbodens, wie dieselben vor Eintritt der neuen vulkanischen Eruptionen waren, veranschaulicht. Beide Reliefs neben einander geben die klarste Ansicht von den Veränderungen des Terrains, die man sich wünschen kann. Den Verlag hat die Hinrichs'sche Buchhandlung in Leipzig übernommen und wird das Exemplar zu 23 Thlr. abgeben können. Noch früher werden Photographien der Reliefs zur Veröffentlichung kommen, die nach den uns vorliegenden Proben ebenfalls eine sehr gute Anschauung bieten, zumal ausser den Vollansichten von oben auch Profilansichten gegeben sind, welche letzteren namentlich von dem unterseeischen Terrain und seinen Veränderungen das anschaulichste Bild gewähren. Die Photographien mit begleitendem Text und Karten werden von Fr. Bassermann in Heidelberg verlegt.

Das Kriegstopographische Dépôt in St. Petersburg unter Leitung des General v. Blaramberg hat wiederum ein grossartiges Kartenwerk in Angriff genommen, eine neue Spezialkarte von Russland und dem Kaukasus in 144 Blatt und in demselben Maassstab wie die bekannte Schubert'sche Karte, 1:420.000. Es wird stark daran gearbeitet. Aus derselben Werkstatt ging kürzlich eine Orographische Karte Militär-Kreis Odessa hervor, die auf 4 Blatt im Maassstab von 1:840.000 vier Gouvernements enthält, auch publicirte sie jüngst den 27. Theil ihrer Mémoiren und den ersten Supplementband zu dem Katalog von Positions- und Höhenbestimmungen mit 4000 während der Jahre 1860 bis 1865 neu bestimmten Punkten.

Ingenieur Charles Grad in Turckheim bei Colmar im Elsass, der sich seit einer Reihe von Jahren um die Verbreitung Deutscher geographischer Arbeiten durch Übersetzung und Bearbeitung in Französischer Sprache bekannt und verdient gemacht hat, giebt gegenwärtig als Frucht eigener Beobachtungen eine Abhandlung über die Hydrologie des Nl-Gebiets und eine Orographie der Vogesen heraus.

August Kahl, der kürzlich seine „Reisen durch Chile und die westlichen Provinzen Argentiniens” veröffentlicht hat, ist seit dem November bereits auf einer neuen Reise nach Süd-Amerika begriffen. Er begiebt sich zunächst nach Montevideo, will von da die nördlich des Rio Negro belegenen Departements von Uruguay besuchen und dann Argentinien und Bolivien ihrer ganzen Länge nach durchschneiden. Den „Geogr. Mittheilungen" versprach er Zeit zu Zeit Aufsätze physikalisch - geographischen Inhalts über jene Länder.

R. Brown, der vor vier Jahren unter den Auspicien einiger Edinburger Gesellschaften eine wissenschaftliche Reise

POLAR-REGIONEN. Chydenius, K.: Svenska expeditionen til Spitsbergen år 1861 utförd

under ledning af Otto Torell. Ur deltagarnes anteckningar och andra handlingar skildrad. 8°, pp. 1–482, mit Karten. Stockholm, Norstedt, 1866.

6 rd. Paijkull, G. W.: En sommar på Island. Reseskildringar. Med 30 illu

strationer i träsnitt, 4 litografier och en karta öfver Island. 1. Heft. 8°, 80 pp. Stockholm, Bonnier, 1866.

1 rd. 25 öre. In gewählter Sprache beschreibt Paijkull, Docent der Geologie in Upsala, neben den kleinen Abenteuern, die seine Sommerreise auf Island mit sich brachte, diese Insel mit ihren Naturwundern und ihrem merkwürdigen Volke so, wie keiner seiner Vorgänger. Dem Schweden kam Manches zu Statten, er war vollkommen vertraut init der Sprache und Literatur des Landes, brachte viele einflussreiche Empfehlungen mit, fand grössere Sympathien bei den Bewoh. nern als namentlich Deutsche Besucher und wurde besonders auch von dem Himmel begünstigt, indem der Sommer 1865 ein ungemein schöner, regen. und nebelfreier war, so dass die freie Aussicht beinahe nie verschleiert war. Daher umfasst denn auch seine Reise einen grossen Kreis, nämlich von Rey. kiavik - Ausflüge in die nicht allzu entfernte Umgegend ungerechnet - längs der ganzen Süd- und Ostküste bis an den Vöpna-Fjördr, darauf westlich quer durch das Land an die Nordseite des Myvatn so wie nach einem nördlichen Abstecher über Husavik an das Vorgebirge Kaufageupr weiter westlich nach Agureyri, der zweiten Stadt (?) der Insel am Eya-Fjördr; von dort erst in westlicher Richtung längs der Westseite des Eya-Fjördr und dann in süd. westlicher zurück nach Reykiavik. Ein Abdruck der Karte von Olsen (1849) und Illustrationen in Farbendruck und Holzschnitt zieren das Buch. Die gelehrten geologischen Forschungen, die den eigentlichen Zweck der Reise bil. deten, sind für ein besonderes Werk aufgespart worden, doch werden sie schon in diesem Buche stets im Auge behalten und wenigstens in ihren allgemeineren Resultaten berührt.

Karten. Grönland. Kort over Arsuk Fjord. Opmaalt i 1863 af Falbe og Bluhme.

Med „Normann, Oplysninger over Beseilingen af Arsuk - Fjorden i Syd - Grönland” (8", 18 pp.). Kopenhagen, Sökort - Archivet, 1866.

1 rd. 48 ss. Grönland, Kort over Vestkysten af Grönland fra Arsuk til Holsteensborg. Kopenhagen, Sökort-Archivet, 1866.

1 rd. 32 ss.

vom

OCEANE, NAUTIK. Atlantic Cable, Successfull deposit of the

Mit 1 Karte. (Nautical Magazine, September 1866, pp. 482 — 486; Oktober pp. 522 –527.)

Die Karte giebt die Lage der beiden Atlantischen Kabel, das Profil des Meeresbodens, die Tiefenmessungen und in beig-fügten Tabellen die täglichen Positionen des Great Eastern beim Legen der Kabel, die Länge der letzteren im Vergleich mit den direkten Entfernungen und ein Verzeichniss der Haupt. vorkommnisse. Sie ist das Beste, Kürzeste, l'ebersichtlichste, was über das

grossartige Unternelimon publicirt worden. Atlantic Telegraph, its history from the commencement of the under

taking in 1854 to the sailing of the Great Eastern” in 1866.

From authentic sources. 8', 120 pp. London, Bacon, 1866. 54 s. China Regatta, The

(Nautical Magazine, Oktober 1866, pp. 527-530.)

Es war in London eine Prämie für das Schiff ausgesetzt, welches den ersten diessjährigen Thee aus China bringen würde. Es entspann sich daraus eine Wetifahrt zwischen fünf Klipperschiffen, die zwischen dem 29. und 31. Mai den Hafen von Fu-tschau-fu verliessen und zwischen dem 6. und 9. September

von

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den Laien zu fesseln und auf die angenehmste Weise zu belehren, die Schlei. den in so hohem Grade besitzt, feiert auch hier wieder Triumphe, aber auch Leser mit reiferen Vorkenntnissen werden Freude an dem Buche finden, denn kaum weniger als eine neue Entdeckung oder die strenge Entwickelung eines Gesetzes reizt und befriedigt der geistreiche Gedanke, die anregende Betrach. tung. Schon dem Auge ist das Werk gefällig, der luxuriöse Druck und die zum Theil wenigstens ausserordentlich schönen farbigen Bilder, die namentlich die zierlichen Organismen bisweilen mit bewundernswürdiger Zartheit wieder. geben, machen es zu einem Prachtwerk, das sich auf den gewähltesten Bücher

tischen der Salons sehen lassen darf. Siemens, Dr. W.: Methode für fortlaufende Beobachtungen der Meeres

temperatur bei Tiefenmessungen. (Monatsbericht der K. Preuss. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Juni 1866, ss. 416—418.)

Kurze, durch eine Abbildung erläuterte Beschreibung eines Apparates, welcher es möglich macht, die Temperatur der Meerestiefe, in welcher sich das Loth gerade befindet, an einem am Bord des Schiffes befindlichen Thermometer abzulesen. In ein zweidrähtiges Kabel, welches die bisher gebräuchliche Hanfschnur ersetzt, ist eine isolirte Drahtrolle eingefiigt, deren Widerstand gegen den galvanischen Strom bei einer bestimmten Temperatur bekannt ist. Am Bord steht das Kabel mit drei anderen genau gleichen Widerstandsrollen und einem Galvanometer mit astatischer Nadel in Verbindung, so dass eine sogenannte Wheatstone'sche Briicke hergerichtet ist. Die eine der auf dem Schiff befindlichen Widerstandsrollen liegt in einem Wasser- oder Oelbade, welches beliebig abgekühlt oder erwärmt werden kann. Ist die Temperatur dieses Bades, mithin auch diejenige der in ihm befindlichen Drahtrolle, ver. schieden von der Temperatur des Wassers, welches die ins Meer versenkte Drahtrolle umgiebt, so durchläuft ein Strom das Galvanometer und die Nadel desselben wird abgelenkt. Findet keine Ablenkung Statt, so sind die Tempe. raturen des Meerwassers und des Bades genau gleich. Die Ablesung des in letzterem befindlichen Thermometers giebt mithin die Temperatur der Meeres. tiefe.

Karten. Atlantic Telegraph, Chart of the containing maps, views,

diagrams and a history of the undertaking. London, Bacon, 1866. 2 s.

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ALLGEMEINES.

mit

in London eintrafen. Das Schiff „Fiery Cross" fuhr am ai von Fu-tschau-fu ab, ihm folgten am 30. zu gleicher Zeit die Schiff Prica", „Ariel" und „Taeping”, am 31. endlich der „Taitsing". Die Sun these passirte die „Fiery Cross” am 18. Juni, »Ariel" am Morgen des 2., Taeping" am Nachmittag des 20., »Serica" am 22. um 6 Uhr Abends (Taitsing" vier Stunden später. „Fiery Cross" behauptete also ihren Vorsprung , .Serica" aber war etwas zurückgeblieben und vom „Taitsing" fast eingeholt. Das Kap der Guten Hoffnung passirte „Fiery Cross" am 15. Juli, „Ariel" am nächsten Tage, »Serica" erst am 22. Den Aequator kreuzte „Fiery ('ross" am 4. August, „Ariel" am 5. In 12° 20' N. Br. traf „Fiery Cross" am 9. August mit „Tae. ping" zusammen, das sie demnach eingeholt hatte, und beide blieben einander in Sicht bis zum 17. August, wo sie in 27° 52' N. Br. und 36° 54' W.L. v. Gr. durch heftigen Wind getrennt wurden. Bald darauf hatte „Fiery Cross" das Ungliick, in Windstille zu gerathen und 24 Stunden lang nicht von der Stelle zu können. Ohne diesen Umstand würde sie voraussichtlich den Preis gewonnen haben. Ariel" und „Taeping", die sich seit 70 Tagen aus den Augen verloren hatten, fanden sich unvermuthet am 5. September Morgens 8 Uhr bei Kap Lizard zusammen und jagten nun vor starkem Westwind mit An. strengung aller Kraft, über und über von Segeln bedeckt, wie ein Bild in den „Illustrated London News" zeigt, neben einander her den Kanal hinauf. Zu gleicher Zeit nahmen sie die Lootsen an Bord, zu gleicher Zeit liessen sie Bugsirdampfer vorspannen, aber „Taeping" war so glücklich, den kräftigeren Remorqueur zu bekommen, langte daher_'/2 Stunde früher in London an als „Ariel" und gewann den Preis von 500 Pf. St., den der Schiffseigenthümer dem Kapitän als wohlverdiente Anerkennung überliess. Dicht auf den Fersen folgte die „Serica", sie lief nur 4 Stunden später als „Ariel" in die Docks bei London ein. Die unglückliche „Fiery Cross" erreichte das Ziel erst einen Tag später und „Taitsing" kam erst drei Tage später an. „Taeping”, „Ariel" und „Serica", welche Fu-tschau-fu zu derselben Stunde verlassen hatten und auch fast zu derselben Stunde in London eintrafen, brauchten zu ihrer Fahrt 99 Tage. Es ist diess ein eklatantes und höchst beachtenswerthes Beispiel, wie die genauere Kenntniss der Wind- und Strömungs-Verhältnisse und überhaupt die vervollkommnete Nautik bei Segelschiffen die Fahrzeit selbst auf so grossen Reisen fast eben so pünktlich einzubalten weiss wie bei Dampfern. Zum Beweis, dass dieses Beispiel keineswegs vereinzelt dasteht, erwähnen wir noch, dass ,Serica" und „Fiery Cross", die im Jahre 1865 eine ganz ähnliche Wettfahrt hielten, damals auch gleichzeitig von Fu-tschau-fu ausgelaufen waren

und nach 106 Tagen bei der Insel Wight wieder zusammentrafen. Corenwinder, M. B.: La mer des Sargasses. Analyse du varec nageur

ou raisin du tropique. 8", 12 pp. (Extrait des Mémoires de la Soc. impér. des sciences de Lille, 1865, III° série, 2° vol.). Lille, impr.

Daniel, 1866. Field, H. M.: The History of the Atlantic Telegraph, from the begin

ning, 1854, to the completion, August 1866. 12°, 367 pp. Illustrationen. New York 1866.

7} s. Le Gras, Capit. A.: Considérations générales sur la mer Méditerranée.

Résumé des vents, courants et routes de cette mer. Choix d'extraits de documents nautiques empruntés à différents auteurs. 8°, 248 pp. Paris, Dépôt de la marine (Bossange), 1866.

2 fr. Lorenz, Dr. J. R.: Brakwasser-Studien an den Adriatischen Küsten.

Die Mündungen der Narenta, Cettina, Kerka, Etsch. 8°, 23 ss. mit 2 Tafeln. Wien, Gerold, 1866. (Aus den Sitzungs - Berichten der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften.)

90 Nkr. Robiquet, Capit. A.: Renseignements sur la Nouvelle-Zélande, suivis

de notes sur les vents, courants et baromètres dans les environs du cap Horn et sur la traversée du Pérou à l'île Maurice, &c. 8°, 221 pp. et un tableau. Paris, Challamel, 1866.

5 fr. Schleiden, Dr. M. J.: Das Meer. 8°, 720 ss. mit 1 Karte, 23 Stahlstichen in Farbendruck und 216 Holzschnitten. Berlin, Sacco, 1865-67.

8 Thlr. Der einst von seinen Zuhörern schwärmerisch verehrte, von seinen Fachgenossen hoch geachtete, bisweilen wohl auch gefürchtete Herrscher im Gebiete der Planzenphysiologie arbeitet schon lange nicht mehr mit an dem mühsamen Aufbau dieser Wissenschaft. Ob es Unmuth war über das Zusammenbrechen einiger seiner Lehren, ob jene Unbeständigkeit, die ihn vom Handel der Jurisprudenz, von der Jurisprudenz dem Mikroskop zuführte und die sich ja nicht selten gerade bei hoch begabten Geistern findet, haben wir nicht zu untersuchen, jedenfalls gewann die grosse Zahl derer, die ohne naturwissenschaftliche Fachkenntnisse Sinn für die Erscheinungen der Natur und die ihrem Verständniss angemessene Darlegung ihrer Gesetze haben, sie müssen es als eine glückliche Wendung erkennen, dass Schleiden für ihre Bildung und Unterhaltung nun schon seit Decennien thätig ist. Die ausser. ordentliche Befähigung des geistreichen Mannes für die populäre Behandlung wissenschaftlicher Themata zeigte sich schon auf das Entschiedenste in den Vorlesungen, die er vor einem gemischten Publikum in Jena hielt, und wurde bald allgemein warm anerkannt, als er das viel gelesene Buch „Die Pflanze und ihr Leben" herausgab. Vielleicht hat gerade dieser grosse Erfolg viel dazu beigetragen, dass er seinen eigentlichen Fachstudien mehr und mehr den Rücken und sich auch in seinen populären Schriften zu anderen Gegenständen wendete. Es folgte unter dem Titel „Studien" eine Sammlung von Vorlesungen vermischten Inhalts, ein Buch über die Landenge von Sues mit einer Untersuchung über den Weg, den die Israeliten auf ihrem Auszug aus Aegyp. ten einschlugen, und mehreres Andere. Jetzt begegnen wir ihm wieder auf dem weiten Gebiete des Oceans mit seinem unendlich mannigfaltigen Leben. Nach einigen Abschnitten über die Geographie des Meeres, seine chemischen and physikalischen Eigenschaften, seine Bewegungen und Stürme, so wie über die Polar-Reisen und ihre Resultate geht er speziell auf das Leben im Meere ein und schildert seine Pflanzen, besonders aber seine Thiere ausführlich und in allen ihren Beziehungen. Die Abschnitte über die Fauna nehmen mehr als 500 Seiten ein, sind also bei weitem die Hauptsache, um die sich das Uebrige gleichsam als Rahmen und Hintergrund gruppirt. Den Schluss bilden Betrachtungen über das Verhältniss des Meeres zum Menschen. Die Kunst,

Geogr. Lehr- und Handbücher, Statistik. Dictionnaire de géographie ancienne et moderne, à l'usage du libraire et de l'amateur de livres. 1" livr. 8° à 2 col., 32 pp. Paris, Didot, 1866.

1į fr., kompl. 30 fr. Dussieux, L.: Géographie générale contenant la géographie physique,

politique, administrative, historique, agricole, industrielle et commer

ciale de chaque pays. 8° à 2 col., 1007 pp. Paris, Lecoffre, 1866. Füssy, T.: Egyetemes földrajz középtanodai használatra. Harmadik kiadás. (Allgemeine Geographie.) 8°, 248 pp. Pest, Emich, 1866.

Thlr. Grautoff's Geographische Tabellen für Gymnasien und Bürgerschulen. 8. Aufl. von W. Deecke. 4", 80 SS. Lübeck, Asschenfeldt, 1866.

In neben einander stehenden Rubriken werden von jedem Lande Name, Grenzen und Grösse, Bodenverhältnisse und Klima, Gewässer, Produkte, Einwohner, Industrie, Regierung und Staatskräfte, Landestheile und Städte in einer Auswahl des Bemerkenswerthesten kurz aufgeführt, ausserdem findet man zusammenfassende Tabellen über die Erdtheile, über die Weltmeert und über die Erde im Allgemeinen. Grössere Staaten, wie Preussen, Oesterreich, Frankreich, Gross-Britannien, nehmen ganze Seiten ein, aber auch die kleine ren sind in Betracht des geringen Umfangs, welchen das ganze Werk hat, in ihren Hauptverhältnissen ziemlich reichhaltig vertreten. Das geographische Moment tritt vor dem statistischen viel mehr hervor als z. B. in den bekann. ten Hübner'schen Tafeln, die zum grossen Theil mit Angaben über Finanzen, Armee, Münzen, Maasse und Gewichte angefüllt sind. Ihre praktische Brauchbarkeit haben die Grautotischen Tabellen durch die wiederholten Auflagen bewiesen, dass sie aber auch mit der Wissenschaft fortschreiten und im Alle gemeinen die neuesten Ermittelungen zu verwerthen bestrebt waren, erkennt man in der ersten, von Wilhelm Deecke, Hauptlehrer der Ernestinenschule zu Lübeck, selbstständig besorgten Auflage in jedem Abschnitt. Dass bei einer solch grossen Masse einzelner Daten hie und da Irrthümer und Miss. griffe vorkommen, ist ganz unvermeidlich, im Ganzen scheinen sie uns aber

eben so zuverlässig gearbeitet zu sein als die Hübner'schen Tafeln in ihrer Art. Otterloo, A. van: Aardrijkskunde voor handel, nijverheid en statistiek. 1° stuk. 8°, pp. 1—176. Amsterdam, Kraay, 1866.

2ļ A. Raffy, C.: Lectures géographiques. Géographie générale. Histoire de la géographie. 12°, 439 pp. Toulouse, Privat, 1866.

3 fr. Ritter's Comparative geography, translated by W. L. Gage. 4 vols. 8o. London, Blackwood, 1866.

Siehe „Geogr. Mitth.” 1865, S. 359. Stein's Geographie für Schule und Haus. 26. Aufl. Neue Bearbeitung

von K. Th. Wagner. 6. Aufl. Hrsg. von 0. Delitsch. 8", 480 SS. Leipzig, Hinrichs, 1866.

27 Sgr. Stein und Hörschelmann, Handbuch der Geographie. 7. Aufl. von J. E.

Wappäus. 1. Bd. 14. Lfg.: Mittel- und Süd-Amerika, von J. E. Wappäus, 7. Lfg. Subskriptionspreis 3 Sgr., Ladenpr. 1 Thlr. 2 Sgr. 2. Bd. 2. Nachtrag: Neue Bearbeitung von Australien von C. E. Meinicke; Titel, Inhalt und Register zu 2. Bd. 1. und 2. Abtheil. Subscriptionspr. 6 Sgr., Ladenpr. 1 Thlr. Leipzig, Hinrichs, 1866.

32 s.

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Mathematische und physikalische Geographie. Ansted, Prof. D. T.: Physical geography. 8°. London, Allen, 1866.

12 s. Bauernfeind, C. M.: Die Bedeutung mo ner Gradmessungen. 4o. München, Verlag der Kgl. Akademie, 1866.

13 Sgr. Einen Auszug aus diesem, am Stiftungsfest der Münchener Akademie gehaltenen Vortrag siehe in „Ausland" 1866, Nr. 48, SS, 1131 -1135, Birnbaum, Dr. H.: Die Erhebungen und Senkungen der festen Erd

rinde in Amerika, in dem Stillen, Indischen und Atlantischen Oceane, in Süd-Asien und Afrika. (Globus, Bd. X, 4. Lfg., SS. 116-118;

7. Lfg., SS. 220—222; 8. Lfg., SS. 233—235.) Buff, H.: Einfluss der Umdrehung der Erde um ihre Axe auf irdische

Bewegungen. (Annalen der Chemie und Pharmacie. IV. Supplementband, 2. Heft, $S. 207-226.)

Auf mathematischem Wege entwickelt der Verfasser die Gesetze, welche sich als Folge der Rotation der Erde bei Luft- und Meeresströmungen, Wurfbewegungen & geltend machen. Es ist namentlich die Erscheinung der Ablenkunz einer Bewegung nach rechts auf der nördlichen und nach links auf der südlichen Halbkugel, welche hier in Betracht kommt. „Es ist ein allgemein geltendes Gesetz, dass wenn ein Körper in der Breite ß nach belie. biger Richtung sich bewegt und während seiner Bewegungszeit t die um ihre Axe rotirende Erde den Bogen wit beschreibt, die wagerechte Bahn des Körpers oder, wenn sie nicht wagerecht sein sollte, deren wagerechte Projektion rechts zur Richtung der Bewegung um den Bagen w.t. sin ß abgelenkt wird." Nordwinde verwandeln sich demzufolge nicht nur mehr und mehr in Ostwinde, sondern sie können bei längerer Dauer und aus entlegenen Gegen. den abstammend auch eine sii lliche Richting gewinnen, ohne direkte Mitwir. kung anderer Ursachen als der Axenumdrehung der Erde. Dieselbe ablen. kende Kraft äussert sich gegen alle Meeresströme ohne Unterschied ihrer Richtung. Bei dem Golfstrom entspricht unter 30° N. Br. der von der Axen. umdrehung der Erile abstammende Trieb zu einer Bewegung nach Osten dem Drucke eines über die ganze Breite des Stromes vertheilten Gefälles von 16 Pariser Fuss. Die weitere Bewegung des Golfstroms, seine theilweise Umbiegung direkt nach Osten und später sogar nach Sülen wird unter solchen Verhältnissen leichter verständlich. Bei den Flüssen ist nach Buff's Berechnung die Wirkung des Druc'es nach rechts zu gering, als dass sie, wie v. Baer annimmt, die allgemeine Erscheinung des steileren rechten und facheren linken Ufers hätte hervorrufen können. Selbst bei 5000 Fuss Breite und 12 Fuss mittlerer Geschwindigkeit würde sich der Spiegel am rechten Ufer doch nur um 2,7 Zoll über den am linken erheben können, ein Unterschied von so geringer Bedeutung, dass dieselbe im Verzleich zu den Wirkungen des durch Wind und Schifffahrt erzeugten Wellenschlags gegen die Ufer bis zum Verschwinden zurücktreten muss. Die Erosion des rechten Ufers dürfte daher den gewaltigen Wassermassen und Ueberschwemmungen in früheren

Zeiten und vielleicht den herrschenden Winden zuzuschreiben sein. Combes, J.-L.: Études géologiques sur l'ancienneté de l'homme et sur

sa coexistence avec divers animaux d'espèces éteintes ou émigrées dans les vallées du Lot et de ses affluents, la Thèze, la Lémance et la Lède (département de Lot-et-Garonne). 8°, 44 pp. et planches.

Agen, impr. Noubel, 1866. Delboy, P.-A.: Rapport fait à la Société d'ethnographie sur l'homme

et la nature au point de vue de l'ethnographie. 8°, 26 pp. (Extrait des actes de la Soc. d'ethnographie, 2e série, T. 1.) Paris, Bureau

de la Société d'ethnographie, 1866. Friedmann, Dr. S.: Über die Ursache der nichtperiodischen Vorgänge

in der Atmosphäre. (Separat - Abdruck aus den Mittheilungen der K. K. Geogr. Gesellschaft zu Wien, IX. Jahrgang, ss. 37–40.)

Nach Aufführung der konstanten Faktoren, die auf Windrichtung, Temperatur und sonstige Witterungsverhältnisse einwirken, wie geographische Breite, Höhe über dem Meere, Entfernung vom Meere, Lage in Bezug auf Gebirge und Wald, Beschaffenheit des Bodens, macht der Aufsatz in wenigen Sätzen darauf aufmerksam, dass „lie Kommunikation der Luft mit dem Erdinnern durch die vulkanische Thätigkeit" einen bedeutenden Einfluss auf die Witterung haben möchte und sich daraus die Nichtperiodicität der letzteren erklä

ren lasse. Germain, A.: Traité des projections des cartes géographiques. Repré

sentation plane de la sphère et du sphéroïde. 8°, 399 pp. mit 14 Tafeln. Paris, Bertrand, 1866.

15 fr. Grebenau, H.: Theorie der Bewegung des Wassers in Flüssen und

Kanälen. Nach den auf Kosten der Verein. Staaten von Nord-Amerika vorgenommenen Untersuchungen und dem Bericht Humphrey's und Abbot's über die phys. und hydraulischen Verhältnisse des Mississippi. 4° mit Atlas. München, Lindauer, 1867.

9j Thlr. Jäger, Dr. G.: Thiergeographische Studien. Die Geier. (Das Ausland 1866, Nr. 29, SS. 673-675.)

Erörterung der Verhältnisse, welche die Einschränkung der Geier auf die

Tropenländer und warmen gemässigten Zonen bedingen. Jäger, Dr. G.: Weltkarte in Nordpolar-Sternprojektion. Mit Karte. (Das Ausland 1866, Nr. 35, SS. 817-821.)

Der Erfinder dieser hübschen und für manche Zwecke besonders geeigneten Kartenprojektion bespricht hier die verschiedenen Arten und Modifikationen

und wägt ihre Vortheile und Nachtheile ab. Jordan, W.: Die trigonometrischen Höhenmessungen und die Ausglei

chung ihrer Resultate nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeits

rechnung an einem ausgeführten Höhennetz dargestellt. 8°. Stuttgart, Lindemann, 1866.

12 Sgr. Kattner, E.: Die anatomische Klassifikation des Menschengeschlechts von Andreas Retzius. (Das Ausland 1866, Nr. 29, SS. 686-693.)

Die Retzius'sche Eintheilung in orthognathische und prognathische Dolichocephalen, orthogoathische und prognathische Brachycephalen wird durch Schrift und Abbildungen erläutert und daran eine kritische Untersuchung ihres Wer. thes geknüpft, die so ungünstig ausfällt, dass das Retzius'sche System als ein

Rückschritt im Vergleich zum Blumenbach'schen bezeichnet wird. Labrosse, F.: Prévision du temps ou moyens de prévoir la direction

et la force du vent à l'aide du baromètre, du thermomètre et du psychromètre. (Revue maritime et coloniale, Oktober 1866, pp. 265

-315; November pp. 605—646.) Meissner, C. F.: Über die geographischen Verhältnisse der Lorbeergewächse. 4o. München, Franz, 1866.

į Thlr. Nadelhölzer, Die Verbreitung der (Das Ausland 1866, Nr. 48, SS. 1146–1148; Nr. 49, SS. 1168—1170.)

Notizen über die borizontale und vertikale Verbreitung der ganzen Familie, über geschichtlich nachweisbare Beschränkungen und Erweiterungen der Ge. biete einzelner Arten, über ihren Einfluss auf die Physiognomie der Landschaft &c. Die grösste Polhöhe erreicht die Sibirische Lärche am Nowaja (72) · N. Br.), die grösste Meereshöhe Ephedra Gerardiana auf dem Himalaya (17.000 F.). Die grösste Anhäufung verschiedener Nadelholzarten findet in China mit Japan, in Nord-Amerika und in Australien Statt, am ärmsten an Arten und Guttungen ist das nördliche Süd-Amerika und das südliche Afrika;

gar kein Nadelholz ist aus dem mittleren Afrika bekannt. Peschel, Dr. O.: Neue Probleme der vergleichenden Erdkunde. 4. Über

den Bau der Ströme in ihrem mittleren Laufe. 5. Die Thalbildungen. (Das Ausland 1866, Nr. 44, SS. 1033—1038; Nr. 47, S. 11051112.)

Abermals eine Frucht sinnreicher Vergleichung der Karten. Dr. Peschel theilt die Flüsse in drei Klassen ein: 1. Querströme, die von der Wölbung einer trekenen Erdveste mehr oder weniger senkrecht und auf dem kürze. sten Wege nach der Küste fliessen; 2. p'rallel mit der grossen Achse konti. nen taler Erhebungen fliessende Längenströme, welche vorzugsweise nur auf Einer Seite Nebengewässer (vom Charakter der Querffüsse) buben; 3. Längen. ströme mit Nebengewässern auf beiden Seiten. Der Mehrzahl der Querströme fehlen alle ansehnlichen Nebenflüsse und wo solche vorhanden sind, laufen sie längere Zeit parallel mit dem Hauptstrom, such findet ihre schliessliche Vereinigung stets unter einem sehr spitzen Winkel Statt. Auch ist den Quer. strömen, wie Indus, Rhein, Nil, Sibirische Ströme &c., eigenthümlich, dass sie in ihrem unteren Laufe keine grossen Nebenflüsse mehr empfangen. Ein Län. genstrom mit Nebenflüssen auf Einer Seite bildet sich am häufigsten da, wo ein Fluss gegen die Abhänge eines Gebirges gedrängt wird, wie die Donau von der Erhebung der Alpen gegen den Bayerischen Wald, die Rhone von den Alpen zuerst gegen den Jura, dann gegen die Lyonaiser Ketten und an die Sevennen, der Orinoco von den Anden gegen die Sierra Parime. Es scheint sich als gesetzmässig zu wiederholen, dass das später aufgestiegene Gebi oder die ngere Erhebung die Gewässer nach den älteren Gebirgen verdrängt hat oder, da die jüngsten Gebirge auch die höchsten zu sein pfle. gen, dass die höheren Gebirge die Thalsohlen der Ströme an den Rand der niederen Erhebungen verlegen. Zur dritten Klasse gehören jene Riesenströme der Neuen Welt, Mississippi, Amazonas, La Plata. In der Kulturgeschichte haben die Querströme eine verschiedene Rolle gespielt als die Längenströme. Die ersteren nämlich sind auf den niederen Stufen der Entwickelung ethno. graphische Grenzlinien geworden. So schied der Rhein noch zu Cäsar's und Tacicus' Zeiten Germanen und Gallier, die Eider Deutsche und Dänen, ja selbst noch heutigen Tages trennt der Lech den Schwäbischen vom Bayeri. schen Volksstamm, so weit sich die Unterschiede noch in Tracht und Mundart erhalten haben. Der Senegal war, so weit die Geschichte rückwärts reicht, die Völkerschranke zwischen Berbern und Negern. Langenströme dagegen haben viel seltener diese Macht ausgeübt. An beiden Seiten der Donau sitzen Bulgaren und Moldowalachen, die sich ethnographisch nicht unter. scheiden. Den Magyaren gehören ebenfalls beide l'fer der Ungarischen Tief. ebene. In Oesterreich wie in Bayern dient die Donau nicht einmal als Grenze der einzelnen Provinzen. - In dem Aufsatz über die Thalbildungen entscheidet sich Dr. Peschel für die Ansicht, dass die Tbäler im Allgemeinen, namentlich auch die Querthäler älter sind als die Flüsse, dass sich also der Lauf der Flüsse nach der gegebenen Bodengestaltung richtete und die Erosion in der Thalbildung nicht die allgewaltige Rolle spielt, die ihr Viele zuschreiben. Er belegt und erörtert seine Ansicht durch eine grosse Reihe von Beispielen,

zum Theil mit Kartenskizzen. Rames, J.-B.: Études sur les volcans. 18°, 178 pp. Paris, Savy, 1866. Schlagintweit, Prof. R. v.: Über den Einfluss der Höhe auf den

menschlichen Organismus. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1866, Heft 4, SS. 332--342.)

Einiges über die krankhaften Erscheinungen, welche der verminderte Luftdruck in bedeutenden Höhen hervorbringt. Strauch, Dr. A.: Die Vertheilung der Schildkröten über den Erdball.

Ein zoogeographischer Versuch. 4°, 207 SS. (Mémoires de l'Académie impériale des sciences de St.-Pétersbourg, VIIe série, T. VIII, Nr. 13.) St. Petersburg 1865.

Der erste Abschnitt dieser mit grossem Fleiss und wahrhaft wissenschaft. lichem Sinne abgefassten Arbeit enthält ein vollständiges systematisches Ver. zeichniss aller bekannten Schildkröten-Arten (194) nebst möglichst genauer Angabe der Fundorte oder, wo die Nachrichten ausreichen, auch des Verbrei. tungsbezirks jeder einzelnen Species. Es musste dabei eine sehr umfangreiche Literatur bewältigt werden, denn ausser den systematischen Arbeiten, den Katalogen von zoologischen Museen, den Faunen ganzer Länder und einzelner Landestheile forderte auch die Reiseliteratur Berücksichtigung, so weit sie speziellere zoologische Nachweise gewährt, aber die Durchsicht aller dieser

14 fr.

1f Thlr.

liberaus zahlreichen Druckwerke bot wohl im Einzelnen eine Fülle werthvoller und interessanter Angaben, die hier zum ersten Mal eine vollständige Sichtung und übersichtliche Verarbeitung gefunden haben, im Ganzen jedoch stellte sich das beschämende Resultat heraus, dass sich bei den gegenwärtigen Stande der Kenntnisse bei keiner einzigen Schildkröten-Art der Verbreitungs. bezirk definitiv ungrenzen lässt; in den allergünstigsten Fällen konnten die Verbreitungsgrenzen sebr approximativ angegeben, bei der weitaus grössten Zahl der Arten dagegen nur ein oder mehrere, oft weit von einander entfernte Fundorte verzeichnet werden und die Frage, ob das betreffende Thier auch in den dazwischen gelegenen Gegenden vorkommt, musste unerörtert bleiben. Aus diesem Grund hat es der Verfasser für zu gewagt gehalten, eine Karte bei. zugeben, und allerdings würde der Versuch, die Verbreitung einzelner Arten in speziellerer Weise darzustellen, mangelhaft ausfallen, da z. B. die aus 42 Ci. taten zusammengetragenen Angaben über die Fundorte der Caret-Schildkröte, deren Platten als Schilpad einen nicht unbedeutenden Handelsartikel bilden, die deshalb mehr als andere Arten gesucht und gekannt ist, noch bedeutende I ücken, z. B. für die Afrikanischen Küsten, übrig lassen. – Der zweite kür. zere Abschnitt geht vom geographischen Standpunkt aus, er hespricht die Verbreitung der Arten innerhalb der einzelnen Faunengebiete, deren der Verfasser 7 angenommen hat: das circummed rrane, dus Afrikanische, das Asiatische, das Australische, das Süd-Amerikanische, zu welchem auch die WestIndischen Inseln gerechnet werden, das Nord-Amerikanische siidwärts bis Panama und das ausschliesslich von der Familie der Cheloniiden bewohnte, die grossen Weltmeere umfassende Meeresgebiet. Darauf folgen Zusammenstellungen über die Verbreitung der ganzen Ordnung so wie der einzelnen Familien, Tribus und Gattungen. Es wird z. B. dargethali, dass bei weitem die Mehrzahl der Schildkröten unter den Tropen vorkommt, nämlich 127 Arten, von denen 66 denselben ausschliesslich angehören, während 35 den Wendekreis des Krebses mnd 26 den des Steinbackes überschreiten, und dass von den beiden extratropikalen Zonen die nördliche unverhältnissmässig reicher ist als die südliche, la sie 77, die südliche nur 33 Arten besitzt. Auf der östlichen Hemisphäre kennt man 98, auf der westlichen 78 Arten und keine ist beiden Halbkugeln gemeinschaftlich. (Die Familie der Meerschildkröten ist dabei ausser Betracht gelassen.) Auf der nördlichen Hemisphäre finden sich 101, auf der südlichen nur 31 Arten, während 44 beiden gemeinschaftlich zukommen. Die 6 Faunengebiete des Festlandes lassen sich auf 3 Reiche reduciren, von denen jedes durch das Vorwalten einer bestimmten Gruppe von Schildkröten ausgezeichnet ist: das circuminediterrane und das Afrikanische Gebiet mit vorwaltenden Landschildkröten; das Asiatische und Nord-Amerika. nische Gebiet, in denen die Gruppe der Emyden prädominirt und die der Trio. nychiden repräsentirt ist; das Süd-Amerikanische und Australische Gebiet, die sich beide durch das Prävaliren der Chelyden und die gänzliche Abwesenheit

der Trionychiden auszeichnen. Zurcher et Margollé: Volcans et tremblements de terre. 8o. Paris, Hachette, 1866.

2 fr. Karten. Atlas des orages de l'année 1865, redigé par l'Observatoire impérial.

Paris, impr. Chauvin, 1866.

310

des Studiums niederer Seethiere. 1851 und 1852 Reisen in die Ostsee-Provinzen und nach Schweden zur Untersuchung der dortigen Fischzucht. Zu demselben Zwecke folgen nun die fast vier Jabre in Anspruch nehmenden Rei. sen am Kaspischen Meere. Dass aber die Fischzucht nicht der einzige Gegenstand seines Interesses war, bezengen unter Anderem seine für die verschiede. nen Probleme der Geographie so fruchtbringenden „Kaspischen Studien”. Endlich folgen 1858, 1860 und 1861 die Reisen nach Kopenhagen, London, Paris, Deutschland und vorzüglich Göttingen, wo er, sich mehr seinen ursprünglichsten Forschungen wieder zuwendend, hauptsächlich das Verdienst sich aneignen kann, die lange vernachlässigte Wissenschaft der Anthropologie wieder neu belebt zu haben. - Ein Verzeichniss seiner Schritten am Ende des Werkes versetzt uns in Erstaunen über die enorme Produktivität des Verfassers. Dennoch nennt er uns eine Reihe von Arbeiten, die er noch vollenden möchte. Hoffen wir, dass der rege Geist des nun bald 75jährigen Mannes dazu noch lange dieselbe Frische behalten möge. Niemand wird ohne tiefe innere Befriedigung und vielfache Auregung dieses Werk aus der Hand legen. Es spiegelt auch besonders durch seine einfache, unhefangene, oft humoristische Schreibweise die liebenswürdige Persönlichkeit des Verfassers so hell wieder, dass es von ganz besonderem Werthe tür diejenigen ist, welche das Glück hatten, einmal persönlich dem verehrten Manne gegenüberzutreten,

(Dr. H. Wagner.) Baumwollen - Handel, Gegenwärtiger Stand des

(Das Ausland 1866, Nr. 44, SS. 1048–1049.)

Nachdem mit dem Amerikanischen Krieg die grosse Baumwollen - Krisis beendigt ist, die Zufuhr wieder ihre friihere Höbe erreicht hat, wird ein Rückblick, wie ihn der „Economist" und nach diesem „Das Ausland" giebt, von Interesse sein. In der folgenden Tabelle bedeuten die Ziffern 1000 Ballen.

Einfuhr von Baumwolle nach England aus Jabr. Ver. Staaten Brasilien Aegypten Indien und Anderen Zusammen

China Ländern 1859 2086 125 101 510

7

2829 1860 2580

103
110
563
10

3366 1861 1841 100

97
986
11

3035 1862

72
134
132
1072

35

1445 1863 132 13% 204 1391

67

1932 1864 198 21: 257 1798 122

2587 1865 462

334
1407
211

2754
1866
1181
423
180
1828
153

3765 Böckh, R.: Die statistische Bedeutung der Volkssprache, als Kenn

zeichen der Nationalität. 89, 144 SS. (Sonder-Abdruck aus der Zeitschrift für Völker-Psychologie und Sprachwissenschaft von Lazarus und Steinthal. Berlin, Dümmler, 1866.

& Thlr. Brandes, Prof. Dr. H.: Über die antiken Namen und die geographi

sche Verbreitung der Baumwolle im Alterthum. Geographisch-antiquarische Untersuchung. (Fünfter Jahresbericht des Vereins von Freunden der Erdkunde zu Leipzig, 1865, SS. 91–119.)

Da Carl Ritter in dem auf das Alterthim bezüglichen Theil sciner bekann. ten Abhandlung über die geographisc Vert tung der Baumwolle (1851) einigen linguistischen Hypothesen Raum gieht, die ihn zu irrthümlichen Voraussetzungen führten, so hat Prof. Brandes eine strenge Begriff bestimmung der in Frage stehenden Ausdrücke und auf Grund derselben eine nene Be. arbeitung des Thema's von der Verbreitung der Baumwolle im Alterthum unternommen. Als Resultat sviner philologischen Untersuchung hat sich ergeben, dass Gossipion der wirkliche Name der Baumwollenpflanze bei den Hellenen und Römern gewesen ist und dass ('arbasus der einzige Ausdruck der klassischen Schriftsteller ist, den man zuverlässig auf das Produkt dieser Pflanze bezieben kann. Was das Wort „Sindon" betrifft, welches Lassen in seiner Indischen Alterthumskunde für den alleiniger zuverlässigen Zeugen für den Gebrauch der Baumwolle bei den klassischen Völkern erklärt und welches nach Ritter der aus dem nördlichen Indien zu Vorder-Asiaten und Hel. lenen verbreitete Ausdruck fiir Baumwolle war, so dass er darauf seine Ausicht von der Urheimath der Baumwolle in Indien gründete, so weist Prof. Brandes nach, dass Sindon nicht einen bestimmten Stuft, sondern eine tuchoder shawlartige Form von Geweben bezeichnete. Indien ist nicht zweifellos, aber doch wahrscheinlich Heimath der Baumwolle, ob sie im Nilland heimisch oder früh aus Indien eingeführt ist, bleibt ungewiss; von Indien westlich findet man sie zunächst im Persischen Golf auf den Bahrein.Iuseln, in Ara: bien, an der Ostküste von Afrika und der Westkiiste von Asien, dann bei Tarracon an der Spanischen Ostküste, bei Carthako, vielleicht auch in der Peloponnesischen Landschaft Elis. Wahrscheinlich bewirkten die Phönicier die Verbreitung nach den Küsten des Mittelmeers. Fabricirt wurden Baumwollenstoffe ausser in den Produktionsländern unter Anderem auch in China und den Central Asiatischen Ländern. - Diese Abhandlung ist zusammen mit des Verfassers früherer über das Zeitalter des Geographen Endoxus und des Astronomen Geminos (im 4. Jahresbericht des Leipziger Geogr. Vereins) als

besonderes Schriftchen für 24 Sur. bei Hinrichs in Leipzig zu haben. Colonies françaises, Notices sur les

accompagnées d'un atlas de 14 cartes. 8', 768 pp. Paris, Challamel, 1866.

Separat-Ausgabe der vortrefflichen, seit mehreren Jahren in der Revue maritime et coloniale" veröffentlichten Monographien über die Französischen

Kolonien. Jahresbericht (Fünfter) des Vereins von Freunden der Erdkunde zu

Leipzig. 1865. 8°, 207 SS. mit 4 Karten und 2 Tafeln. Leipzig, Hinrichs, 1866.

2 Thlr. Die Zahl der Mitglieder des Vereins stieg im Verlauf des Jahres 1865 van 111 aut 130. Es wurden in den 7 Sitzungen 10 Vorträge von Prof. Brandes, Prof. Bruhns, Prof. (arus, Dr. Delitsch, Dr. O. Kirsten, Prof. Krehland Dr. Oust rehalten. Die Einnahme belief sich auf 269 Thaler. Die mit dem Verein verbundene Carl-Ritter-Stiftung konnte die Expedition zur Aufsuchung Leichhardt's in Australien mit 20 Pf. St. unterstützen; ihr Vermögen bestand zu Ende des Jahres in 1612! Thaler. Besondere Anerkennung verdient die reichliche Ausstattung des vorliegenden Jahresberichtes mit Karten, denn bei der Kostspieliuskeit der Herstellung belasten sulehe Blätter in Farbendruck, wie sie Dr. Delitsch's Arbeit beigegeben sind, die Gesellschatiskasse bedeu

61

Weltreisen, Sammelwerke, Verschiedenes. Aubry-Le-Comte: Culture et production du coton dans les colonies

françaises. (Revue maritime et coloniale, Septbr. 1866, pp. 73--97.) Baer, K. E. v.: Selbstbiographie. Nachrichten über Leben und Schriften

des Herrn Geheimraths Dr. Karl Ernst v. Baer, mitgetheilt von ihm selbst. Veröffentlicht bei Gelegenheit scines fünfzigjährigen DoktorJubiläums am 29. August 1864 von der Ritterschaft Esthlands. 8°, 535 SS. St. Petersburg, Röttger, 1866.

2 Thlr. Die Selbstbiographie des grossen Naturforschers und Geographen war bisher nur in einer grösseren, glänzend ausgestatteten Ausgabe vorhanden, welche zu Baer's funfzigjährigem Doktor-Jubiläum am 29. August 1864 von der Esth. ländischen Ritterschaft, deren Mitglied er ist, veröffentlicht wurde, tum indessen nur zur Vertheilung an Akadomien, Bibliotheken, Gelehrte und Freunde des Verfassers zu kommen. Die vorliegende Ausgabe wird daher seinen vielen Verehrern, denen die erste nicht zugänglich war, äusserst willkommen sein und hoffentlich dazu beitragen, den Namen dieses ausgezeichneten Mannes, der bisher meist nur von Fachgenossen gewürdigt war, auch in grösserem Kreise bekannt zu machen. Aus seinem reichen, thätigen, die verschiedensten Zweige menschlichen Wissens durch fundamentale Entdeckungen fördernden Leben wählt der Verfasser besonders seine Bildungsgeschichte aus, um uns nicht nur aji ihr tiefe Blicke in die Werkstätte seines schaffenden Geistes thun zu lassen, sondern auch eine Fülle tief durchdachter Betrachtungen über die verschiedensten Lebensverhältnisse, besonders über die Erziehung anzuknüpfen, die uns den heiligen Erust erkennen lassen, mit welchem er sein ganzes Leben hindurch eben so sehr an der Bildung des Men. schengeschlechts überhaupt wie am Aufbau einzelner Wissenschaften gearbeitet hat.

Zwei Gebiete menschlichen Wissens sind es besonders, deren vorzüglichsten Meistern er beigezählt werden muss, die Wissenschaft von der organischen Natur in ihrem weitesten Umfang und die Geographie. M den

tiösesten Detailforschungen über die Entwickelung der Thiere sehen wir ihn beginnen, doch niemals durch die Einzelheiten liberwältigt, sondern stets zu höheren Gesichtspunkten sich erhebend und die Gesamintheit der Naturerscheinungen berücksichtigend. Seine Lebersiedelung nach St. Petersburg im Jahre 1830 bildet für ihn im Ganzen einen Wendepunkt. Die Geographen werden besonders diesen zweiten Abschnitt aufsuchen, sich aber im Ganzen enttäuscht finden, da derselbe auf einem verhältnissmässig kurzen Raum nur einen Abriss seiner Reisen enthält, wobei meist nur mit wenigen Worten des Zweckes und der Reiseroute gedacht ist. Hier eine kurze Uebersicht derselben :

1837 und 1840 Reisen nach Nowaja Semlja und Lappland, hauptsächlich zum Studium dessen, „was mit so geringen Mitteln die Natur an Lebensprozessen produciren könne". Mit den öfter wiederholten Reisen nach Finnland und den Inseln des Finnischen Meerbusens sehen wir ihn ein ganz spezielles Interesse an geographischen Verhältnissen nehmen, nämlich an der Wanderung erratischer Blöcke. – 1845 und 1846 Reise nach Triest und Genua Behufs Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1866, Heft XII.

#

Grunde: „Stehe der Mond in den Zeichen der Nachtgleiche, so seien jene Ereig. nisse gleichförmik, aber in den Zeichen der Sonnenwende zeige sich Ungleich. förmigkeit sowohl in Stärke als Schnelligkeit; in jedem der übrigen Zeichen richte sich das Verhältniss nach ihrer Annäherung an diese oder jene." Seleukos scheint dariiber mehr geschrieben zu haben, denn Hipparch stützte sich auf seine Beobachtungen über Ebbe und Fluth, als er die später von Marinus aus Tyrus und Ptolemäus weiter entwickelte Hypothese aufstellte, dass der Ocean nicht ein zusammenhängendes Meer bilde, sondern durch grosse Landengen in mehrere Sonderbecken getrennt werde. Ja die Hypothese von einein abgeschlossenen Siidmeer riihrt vermuthlich von Seleukos selbst her, wir finden sie noch auf vielen Kirten des 16. uud 17. Jahrhunderts dargestellt und ihr Ueberrest, das vermeintliche Südland, die terra incognita australis, schrumpft zwar mehr und mehr ein, ist aber noch nicht ganz von den Karten ver. schwunden. „So reicht in den äussersten letzten Fäden das System des Se. leukos bis in unsere Zeit hinein und der Chaldaer selbst aus dem alten Lande der Magier verdiente wohl um seiner einflussreichen Stellung willen im Gebiet der Astronomie und Geographie als der grosse Stern im Osten bezeichnet zu

werden." Saint-Martin, Vivien de: Revue géographique, 1866, 1er semestre. (Le Tour du Monde, 1866, 1er semestre, pp. 417–424.)

Gegenstand dieses kurzen Rickblickes sind die Expeditionen v. Decken's, Du Chaillu's, das Projekt von Le Saint, die Reisen von G. Rohlfs, die Expedition des Duc de Luynes in Palästina, die Biicher von Palgrave, Baker, Li.

vingstone und Bastian und das Hinscheiden Stuart's und Barth's. Sweet, S. H.: Special report on coal, showing its distribution, classifi

cation, and cost delivered over different routes to various points in the State of New York and the principal cities of the Atlantic coast. 80, 94 pp. mit 9 Karten. New York 1866.

Der Verfasser, Regierungsgeometer des Staates New York, berechnet, dass in den Vereinigten Staaten 1 Engl, Quadrat-Veile Kohlenlager auf je 15 En l. QMeilen Oberfläche kommen, während das Verhältniss in England wie 1: 30, in Belgien wie 1:221, in Frankreich wie 1: 200 ist. Nach ihm hat England

noch 142.500 Millionen Tonnen, Nord-Amerika 7.669.900 Mill. Tonnen Kohlen. Valdez, Fr. Travassos: Da Oceania a Lisboa. Viagem. 8°, 440 pp.

Rio de Janeiro 1866.

15 s.

tend. Diese Arbeit von Dr. Delitsch: Kartographische Darstellung der Bevöl. korungs. Dichtigkeit von West - Deutschland, nebst den beiden anderen: von Prof. Braudes über die antiken Namen und die geographische Verbreitung der Baumwolle im Alterthum, und von Prof. Bruhns, Meteorologische Beobachtungen auf der Leipziger Sternwarte 1864 und 1865, letztere mit 2 Tafeln graphischer Darstellungen, führen wir unter den betreffenden Abschnitten der

Literatur besonders auf. Jelinek, G., und J. Hann: Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft

für Meteorologie. 1. Bd. 8°. Wien, Gerold, 1866. 4ļ fl. Ö. W. Kner, Prof. R.: Spezielles Verzeichniss der während der Reise der

Kaiserl. Fregatte „Novara” gesammelten Fische. III. und Schlussabtheilung. 8°, 8 SS. (Aus den Sitzungs-Berichten der K. Akademie der Wissenschaften.) Wien, Gerold, 1866.

10 Nkr. Koner, W.: Heinrich Barth. Vortrag gehalten in der Sitzung der Geo

graphischen Gesellschaft am 19. Januar 1866. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1866, Nr. 1, SS. 1--31.)

Eine mit Liebe und dankenswerthem Fleiss ausgearbeitete Lebensskizze, die den verfriihten Gumprecht'schen Nekrolog fortsetzt, vervollständigt und in manchen Punkten berichtigt. Tiktvoll und wahr ist darin zugleich der C'harakter des grossen Reisenden und Geographen gezeichnet. Recht verdienstlich ist auch die angehängte Zusammenstellung der Schuiften Heinrich Barth's, nur bemerken wir beiläufig, dass der zweibändige Auszug aus seinem grossen

Reisewerk nicht von ihm selbst, sondern von Dr. Biel in Gotha bearbeitet wurde. Law, W. J.: The Alps of Hannibal. 2 vols. 8° mit Karte und Plan. London, Macmillan, 1866.

21 s. Bei gründlicher Diskussion entreenstehender Ansichten entscheidet sich der Verfasser dafür, dass Hannibal auf seinein berühmten Zug im Herbst 218 v. Chr. die Rhône zwischen den Dörfern Roquemaure und Montfaucon unfern Orange jiberschritt und zum Lebergang iiber die Alpen den Kleinen St. Bernbard wählte. Das Buch heseitigt noch nicht alle Zweitel, beliandelt den Gegenstand aber sehr eingehend und mit voller Berücksichtigung der be

treffenden Literatur. Novara, Reise der Österreichischen Fregatte

um die Erde in den Jahren 1857 --- 59. Zoologischer Theil. Neuropteren, bearbeitet von Fr. Brauer. 4°, 104 SS. mit 2 Tafeln. 4. fl. Hemipteren von Dr. G. L. Mayr. 1. Abth. 4°, 204 SS. mit 5 Tafeln. 7e A. Ö. W.

Wien, Gerold, 1866. Obermüller, W.: Deutsch-keltisches geschichtlich-geographisches Wör

terbuch zur Erklärung der Fluss, Berg-, Orts- &c. Namen Europa's, West-Asiens und Nord-Afrika's &c. 1. u. 2. Lfg. 80. Leipzig, Denicke, 1866.

à į Thlr. Plath, C. H. Ch.: Die Erwählung der Völker im Lichte der Missions

Geschichte. Eine missiowissenschaftliche Studie. Berlin, W. Schultze, 1867.

Dus 3 Boxen starke Schriftelieu ist iiberwiegend theologischer Natur, hat indessen auch eine gengraphische Seite, in so fern es die Verlimiitans des christlichen Kirche über die Erde in der Geschichte verfolgt und aus den dabei gewonnenen Gesetzen der Ausbreitung die weitere Entwickelung des religiösen Lebens der Menschheit mit Beziehung an die gesamonte Kulturentwickelung

zu skizziren versucht. Ruge, Dr. S.: Der Chaldäer Selcukos. Eine kritische Untersuchung aus der Geschichte der Geographie. 8°, 23 SS. Dresden, Schönfeld, 1865.

Aus einer Notiz bei Plutarch weiss man, dass Seleukos in vorchristlicher Zeit den heliocentrischen Weltban erkannt und Beweise dafür beigebracht hat. Wer ein so ausserordentlicher Mann gewesen, wo und wann er gelebt und was er sonst gelehrt, das sind Fragen von grösstem Interesse fiir die Geschichte der Wissenschaften. Da er nur an sechs Stellen in den Schriften des Alterthums beiläufix Erwalinung findet, so ist die Beantwortuns sehr schwierig und lange blieb Seleukus eine Art mystischer Persönlichkeit, bis er in neuester Zeit Gegenstand genauerer Forschungen, namentlich von Bailly, Ideler, Letronne, v. Huinboldt, Lewis, wurde. Die vollständigste Arbeit dariiber ist aber die vorliegende. Dr. Ruge beseitigt die Annahme von zwei verschie. denen Seleukos, einem Mathematiker aus Bahylon und einem Physiker aus Erytbrä, er war „ein Chaldaer aus der Stadt Selenkeia am Tigris, aus der Landschaft Babylonien am Erythräischen Meer". Sein Zeitalter bestimmt er wie Lewis um 150 v. Chr. Was seine Lehren betrifft, so erstrecken sie sich sowohl auf die Astronomie als auf die Geographie. Die „Kopernikanische" Weltanschauung von der Bewegung der Erde um die Sonne, die Aristarch von Samos (260 v. Chr.) als Vermuthung aussprach, soll Seleukos bereits bewiesen haben, aber seine Lehre kam zu früh und blieb unfruchtbar. Mehr Anerkennung und Erwähnung finden seine physischen Lehrsätze. Er brachte zuerst die Erscheinung der Ebbe und Fluth mit dem Mond in Verbindung, aber freilich in eigenthümlicher Weise, indem er sagte: „Der Umdrehung der Erde und ihrer Bewegung wirkt der Umlauf des Mondes entgegen, und wenn nun der zwischen beiden eingefangene Luftstrom vorwärts getrieben wird und auf vias Atlantische Meer fällt, so entsteht im Meere die gleichmässige Auf. stauung." Richtige und spezielle Beobachtungen lagen seinem Satze zu

Atlanten, Weltkarten, Globen. Atlas, New general

of modern geography. 4°. London, Oliver and Boyd, 1866.

34 s. Atlas til Julius Caesars Historie. 1. Heft. 4 Karten in Fol. Kopenhagen, Delbanco, 1866.

1 Ru. Atlas universel de géographie physique, politique et historique. Pro

jection de M. Babinet. Paris, Bourdin, 1866. Chevallier, H.: Atlas de géngraphie moderne composé de vingt cartes. Paris, Delalain, 1866.

8 fr. Dahm, 0. E. L.: Atlas för Folkskolor. 20 Kartor. Kalmar, Almqvist, 1866.

1 Rd. Kiepert, H.: Neuer Hand-Atlas über alle Theile der Erde. Neue Lieferungs-Ausgabe. 1. Lfg. Berlin, D. Reimer, 1866.

14 Thlr. Stieler's Hand-Atlas. Neue Lieferunys - Ausgabe von H. Berghaus und A. Petermann. 6.–10. Lfg. Gotha, J. Perthes, 1866. à Lfg. 14 Sgr.

Inhalt: 6. Lfg. Frankreich und die Schweiz (1:3.700.000) mit Umgebungen von Paris (1 : 740.000); Niederlande und Belzien (1:1.110,000) nit der neuen Festung Antwerpen (1: 400.000); das Kapland nebst den Süd-Afrikanischen Freistaaten und dem Gebiet der Hottentotten und Kaffern (1:5.000.000) mit der Kapstadt und Umgebung (1: 150.000). - 7. Lfg. Ost-Europa Bl. 1, Nos. wegen, Nord-Schweden und Finnland (1:3,700.000) mit Christiania mud Stockholm nebst Umgebungen (1: 150.000); Ost-Europa Bl. 2, Nordost - Russland (1:3,700.000); West-Indien und Central Ameriku (1:9.250.000) mit Isthinus von Nicaragua (1:4.625.000) u Isthmus von Panama (1:1.850.010); Preussen und der Vort-Drutsche Bund in September 1866 (1:3.700.000) und Nord-Deutschland vor 50 Jahren (1:5.500.000) mit Text. - $. Ltg. Die sichtbare Seit der Mondoberfläche; die Britischen Inseln und das umliegende Meer (1: 3.700.000) mit London und Umgegend (1:150.000), Helgoland und die Düne (1: 150.000), Helgoland (1:50.000); WestAustralien, Nen-Seeland und Tasmania (1:5.000.000) mit Isthmus von Auckland (1:500.0.30). – 9. Lfy. Ost-Europa Bl. 3, Süd-Schwe. den, die Russischen Ostsee-Provinzen, Polen und West-Russland (1:3.700.000); Ost-Europa Bl. 4, Central-Russland (1: 3.700.000); lie Ost-Indischen Inseln (1:11.500.000). 10. Lir. Verein-Staaten von Nord-Amerika mit Ausnahme Florida's und der westlichen Territorien (1:6.350.000); Ireland (1 + 1,500,000) mit Dublin und Dublin Bay (1: 150.000) und den See'n von Killarney (1 : 200.000); Dänemark mit Schleswig , Holstein ni Lauenburg (1: 1.500.000) init ki.pen. hagen (1:100.00), Island (1 : 6.000.000), Grönland (1: 15.000.000), den Fär-Ger

(1:1.500.000) und dem Dänischen West-Indien (1:1.500.000). Wadner, L. A. : Atlas till Bibliska Historien jemte beskrifning. Bear

betning och öfversättning efter E. Leeder. 80, 32 pp. mit 6 Karten. Stockholm, Hjortsberg, 1866.

1 Rd. 50 öre.

:

(Geschlossen am 18. Dezember 1866.)

Druck der Engelhard. Revher'schen Hofbuclıdruckerei in Gotha.

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