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einer bestraften Person, von deren Verurtheilung nach den bestehenden Vorschriften die Registerbehörde Nachricht erhalten haben muh, glaubhaft bekannt geworden ist, hierüber eine Anzeige zu erstatten und dem Richter oder Staatsanwalt vorzulegen. Der Letztere hat die Anzeige in Bezug auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu prüfen und demnächst der Registerbehörde mitzutheilen.

Allgem. verfüg, v. i. April ISS7, I, IIIS.

b) Die Standesämter, Direktionen oder Vorstände von Gefangenen-An» stalten und die Ortspolizeibehörden haben über den Tod strafmündiger Personen halbjährlich Anzeige zu erstatten.

Allgem. verfüg, de« Min. des Innern v. 14. Juli lsgo, mitgetheilt durch Instizmin. am
S. Novbr. ISS0 (IMSl. S. SS0).

6. Die Benutzung der Strafregister zur Ermittlung steckbrieflich verfolgter oder fönst gesuchter Personen regelt die Allg. Verfüg, vom 6. October 1887 (JMBl. S. 272), vgl. auch § 18s. der Allg. Verfüg, vom 7. Sept. 1896 (JMBl. S. 266), in folgender Weife:

Die Behörde, welche einen Steckbrief erläßt, verfügt zugleich:
Steckbriefsnachricht an das Strafregister zu :c,

Zn Folge dieser Verfügung füllt das Secretariat das rothe Formular I> (vgl. Anlage) aus und übersendet es an die Registerbehörden, in deren Bezirk der Geburtsort der verfolgten Person gelegen ist.

Der Secretär der Registerbehörde prüft nach dem Eingange der SteckbriefsNachricht, ob Strafnachrichten über die verfolgte Person vorhanden sind; ergiebt sich hiernach, daß die verfolgte Person zur Zeit eine Freiheitsstrafe verbüßt, oder ist sonst deren Aufenthalt bekannt geworden, so hat die Registerbehörde die verfolgende Behörde hiervon zu benachrichtigen. Wenn der Aufenthalt nicht bekannt ist, sich aber nach dem Inhalt der Strafnachrichten, den in letzter Zeit ein« gegangenen Ersuchen um Auskunft oder aus anderen der Registerbehörde bekannt gewordenen Thatsachen vermuthen läßt, daß an anderer Stelle der Aufenthalt der gesuchten Person bekannt sei, so ist der verfolgenden Behörde der diese Vermuthung begründende Sachverhalt mitzutheilen.

Ist über den Aufenthalt nicht das Geringste bekannt, so ist die Steckbriefsnachricht unterzubringen, wie eine Strafnachricht. Geht von einer anderen Behörde eine Strafnachricht oder ein Ersuchen um Auskunftsertheilung ein, so ist der Behörde, welche den Steckbrief erlassen hat, hiervon Mittheilung zu machen. Beim Eingange einer von einer andern Behörde ertheilten Steckbriefsnachricht ist einer jeden verfolgenden Behörde die andere verfolgende Behörde zu bezeichnen.

Die Mittheilungen erfolgen in der Form einer von dem Secretär unter Bezugnahme auf die Steckbriefsnachricht zu erstattenden Anzeige. Ist der Aufenthalt der gesuchten Person bekannt, so ist die Anzeige auf die Rückseite der Steckbriefsnachricht zu setzen. Die Anzeigen sind der verfolgenden Behörde ohne Anschreiben unter Briefumschlag zu übersenden.

Die Vernichtung der Steckbriefsnachrichten erfolgt, wenn eine Mittheilung über Erledigung des Steckbriefes eingeht, oder wenn seit der Niederlegung drei Jahre verflossen sind. Die zu vernichtenden Steckbriefsnachrichtcn sind bei der vorgeschriebenen Durchsicht der Registerfächer auszusondern. In gleicher Weise wird der sog. Suchvermerk mitgetheilt, welcher die Personalien der gesuchten Person enthält.

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Familienname (bei Frauen Geburtsname):
Bornamen (Rufname zu unterstreichen):

Familienstand: ledig verheirathet verwittwet geschieden

Bor- und Familien-(Geburts-)name des (bezm. früheren) Ehegatten:

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Stand (Beruf, Gewerbe): ev. Stand des Ehemanns:

Borbestraft wegen Verbrechen, Vergehen") oder aus § 36l Nr. 1—8 Strafgesetzbuchs: nein ja — vgl. Rückseite —

Sonstige Bemerkungen (ev, Staatsangehörigkeit):

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Des Vaters Vor- und Familienname: (uneüe?^

Der Mutter Vor- und Geburtsname: Augusts VilKelmins Sediuiüt

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Stand (Beruf, Gewerbe): «Kns ev. Stand des Ehemanns: SoKuKmäeKsr Vorbestraft wegen Verbrechen, Vergehen") oder aus § 361 Nr. 1—8 Strafgesetzbuchs:

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Familienname (bei Frauen Geburtsname):

Vornamen (Rufname zu unterstreichen): ZoKkmos ^rieäeriks

Familienstand: wdig vvrhsirathot, verwittmet geschieden

Bor- und Familien-(Geburts-)name
des (bezm. früheren) Ehegatten: ?rieckriok August 8«duKe

Des Vaters Vor- und Familienname: (unedel.)

Der Mutter Vor- und Geburtsname: Auguste V^ilKelmins 8eKmick

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Stand: (Beruf, Gewerbe): «dus ev. Stand des Ehemanns: 8oKuKiiis,eKer

Vorstehend bezeichnete Person, verurtheilt durch UrtKeil Ses Xgl. Iiänggeriokts II Serli»

vom S. 5uli 1894

wegen I^ngstreieKeus ist laut Beschluß des Lgl. kolkeixräsickenten ?u Ssrlin

vom 8. ^uli 1894

auf Grund des § 362 Absatz 2 des Strafgefetzbuchs kmk 3 Nonate Sem ^rdeitskaus Rummelsdurg überviesen voräeo.

Datum: Berlin, Sell 9. 5uli 1894.
Die Richtigkeit bescheinigt:

öder »Regisruog8rätK.

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