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fen: daß jeder sein Haus auf dem zur Erweiterung der

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- genommen wurden, Am 11. Sept. ward ein Commando

Reuter und Bürger zum Recognosciren nach der Schlentermühle gesandt. Sie wagten sich aber zu weit, und kehrten sich an die Warnung des Burgemeisters Dauth nicht, der Nachricht von einem Hinterhalte hatte. Sie wurden also unversehens von 4 Schwadronen kaiserlicher Reuter überfallen, ehe man ihnen zu Hülfe kommen konnte, wobey nach einem scharfen Gefecht 93 Magdes burger, und- darunter viele Bürger, niedergehauen, und II gefangen wurden. Mit Erlaubniß des kaiserlichen Obristen Becker wurden die ausgezogenen, und zum Theil schrecklich zerstümmelten, Leichname der Gebliebenen zu ganzen Wagen voll, mit großem Wehklagen in die Stadt geholt und begraben. Von den Kaiserlichen blieben auch 40 Mann auf dem Platz. Fast in allen übrigen häufigen

Ausfällen und Scharmützeln behielten die Magdeburger,

mit Hülfe und unter dem Schutz ihrer Kanonen von den Wällen, die Oberhand, und die Kaiserlichen verloren ungleich mehr als die Magdeburger.*)

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28. Sept. kamen die Gesandten der Städte nebst den Magdeburgischen Deputirten mit der frohen Nachricht von Halberstadt zurück : daß der Friede geschlossen sey, daß die Belagerung sogleich aufgehoben, alle Pässe wieder eröffnet, das Kriegsvolk abgeführt, und alle Schanzen demolirt werden sollten, daß zu dem Letztern auch schon 3000 Landleute aufgeboten wären. An demselben Tage schon gingen die Magdeburger haufenweise in die kaiserlichen Läger und Schanzen, und wurden mit aller Freundschaft aufgenommen, kauften und holten sich Feldund Gartenfrüchte in Menge nebst andern Victualien. Die kaiserlichen Soldaten hingegen kamen zur Stadt, und kauften sich allerley ein. Am folgenden Tage, den 29. Sept., als am Michaelisfeste, geschah von allen Kanzeln eine feyerliche Danksagung für die Wiederherstellung des Friedens. Dann ward von 10 – 12 Uhr mit allen Glocken in allen drey Städten geläutet, alle Kanonen auf den Wällen dreymal losgefeuert, und von den Sole daten Salve geschossen. Nun wurden alle Thore geöffnet und stark besetzt, und eine Menge kaiserlicher Soldaten, so wie Landleute, kamen zur Stadt. Die kais serkichen Truppen marschirten noch an demselben Tage aus ihren Lägern und Schanzen ab nach Pommern und Mecklenburg, nachdem die Blokade und Belagerung der Stadt 28 Wochen gedauert hatte. Die Kaiserlichen hatten nach ihrem eignen Geständniß über 2ooo Mann dabey verloren, worunter 36 Officiere und 3 Grafen wa: ren. Von Seiten der Stadt waren nur 136 Mann an

Soldaten und Bürgern dabey geblieben. Daß, trotz al:

ler Sperrung, die Stadt dennoch mit Lebensmitteln ziem:

lich gut versehen gewesen sey, läßt sich daraus schließen,

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