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in which are occasionally interspersed some Reflections on the Learning and Genius of the Author, with a Map of Spain adapted to the History and to every Translation of it.

Durch einen ihm persönlich nicht bekannt gewordenen Freund, den Baron Talbot Dillon, wurden namhafte spanische Forscher mit dem Vorhaben Bowle's bekannt gemacht; besonders D. Juan Antonio Pellicer; dieser teilte ihm seine eigenen Forschungen über das Leben des Cervantes brieflich mit, und Bowle veröffentlichte die Hauptergebnisse derselben im Gentleman's Magazine Nr. 51, p. 22–24 (1781). (S. auch Bowle's Ausg. tom. 3. S. XII.) Eine Folge anderer Art von Dillon's Freundschaftsdienst war es, dass sich nach dem Gerüchte, dass ein Ausländer den Don Quijote herauszugeben beabsichtige, die spanische Akademie beeilte, Bowle zuvorzukommen, und bereits 1780 ihre Ausgabe mit der viel genannten Analyse von Don Vicente de los Rios veröffentlichte.

Bowle's Ausgabe erfuhr einen lebhaften Angriff von Joseph Baretti, der 1787 "Tolondron. Speeches to John Bowle about his edition of Don Quixote' veröffentlichte. )

Der Freund Bowle's, Baron Dillon, interessierte sich selbst lebhaft für den Don Quijote. 1780 veröffentlichte er seine Travels through Spain, in welchen er häufig Veranlassung nahm, auf D. Q. Bezug zu nehmen und gewisse sachliche Bemerkungen zu machen. 1781 schrieb er seine Letters from Spain, in 1778. On the Origin and Progress of Poetry in that Country; with occasional Reflections on Manners and Customs and Illustrations of the Romance of Don Quixote. Diese letztere Schrift führe ich nach Watt's Bibl. Brit. an; sie war mir unzugänglich.

Englische Übersetzungen.

(1605-1774.)

Thomas Shelton.

Thomas Shelton, der litterarisch nicht weiter hervorgetreten ist, liess 1612, also sieben Jahre nach Veröffent

1) war mir unzugänglich,

lichung des 1. Teiles des Originals, eine Übersetzung erscheinen.') Durch sie erscheint der spanische Roman zum ersten Male in einem fremden Idiom, wenn wir von französischen Übersetzungen zweier Novellen aus dem Roman absehen. Nach seiner Behauptung in der Widmung an den Lord of Walden hatte Shelton seine Übersetzung bereits fünf oder sechs Jahre vorher unternommen und, was natürlich unglaubwürdig ist, in vierzig Tagen vollendet. Er habe sie dann unbeachtet gelassen und sich erst solange Zeit nachher auf die Bitten einiger Freunde hin veranlasst gesehen, sie zu veröffentlichen.

In Bezug auf eine Charakterisierung der Übersetzung können wir uns kurz · fassen und für das Einzelne auf die Vorrede der Neuausgabe von Fitzmaurice-Kelly in den Tudor Translations verweisen.2) Kelly hat dort anumstösslich nachgewiesen, dass der 1. Teil auf dem Texte der Brüsseler Ausgabe vom Jahre 1607 beruht. Alle Vorwürfe späterer Übersetzer, besonders von Jarvis, wonach Shelton fremde Übersetzungen (besonders die italienische von Franciosini, 1622, und eine angenommene, verlorene französische) übertragen habe, sind abzuweisen.)

Shelton's Übersetzung wimmelt von Fehlern; er lässt sich meist durch ähnlich lautende, vielleicht auch etymologisch verwandte Wörter zu Ungenauigkeiten, ja zu offenbarem Unsinn verleiten; seine Kenntnis des Spanischen war sicher nicht sehr tief. Dazu kommt eine ungeheure Flüchtigkeit und Nonchalance beim Übersetzen, die zu den ergötzlichsten Fehlern führen. Der Schwierigkeiten wird er auf die einfachste Weise Herr, indem er lustig drauf los übersetzt; bei Wortspielen hält er sich nicht auf, sondern giebt die betreffende Erklärung mitten in dem Text.

1) Eingetragen in das Register of the Stationers' Company '19no Januarij 1611. Edward Blounte, William Barret. Entred for their Copy under the andes of Master Edward Abbot and Th’ Wardens, a book called, The delightfull history of the wittie Knight Don Quishote vjd.'. s. Arber's Reprints, vol. III, p. 204.

2) London 1896, 4 vol.

3) Ich unterlasse den Nachweis im einzelnen und verweise ein für alle Male auf Kelly's Vorrede zu seiner Neuausgabe.

Dennoch aber ist die Übersetzung die frischeste und interessanteste, die in dem hier in Frage kommenden Zeitraum hervorgebracht wurde. Gegenüber dem Original befreit ihn seine Sorglosigkeit von dem Drucke einer ängstlichen Wiedergabe aller Nüancen, dem meist die späteren Übersetzer verfallen sind. Durch diese Selbstbefreiung bekommt Shelton's Sprache poetischen Schwung und kann sich dem Geiste des Originals vortrefflich anpassen.

Der zweite Teil der Übersetzung erschien 1620, also fünf Jahre nach dem Original, und beruht auf dem Brüsseler Texte von 1616. Dass sie anonym erschien, hat einige Leute veranlasst, sie Shelton abzusprechen. Doch hat Kelly') mit Recht die Einheitlichkeit des Stiles und des Verfahrens in beiden Teilen hervorgehoben.

Nendrucke erschienen von Sheltons Übersetzung 1652, 1675, 1706 (revidirt von John Stevens), 1725.2)

John Philips. J. Philips (1676–1708), der Neffe Miltons, bekannt als Verfasser humoristischer Werke, übersetzte 1687 den Don Quijote. Seine Übersetzung ist äusserst selten geworden; sie war mir nicht zugänglich. Man sagt ihr nach, dass sie äusserst ungenau und in burleskem Stile geschrieben ist.

Philips' Übersetzung wurde nicht wieder neugedruckt.

Peter Anthoney Motteux. Peter Motteux (1660-1718), der sich auch als Komödiendichter versucht hat, liess 1700 zum ersten Male eine Übersetzung des Don Quixote erscheinen. Auf dem Titelblatt steht: "Translated from the Original by several Hands : And publish'd by Peter Motteux. In der Vorrede nennt er seine Mitarbeiter, bei einigen deren Beiträge zur Übersetzung angebend; bei den andern dürfen wir wohl gelegentliche Ratschläge als Erwähnungsgrund ansehen. Unter den letzteren finden sich auf diese Weise einige bedeutende litterarische Namen dieser Zeit mit dem Romane des Cervantes verknüpft. Die Aufzählung Motteux's ist folgende: ‘Colonel Godrington, Colonel Stanhope, Sir Henry Sheer, William Aglionby Esq.; who oblig'd me with the Story of the Captive, translated by him some years ago; Thomas Sergeant Esq.; who has favour'd me with that of the Goatherd; and some other Gentlemen, who are not only Masters of the Spanish, but of the Delicacies of our Tongue. I have also Acknowledgments to pay to Mr. Wycherley, Mr. Congreve, Dr. Garth, Dr. Pellet, Thomas Cheek Esq.; Mr. Savage, Mr. Thomas Brown, and some other ingenious Friends, not forgetting Don Bernardino Navarro, at once a just Critic in his own Language, and so good a Master of ours, as to have made an excellent Grammar which will be printed in some time.'

1) S. vol. 3 seiner Ausgabe.
2) S. Fitzmaurice-Kelly, Life of Cervantes. Lond. 1892, p. 339/340.

3) Kelly, in seiner Bibliogr. p. 340 erklärt, dass er keine frühere Übersetzung Motteux's als die von 1711 gesehen habe und bezweifelt daher Watt's Angabe in der Bibliotheca Britannica. Die Berliner Königl. Bibliothek besitzt jedoch aus der Sammlung von Ludwig Braunfels den ersten Band einer 1700 erschienenen Übersetzung von Motteux. 1) Ich bemerke noch, dass ich nicht im stande war, etwaiger Benutzung der französischen Übersetzungen nachzuforschen, da mir solche nicht zugänglich waren.

Was die Quellen seiner Übersetzung anbelangt, so gesteht Motteux ein, dass er seine Vorgänger benutzt habe ), 'and avoiding their Errors may possibly have made this a tolerable Translation'. Dies letztere ist ihm auch mitunter gelungen: Kap. 38 übersetzt er 'trances de la guerra' nicht mehr wie Shelton mit 'traunces of warfare', sondern mit "Tryals of War'. Hatte Shelton Kap. 11 'embaulaban tasajo como el puño’ flüchtig mit "tossed in with their fists whole slices' übersetzt, so ist Motteux genauer, indem er die Stelle mit 'swallowed whole luncheons as big as their Fists' wiedergiebt.

Aber Motteux's Übersetzung ist keine Paraphrase der Shelton'schen Übersetzung etwa, die er mit dem Original verglichen und jeweils danach verbessert habe, sondern er übersetzt das Original direkt und holt sich nur gelegentlich

Belehrung aus seinem Vorgänger. Dies beweisen neue Irrtümer und der Stil.

Man kann behaupten, dass Motteux die Mängel Shelton's teilt, ohne dessen Vorzüge zu besitzen. Sein Verständis des Spanischen reichte ebenso wenig wie bei Shelton zu einer feinsinnigen Übertragung. Dies wird uns schon klar, wenn wir beobachten, wie er vielfach spanische Wörter mit dem englischen Fremdwort gleichen Stammes wiedergiebt, ohne den Unterschied der Bedeutung zu ahnen, oder wie er sich wenig Mühe um den genauen Sinn des Originals giebt:

Kap. 7: ‘En esto tiempo solicitó D. Quijote con un labrador' hat solicitar die Bedeutung unterhandeln“; Motteux übersetzt ohne Sachobjekt, was im Englischen nicht möglich: 'In the meantime D. Q. earnestly solicited one of his Neighbours'.

Kap. 11: 'piadosas entrañas de nuestra prima madre' werden zu 'pious Bowels of our Mother Earth’.

Kap. 1: ponerse en ocasiones y peligros'; ocasión ist Synonym von peligro, aber Motteux übersetzt rasch entschlossen: 'exposing himself to Danger on all occasions'.

Kap. 7: hacer al caso ist eine Redensart und bedeutet 'nützen’. M. übersetzt noch besonders al caso mit at this juncture.

Wenn wir grosse Schwierigkeiten des Originals übergehen wollen, da wir den Übersetzer Motteux nicht an den Erkenntnissen der Philologie des 19. Jahrhunderts beurteilen dürfen (ich brauche hier nur an die 'duelos y quebrantos los sabados' des 1. Kap. zu erinnern), so ist doch festzustellen, dass, auch davon abgesehen, noch Schwierigkeiten genug für ihn übrig bleiben. Wenn D. Q. in seiner Rede über den Soldaten- und Gelehrtenstand (Kap. 38) auch eine Auszeichnung des Kriegers erwähnt, die sich mit der Verleihung des Doktorgrades an den Gelehrten vergleichen lasse, so bietet sich für Motteux schon eine sachliche Schwierigkeit, und der einfache Satz: 'Lléguese pues á todo esto el dia y la hora de recibir el grado de su ejercicio, lléguese un dia de batalla, que allí le pondrán la borla en cabeza hecha de

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