Fichtes und Schellings philosophischer Briefwechsel: aus dem Nachlasse beider

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J. G. Cotta, 1856 - 131 Seiten
 

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Seite 102 - Diese Meinung habe ich von der Wissenschaftslehre nie gehabt, und habe sie also noch viel weniger jetzt, daß ich sie als das Buch betrachtete, worauf nun fernerhin jeder im Philosophiren angewiesen wäre und angewiesen werden müßte, obgleich freilich das Urtheil in philosophischen Dingen um ein Beträchtliches erleichtert wäre, wenn es dazu...
Seite 75 - Behauptung aufzustellen, was doch vielleicht nur die meinige seyn, und ihren Gedanken beim Publikum sogar im Wege stehen könnte, zurückgehalten werden; denn ich sehe aus dieser Ihrer Schrift, und Sie werden aus der indeß erhaltenen Darstellung meines Systems^) ersehen haben, daß wir beide nur Eine und dieselbe absolute Erkenntniß zugeben, welche in allem Erkennen die gleiche, immer wiederkehrende ist, und die in allem Wissen darzustellen und offenbar zu machen, unser beider Geschäft ist.
Seite 16 - Es ist in der Regel, lieber Schelling, daß, indeß die Vertheidiger der Vorkantischen Metaphysik noch nicht aufgehört haben, Kanten zu sagen, er gebe sich mit fruchtlosen Spitzfindigkeiten ab, Kant dasselbe uns sagt: in der Regel, daß, während jene gegen Kant versichern, ihre Metaphysik stehe noch unbeschädigt, unverbesserlich und unveränderlich für ewige Zeiten da, Kant dasselbe von der seinigen gegen uns versichert. Wer weiß, wo schon jetzt der junge feurige Kopf arbeitet, der über die...
Seite 109 - Form existirte. Woher nun aber doch die Form - allerdings der Quantität, auch hierüber bin ich mit Ihnen einverstanden - unter der es erscheint, komme, wo eigentlich diese Form einheimisch sey - oder auch, wie denn das Eine erst zu einem Unendlichen, und dann zu einer Totalität des Mannigfaltigen werde, das ist die Frage, welche die bis zu Ende gekommene Spekulation zu lösen hat, und welche Sie, da Sie diese Form schon am absoluten, und mit ihm zugleich finden, nothwendig ignoriren müssen.
Seite 104 - Wie leid ist es mir, daß Sie sich davon nicht durch die Lectüre meiner letzten Darstellung haben überzeugen wollen! Nicht undeutlich sind Sie der Meinung, durch Ihr System die Natur annihilirt zu haben, da Sie vielmehr mit dem größten Theil desselben nie aus der Natur herauskommen. Ob ich die Reihe des Bedingten reell oder ideell mache, ist, speculativ betrachtet, völlig gleichgültig, denn in dem Einen Falle so wenig wie | in dem ändern, komme ich aus dem Endlichen heraus.
Seite 54 - Verwechselung zwischen idealer und realer Thätigkeit zu beruhen, die wir beide hier und da gemacht haben; und die ich durch die neue Darstellung ganz zu heben hoffe. Die Sache kommt nach mir nicht zum Bewußtseyn hinzu, noch das Bewußtseyn zur Sache, sondern beide sind im Ich, dem ideal-realen, realidealen, unmittelbar vereinigt.
Seite 105 - Bedeutung. Sollten Sie aber wirklich z. B. der Meinung seyn, daß das Licht nur ist, damit die Vernunftwesen, indem sie miteinander sprechen, sich auch sehen, und die Luft, damit sie, indem sie einander hören, mit einander sprechen können?
Seite 89 - Lichts. (Eine Naturphilosophie mag wohl von dem schon fertigen und stehenden Begriff einer Natur ausgehen: aber dieser Begriff selbst und seine Philosophie sind in einem System des gesammten Wissens erst aus dem absoluten x bestimmt durch die Gesetze der endlichen Vernunft, abzuleiten. Ein Idealismus aber, der noch einen Realismus neben sich duldete, wäre gar nichts oder wenn er doch etwas seyn wollte , müßte er die allgemeine formale Logik seyn.
Seite 101 - Sie aller Wahrscheinlichkeit nach der meinige sind. Ich habe schon oben gesagt, daß ich Ihr System nicht falsch finde, denn es ist ein nothwendiger und integranter Theil des meinigen.
Seite 15 - Darstellungsgabe zu cultiviren rieth , wie sie sich in der Kritik der reinen Vernunft mit Nutzen anwenden lässt, aber von ihm mit der Erklärung, „er werde doch das Scholastische nicht aus den Augen setzen,

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