Die Weimarer Reichsverfassung

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Mohr Siebeck, 1997 - 500 Seiten
'Weimar' scheint für die Rechtswissenschaft vielfach noch nicht in demselben Sinne Geschichte zu sein wie andere Abschnitte der Vergangenheit. Zahlreiche Autoren haben die Republik von ihrem Ende her gedeutet. Sie suchten vor allem nach Ursachen für das Scheitern der Verfassung und die nationalsozialistische Herrschaft. Für diese Richtung überlagert also der Blick auf die jüngere denjenigen auf die etwas ältere Vergangenheit. Andere Autoren begreifen die Republik von den aus ihr zu ziehenden Lehren her. Was damals schlecht gewesen sei, sei in der Bundesrepublik besser gelungen. Über die Weimarer Verfassung nachzudenken heißt dann notwendig auch, über das Grundgesetz nachzudenken. Hier überlagert der Blick auf die Gegenwart denjenigen auf die Vergangenheit. Christoph Gusy stellt die Weimarer Republik als eigenständigen Abschnitt der deutschen Verfassungsgeschichte dar. Trotz der kurzen Dauer dieses Abschnitts stellen sich Auslegung und Anwendung zahlreicher Verfassungsnormen im Jahre 1920 völlig anders dar als 1932. Solche Entwicklungen lassen sich nur angemessen beschreiben, indem man sie historisch begreift. Aktuelle rechtswissenschaftliche Gesamtdarstellungen der Weimarer Verfassung gibt es gegenwärtig nicht. Dadurch fehlt nicht nur der Überblick über die Flut der Einzelabhandlungen - vielmehr ist eben auch ein Forschungsrückstand gegenüber der Geschichtswissenschaft entstanden. Christoph Gusy leistet mit seiner Gesamtdarstellung der Weimarer Verfassung einen Beitrag zur Schließung dieser Lücken. Er stellt ihre Auslegung und Anwendung, ihre Ziele und Wirkungen dar.
 

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Inhalt

Erster Teil
1
Der Sturz der Monarchie
9
Vorbelastungen und Vorentscheidungen
17
Der Kampf um die Republik
36
Räteverfassung als Übergangsverfassung
42
Die Weimarer Nationalversammlung
55
Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung
62
Zweiter Teil
81
Zur Diskussion um Bundesstaatsreform und Länder
266
Die Sozialordnung der Republik
272
Gleichheitsrechte
286
Persönliche Freiheit
294
Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft 298 4 Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft
302
Wirtschafts und Sozialordnung
342
Arbeitsleben und soziale Siche
366
Die mittlere Phase 19241929
384

Demokratie
96
Zwischen parlamentarischem Regierungssystem und Präsidial
131
a Regierungsbildung 131 b Organisation und Kompetenzen
139
Verwaltung
163
Rechtsprechung
194
Die Republik als Bundesstaat
224
Aufgabenteilung im Bundesstaat
235
Einflußrechte im Bundesstaat
251
Die Spätphase 19301933
400
Entwicklungen in der Staatsrechtwissenschaft
427
Zur Legalität der nationalsozialistischen Herrschaft
459
Nachwort
465
Anhang
469
Stichwortverzeichnis
481
Personenregister
498
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (1997)

Christoph Gusy, ist Professor fur Offentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte an der Universitat Bielefeld.

Bibliografische Informationen