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Die Vegetations-Gebiete der Erde, übersichtlich zusammengestellt.

Von Prof. Dr. A. Grisebach.

(Mit Karte, s. Tafel 3.)

Die Grundlage der speziellen Pflanzen - Geographie liegt in der Bestimmung naturgemässer Grenzen für die einzelnen Vegetations - Gebiete. Die Schöpfungscentren selbst einer geobotanischen Eintheilung der Erde zu Grunde zu legen, ist ganz unausführbar, weil ihre Anzahl viel zu gross ist und ihre Absonderung in den Kontinenten sich in den wenigsten Fällen ermitteln lässt. Wollte man die Schöpfungscentren der Kontinente als gemischte Gruppen zusammenfassen, so würde man nur zu ganz willkürlichen Grenzen gelangen, indem die Verhältnisszahlen der endemischen zu den nicht endemischen Arten sich in den verschiedensten Richtungen ganz allmählich ändern; auch würden die endemischen Archipele, also in der Regel ganz kleine Areale den grossen Gliederungen des Festlandes gleichberechtigt gegenüber stehen. Eben so wenig ist eine Eintheilung der Erde nach den statistischen Verhältnisszahlen der Familien möglich, da nachgewiesen worden ist, dass zwei so verschiedene Floren wie Ceylon und Jamaica in dieser Beziehung wesentlich übereinstimmen. Um vergleichbare und in sich durch gemeinsamen Naturcharakter verbundene Räumlichkeiten zu erhalten, bleibt nur eine klimatologisch-physiognomische Eintheilung übrig und hierauf ist daher der Begriff der natürlichen Floren zu begründen, mit Berücksichtigung zugleich der geographischen Absonderungen, durch welche die Vermischung der Schöpfungscentren für die eminente Mehrzahl der Arten verhindert wird. Dieser Gedanke liegt auch eigentlich schon den pflanzengeographischen Reichen zu Grunde, welche Schouw für die damalige Zeit mit grossem Scharfblick aufgestellt hat. Der Fortschritt, der seitdem eingetreten, besteht weniger in der veränderten Anordnung des Ganzen als in den zahlreichen Detail - Beobachtungen über die natürlichen Grenzen der Floren und Regionen, deren Ergebnisse hier übersichtlich zusammengestellt werden sollen. In der tropischen Zone, wo die klimatischen Gegensätze, welche den Vegetations-Charakter bestimmen, oft auf engen Räumen sich unregelmässig berühren, schien es indessen nicht rathsam, jene Grundsätze schon jetzt streng durchzuführen, und hier sind daher die mechanisch wirkenden Hindernisse der Verbreitung für die Grenzbestim

Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1866, Heft II.

mung der natürlichen Floren vorzüglich berücksichtigt, die klimatischen Gliederungen in der Regel nur zu einer Unterscheidung engerer Bezirke benutzt worden.

Zu einer interessanten Vergleichung mit den natürlichen Floren dient auch die zoologische Eintheilung der Erde, wie sie Keferstein) auf die Verbreitung der Pulmonaten gegründet hat. Es ergiebt sich, dass die natürlichen Faunen und Floren in der Regel zusammenfallen; am ausgezeichnetsten zeigt sich diess in der Südlichen Hemisphäre, in der Gliederung Süd-Amerika's durch die Anden, in der Selbstständigkeit des Kap - Landes und vor Allem in der Absonderung der westlichen und östlichen Schöpfungscentren Australiens, während die diesseit und jenseit des Wendekreises gelegenen Theile dieses Kontinents sich nicht scheiden lassen. Die bemerkenswertheste Ausnahme von der Übereinstimmung des geographischen Gesetzes animalischer und vegetabilischer Schöpfung bildet Neu-Guinea, welches eine besondere, bis zu den Neu-Hebriden ausgedehnte Fauna besitzt, während die Flora, wenigstens so viel man weiss, mit der des Indischen Archipels zusammenfüllt.

A. Arktisch-alpine Flora. Die arktische Flora umfasst alle Polar-Landschaften jenseit der Baumgrenze, das Europäische Samojeden-Land, NordSibirien und den nördlichen Theil der Hudsonbai - Länder, nebst allen nördlich von den Kontinenten gelegenen Archipelen und Inseln mit Einschluss von Grönland und Island. Bestimmungen der arktischen Baumgrenze: Samojeden-Land westl. vom Ural 67° N. Br. (Gr. Keyserling u. Schrenk). Sibirien am Jenissei

(Middendorf). Sibirien an der Boganida

71

(Middendorf). Sibirien an der Lena

71

(Wrangel). Asiatische Küste des Tschuktschen-Landes

64

(Seemann). Amerikanische Seite der BeringStrasse

60

(Seemann). Grosser Bärensee

67

(Richardson). Küste der Hudson-Bai

605 (Richardson). Durch die klimatische Analogie der verkürzten Vegetationszeit, durch Pflanzen-Formationen und Wanderungen

6941

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1) Bronn's Thierreich, fortgesetzt von Keferstein, Bd. III. 1865.

7

5200

8600 ,

mit der arktischen Flora verbunden sind die alpinen Regio- sind die Naturgrenzen gegen das Chinesisch - Japanische nen, also alle Gebirgshöhen zwischen Baum- und Schneegrenze Gebiet noch nicht genauer bekannt '). in der ganzen nördlichen gemässigten Zone, von den Lapp- 2. Mediterran-Flora. Durch die Aspiration der Saländisch - Norwegischen Fjelden bis zum Himalaia und den hara entsteht an den Küsten des Mittelmeeres ein SommerRocky Mountains. Die Baumgrenze unterliegt nicht bloss passat, welcher die Vegetationszeit Monate lang unterbricht, nach der Polhöhe, sondern nach den mannigfaltigen Bedin- aber wegen der Milde des Winters eine lange Entwickegungen des Baumwuchses und nach der verschiedenen Re- lungsperiode im Frühling, eine kürzere im Herbst zulässt. *ceptivität der Baum - Arten weit grösseren Schwankungen Diese klimatischen Bedingungen bestehen aber nur auf ebeals die Schneelinie und die vertikale Entwickelung der al- nem oder schwach geneigtem Boden, weil nur hier der Passatpinen Region ist daher, wie aus folgenden Beispielen er- wind regenlos ist, und deshalb sind die Formationen der hellt, sehr ungleich.

Mediterran - Flora in den Küstenlandschaften am meisten Lappland (Mittelwerth) 1500 bis 3000 F.

ausgeprägt. Die Hochflächen Spaniens unterscheiden sich Süd-Norwegen (Mittelwerth) 3500

durch strengeren Winter und nähern sich daher dem SteppenNördliche Alpen (Mittelwerth) 5500 8200 Südliche Alpen (Mittelwerth) 6500

Klima, aus dem sie einige Pflanzen des Orients aufgenommen Karpathen Siebenbürgens · 5800 F.

(Reissenberger).

haben. Die Mediterran - Flora begreift den grössten Theil Sierra Nevada .

6500 bis 11000 „ (Boissier). Alatau 7600 11200 (Schrenk u. Semenow).

der Iberischen Halbinsel und Nord - Afrika's, das südliche Südabh. d. Westl. Himalaia 12000 15000 (Thomson).

Italien und die übrigen Litoral - Gliederungen des MittelSüdabhang d. Östl. Himalaia 13000 16000 (Hooker). Rocky Mountains unter 40°

meeres so wie am Pontus die Nordküste Anatoliens, den N. Br.. 11000 12000 (Fremont).

westlichen Theil Trans - Kaukasiens und die Südküste der

Krim. Im Orient ist sie fast überall durch Gebirge von B. Kontinentale Floren der Östlichen Hemisphäre.

der Steppen - Flora geschieden und nur in Syrien berührt 1. Europäisch-Sibirische Flora. - Hierher gehört ganz sie dieselbe unmittelbar in der Depression des Jordan und Nord - Europa und Sibirien, grossentheils im Norden und an der Südgrenze Palästina's. Süden von den beiden, durch Kälte oder Steppenklima be- 3. Steppen-Flora. – Das Steppengebiet steht ebenfalls dingten Waldgrenzen eingeschlossen, sodann in niedrigeren unter dem Einflusse des über Central - Asien wehenden Breiten die bewaldeten Gebirgsregionen von Portugal und Sommerpassats, besitzt aber wegen der Dauer des kontinenvom Atlas bis zum Himalaia und den übrigen Ketten Central- talen Winters nur im Frühling eine kurze EntwickelungsAsiens. Der klimatische Charakter beruht auf der längeren Periode zwischen der kalten und trockenen Jahreszeit, woDauer der Vegetationszeit, die Wälder hervorbringt, und durch die Bildung von Wäldern ausgeschlossen ist. Im auf den über das ganze Jahr vertheilten Niederschlägen. Süden reicht die Steppen-Flora bis zum Himalaia und beIm West - Europäischen Tieflande ist die Südgrenze durch greift die Russischen Steppen und alle Hochländer von die Ausscheidung der regenlosen Sommermonate des Medi- Anatolien bis Afghanistan, Tibet und zur Gobi. Der Gegenterran-Gebiets bezeichnet, denen dessen immergrüne Laub- satz des Nordens und Südens, der Kaspischen Depression wälder und andere abweichende Formationen entsprechen; und der hohen Elevation Central-Asiens macht das Klima von dem Kantabrischen Gebirgskamm, den Pyrenäen und gleichartiger und hebt den Einfluss der Polhöhe meistenSevennen aus verläuft sie durch das Rhône-Thal von Valence theils auf, so dass keine entschiedene Mediterran-Flora sich zu den Alpen des Dauphiné, den Seealpen und dem Nörd- wieder ausbildet und mit dem Eintritt in den Monsun solichen Apennin, erreicht das Adriatische Meer südlich von gleich tropische Landschaften sich anschliessen. Die Grenzen Venedig, überlässt dessen Nordgestade bei Triest wiederum im Mündungsgebiete des Indus berühren die regenlose Provinz der Mediterran-Flora, folgt dem Zuge der Rumelischen Ge- Sindh und im Punjab bezeichnet Hooker 2) den Thalweg birge und berührt im Norden von Konstantinopel das des Jelam, eines Nebenstromes des Indus, als die Linie, wo Schwarze Meer. Die Waldgrenze gegen die Steppen beginnt die Afghanischen Pflanzen aufhören und tropische in der in der Nähe der Donau-Mündung, durchschneidet in einem Tiefebene beginnen. Im Südwesten, in Persien und Arabekannten Bogen Süd-Russland, erreicht die Wolga und den bien, steigert sich der Steppencharakter zur Wüste, wodurch Ural unter 53° N. Br. und zieht sich dann etwas südlicher eine Verknüpfung mit den Verhältnissen der Sahara gegeben an dem Nordrande der Kirgisen - Steppe zu den Altaischen Gebirgsketten, welche die Steppen der Mongolei von den

') Auf die durch örtliche Einwirkungen bedingten UnregelmässigSibirischen Wäldern trennen. Die Amur-Landschaften und keiten, wie sie an den Westgrenzen der Steppen vorkommen, wird in

dieser allgemeinen Übersicht der klimatischen Vegetations-Gebiete weder der nördliche Theil der Insel Sachalin gehören nach den

hier noch in den übrigen Fällen eingegangen. neueren Forschungen zu der Sibirischen Florà, aber hier

2) Hooker, Flora indica, I, p. 159.

ist. In diesen Gegenden wie in denen des Chinesischen Tieflandes lassen sich die Grenzen der Steppen-Flora noch nicht genau feststellen, weil die geographische Kenntniss hier noch zu viele Lücken übrig lässt.

4. Chinesisch-Japanische Flora. – Die Chinesische Flora ist, abgesehen von einigen Küstenpunkten, noch so wenig bekannt, dass sich über die Gliederungen dieses Theils von Asien noch wenig Sicheres sagen lässt. Für die Zusammengehörigkeit Japan's und China's sprechen gewisse Pflanzenformen, die, wie die Bambusen '), hier weit in die gemässigte Zone eindringen, so wie die bis zum oberen Stromlauf des Yang-tse-kiang verfolgte Übereinstimmung in dem regelmässigen Verlauf der Jahreszeiten, - ein klimatisches Moment, wodurch China so vortheilhaft von Europa abweicht und worauf die Blüthe seines Ackerbaues beruht. Es ist die in die Vegetations - Periode während des Vorsommers eingeschaltete Regenzeit, die, eine Folge des Monsunwechsels, dem warmen und trockenen Frühling folgt, wodurch hier die Pflanzenwelt belebt und gleichsam mit einer Gabe der Tropenzone ausgestattet wird. Zwar bemerkt Fortune 2), dass diese Sommerregenzeit in Japan, wo sie von Mitte Mai bis Mitte oder Ende Juni dauert, weit mehr entwickelt sei als in China, indessen beobachtete Blakiston 3) während seiner Stromfahrt auf dem Yang-tse - kiang in Sze-chuan, im westlichsten Theile des Tieflandes, den Eintritt derselben um dieselbe Zeit und bespricht die Vortheile, welche diese regelmässige jährliche Wiederkehr atmosphärischer Niederschläge der Bestellung des Bodens gewährt. Über die Grenzen der Chinesisch - Japanischen Flora kann man nur nach der plastischen Gestaltung China's muthmassen, dass sie auf das Tiefland diesseit des Wendekreises eingeschränkt sein wird. Von den Gebirgsregionen ist Nichts bekannt, als was über eine Besteigung des Fusi - Yama in Nipon von Rodigas “) berichtet wird; hiernach sind daselbst die Waldregionen aus den endemischen Coniferen Japan's gebildet und reichen aufwärts bis zum Niveau von 8000 Fuss.

5. Flora des Indischen Monsun-Gebiets. Unter dieser Bezeichnung fasse ich beide Indische Halbinseln und den Malaiischen Archipel zusammen.

Wiewohl das tropische Asien ungeachtet der allgemeinen Entwickelung des Monsun fast eben so mannigfaltig klimatisch gegliedert ist wie Amerika und obgleich auch die Vegetation entfernt von einander liegender Landschaften sehr viele ungleiche Bestandtheile besitzt, so ist doch eine geographische Theilung in engere Floren-Gebiete schwer durchzuführen, weil die kli

matischen Gegensätze, die ungleiche Dauer und Intensität der Regenzeiten, vorzüglich von der Küsten-Konfiguration und der Richtung und Gestalt der Gebirge bestimmt werden, wodurch eine Reihe von unregelmässig angeordneten und botanisch nicht immer deutlich zu charakterisirenden Gliederungen entsteht. Auch ist die Flora der östlichen Halbinsel nicht hinlänglich bekannt und in den reichen und genauer erforschten Landschaften der Khasia - Hills und Birmaniens von der Hindostanischen zu wenig geschieden, während andererseits südlich vom 10. Parallelkreise die Vegetation der Malaiischen Landzunge in die Javanische übergeht. Ich halte es daher für richtiger und dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaft entsprechender, die Hauptgliederungen Indiens, so weit sie bekannt geworden sind, als Abtheilungen eines einzigen Floren-Gebiets aufzufassen und nur die ganz regenlosen Landschaften auszuschliessen.

a. Die Flora des trockenen Monsun-Klima's mit kurzer Regenzeit, deren Formationen sich mit den dürren Landschaften Sudan's vergleichen lassen, begreift den grossen inneren Raum Hindostan’s, die nordwestlichen, centralen und südöstlichen Landschaften der Halbinsel, vom Punjab und oberen Ganges bis zu den von den Ghauts umschlossenen Gebieten von Dekkan und Mysore; sie erreicht endlich die Küste Coromandel mit ihrer Winterregenzeit in der Provinz Carnatic so wie die Nordküste der Insel Ceylon (22° bis 8° N. Br.). In Hinter - Indien wiederholt sich der Typus dieser Flora im inneren Birmanien, im Gebiete von Ava.

b. Die Flora des feuchten Monsun - Klima's, die, mit Tropenwäldern ausgestattet, Analogien mit einigen Küstenlandschaften des tropischen Afrika darbietet, umfasst die Küste Malabar (20° bis 8° N. Br.), die Landschaften am unteren Ganges und an der Bai von Bengalen, die tropische Waldregion des Indischen Himalaia (von der IndusEbene bis 4000 Fuss, vom Brahmaputra bis 7000 Fuss ansteigend) und scheint sich von hier aus über den grössten Theil Hinter-Indiens zu den Philippinen zu erstrecken, so wie sie auch andere Theile des Malaiischen Archipels begreift. Die Grenzen sind indessen in manchen Gegenden unbestimmt und unregelmässig, wenn der Übergang in die trockneren Landschaften, wie in dem durch Kultur gelichteten Ganges-Thal, oder, wie auf den Sunda-Inseln, in die Äquatorial - Flora allmählich eintritt oder wenn der Gegensatz von den Gebirgszügen abhängt. Die Schöpfungscentren beider Halbinseln sind sodann durch die enge, zwischen Bhotan und der Mündung des Brahmaputra eingeschlossene Landverbindung bis zu einem gewissen Grade gesondert, so dass dieser Meridian für charakteristische Bestandtheile der Flora die Areal-Grenze bildet; zu den merkwürdigsten Erscheinungen dieser Art gehört die Beschränkung der Eichen

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1) Die Bambusen - Form reicht bis zur Kuriltischen Insel Urup (46° N. Br.).

2) Fortune, Yeddo and Peking, p. 267.
3) Blakiston, Five months on the Yang-tze, p. 234.
4) Flore des Serres, 1861, p. 29.

und Coniferen auf den Himalaia, Hinter- Indien und die Grossen Sunda-Inseln '). In dem Malaiischen Archipel haben nach Wallace 2) die südwestlichen Inseln, von denen jedoch gerade Java auszunehmen ist, also Sumatra, die grössere Hälfte von Borneo, die südliche Halbinsel von Celebes, die Reihe von Bali bis Timor, eine trockene Jahreszeit während des südlichen Monsun, aber die Gruppe von Timor scheidet sich wiederum durch Waldlosigkeit von den übrigen.

c. Die Asiatische Äquatorial-Flora, durch Niederschläge in allen Jahreszeiten die höchste Energie des Pflanzenlebens entfaltend, ist nicht so sehr durch die Nähe des Äquators als durch die Richtung der Hebungslinien bezeichnet, wenn deren Axe durch beide Monsune getroffen wird. Dahin gehören die südliche Hälfte Ceylon's, Java, die Malaiische Landzunge, das nördliche Borneo und Celebes, die Molukken und Neu-Guinea.

Die vertikale Erhebung des Indischen Himalaia schliesst zwischen der tropischen und alpinen Region noch die gemässigte Waldregion ein (im Westen zwischen 4000 und 12.000 F., im Osten von 7000 bis 13.000 F.), wo tropische Formen mit denen des gemässigten Asiens und Europa's sich mischen. In den Nilgherries ist die Anordnung der Regionen der im Äquatorial-Gebiete ähnlicher, wie aus folgenden Beobachtungen erhellt: Nilgherries. Region des Rhododendron arboreum 5- bis 8000 F.

(Perrotet). Sumatra. Region der Eichen 500 bis 6000 F. (Korthals). Sumatra. Region der Thibaudia 6- bis 9000 F. (Korthals). Borneo. Baumgrenze am Kina Balu, 9000 F. (Spenser St. John). Java. Region der Eichen 4500 bis 7500 F. (Junghuhn). Java. Region des Agapetes 7500 bis 9300 F. (Junghuhn).

Das Klima der tropischen Inseln im Stillen Meere wird durch den Passatwind und dessen Verschiebungen geregelt und ist daher geeignet, die aus dem tropischen Asien eingewanderten Pflanzen aufzunehmen.

6. Flora der Sahara. - Der Umfang des regenlosen Gebiets Nord-Afrika's, wo der Passatwind das ganze Jahr weht, reicht vom Atlas und von der Tripolitanischen Küste bis über den Wendekreis nach Süden, weiter indessen im Inneren als an den Küsten des Kontinents. Russegger nimmt als Nordgrenze des tropischen Regens in Senegambien den 20. Breitengrad an, im Meridian des TschadSee's 16°, am Nil 18° und an der Ostküste 21° N. Br., Schweinfurth findet am Rothen Meere unter dem Wendekreise selbst eine Naturgrenze der Vegetation. Das Ägyptische Nilthal kann, gleich den ebenfalls nur terrestrisch befeuchteten Oasen, nur als eine besondere Gliederung der Wüste betrachtet werden. In Asien wiederholen sich die Verhältnisse der Sahara wenigstens in einem Theile Arabiens

und ungeachtet der Monsun-Entwickelung jenseit des Indus in Sindh, endlich sogar noch ein Mal wieder unter dem Schutze einschliessender Gebirgsketten in der Südspitze Hindostan’s, in der Gegend von Madura ').

7. Flora von Sudan. -- Die grossen Verbreitungs-Bezirke vieler Pflanzen des tropischen Afrika's, welche an der Westund Ostküste gleichmässig vorkommen, so wie die verhältnissmässige Armuth der Flora an Arten, wenn man sie mit anderen wasserreichen Tropenländern vergleicht, sprechen dafür, dass in diesem Kontinent nur ein einziges VegetationsGebiet zu beiden Seiten des Äquators und von Küste zu Küste sich ausbreitet. Engere klimatische Gliederungen desselben werden erst in der Zukunft zu bestimmen sein. Die Südgrenze reicht an der Ostküste bis Natal (30° S. Br.), wo die tropischen Sommerregen eine deutliche Naturgrenze gegen den dürren Charakter der östlichen Theile des KapLandes bilden. Westwärts von der Küstenterrasse von Natal hören die tropischen Pflanzen auf und es beginnt mit den unregelmässiger werdenden und weiterhin fast ganz aufhörenden Niederschlagen der Charakter der Kalahari allmählich sich auszuprägen, deren Nordgrenze nach den Darstellungen Livingstone's in die Nachbarschaft des See's Ngami, also an den 20. Parallelkreis zu setzen ist.

Die vertikale Gliederung Sudan's kann bis jetzt nicht genauer dargestellt werden. In Abessinien hat man Bäume, namentlich die Lobeliacee Rhynchopetalum, noch in einem Niveau von mehr als 13.000 F. gefunden, also in einem sehr gemässigten Klima; hieraus so wie aus dem Auftreten von Eriken in derselben Region kann man auf eigenthümliche Vegetations - Bedingungen schliessen. Aber merkwürdiger ist das Ergebniss der Forschungen Mann's auf den äquatorialen Cameroon-Bergen und der Insel Fernando Po, dass, wie Hooker bemerkt, auf den Gebirgen der Westküste die Abessinische Vegetation wiederkehrt, also dieselbe Gleichartigkeit der Flora, welche die Tiefländer des tropischen Afrika verknüpft, auch in den oberen Regionen sich wiederfindet, eine Erscheinung, worin sich der höchste Gegensatz gegen die Anordnung der Schöpfungscentren im KapLande beurkundet.

8. Flora der Kalahari. Das Gebiet der Wüste Kalahari und der verwandten Landschaften Süd-Afrika's reicht von der östlichen Küstenterrasse bis zur Westküste und wird im Süden durch den Orange-Fluss begrenzt, der die Nordgrenze der Kap-Flora bildet (20° bis 29° S. Br.). Die Niederschläge, wo sie überhaupt vorkommen, folgen zwar wie im Sudan der Solstitial - Bewegung, aber ihre geringe Intensität scheidet dieses Gebiet klimatisch von dem feuchteren Sudan. Über die Formationen desselben haben wir

1) Hooker, Flora indica, I, p. 115. 2) Report of the British Association for 1863.

1) Hooker, Flora indica, 1, p. 132.

3

So gros

zwar einige Nachricht erhalten, aber so pflanzenarm es ist, Baumgrenze durch die ganze Breite des Kon kennt man doch die Flora nur wenig.

Wäldern erfüllt. Genauer ist die südliche Waldgr9. Flora des Kap-Landes. Das Klima ist dem Spa- die Prairien von Frémont durch eine Linie best niens zu vergleichen und hat regelmässigen Winterregen, den, welche vom 46. zum 51. Parallelkreis dessen Intensität auf der oberen Terrasse indessen sehr ge- vom Oregon zum Saskatchawan und von da zum ring wird. So sondert sich nach der vertikalen Gestaltung See verläuft, hier aber plötzlich zu den Meri des Landes die Flora, die im Verhältniss zum Areal wahr- Westen des Mississippi nach Süden umbiegt. Diese scheinlich die artenreichste der Erde ist, in Regionen von Grenze, welche das östliche Waldgebiet der V sehr ungleichem Reichthum, von denen die mittlere sich Staaten von den Prairien scheidet, folgt nach etwa 2000 Fuss hoch erhebt, die obere, die 3500 F. hohen Winnipeg aus der Richtung des Des Moines in I Carro-Felder mit noch höheren, dem Plateau aufgesetzten erreicht den Mexikanischen Golf im Westen von I Gebirgsstöcken bildend, fast nur von dem Gestrüpp des nie- Nord - Amerika unterscheidet sich dadurch wesent drigen Rhinoceros-Strauchs bedeckt ist (Stoebe rhinocerotis). der Östlichen Hemisphäre, dass in den südlicher Auf den beiden unteren Terrassen sind die Areale der der gemässigten Zone die drei Hauptgliederungen d. meisten Arten so eng, dass die Schöpfungscentren des Ostens und der klimatischen Gebiete nach Meridian-Grenze und Westens fast ganz gesondert bleiben. Die Eriken be- net sind und in den südlichen Staaten kein der Me schränken sich auf die Gebirge der Südküste, auch die Flora entsprechendes Vegetations-Gebiet abgesondert Proteaceen fehlen tiefer landeinwärts, wo die sukkulente kann. In klimatischer Beziehung fehlt den südlichen Form häufiger ist. Bunbury bemerkt, dass in Albany nur der regenlose Sommer, der in Europa eine Wirku wenige Pflanzen gefunden werden, die bei der Kapstadt vorliegenden Afrikanischen Kontinents ist, und einheimisch sind, und dass in jener östlichen Provinz un- Wärme nimmt allmählich nach Süden zu. geachtet ihres trockenen Klima's manche tropische Familien die Gegensätze des Coniferen-Gürtels in höheren u vertreten sind, die dem Westen fehlen und deren Vorkom- Laubwälder in niederen Breiten sind, die in den sü men auf Einwanderungen aus Natal zu beruhen scheint. Staaten nach und nach Bestandtheile tropischer Fa

10. Flora Australiens. Der entgegengesetzte Verlauf und Formen, wie Magnolien, Palmen und Bambuser der Jahreszeiten an beiden Küsten der Torres - Strasse '), nehmen, so ist doch der Übergang ein allmählicher, eine Folge davon, dass der Südostpassat des tropischen Austra- durch neue Formationen bezeichneter, und lässt wie liens als trockener Landwind wirkt, die Verschiebung des- liche Vegetations-Linien der Alten Welt nur Abstuf selben in die gemässigte Zone, die geringe Intensität und aber keine durchgreifenden Naturgrenzen erkennen. Im Unregelmässigkeit der Niederschläge in diesem Kontinent zen ist der klimatische Charakter des Waldgebiets mit überhaupt rufen eine Gleichartigkeit der Vegetations-Bedin- der Europäisch - Sibirischen Flora übereinstimmend, gungen hervor, die gleiche Formationen, offene Wälder mit scheinen feinere Eigenthümlichkeiten, z. B. der ras Weideboden und dicht verwachsene Gesträuche (Skrubs) er- Wechsel der Temperatur in kurzen Zeitabständen, die zeugt und, wiewohl die Repräsentanten tropischer Familien tation wirksam zu beeinflussen, wie aus der nicht gund die wenig zahlreichen mit demr Indischen Archipel ge- genen Einführung des Europäischen Weinstocks, dem meinsamen Arten des nördlichen Australiens in südlicheren deihen des Mais in hohen Breiten, der längeren Dauer Breiten allmählich aufhören, keine Unterscheidung der tropi- herbstlichen Laubentfärbung zu schliessen ist, ohne schen und gemässigten Flora zulässt. Es ist indessen schon jedoch der physiologische Zusammenhang dieser Erschein bemerkt, dass nach Hooker's Untersuchung die Schöpfungs- gen bis jetzt in allen Fällen deutlich verstanden wäre. centren des westlichen und östlichen Australiens streng ge- Die Waldregion der Rocky Mountains und der Kalifo, sondert sind, allein diese Erscheinung gehört in dieselbe schen Sierra Nevada steht in demselben Verhältniss zu Kategorie wie die ähnliche des Kap-Landes, sie beweist enge Wäldern des Nordens wie die analogen Formationen in Areale der Arten und Hindernisse der Wanderung, aber Gebirgen des Steppengebiets der Alten Welt. nicht einen verschiedenen, auf besondere physische Bedin

2. Flora der Prairien. Die Prairien wiederholen, v gungen zu beziehenden Bildungstypus.

aus den unübertroffenen Beobachtungen des Prinzen Wi

hervorgeht, das Klima der Asiatischen Steppen-Flora, d C. Amerikanische Floren.

Reihenfolge der Jahreszeiten des regenlosen Sommers, d 1. Flora des Nord-Amerikanischen Waldgebiets. Die

kontinentalen Winters und der kurzen Vegetations - Period Britischen Besitzungen in Nord-Amerika sind diesseit der

im Frühling. Die Ursachen der Sommerdürre, die mit der ) Jukes, Voyage of the Fly, I, p. 288.

Vorherrschen westlicher Winde zusammenfällt, sind indesse

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