Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

verschiedenen Beobachtungen zusammenstelle, die ich bei Wellen dahin stürzende Wassermasse mit ihren gleichsam späteren Besuchen zu machen Gelegenheit hatte.

aus einem kochenden Abgrunde unaufhörlich aufsteigenden „Der Fluss kommt völlig entwickelt aus dem grossen Nebeln. Landseebecken heraus und fliesst schon oberhalb des Falles

„Die Gegend um den Hasensprung ist die wildeste, die mit Rauch und Getose dahin. Dort, wo der Hasensprung man sich nur denken kann. Hohe Gebirgsketten laufen zu beginnt, liegt eine öde Felseninsel, auf welcher hie und da beiden Seiten des Flusses und parallel mit demselben. Um eine junge Fichte Wurzel gefasst hat. Die Ufer des Flusses an den Fall zu gelangen, muss man bald an halsbrechenden sind zu beiden Seiten der Felseninsel sehr steil, ja sie wer- Klüften hinab, bald unter ungeheuren, auf einander geden weiter unten ganz senkrecht und bilden eine schmale thürmten Felsblöcken umherklettern. Hieraus lässt sich abRinne, die 4 (Schwedische) Meile lang und nur 60 bis nehmen, wie schwierig es sein muss, die Höhe des Wasser70 F. breit ist. Der oberste Theil der Rinne an der Ost- falles auf gewöhnliche Art durch Nivellirung zu bestimmen. seite der Insel ist dort, wo der Fall beginnt, 80 bis Daher wendete ich das Barometer an und befand die ganze 100 F., am unteren Ende der Insel 500 F. und weiter Höhe 264 F., also ist der Hasensprung 24 Mal höher als unten nur 50 F. breit. Dieser schmale Theil der Rinne die berühmten Trollhätta-Fälle (112 F. hoch) und übertrifft ist bedeutend steiler als die übrigen. Die gewaltige Wasser- diese ganz ohne alle Vergleichung an grossartigem Effekt. masse fällt am obersten Ende der Felseninsel, im Osten Nach demjenigen, was ich zu vermuthen Anlass habe, ist derselben, erst 35 bis 40 F. senkrecht herab und stürzt der Hasensprung der höchste Wasserfall in Europa mit einer sich darauf mit der fürchterlichsten Gewalt in die abschüs- so bedeutenden Wassermasse. sige Rinne, wobei zwei ungeheure Wellen von wild brau- „Der Lärm, den der Fall verursacht, wird weit umher sendem Schaum entstehen. Weiter unten, dem Laufe der vernommen und soll sogar bis zu dem 5 Schwedische Meilen Wirbel gerade im Wege, springt von dem östlichen Ufer entfernten Berge Gellivare Dunder gehört werden.” ein Felsen vor. Gegen diesen stürzt sich die in wilder Der zweite Quellfluss des Stromes, die Kleine Luleå-Elf, Wuth hineilende Wassermasse und sie wurde bei meinem entspringt, wie bemerkt, in der Nähe der Grossen. Als Besuche im J. 1862 (welcher Sommer wegen des häufigen ihre obersten Theile können der die See'n Tarraloubbal und Regens und der dadurch bewirkten Überschwemmungen im Tarrajaur durchströmende Tarrejokk und der aus dem PuitisGebirgslande der Betrachtung dieses grossartigen Natur- jaur abfliessende Kamajokk betrachtet werden, welcher letzschauspieles ganz besonders günstig war) bisweilen 50 F. tere den Njåtsojokk und den durch den Sokkajaur bei dem in die Höhe geworfen. In jedem Augenblick verändert Eisenberge Ruotivare fliessenden Stantarjokk aufnimmt, nun sich die Scene; überall werden grosse Wassermassen hoch Fellokk heisst, dann den durch den See Tatajaur fliessenden in die Luft geschleudert und hohe Wolkensäulen von Schaum Njakak aufnimmt und sich bei der Kapelle Qvikkjokk schweben über dem Ganzen; bisweilen sind diese bis zur (66° 56' 33" N. Br.) mit dem Tarrejokk vereinigt, um Undurchsichtigkeit verdichtet. Der weiss kochende Gischt sich gleich darauf in den herrlichen Landsee Saggat (957 F. wird von dem im Wege stehenden Felsen gezwungen, seit- hoch) zu ergiessen. Dieser Landsee so wie die ganze Umwärts auszuweichen, und begegnet dem schmaleren Stromarm, gegend von Qvikkjokk bilden ein ungemein liebliches Gebirgsder von der anderen Seite der Felseninsel kommt, nachdem thal, welches umgeben ist von einer bedeutenden, von dem er sich zuvor senkrecht herabgestürzt hat. Darauf eilt der Hochgebirge getrennten Gebirgsgruppe, zu welcher recht siedende Strom lärmend und tobend in seiner engen Rinne bedeutende Höhen, wie Vallispiken (4300 F.), Kaskajvo weiter und bildet eine 4 (Schwedische) Meile lange zu- (4383 F.), Staika (5177,5 F.), Karvek, Tjoultapault, Stasammenhängende Reihe von Wasserfällen. Von dem 120 tjatjokk, Säkkokk (3000 F.), Kabbla Tuodar, Porte Tuodar, bis 150 F. hohen Felsenufer erblickt man in der Tiefe Ruotivare, Skevvon, Silkpakvare u. a. m., gehören. Von Nichts als Rauch und Schaum, dessen blendend weisse Farbe allen Reisenden wird dieses Gebirgsthal mit seinem kräfmerklich gegen die schwarz glänzenden Felsenwände absticht. tigen Baumwuchs und seinen ausgezeichnet reichen und

„Nur an einigen Punkten, und auch hier nicht ohne saftigen Grasmatten als ein ungemein herrliches geschildert; Lebensgefahr, kann man an das Wasser hinabkommen. Am der Norweger Stockfleth, der Apostel der Norwegischen leichtesten ist diess gerade dort möglich, wo die Scene am Lappen, setzt diese Gegend über die wegen ihrer Naturergreifendsten ist, nämlich gleich unterhalb des obersten schönheit berühmten bei Alten, Pettersson sagt aber: „Nur Theiles des Falles. Hier sieht man auf der einen Seite den Schade, dass man dieses Lappländische Paradies während schön dunkelgrünen, mit betäubendem Donner senkrecht des Sommers so zu sagen durch eine Hölle von Mücken sehen herabstürzenden Strahl und auf der anderen die in der ab

Mit dem Saggat beginnt die etwa 15 Deutsche schüssigen Rinne mit der eiligsten Fahrt und in ungeheuren Meilen lange Reihe von Landsee'n, die dieser Fluss hier

muss."

bildet, nämlich unterhalb des Saggat der Tjåmotis (937,7 F.), Skalka (935 F.), Parkijaur (929,9 F.), Randijaur (894,5 F.), Purkijaur und Vajkijaur (808,6 F.). Unter den Nebenflüssen, welche sich in diese See'n ergiessen, sind folgende die bedeutendsten: in das nordwestliche Ende des Tjåmotis fällt der Smajlaädno, der Abfluss des See's Snavva , in welchen drei bedeutende Flüsse fallen, nämlich 1. der Situädno, der von dem See Letsit kommt und den Situojaur durchströmt, 2. der Lajdädno, Abfluss des Lajdaur, in welchen sich der Rapaädno ergiesst, und 3. der Taurijuädno. — In den nordlichsten Theil des Randijaur ergiesst sich der Nautasjokk, der Abfluss des Nautijaur, in welchen See der Keptijokk und der Adurajokk fallen; rechts fällt in den Nautasjokk der Stajnasjokk, Abfluss der See'n Harrijaur, Lokkijaur und Stajnasjaur. An der Südseite des Purkijaur mündet die bedeutende Pertelf, entspringend als Iselejokk, die See'n Peuraur, Karats und Juognajaur durchströmend, rechts den Naustajokk, Abfluss des Naustajaur, und links den die See'n Laddon und Norvijaur durchfliessenden Norvijokk aufnehmend. Unweit der Pertelf mündet in den Purkijaur die Appo-Elf, Abfluss des Tarrajaur, welcher die Abflüsse mehrerer höher gelegener See'n aufgenommen hat.

Von dort ab, wo die Kleine Luleå - Elf entwickelt aus dem Vajkijaur tritt, unweit der Kirche Jokkmokk, bildet sie keine seeartigen Erweiterungen mehr; dasselbe ist auch der Fall, nachdem sich beide Hauptflüsse bei Vollerim in einer absoluten Höhe von 222 Fuss vereinigt haben, indem sich die Kleine Luleå-Elf in einem schrecklich tobenden S-förmigen Wasserfall in die Grosse Luleå-Elf stürzt und der Vereinigte Fluss gleich darauf den majestätischen Porse - Forss bildet. Unterhalb desselben, bei dem Gute Storbacken, ist die absolute Höhe des Flusses noch 157,844 F. Wenn jedoch der Fluss in seinem Unterlaufe keine seeartigen Erweiterungen mehr bildet, so darf man daraus noch nicht schliessen, dass hier gar keine Landsee'n vorhanden wären, vielmehr ist zu beiden Seiten längs des ganzen Laufes eine zahllose Menge grösserer und kleinerer Landsee'n vorhanden, welche Flüsse und Bäche in den Hauptstrom senden. Von den zahlreichen Nebenflüssen in diesem Unterlaufe erwähnen wir nur rechts die Görjei, die Bodträskå mit Qvarnå und links die bedeutende Svartlå-Elf, im oberen Laufe, bis an den See Lakaträsk, Poltisjokk genannt.

Von Storbacken ist der Fluss 21 Schwedische Meilen abwärts schiffbar, indem er auf dieser Strecke, wo er die Grenze zwischen den eigentlichen Lappmarken und dem zu der Landschaft Westerbotten, dem Küstenlande, gehörenden Theil des Läns Norrbotten überschreitet, nur ein Gefälle von 5,944 F. hat. Nun aber kommen die Stromschnellen bei Edefors (Edeforssar), welche in einer Länge von etwa 4 Schwedischen Meile eine Fallhöhe von 76,005 F.

haben, und unterbrechen die Schifffahrt. (Jetzt werden sie an der linken Seite mittelst eines 9350 F. langen Kanales umgangen.) Wiederum fliesst der majestätische Fluss 74 Schwedische Meilen mit einem Gesammtgefälle von 10,3 F. schiffbar dahin bis Laforsudden in der Nähe der Kirche Öfyer Luleå, woselbst seine absolute Höhe noch 65,595 F. beträgt. Hier wird nun die Schiffbarkeit zum letzten Mal unterbrochen durch eine bis Råbäck über 3/4 Meilen lange Reihe von Stromschnellen, die sogenannten Hedeforssar, deren Fallhöhe 58,52 F. beträgt (sie werden jetzt umgangen mittelst eines 28.400 F. langen Kanales). Von Råbäck ab, wo die absolute Höhe des Flusses nur noch 7,075 F. beträgt, bis an seine über 4 Schwedische Meilen entfernte Mündung in den Bottnischen Meerbusen bei der Stadt Luleå stehen der Schifffahrt keine Hindernisse im Wege. Die Stadt Luleå erhielt 1612 ihre städtischen Privilegien, stand aber damals % Meile von der jetzigen Stadt entfernt, wo jetzt die Altstadt (Luleå Gammelstad) liegt; doch bereits 1642 erkannte man diese Lage als ungünstig, daher man sie an ihren jetzigen Ort, eine Landspitze an der Flussmündung, verlegte. Jetzt ist sie die Hauptstadt des Läns Norrbotten und zählte 1860 1516 Einwohner, die sich 1864 auf 1737 vermehrt hatten.

Schon lange hatte man daran gedacht, diesen wichtigen Fluss wenigstens bis Storbacken, etwa 15 Schwedische oder 22 Deutsche Meilen, ohne Unterbrechung der Schifffahrt zu eröffnen und die beiden erwähnten Hindernisse zu besiegen, da theils die Gegenden bis dahin fruchtbar sind und theils die inneren Gegenden des Landes eine grosse Menge reicher, unerschöpflicher Erzlager enthalten. In Betreff des ersteren Umstandes sagt Pettersson (a. a. 0.): Was bei der Reise den grossen Fluss aufwärts, welcher vielleicht der grösste in Schweden ist, am meisten die lebhafte Freude des Reisenden weckt, ist, dass die Vegetation an seinen Ufern ungemein reich ist und im Hochsommer das helle Grün der Laubhölzer eine höchst angenehme Abwechselung mit der dunkleren Farbe der Nadelwälder darbietet. Wer möchte wohl glauben, dass die Bewohner der grösseren Dörfer Gäddvik, Balinge, Sönderbyn, Afva, Lombäcken, Unbyn, Säfvasta, Svartby und Boden, welche in dem sogenannten Küstenlande liegen, nunmehr ausschliesslich von dem Ackerbau leben und von den Frostnächten (im August) kaum noch etwas zu fürchten haben? Das war noch vor wenigen Decennien keineswegs der Fall und die Verbesserung des Klima's muss einzig und allein der fortschreitenden Kultur und der Entsumpfung des Landes zugeschrieben werden. Einen schönen Beweis dessen, was in dieser Hinsicht noch höher hinauf geleistet werden kann, bietet der Musterfarm Åminne dar, welcher etwas oberhalb Svartlå, eines ehemaligen Hütten-, jetzt Sägewerkes, unweit der Grenze von

[merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

Lappland, doch an der anderen (der rechten Seite des Analyse so wie andere Details s. in Blanck's Skizze). Der Flusses, unter dem Schutze des damaligen Kronprinzen, Gellivara - Berg erhebt sich nach Pettersson 317,2 F. über jetzigen Königs Carl XV., 1858 angelegt ist. Hier sind der am nördlichen Fusse des Berges hinfliessenden, in die die nöthigen Gebäude aufgeführt und bedeutende Land- Kalix-Elf sich ergiessenden Lina-Elf, deren absolute Höhe strecken mit gutem Boden auf Lehm- und Mergelunterlage nach C. P. Hallström's Nivellirung (1819) hier 1084,8 F. urbar gemacht, worauf Gerste, Hafer und selbst Winter- ist, so dass also die absolute Höhe des Berges 1402 F. ist; roggen vortrefflich gedeihen. Schon jetzt kann man den dagegen giebt der berühmte Geolog A. Erdmann die östheilsamen Einfluss dieser Anlage in der ganzen Umgegend liche Höhe auf 6- bis 700 und die westliche auf etwas spüren, indem der Ackerbau ungemeine Fortschritte macht über 800 F. oder ungefähr 2000 F. über der Meeresfläche und der Urwald dem Anbau weicht." Auch in den an (Blanck, S. 54), was aber nicht so zuverlässig sein dürfte. schon zu den Lappmarken gehörenden Gegenden mit gün- Der Berg ist von Osten nach Westen etwa 16.000 F. lang, stiger Lage nimmt die Bodenkultur zu; selbst noch ganz fällt

gegen das Flussthal der Lina-Elf im Norden schroff in der Nähe des höchsten Gebirges, in dem paradiesischen und steil ab, senkt sich aber sanft gegen Süden. Hier Thale von Qvikkjokk, schlägt die Getreideernte selten fehl schiebt sich ein Thal in den Berg hinein, so dass er hier und besonders giebt die Viehzucht reichlichen Ertrag wegen nur 6000 F. breit ist, während die Breite zu beiden Seiten des kräftigen Graswuchses und der vorzüglichen Weiden. wohl 10.000 Fuss beträgt. Auch der Wald wächst kräftig in den unteren Theilen der Diese Reichthümer konnten natürlich bei dem Mangel Lappmarken, und wenn auch langsamer als in südlichen an Kommunikations - Mitteln nicht ausgebeutet werden und Gegenden, so liefert er doch wegen des grossen Areals, wiederum waren die Kräfte der Bewohner von Norrbotten das er bedeckt, nicht nur was zum eigenen grossen Bedarf allzu gering, als dass sie hinreichen konnten, dergleichen erforderlich ist, sondern darüber hinaus zu einem bedeu- zu Stande zu bringen; denn dieses Län, obgleich sein tenden Export. Nach dem unterthänigen Berichte des frü- Flächeninhalt 1950,58 Deutsche Quadrat-Min. beträgt, also heren Landshauptmanns des Läns, P. H. Widmark, 1860 wenig kleiner ist als der von Bayern, Württemberg und betrug dieser Export an Waldprodukten in den drei Jahren Baden zusammengenommen (2022,574 QMin.), hatte 1860 1856 bis 1858 durchschnittlich im Jahre 4589 Lispund nur 69.225 Einwohner (1864: 73.775), während in jenen (à 20 Pf.) Pottasche, 590 Spieren, 118.726 Sparren, Staaten beinahe 8 Millionen vorhanden sind; ja die Stadt 47.788 Balken, 60.505 Zwölfter Planken, 61.623 Zwölfter Luleå und die vier Kirchspiele, denen die KommunikationsBreter und 22.358 Tonnen Theer, die zu dem bedeutenden

Anstalten an dem Flusse Luleå allein zu Gute kommen Schiffbau auf den hiesigen Werften verwendeten Materialien sollten, hatten 1860 auf einem Areal von 754,8 QMeilen ungerechnet. . Unerschöpflich aber sind die Metallreichthümer nur 19.956 Einwohner, nämlich das zu der Landschaft dieser Gegenden, wie bereits dargethan ist von S. G. Her- Westerbotten gehörende Küstenland auf 76 Quadrat-Meilen melin in seiner „Mineralhistoria öfver Lappmarken och 15,608 Einwohner (die Stadt Luleå 1516, Neder Luleå 8283, Westerbotten", Stockholm 1804, von Widmark in seinem

Öfver Luleå 5809) und von den zu den Lappmarken geangeführten Bericht (daselbst 1860) und neuerdings von hörenden beiden Kirchspielen Jokkmokk mit der Kapelle dem Konsul und Disponenten des Stockholmer Contors der Qvikkjokk auf 326,03 QMln. 1905 Einwohner (Jokkmokk Englisch - Schwedischen Aktien - Gesellschaft „The Gellivara 1378 und Qvikkjokk 527) und Gellivare (so gross wie das Company, Limited”, Otto Blanck in seiner volkswirthschaft- Königreich Württemberg) auf 352,8 QMin. 2442 Einw. lichen Skizze: „Der Mineralreichthum der Schwedischen Pro

Vieles hatte in dieser Hinsicht der um Schweden hoch vinz Norrbotten und das Eisensteinlager Gellivara, Stock- verdiente Freiherr S. G. Hermelin ') gethan und Norrbotten holm und Leipzig 1866” (mit einer Karte der Provinz), worauf hier verwiesen wird. Es sind hier nämlich unter

1) Hermelin, geb. 1745, gest. 1820, ist dem Auslande besonders

bekannt durch sein grosses Kartenwerk über Schweden und Finland anderen reiche Kupfergruben im Svappavara (auch Eisen), in 38 Blättern, Stockholm 1797 bis 1812, dessen Herstellung ihm Serkievara, Kilavara, Ragisvara, Schiangeli, Bleiglanz mit

sehr bedeutende Summen kostete, indem er zu diesem Zweck nicht

allein selbst weite Reisen machte, sondern auch durch andere Gelehrte Schwefelkies im Kedkevara, Alkevara, Kiåurovara, Eisen im in Gegenden, die noch gar nicht erforscht waren, Vermessungen anRuotivara u. a., besonders aber in dem ganz aus Eisenerz

stellen liess (unter diesen war auch der bereits erwähnte Wahlenberg)

und ausserdem mit der Konstruktion der Blätter in allen Provinzen bestehenden Berge Gellivara, 1/2 Schwedische Meile nördlich viele Hände beschäftigte. Diese Karten sind zwar nunmehr veraltet, von der Kirche gleichen Namens, welcher auf Jahrtausende

auch sind sie nicht ganz richtig, aber von manchen Gegenden sind

noch keine besseren und neueren vorhanden und man muss sich daher alle Hohöfen der Erde mit dem vortrefflichsten Rohmaterial mit ihnen begnügen. In Norrbotten aber kaufte er die erwähnten beversehen könnte, welches 60 bis 70, ja das aus der Rob

deutenden Besitzungen; das Gut Storbacken, welches auf der rechten

Seite der Luleå-Elf schon innerhalb der Lappmarken auf einer von dem sahmsgrube 74 Prozent reines Eisen enthält (die nähere Flusse gebildeten Halbinsel liegt und, umgeben von bedeutenden pitto

verdankt ihm ungemein viel, doch konnte er seine Pläne Eisenbahn von dem Berge Gellivara nach Norrvik an der nicht in Ausführung bringen und als seine Güter (darunter Luleå wird in Folge besonders günstiger Bodenverhältnisse auch der Berg Gellivara) an den damaligen Kronprinzen, und da dieselbe nur für 31 F. Spurweite gebaut wird, nachherigen König Carl XIV. Johann übergegangen waren für den ausserordentlich billigen Preis von 2.575.000 RD. und dieser sich durch andere Ankäufe eine Besitzung er- Schwedischer Reichsmünze oder für 965.625 Thlr. Preuss. Ct., worben hatte, die etwa 100 Deutsche QMeilen gross war, d. h. 276.400 RThaler Schwedisch per Schwedische und etwa so wurde er bald der ewigen erforderlichen Zuschüsse müde, 72.000 Thlr. Preuss. Ct. per Deutsche Meile, incl. Betriebswelche die Verwaltung erforderte; denn weit entfernt, ihm material hergestellt werden. Zur Schiffbarmachung der das geringste Einkommen zu liefern, war der Besitz mit beiden erwähnten Wasserfälle aber sind verschiedene Vorjährlichem bedeutenden Verluste verbunden.

Daher ver

schläge und zahlreiche Untersuchungen gemacht worden, kaufte denn auch der König Oscar I. die Güter, in drei bis man sich endlich zur Adoptirung der Elbing - Osteroder Theile getheilt, an Privatpersonen, welche aber ebenfalls Kanalbauten in Ost - Preussen mit geneigten Ebenen entbald zu der Einsicht gelangten, dass ihre Kräfte unzurei- schieden und die Arbeiten zur Herstellung eines ununterchend wären, den Besitz dieser Güter beizubehalten, da wegen brochenen, 22 Deutsche Meilen langen Wasserweges auf des Mangels an Leuten und des allzu kostspieligen Trans- der Luleå-Elf in Angriff genommen hat. portes wenigstens 11 Reichsthaler verausgabt werden mussten, Die Kosten zu diesen Kanalbauten, welche die erwähnte um 10 einnehmen zu können, und zu der Anlage langer Aktien-Gesellschaft übernommen hat, sind veranschlagt zu Wege allzu grosse Kapitalien erforderlich waren. Daher 1.278.000 Thaler Reichsmünze (479.250 Thlr. Preuss. Ct.), suchten sie die Güter wieder los zu werden und der König wozu die Reichsstände von 1862 bis 1863 eine Subvention liess grossmüthig den Kauf rückgängig werden. Nun aber des Staates von 2/3 der Kosten mit 852,000 Thlr. Reichssind vor etwas über zwei Jahren die grossen Besitzungen münze (319.500 Thlr. Preuss. Ct.) bewilligt, die Gesellvon einer Englisch - Schwedischen Aktien-Gesellschaft, „The schaft aber sich verpflichtet hat, nicht allein die Kanäle in Gellivara Company, Limited", gekauft worden, welche, bestimmter Frist zu vollenden und dieselben dem allgemeiversehen mit einem bedeutenden Aktien - Kapital, mittelst nen Verkehr gegen die Erlegung einer verhältnissmässigen Baues einer Eisenbahn von dem Gellivara-Berg bis Norrvik Abgabe zu öffnen, sondern auch die Eisenbahn von Norrvik am linken Ufer der Luleå-Elf, Storbacken gegenüber, und nach dem Berge Gellivara aus eigenen Mitteln zu erferner durch die Kanalisirung der beiden erwähnten Wasser- bauen. fülle in dem Flusse eine bequeme und vor Allem billigere

Darauf hat denn die Gesellschaft die Kanalbauten unter Kommunikation zwischen der Küste und wenigstens dem Leitung des Kapitäns beim Königl. Schwedischen GenieBerge Gellivara herzustellen beabsichtigt, um alsdann die Corps R. Schough schon im November 1864 mit grosser in der That unerschöpflichen Schätze an Eisenstein auszu- Energie in Angriff genommen, aus den südlicheren Provinzen beuten. Ausserdem ist auch bereits 1864 ein Weg von Schwedens Arbeiter in die menschenarme Gegend geschafft

, Storbacken an der Kirche Jokkmokk vorbei bis an den See

zur Erleichterung der Transporte für die Kanal- und EisenVajkijaur, ein 63 Schwedische Meilen langer Weg, mit einem bahnbauten die Dampfschiffe anfertigen lassen, von denen Kostenaufwande von 67.530 RThaler, wozu der Staat 40.000 schon während des vorigen Sommers (1865) das eine von hergegeben hat, hergestellt worden, von wo ab die lange Luleå bis an die Heden-Fälle, das zweite von dort bis an Reihe von Landsee'n, zwischen denen aber immer Trage- die Ede-Fälle und das dritte von hier bis Norrvik, plätze vorhanden sind, eine Erleichterung der Kommunika

Beginn der Eisenbahn, gegangen ist. Um die beiden letz

Einen solchen tion nach dem oberen Lande darbietet.

teren an die Orte ihrer Bestimmung zu schaffen, war man Trageplatz nennt man Márka.

genöthigt, dieselben während des Winters stückweise auf Die 9,316 Schwedische oder 13,42 Deutsche Meilen lange

Schlitten zu transportiren, was bei der Grösse der Fahr

zeuge, jedes mit einer Maschine von 16 Pferdekräften, keine resken Höhen, ein ungemein schöner Platz ist, war sein Lieblings

geringe Mühe machte. In diesem Augenblick sind auch die aufenthalt. Nun widmete er dem allgemein vernachlässigten Norrbotten

Kanalarbeiten ihrer Vollendung nahe und es lässt sich mit seine besondere Aufmerksamkeit und diese Landschaft hat keinem anderen Mann so viel zu danken wie ihm, denn Keiner hat hier mit ei

ziemlicher Bestimmtheit annehmen, dass dieselben noch for genen Kräften so Grosses ausgeführt wie er, er hat eine Menge von

dem Ablaufe dieses Jahres beendigt werden; die EisenSchmelzhütten, 130 Ansiedelungen, Meilen lange Wege u. s. w. angelegt. Aber leider hatte er seine Kräfte allzu hoch veranschlagt,

bahnbauten aber, zu denen bereits 1865 die Vorarbeiten Missrechnungen und zustossende Unglücksfälle bewirkten seinen ökono

begonnen haben, werden ebenfalls mit aller möglichen mischen Ruin und es blieb ihm von seinem früheren sehr bedeutenden Vermögen nur ein kleines Gut, welches ihm nicht genommen werden

Kraft betrieben, so dass auch diese schon im Laufe des konnte, da es ein Fideikommiss war, und ihn nebst einer kleinen Pension

Jahres 1868 beendigt sein werden und die ganze Linie vom Staate in seinem Alter wenigstens vor Noth schützte.

[ocr errors]

an den

[ocr errors]

Luleå-Norrvik-Gellivara dann dem Verkehr wird eröffnet werden können.

Die beiden Kanäle, jeder mit einer bestimmenden Schleuse, sonst aber ohne Schleusen, gleich den ElbingOsteroder Anlagen mit geneigten Ebenen, sind in ihren Dimensionen ganz gleich. Sie sind bestimmt für Fahrzeuge, welche 80 F. lang und 10 F. breit sind, 4 F. tief gehen und eine Tragfähigkeit von 1400 Centner (à 100 Schwedische oder circa 91 Preuss. Pfund) besitzen. Daher ist die Bodenbreite der Kanäle bestimmt zu 20 Fuss ausser Stellen, wo man gezwungen war, bedeutendere Höhen zu durchstechen. Diess ist bei dem unteren, 28.400 F. langen Kanal an den Hede-Fällen der Fall auf einer Strecke von

7200 F., wo der Kanal durch eine Höhe von 35 F.

gegraben ist und wo man zur Ersparung von Kosten die Bodenbreite auf 14 F. eingeschränkt hat; doch ist in der Mitte ein Begegnungsbassin gegraben, damit zwei Fahrzeuge bequem an einander vorbeikommen können. Derselbe Fall tritt bei dem oberen, 9350 F. langen Kanal bei den EdeFällen ein, wo der Kanal ebenfalls auf einer Strecke von 3200 F. nur eine Bodenbreite von 14 F. hat. Die geringste Tiefe beider Kanäle ist auf 5 Fuss bestimmt.

Die Anlagekosten sind für den längeren unteren Kanal zu 966.000 und für den oberen zu 312.500 RThaler, Summe 1.278.500 Thaler Schwedischer Reichsmünze, veranschlagt.

an

Über die Gestalt des Äquatorial- oder Antipolar-Luftstroms. Einige Worte zur Verständigung über das geographische Windsystem, zumal in Bezug auf das „Drehungs - Gesetz”.

Von A. Mühry.

Fortgesetzte Untersuchungen über das allgemeine Windsystem') haben, in ihrer Methode der möglichst umfassenden geographischen Zusammenstellung der Thatsachen mehr und mehr selbstständig werdend, schliesslich zu einer Vorstellung vom tellurischen System der Winde geführt, wenigstens in den Grundzügen, das vor Allem in dem Zusammenstimmen der Thatsachen (zumal auch in der Bestätigung durch das Regensystem) seine Gewähr findet. Aber es darf auch nicht der richtigen Theorie entbehren. In Bezug hierauf ist im letzten kurzen Kapitel: „Einige Grundlehren der Anemologie", folgendes Axiom vorangestellt:

„1. Jede grössere und dauernde Luftströmung hat zu ihrer Motivkraft Aspiration, ist ein Aspirations - Wind. – Impulsions-Winde von irgend beträchtlicher Ausdehnung und Dauer giebt es in der grossen freien Natur nicht (nur lokale kommen vor, z. B. bei Lawinen, Explosionen u. a.), denn die kompressible und elastische Luft der Atmosphäre setzt solchen sehr bald zunehmende Hindernisse entgegen, noch weniger ist überhaupt ein diametrales Entgegenwehen von Winden möglich.

,,2. Die Motivkraft oder der Aspirations-Raum eines jeden grösseren Luftzuges befindet sich also an dessen vorderem Ende, liegt vor dem Winde.

„3. Ursache der Aspiration ist sowohl primär wie sekundär ein Raum mit dünnerer oder zumal mit dünner zu werden

in Begriff seiender Luft, also Rarität, Rarificirung der Luft. Der allgemeinste Faktor der Luftverdünnung ist Erwärmung einer Stelle mit Ascension und die hier entstehende primäre Aspiration ruft gleichzeitig eine sekundäre hervor, d. h. am Orte der Herkunft der fortgezogenen Luft eine Ersetzung, und diese Kompensation ist ebenfalls eine Aspiration und genau so stark wie die primäre. So entsteht und wird unterhalten eine Cirkulation, in welcher der kompensirende Arm meistens der wärmere, leichtere und höher liegende ist.”

Obiges anemologisches Axiom, welches zugleich ein Ergebniss ist von unseren Untersuchungen über das Windsystem und auch rückwirkend die theoretische Grundlage des von

uns erkannten, auf der Erde bestehenden Windsystems bildet, verstösst in mehreren Punkten darauf ist der Verfasser dieser Zeilen erst später aufmerksamer geworden gegen eine anerkannt herrschende sogenannte mathematische Vorstellung von der Gestalt und dem Verhalten des rückkehrenden Passats (oder Äquatorial-Stroms, Anti-Passats, Anti-Polarstroms) und damit vornehmlich auch gegen das berühmte, „für heilig geltende", aber auch, „aufrichtig bekannt, nicht klar zu verstehende” „DrehungsGesetz der Winde”, wie auch gegen die damit zusammenhängende Vorstellung vom Vorgange bei den Passatwechseln und gegen eine Theorie der Stürme. Es ist daher nothwendig, nach der Seite hin, wo solche Einsprache, aktiv oder passiv, laut oder still, sich geltend macht, sich zu wenden und mit einigen Worten sich zu rechtfertigen und zu verständigen. Geschähe diess nicht, so würde daraus leicht ein Aufgeben der theoretischen Grundlage für unser

[merged small][ocr errors]
« ZurückWeiter »