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Allgemeine statistische Übersieht der Kolonien und Besitzungen des Britischen Reichs für das Jahr 1863 ').

(Nach den „Statistical Tables relative to the colonial and other possessions of the United Kingdom,' Part X".)

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30. April 1863 endenden Jahr betrugen sie: Einnahme 45.143.752, Ausgabe 44.053.122 Pfd. St., Schiffsverkehr 3.338.506 Tonnen, Einfuhr 43.141.351, Ausfuhr 48.970.785 Pfd. St.

«) Ober-Canada hat 121.260 Engl. QMln. und (1865 geschätzt) 1.655.022 Bewohner, Unter-Canada 210.020 Engl. QMln. und (1865 geschätzt) 1.226.840 Bewohner. Nach dem Census von 1861 betrug die Bevölkerung beider Canadas 2.507.657 Seelen.

*) Schätzung von 1863. Der Census von 1861 ergab 80.857 Seelen, darunter 305 Indianer.

') Census von 1857.

') Zählung von 1863, ohne die auf 45.000 bis 50.000 geschätzten Eingebornen.

s) Das Areal der Vancouver-Insel wird im Census-Bericht von 1861 auf circa 14.000 Engl. QMln. angegeben.

*) Schätzung der Bewohner Europäischen Ursprungs im J. 1863. Die Zahl der Eingebornen giebt der Census-Bericht von 1861 auf 18.000 an, Grant (1857) auf 17.000.

,0) Schätzung von 1863. Der Census von 1861 ergab 11.781.

") Über das Areal der Britischen West - Indischen Inseln findet man in den offiziellen Publikationen die widersprechendsten Angaben. Vgl. Behm's „Gcogr. Jahrbuch" 1866, S. 115. Sorgfältige Berechnungen thäten hier dringend Noth.

u) Zählung vom 31. Dezember 1862.

,3) Schätzung vom 31. Dezember 1863.

") Im Jahre 1863.

") Die Bevölkerungszahlen nach Schätzungen vom31.Dezbr. 1863.
") Ohne die auf 15.000 Seelen geschätzten Eingebornen.
") Nach den einzelnen Provinzen zählte man 1863:

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Das Fällen eines Brasilianischen Urwaldes.

Unter dem Titel „Aus der Bai von Paranagua" ') hat der Maler Julius Platzmann eine kleine Anzahl lebendiger, anspruchsloser Schilderungen Brasilianischer Wilduiss herausgegeben. Als Beispiel geben wir folgenden kleinen Abschnitt.

Aus der landschaftlichen Beschaffenheit unserer Küstengebiete, wie sie sich, versteckt von Wald und Wasser, in endlosen Verzweigungen unterhalb der weit landeinwärts liegenden Gebirgsketten ausbreiten, hat man sich vor Allem den Begriff Feld ganz hinwegzudenken. Hält es doch schwer, das kleinste Stück Land 3 Monate lang vor der Überwucherung des allmächtig auftretenden Pflanzenwuchses zu schützen. Wald war und ist jede Oberfläche, welche die See nicht fortwährend überspült. Wald wird wieder jede Oberfläche in unglaublich kurzer Zeit. Nach 10 Jahren steht auf einstigen Kulturen bereits hoher Capoero, Nachwuchs, der merkwürdiger Weise zumeist aus prachtvoll blühenden Melastomaceen besteht. Da der nachgewachsene Wald ein abermaliges Niederlegen nicht lohnt und eine Verbesserung des Humus durch animalische Düngstoffe bei fast vollständiger Ermangelung desselben unmöglich ist, muss nothwendig zur Anlegung einer Pflanzung immer wieder an den Urwald gegangen werden, die Jungfrau, welche die Bekanntschaft des Eisens noch nicht gemacht hat. Und ich möchte fast fragen, wer einen grösseren Kraftaufwand aufbietet: der Knecht, welcher mit Pferden und Pflug den ebensten Acker umlegt, oder der so oft mit Unrecht für trag gescholtene Brasilianer, welcher Jahr aus Jahr ein nicht den Muth verliert, das spärliche Erdreich zwischen den voluminösen Stämmen eines halb gefällten und halb stehen gebliebenen Hochwaldes zu benutzen? Doch kann nicht gleich zum Beile gegriffen werden. Die erste Hand wird an den Mato virgem (foret vierge) mit der Espada, einem hackenden Säbelmesser, gelegt. In den geübtesten Händen tanzt und springt dieses Instrument rechts und links, hoch und tief zwischen den grösseren Stämmen herum, löst die Taue und haltenden Fäden des Schlingpflanzennetzes, welches den Wald durchzieht, und wirft so in einem Zustande der Aufregung dessen, der es führt, ein Heer von Epiphyten, ein Wirrsal von Unterholz nieder. Ingwerartige und ananasartige Stauden, Begonien, Farnkräuter, Piperaceen, Cyklantheen, kletternde Aroideen, junge Palmen und aufwachsende Bäumchen, kurz, botanische Schätze aller Art Bind unbarmherzig klein zu hacken, zahllose, meist senkrecht niederhängende Wurzelfäden oder grossbogige Banken gewaltsam herabzureissen. Erst nach langem derartigen Wirthschaften im Inneren des Waldes wird das Terrain sichtbar und lassen sich die zu fällenden Stämme, sauberlich abgeputzt, zählen. Das Fällen selbst geschieht in der Höhe, wie es einem mit der Axt hantirenden Manne bequem ist. Sich zu bücken, liebt der Brasilianer nicht. Daher in seinen Pflanzungen die leidigen, 2 Ellen hohen, platzraubenden Wurzelstöcke. An ein Ausroden denkt, ja darf wohl hier Niemand als an ein Ding der Unmöglichkeit denken. Der Brasilianer leistet Ausserordentliches mit der Axt. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzusehen. Zwölfjährige Knaben machen sich lachend an Stämme von enormem Umfange und bewältigen sie in wenigen Stunden. Der bevor

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stehende Sturz wird mit solcher Sicherheit berechnet, dass die Füllenden sich weder verstecken noch zurücktreten. Jedoch kann ein unvorhergesehener Fall eintreten, wenn versteckte Sipos, Lianen, die Krone des Baumes zurückhalten, welche dann im Fallen eine andere Richtung annimmt oder Aste aus den Nachbarkronen mit herunterreisst. Ich hörte in 5 Jahren von keinem Unfall. Die Holzfäller haben ein Sprichwort: Quem de modo corre, de medo morre (in den Tod rennt, wer in Noth rennt). Flinker, hurtiger, ja vergnügter denn diese nie betrübten Naturkinder kann man kaum Jemanden arbeiten sehen. Die grössten Bäume zerschmettern- sich im Falle. Der Wald liegt da, ein unzugänglichstes, strakliges Gewirre. Nur der seines Gleichgewichtes Gewisse darf sich von Zweig zu Zweig, wie von Brücke zu Brücke, hoch über dem darunter liegenden Boden hinwageu. Während die eines Anhaltes bedürftigen Hände grausame Dornen berühren müssen, laufen die Füsse Gefahr, in noch schrecklichere Bewaffnungen abzugleiten zwischen grässlich geschrammten und zersplitterten Baumkronen, welche im Hinwelken gigantischen, über einander geworfenen Hirschgeweihen zu gleichen anfangen. Einen erfreulichen Gegensatz zu dieser, der Zerstörung geweihten Unordnung bietet der ringsum blossgelegte, gleichsam im Durchschnitt sich präsentirende Wald. Zum ersten Mal küsst der Sonnenstrahl die jungfräulichen Beize einer feuchten Schattenwelt; war er es doch gewesen, der der Pflanze stumme Sehnsucht über die Erde emporgehoben hatte. War dort Alles schon Vernichtung und unvermeidlicher Tod, so ist hier Alles noch Leben und Aufbau. Da stehen in herrlichen Exemplaren der Tropen edelste, höchste, schönste Laubbäume; auf ihren Gipfeln noch wunderbarste Gärten von oft ganz heterogenen PÜanzenelementen, sich übermüthig sonnend, als hätte ein Zauberer sie da hinauf gesetzt. Da steht die Jicara-Palme, deren weisser, glatter, schlanker Stamm, von der kurzen grünen Kohlsäulc überragt, seine sanft sich senkenden Wedel gleich mächtigen, schlicht zweiseitswendigen Straussenfedern ausbreitet. Da steht die Palme Iudaja, welche dagegen au weit kräftigeren, 24 Fuss laugen Blattstielen ihre geraden Fiedern hahnenfederartig in der senkrechten Ebene entfaltet. Da steht die in schwarzen Stacheln starrende Braja-uva; die gleichfalls bewaffnete kleinere Tucum-Palme, deren Fiedem den Blattstiel mit Unterbrechungen in sich rhythmisch wiederholender Verschiedenheit ihrer Richtungen besetzen und vorzüglichen Hanf liefern. Da stehen noch kleinere Palmen, die gefiederte Guamiova und die uns einzig und allein gegen den Regen schützende Guaricanna. Doch auch dieser Herrlichkeit, auf der unsere Augen jetzt fast zu lange verweilten, droht nahes Verderben. Für den dazwischen aufgehäuften Holzstoss giebt es kein anderes Schwert als die einäschernde Kraft der Feuerzungen. Im erst nach Monaten dürren Holze von anfachenden Winden geschürt, prasselt die Lohe, rasselnd, funkensprühend, knackernd, flackernd, bei einer fast donnernden Heftigkeit des Luftzuges, unter aufqualmeuden, vielgestaltig sich überwälzenden und hin weggeführten Rauchmassen ihr Amt verrichtend, zum Himmel empor. Prompt ist es verrichtet und bald hängen die letzten Rauchwolken, gleich abziehenden Geistern, als blaue Flocken an ewig grünen, unveränderten Waldabhängen. Ist der Blick nicht mehr behindert, so sieht man in eine traurige Feuerstätte,

in der oft noch ungeheure Stämme halb verkohlt herumliegen, in der sehr viel unverbranntes, aber tüchtig angerusstes Holz und Geäst, stets noch alle angebrannten Baumstumpfe zu sehen sind. Die Umgebung steht versengt auf unversehrtem Waldeshintergrund, der durch seine Feuchtigkeit allein dem sonst so furchtbaren Elemente einen unbezwinglichen Damm entgegensetzte.

Die Orangen und ihre Verbreitung.

Die Orangen (Limoneu, Citronen, Pomeranzen) sollen schon im grauesten Alterthum in Europa bekannt gewesen sein, allein ihre erste ganz sichere Erwähnung finden wir bei Theophrast, also waren sie vor dem 4. Jahrhundert kaum den Griechen bekannt. Die goldenen Äpfel der Hesperiden, welche Herkules für den König Eurystheus in Mycene holte, waren keineswegs Orangen, sondern ohne Zweifel Quitten, da der Baum auf dem Basrelief im Mediceischen Garten in Rom, an welchen sich Herkules mit dem goldenen Apfel in der Hand anlehnt, kein Orangen-Baum, sondern ein Q,uitteu-Baum ist. Die Gärten der Hesperiden lagen im Westen von Griechenland, also vielleicht in Marokko oder Tripolis, dort wuchsen im Alterthum schon Orangen, aber wie sind sie dorthin gekommen, da ihr ursprüngliches Vaterland, wenigstens das der Pomeranzen, China ist und in damaliger Zeit sicher nocli keine Verbindung beider Länder bestand? Dass die drei Töchter der Hesperis die Orangen von Nord-Afrika nach Italien verpflanzt, ist eine durchaus irrige Ansicht, wie auch jene, dass diese von Mauritanien erst nach Persien und dann nach Griechenland und Italien verbreitet seien. Zu Juba's Zeit, also vor Christo, waren die Orangen in Mauritanien allgemein verbreitet und es geschah die Einführung vielleicht durch die Ost-Indischen Malaien, die sehr früh nach Ost-Afrika auswanderten. Dann sind vielleicht die Orangen zugleich mit der Banane nach Afrika gekommen und etwa von Mozambique aus allmählich nordwestlich über Abessinien nach dem Norden gelangt. Wahrscheinlicher ist, dass sie aus Persien eingeführt sind, wo sie sicher schon im 4. Jahrhundert v. Chr. kultivirt wurden. Audi könnten sie zur Zeit der Ptolemäer, wo direkter Verkehr mit Ost-Indien bestand, eingeführt sein. Nach Theophrast wuclisen sie in Medien allgemein und Messen danach Modische Äpfel, sie wurden nur des Wohlgeruchs wegen geschätzt, auch in die Wäsche und Kleidung gelegt, um Motten und schädliche Insekten abzuhalten. Griechen und Römer nennen den Orangen-Baum Citrus. Dieses Wort (Kitriou) und C'edrus (Kcdros) waren in der ursprünglichen Bedeutung nicht verschieden und bezeichneten wohlriechende Hölzer. Später scheint man für den Orangen - Baum Citrus und für hohe Juniperus- Arten und ähnliche Gehölze, die sonst auch Thya und Thyon hiessen, Cedrus festgehalten zu haben, doch verwechselt Plinius noch beide Namen mit einander. Die Wurzel von Cedrus und Citrus kennt man nicht: sollte vielleicht das Hebräische Etrodsch und das Arabische Utrundsch desselben Ursprungs sein? Welche Art Orangen in jener frühen Zeit in Persien kultivirt wurde, geht aus den Schriften der Alten nicht hervor. Die fein schmeckende Apfelsine konnto es nicht wohl sein, man hält sie für den Cedrat, den Linne mit der Limone unter Citrus medica vereinigt. In Syrien kultivirt man eine sehr wohlriechende Sorte des Cedrates, Etroy, dessen sich die Juden noch jetzt bei dem Laubhüttenfest bedienen. Sehr schön wird derselbe auf dem Libanon und iu der Stadt Der el-Kamar gezogen. Dieser Cedrat soll auch der Apfel Adam's im Paradiese gewesen sein und wird auf Theophrast's Medischen Apfel gedeutet, er scheint nicht so weit im südlichen Orient verbreitet gewesen zu sein wie die Limonen und Pomeranzen. Im forden Ost-Indiens soll er wild wachsen. Jetzt kultivirt man in Syrien eine geruchlose und eine sehr wohlriechende Sorte. Im Sanskrit heisst der Cedrat Bischa Pura oder Bischuri, bei den in Ost-Indien lebenden Persern Turcre und Utrej. Nach Decandolle soll der Cedrat-Baum den Juden erst unter der Römischen Herrschaft bekannt geworden sein, möglicher Weise auch schon während der Babylonischen Gefangenschaft. Indes» ist der wohlriechende Codrat wahrscheinlich ein Blendling des geruchlosen mit der Pomeranze. Der Name Orange von Aurantium und aurnm soll sich auf die Farbe der Früchte beziehen — eine ganz irrthümliche Annahme. Im südlichen Orient heisst die Bittere Orange oder Pomeranze (Pomum aurantium) Narendsch oder Narindsch, im nördlichen Ost-Indien, im Himalaya kommt sie wild oder verwildert vor. Das Wort Narindsch ist ludischen Ursprungs. Für Limone gebraucht man daselbst das Wort Limum, das aus dem Sanskrit entnommen. Der Baum wächst im nördlichen Ost-Indien und kam frühzeitig nach Westen. Die Apfelsinen sind erst durch die Kultur aus den Pomeranzen entstanden und wurden erst durch Entdeckung des Seeweges nach Ost-Indien bekannt, früher werden sie nicht erwähnt. Während also Pomeranzen, Limonen , Ccdrat von Osten her bekannt wurden, kamen die Apfelsinen oder Süssen Pomeranzen von Westen her und verbreiteten sich von Portugal über Spanien, Frankreich, Italien und weiter. Sie heissen auch China-Äpfel, Citrus chinensis. Der Italiener Gallesio unterscheidet die Süsse Pomeranze, Citrus aurantium sineuse, und die Bittere, Citrus aurantium indicum. Als vor 3 Jahrhunderten die Zwergform der Pomeranze direkt aus China eingeführt wurde, trug man das Prädikat sinensis auf sie über und Persoon nimmt sogar Citrus sinensis als eigene Art an. Das beste ältere Werk über die Orangen ist von Ferrari 1646 zu Rom erschienen. Er führt auf den Cedrat-Baum, CitroncnBaum und den Pomeranzen - Baum und beschreibt deren einzelne Varietäten. Die Zwerglimonen waren aus UnterItalien eingeführt und heissen Calabrische. Eine dieser Zwerglimonen wird in Nord-Deutschland als Citrus chinensis kultivirt. Ferrari beschreibt unter Aurantium sinense unsere myrtenblättrige Orange, C. myrtifolia. Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts gab der Nürnberger Volkamar Nürnbergische Hesperides heraus in zwei starken Foliobänden, worin 19 verschiedene Cedrat-Bäume, 80 Limonen - Sorten und 40 Pomeranzen beschrieben werden. Unter letzteren linden sich Zwerg-Sorten vom Garda-See und zwar Citrum aurantium chinense, welches vielleicht Fortunc's Citrus japonica im nördlichen China ist. Gallesio veröffentlichte seine Abhandlung über Citrus 1811, Risso die seinige schon ein Jahr früher. Letzterer unterscheidet 8 Arten. Die Bergamotten (C. bergamia) haben kleine weisse, sehr wohlriechende Blüthen, hellgelbe oder gelbgrüne Früchte von mittlerer Grösse und feinstem Wohlgeruch, fast ganzrandige Blätter. Die

Limetten (C. limetta) dagegen haben wie die echten Citronen deutlich gesägte Blätter, kleine weisse, wenig riechende Blüthen und an der hellgelben Frucht eine Warze. Die Pompelnüsse (C. pompelmos) sind gewiss aus einer Kreuzung der Orangen mit den Cedraten hervorgegangen. Ihre grossen Blätter haben entfernt stehende Randzähne und einen geäugelten Stiel, die blendend weissen Blüthen sind sehr gross und die hellgelben Früchte haben ein schwammiges Fleisch. Die Lumien (C. lumia) haben Wachsthum und Blätter der Limonen, aber grosse, nach aussen röthliche Blüthen. Als Limonen (C. limonium) bezeichnet Risso die Orangen-Bäume, welche unsere Citronen liefern, also hell gefärbte, längliche runzelige Früchte mit saurem Safte, mit massigen, reichlich gefärbten Blüthen, viel Staubgefässcn und gesägt-randigen Blättern. Die Cedrate (C. medica) bilden grosse Bäume mit kurzen Ästen und schmalen Blättern und mit nach aussen mehr violetten Blüthen, sehr grossen Früchten, deren dicke Schale mit dem Fleische fest zusammenhängt und nur ein kleines Kernhaus cinschliesst. Die Apfelsinen (C. aurantium) zeichnen sich durch ganzrandige oder nur schwach gezähnelte Blätter mit geflügeltem Stiel, durch blendend weisse Blüthen und orangenfarbene runde Früchte aus. Die Bigaradien oder Bitteren Pomeranzen (C. bigaradia) werden nicht so hoch wie die Apfelsinen, haben breitere Blätter, geflügelte Blattstiele, grössere wohlriechende Blüthen, nur 20 .Staubgefässe und rundliche orangenfarbene Früchte mit bitterem Saft. Ursprünglich scheinen nur zwei Arten überhaupt, Citronen und Pomeranzen, existirt zu haben und alle übrigen sind durch Kultur aus diesen entstanden.

(Wochenschrift für Gärtnerei- unil Pflanzenkunde.)

Woldemar Schultz.

Wir haben die traurige Pflicht, mit leiderfülltem Herzen in diesen Blättern anzeigen zu müssen, dass am 12. Juli Herr Woldemar Schultz, Ober-Lieutenant in der Königl. Sachs. Leibbrigade, auf Schloss Hradek iu Böhmen seinen in der Schlacht bei Königgrätz erhaltenen Wunden erlegen ist. Der Verstorbene, ein treuer Mitarbeiter unserer „Geogr. Mittheilungen" (s. 1859, S. 126, 1860, S. 159, u. s. w.), hat sich durch seine Reisen und Forschungen in Brasilien so wie insbesondere durch seine sauber ausgeführten kartographischen Arbeiten über die südlichen Theile dieses ausgedehnten Landes einen achtungswerthen Namen in der geographischen Literatur erworben. Schultz kam am 30. September 1858 in Rio de Janeiro und Mitte Dezember in Porto Alegre an, besuchte in Begleitung des Baron O'Byrn die Deutsche Kolonie Sau Lcopoldo und drang später nach Norden bis zum Uruguay vor. Die beiden Reisenden durchzogen unter mancherlei Beschwerden und Entbehrungen das Municipium von S. Borja (Ankunft in S. Borja am 4. Februar 1859), besuchten die Brasilianischen Missionen, bewunderten die Ruinen der umfangreichen und erhabenen Bauwerke der Jesuiten und erreichten am 25. März 1859 nach zehnwöchentlicher Reise und nachdem sie 260 Legoas zurückgelegt hatten, Rio Pardo, von wo sie später nach Porto Alegre, Santa Catharina und Rio de Janeiro zurückgekehrt sind. Schultz hat die Freude gehabt, bei Lebzeiten seine Hauptarbeiten vollenden und ihre Anerkennung mit erleben zu können. Die von ihm erschienene Monographie über SüdBrasilien („Studien über agrarische und physikalische Verhältnisse in Süd-Brasilien in Hinblick auf die Kolonisation und die freie Einwanderung, mit einem Atlas". Leipzig, Ernst Jul. Günther, 1865) hat in der Deutschen Presse (vergl. Allgem. Auswanderungs-Zeitung 1865, Nr. 40, 41, 42, 43, Naturwissenschaftliches Literaturblatt zu „Natur", Nr. 1, "Wissenschaftliche Beilage zur Leipziger Zeitung, Nr. 78, Ausland, Nr. 48 u. s. w.) eine so verdiente wohlwollende Aufnahme gefunden, dass wir nicht anstehen, diese den Stempel Deutscher Sorgfalt und Gründlichkeit durchweg tragende Arbeit unseres verstorbenen Landsmanns den auf eigenen Anschauungen beruhenden Berichten der Deutschen Gelehrten und Reisenden v. Humboldt, v. Bonpland, Max v. Wied, v. Langsdorf, Eschwege, Spix, Martius, Pohl, Pö'ppig, Beske, Helmerich, Dr. Müller, Burmeister, Ave Lallemand u. s. w. als würdige Ergänzung in Betreff der Erforschung des Landes u. s. w. anzureihen. .Diese erwähnte ausgezeichnete und fast erschöpfende Monographie über Süd-Brasilien ist für die Deutsche Auswanderer-Frage ein höchst bedeutungsvolles Buch, das nicht nur auf Grund eigener Anschauung und unmittelbarer Erfahrung die Lichtund Schattenseiten der Deutschen Kolonien jener Länder treu schildert, sondern auch zugleich durch den damit verbundenen, sehr korrekt und sauber gearbeiteten Atlas einen hohen Werth für den Geographen erlangt. Der genannte Reisende ist unter Anderem auch in Folge seiner kartound topographischen Arbeiten über Brasilien vom Kaiser mit dem Brasilianischen Rosenorden geschmückt und zum korrespondirenden Mitglied der K. K. Geologischen ReichsAnstalt in Wien ernannt worden.

Woldemar Schultz arbeitete sehr Üeissig, sauber und sorgsam und war in jeder Beziehung ein strebsamer und liebenswürdiger Mensch, dessen Gemeinnützigkeit und Aufopferungsfähigkeit für das Allgemeine keine Grenze kannte. Seine Humanität, seine Menschenfreundlichkeit erwarben ihm die Liebe und Verehrung Aller in seltenem und hohem Grade. Der Verein für Erdkunde zu Dresden, der an ihm einen seiner Gründer und eifrigsten Beförderer verliert, hat ihm einen Nachruf in einem Dresdner Blatt gewidmet, in dem es mit Recht heisst: „Die freundliche Bereitwilligkeit und die liebenswürdige Bescheidenheit, mit welcher er seine reichen Kenntnisse und Erfahrungen unermüdet zur allseitigen Förderung der Zwecke unseres Vereines verwerthete, sichern ihm in demselben für immer ein ehrendes und dankbares Andenken." (A. Z.)

Geographische Literatur.

Vorbericht.
Geographische Werke ans Buenos Aires seit 1812.

Ein von den geographischen Reisen, Gesellschaften und Publikationen der Gegenwart handelnder Aufsatz in dem kürzlich ausgegebenen ersten Band von Behm's Geographischem Jahrbuch erwähnt gelegentlich seines Versuches, den Umfang der gegenwärtigen geographischen Literatur numerisch zur Anschauung zu bringen, dass man in einer Zusammenstellung aller wichtigeren in Buenos Aires seit 1812 erschienenen Werke (im Ganzen 110 Nummern), welche

Trübner's „American and Oriental Literary Record" (Nr. 9) enthielt, ausser dem bekannten Sammelwerk von Pedro de Angelis nur 6 geographische Schriften zähle. Ganz neuerdings bringt aber jene vortreffliche bibliographische Zeitschrift in Nr. 14 einen reichhaltigen Nachtrag zu der erwähnten Zusammenstellung, wodurch sich das Verhältniss etwas günstiger gestaltet. Der Nachtrag enthält unter 147 Titeln die von 15 geographischen Schriften, beide Verzeichnisse haben demnach 257 Nummern und darunter 22 geographische. Für den langen Zeitraum seit 1812 ist diess freilich immer noch sehr wenig und es widerstreitet diese Berichtigung keineswegs der a. a. 0. aufgestellten Behauptung , dass die geographische Produktion der ausser-Europäischen Länder nur sehr gering sei. Da manche der in den Trübner'schen Listen aufgeführten Werke in Europa nicht einmal ihrem Titel nach bekannt sein dürften, so ist vielleicht ein Auszug säramtlicher Geographica, wie er im Nachstehenden gegeben ist, nicht ohne Nutzen. Albarracin, S.: Apnntet sobre las islas del Delta Arjentino. 8", 148 pp.

Buenos Aires 1860. 5 s.

Alberdi, J. B.: Memoria descriptiva sobre Tucuman. 8°, 34 pp. Buenos

Aires 1834. 6 s.

Angelis, P. de: Coleccion do obras y documentos relativos a la bistoria

antigua y moderna de las provincias dcl Rio de la Flata. 6 vols.

Fol. Buenos Aires 1836—37.

Enthält eine grosse Reihe von alteren Reisebeschreihungen, Itinerarien, geographischen Abhnndlungen, statistischen und topographischen Dokumenten. Azara, F. de: Diario de la navigacion y reconoeimiento del Rio Tebi

cuari. 4°, 44 pp. Buenos Aires 1836. 5 s.

Corncjo, Cor. Don J. A. F.: Diario de la primera expedicion al Cbaco,

emprondida en 1780. Fol. 46 pp. Buenos Aires 1837. 6 s.

Falkner, T.: Descripcion de Patagonia y de las partes adyacentes de

la America meridional. Escrita en Ingles. 4", 64 pp. Buenos Aires

183S. 5 s.

Garcia, f. A.: Diario de un viage a Salinas Grandes, en los campos

del Sud de Buenos Aires. 4°, 94 pp. Buenos Aires 1836. 6 s.

Heusscr y (i. C'laraz: Knsayos de un reconoeimiento geognostico-fisico de

la provincia de Buenos-Airos. 1. La Cordillera. 4°, 20 pp. Buenos

Aires 1863. 3} s.

Lamas, A.: Coleccion de memorias y documentos para la historia y la

jeografia do los pucblos dol Rio de la Plata. Tomo I. 4°, 640 pp.

Montevideo 1849.

Larsen, J. M.: Amdrica antecolombiana 6 sea noticias sobre algunas interesantes ruinas y sobre los viages en Amdrica anteriores a Colon. 8°, 270 pp. Buenos Aires 1866. 12 s.

Malespina, D. Alcj.: Tablas do latitudes y longitudes de los prineipalea puntos del Rio de la Plata, nuevamente arregladas al meridiano que pasa por lo mas occidental do la Isla de Ferro. Fol. 16 pp. Buenos Aires 1837. 24 s.

Matorras, D. Ger.: Diario de la expedicion hecha en 1774 a los paises dcl gran Chaco, desde el fuerte dcl valle. Fol. 48 pp. Buenos Aires 1837. 5 s.

Provinces de la confederation Argcntine et Buenos-Ayres; description generale de cos pays sous le rapport geographiquo, historique, commercial, üidustriel et sous eclui de la colonisation. 8°, 154 pp. 1856.

34 s.

Quesada, V. G.: La provincia de Corrientes. 8°, 114 pp. Buenos Aires 1857. 6 s.

Quiroga, J.: Descripcion del Rio Paraguay, desde la boca del Xauru hasta la confluencia del Parana. 4°, 22 pp. Buenos Aires 1836. 2 j s.

Registro estadistico del estado de Buenos Aires, 1854—1863. 19 vols. (mit 3 Karten). Fol. Buenos Aires 1854—1863.

Reyes, Don J. M.: Descripcion geogräfica del territorio de la repüblica oriental del Uruguay acompanada de observaciones geologicas y cuadros estadisticos, con un atlas topografico de los departamentos del estado. 2 vols. 4°, 390 pp. Montevideo 1859. 3 Pf. St. 3 s.

Sarmiento, D. F.: Viajes en Europa, Africa y America. 2 vols. 8°, 390 u. 278 pp. Buenos Aires 1854. 21 s.

Sastre, D. M.: El tempe Arjentino 6 delta de los rios Uruguay, Parana y Plata. Cuarta edicion. 8°, 200 pp. (mit 1 Karte). Buenos Aires 1865. 6 a.

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