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kann erst dann von Bedeutung werden, wenn Bolivia mit dem Stillen Ocean durch einen Eisenschienenweg in direkte Verbindung gesetzt, der Handel und die Industrie durch eingefiihrte grosse Kapitale gehoben und der Verkehr dadurch lebhafter wird.

Unter der geringen Zahl der Einwanderer bilden die

Italiener, Spanier und Franzosen die Majorität, während die Deutschen nur sehr spärlich vertreten sind. Im J. 1862 betrug ihre Zahl im ganzen Lande höchstens 80 Mann, die meistens vom Bergbau leben und daher nur die höheren ungemüthlichen Regionen bewohnen.

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Geographische Notizen.
Die Nilquellseen des Ptolemäus.

| Büchse abhängt, so giebt es immer entweder Hungersnoth Professor Fr. Schiern in Kopenhagen schreibt an die

oder Übersättigung entweder Fleisch in Überfluss oder Redaktion der „Annales des Voyages”, dass sich im vierten gar keins. Am häufigsten giebt es knappe Kost, ausser Bande der „Geographiae veteris Scriptores Graeci Minores” wenn reichliches Wild vorhanden ist, wie es weit den Zamvon Hudson (Oxoniae 1712) einige geographische Bruch

besi hinauf der Fall ist. Wir hatten an einem Morgen zwei stücke vorfinden, welche eine Beschreibung des Nillaufes Flusspferde und einen Elephanten, im Ganzen vielleicht nach Ptolemäus geben, aber dabei einige neue Details ent- etliche acht Tonnen Fleisch, und zwei Tage nachher nur halten, aus denen hervorgeht, dass sie aus späterer Zeit

den Rest von wenigen Sardellen zum Mittagsmahl. datiren. Darin wird der östliche Nilquellsee des Ptolemäus

Eines Morgens, als wir an einer ziemlich dicht bewohnten Krokodil - See (twv xpoxodčíhov hipvn), der westliche Se

Gegend vorübersegelten, waren wir erstaunt, neun grosse der Katarakten (ý twv xutapaxtov hiuvn) genannt. Nun Bullen - Elephanten in der Nähe des Strandes stehen zu berichtet aber Baker von zahlreichen, zum Theil grossartigen

sehen, die ruhig ihre riesigen Ohren schwangen. Erfreut Katarakten, die über die steilen Felsenufer des Luta Nzige über die günstige Gelegenheit, etwas frisches Fleisch zu beoder Albert Nyanza herabfallen, und es dürfte diess eine kommen, landeten wir und feuerten nach einem. Sie zogen kräftige Stütze für die Annahme sein, dass wir in dem sich sämmtlich in ein sumpfiges Stück Land zwischen zwei Ukerewe den östlichen, im Luta Nzige den westlichen Nil

Dörfern zurück. Unsere Leute verfolgten sie und feuerten quellsee der Alten zu suchen haben.

auf die Heerde. Auf einem Sandhügel stehend konnten wir die blutenden Thiere mit ihren Rüsseln Wassergüsse über

ihre Rücken schleudern sehen. Die Heerde wurde bald auf Thierbilder aus Süd-Afrika.

uns zurückgetrieben und ein verwundeter lief nach der

Bucht hin, doch versuchte weder dieser noch einer der anEin nicht geringer Reiz von Livingstone's erstem Reise

deren irgend anzugreifen. Nachdem wir ihm mit einer werk, den berühmten „Missionary Travels in South Africa”, lag in den häufig eingestreuten Beobachtungen über das

Büchsenkugel die Beine gebrochen hatten, feuerten wir nach Leben und Treiben der Thiere, die eben so sinnig und mit

ihm auf 40 Yards (120 Fuss) so schnell, als wir die Büchsen

laden und abschiessen konnten. Er schüttelte bei jedem Liebe zur Natur aufgefasst als anmuthig und anspruchslos

Schusse einfach den Kopf und empfing wenigstens 60 Enerzählt waren. Auch in seinem neuen Reisewerke fehlt es

field'sche Kugeln, ehe er fiel. In wenigen Minuten standen nicht an solchen Beobachtungen und sie tragen wesentlich

mehr als 1000 Eingeborne um den hingestreckten König dazu bei, das Buch zu einer unterhaltenden Lektüre zu

der Thiere herum und nachdem unsere Leute Alles, was machen. Als Probe geben wir nachfolgende kleine Schil

sie brauchten, genommen hatten, wurden die Dorfbewohner derungen nach der bei Costenoble in Jena erschienenen Über

eingeladen, das Übrige zu nehmen. Sie stürzten sich darauf setzung von Martin '). Elephanten sind zahlreich an den Ufern des Nyassa

wie hungrige Hyänen und in unglaublich kurzer Zeit war

jedes Striemchen fortgeschafft. Die Stosszähne wogen jeder See's und überraschend zahm, da man sie oft dicht an den Dörfern findet. Flusspferde schwärmen sehr viele in ihrer

62 Pfund. Von den Bewohnern am Nyassa könnte man

das Elfenbein in grosser Menge bekommen und es wurde Gemächlichkeit in den Buchten und Lagunen und im See selbst sieht man bisweilen Heerden derselben. Ihre Zahm

uns häufig gesagt, dass sie es in ihren Hütten hätten.

An einer Stelle des Schire - Ufers standen eine Anzahl heit rührt davon her, dass vergiftete Pfeile weder auf den Elephanten noch auf das Flusspferd eine Wirkung haben.

Elephanten und einer von der Heerde machte sich das

Elephantenvergnügen, Bäume niederzubrechen; er frass nicht Fünf von jedem wurden während unserer Reise geschossen,

das Mindeste davon, sondern stiess sie des reinen Spasses um Lebensmittel zu bekommen. Zwei der Elephanten waren

wegen bloss um und freute sich seiner Stärke. Drei EnWeibchen und hatten jeder nur einen einzigen Stosszahn, auch wurde jeder derselben durch den ersten Schuss ge

field'sche und andere Büchsenkugeln im Kopfe schickten ihn

eiligst und scheinbar mit solcher Leichtigkeit durch das tödtet. Wenn man hinsichtlich der Nahrungsmittel von der

dichte Gebüsch, als ob es nur Gras wäre. Durch diese

gewaltigen Thiere werden eine unermessliche Anzahl Bäume 1) Neue Missionsreisen in Süd - Afrika u. s. w. Autorisirte voll." ständige Ausgabe für Deutschland. Von D. und Ch. Livingstone. Aus

zerstört. Häufig kauen sie die Äste nur der Rinde und dem Englischen von J. E. A. Martin. 2 Bde.

des Saftes wagen.

Als wir an den mit Rohr bedeckten Ufern und niedrigen Inseln des Rovuma vorbei fuhren, war das Hauptgeschäft der Männer die Jagd auf die Senze (Aulacodus Swinderanus) '), ein Thier von der Grösse einer grossen Katze, aber an Gestalt mehr einem Schweine ähnlich. Sie stecken eine Masse Rohr in Brand und stehen, mit Stöcken, Speeren, Bogen und Pfeilen bewaffnet, in Gruppen da, um die Ausgänge zu bewachen, durch welche die aufgescheuchte Senze vor den nahenden Flammen entrinnen kann. Dunkle dichte Massen von undurchdringlichem Rauch wälzen sich nun auf der ganzen unter dem Winde liegenden Seite der kleinen Insel hin und verbergen die Jäger. Zuweilen brechen grosse Massen düsterer Flammen hervor und schiessen brausend, knatternd und knallend weit über das hohe Rohr wild empor. Die erschreckten Thiere stürzen heraus und mitten im Rauche sieht man die aufgeregten Jäger mit rasenden Grimassen herumtanzen und Stock, Speer und Pfeil auf ihre herausgebrannten Opfer schleudern. Über dem Rauche schweben Milane, bereit, über die Heuschrecken (Mantis und Locusta) herzufallen, so wie sie aus dem Feuer springen. Kleine Krähen und Hunderte von Schwalben sind in eifrigem Fluge, stürzen in den Rauch und wieder heraus, um sich flüchtiger Fliegen zu bemächtigen. Massen von Insekten springen in ihrer Eile, dem Feuer zu entrinnen, in den Fluss und die emsigen Fische geniessen einen seltenen Schmaus.

Die Krokodile im Rovuma sind schlimm daran. Noch nie wurden Reptilien so verfolgt und geschoren. Man jagt sie mit Speeren und stellt ihnen Schlingfallen. Wenn eins von ihnen in einen einladenden Teich nach Fischen geht, so findet es bald eine Umfriedigung um denselben geworfen und auf den einzigen Weg aus der Einschliessung eine Schlingfalle gestellt. Ihr Fleisch wird gegessen und schmackhaft gefunden. Die Ufer, an welche das Weibchen in der Nacht seine Eier legt, werden am Tage sorgfältig durchsucht und alle Eier ausgegraben und verschlungen. Unter den wenigen Jungen, die ihren übrigen Feinden entgehen, wüstet und metzelt der Fischhabicht. Unsere Leute standen beständig auf der Lauer nach Krokodilnestern. Sie fanden eins, das 35 frisch gelegte Eier enthielt, und behaupteten, das Krokodil werde in der folgenden Nacht an einer anderen Stelle noch eben so viele legen. Die Eier lagen einen Fuss tief im Sande an der höchsten Stelle eines 10 Fuss hohen Ufers. Das Thier gräbt mit seinem Fusse ein Loch, bedeckt die Eier und verlässt sie, bis ungefähr 3 Monate später der Fluss bis über das Nest steigt, wo es dann zurückkommt und den ausgekrochenen Jungen beisteht. Wir sahen ein Mal im Dezember Tete gegenüber junge Krokodile in Gesellschaft eines alten an einer Insel hinschwimmen. Das Dotter des Eies ist fast eben so weiss wie das wirkliche Weiss. Im Geschmack gleichen sie Hühnereiern, vielleicht mit einem Beigeschmack nach Eierrahm, und wäre es nicht wegen ihres ekelhaften Ursprungs in Menschenfressern, so würden sie von Weissen mit demselben Hochgenuss gegessen werden wie von Schwarzen.

Oberhalb einer Bank im Schire, auf welcher das Schiff 14 Tage lag, wurde ein Flusspferd geschossen; in 3 Stun

den schwamm es oben auf. Als das Boot es herabschleppte, wurden die Krokodile durch das todte Thier angelockt und es mussten mehrere Schüsse abgefeuert werden, um sie abzuwehren. Die Kugel war nicht in das Gehirn des Flusspferdes eingedrungen, hatte aber einen Knochensplitter hineingetrieben. Aus der Wunde kam ein wenig Feuchtigkeit nebst einigem Gas hervor; das war Alles, was den Krokodilen stromabwärts anzeigen konnte, dass es ein todtes Flusspferd gebe, und doch kamen sie Meilen weit von unten herauf. Ihr Geruchssinn muss eben so scharf sein wie ihr Gehör, beide sind ganz ausserordentlich. An dem Fleische, das wir liegen liessen, frassen Dutzende. Unser Krumann, Jumbo,

. pflegte zu behaupten, das Krokodil fresse kein frisches Fleisch, sondern hebe es auf, bis es pikant und zart sei – und je stärker es rieche, desto lieber fresse es dasselbe. Daran scheint etwas Wahres zu sein. Sie können nur kleine Stücke auf ein Mal verschlucken und finden es schwierig, frisches Fleisch zu zerreissen. Beim Schlucken, das wie beim Hunde geschieht, wird der Kopf aus dem Wasser gehoben. Wir versuchten, einige zu fangen, und eins wurde bald geangelt; es erforderte ein halbes Dutzend Hände, um es den Fluss hinauf zu ziehen, die Haifischangel bog sich gerade und es machte sich fort. Hierauf wurde ein grosser eiserner Angelhaken angefertigt, aber da ihn die Geschöpfe nicht verschlucken konnten, drückten ihn ihre Rachen bald' gerade und unsere Krokodilfischerei war verfehlt. Der Zug eines Krokodils war, wie man schon nach der Kraft eines Lachses erwarten konnte, furchtbar stark.

Am Schiffe schwamm der Leichnam eines Knaben vorbei, ein ungeheures Krokodil stürzte auf denselben mit der Schnelligkeit eines Windhundes los, fasste ihn und schüttelte ihn wie ein Dachshund eine Ratte. Es eilten noch andere zur Beute herbei und jedes machte, so wie es wüthend ein Stück abriss, mit seinem gewaltigen Schwanze das Wasser wallen und schäumen. In einigen Sekunden war der Leichnam verzehrt. Das Schauspiel war schrecklich anzusehen. Der Schire wimmelte von Krokodilen; auf einer einzigen Bank zählten wir 67 dieser abstossenden Reptilien, aber sie sind nicht so grimmig wie in manchen anderen Flüssen. „Krokodile”, sagt Captain Tuckey, „sind im Congo in der Nähe der Stromschnellen in solcher Fülle vorhanden und tragen so häufig die Frauen fort, die am hellen Tage zum Flusse hinabgehen, um Wasser zu holen, dass, während sie ihre Kürbisflaschen füllen, gewöhnlich eine von der Gesellschaft grosse Steine ins Wasser werfen muss. Hier wird entweder eine an einer langen Stange hängende Kürbisflasche zum Wasserschöpfen benutzt oder es wird ein Zaun errichtet. Die Eingebornen essen das Krokodil, in uns aber erweckte der Gedanke, das moschusartig riechende, fischähnlich aussehende Fleisch zu geniessen, den Gedanken an Kannibalismus.

Humboldt bemerkt, dass in Süd-Amerika die Alligatoren mancher Flüsse gefährlicher seien als in anderen. Dass auch die Grimmigkeit der Krokodile in einem Theile des Landes grösser ist als in dem anderen '), kommt ohne Zweifel

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1) Das Borstenferkel, ein Süd - Afrika eigenthümliches, zwischen Sumpfbiber und Stachelschwein einzureihendes Nagethier. Siehe Abbildung und Beschreibung in Brehm's Illustrirtem Thierleben, Bd. II, S. 213.

A. P.

1) In seinem früheren Werke machte Livingstone die Bemerkung, dass die Krokodile im Liambye grimmiger seien als in anderen Flüssen, z. B. dem Lieba, auch erwähnt Ladislaus Magyar, dass die Krokodile im unteren Congo die blutgierigsten seien, die er in Afrika angetroffen habe.

A. P.

vom Mangel an Fischen her. Captain Tuckey sagt in der That von dem oben erwähnten Theile des Congo: „Ausser dem Getigerten Hai giebt es hier keine Fische", und wir fanden, dass die Krokodile des Nyassa, die in hellem Wasser und bei einer Fülle von Fischen leben, kaum jemals einen Menschen angriffen. Auch der Schire wimmelt von Fischen vieler verschiedener Gattungen. Die einzige Zeit, wo seine Krokodile besonders zu fürchten sind, ist diejenige, . wo der Fluss Hochwasser hat. Dann werden die Fische von ihren gewöhnlichen Aufenthaltsorten vertrieben und Wild kommt nicht zum Flusse hinab, um zu trinken, da es Wasser genug in den landeinwärts liegenden Teichen giebt. Jetzt treibt der Hunger das Krokodil, den Frauen aufzulauern, die zum Flusse kommen, um Wasser zu schöpfen, und am Zambesi werden jedes Jahr viele fortgetragen. In anderen Jahreszeiten ist: die Gefahr nicht so gross, doch ist es nie sicher, sich zu baden oder zum Trinken niederzubücken, wo man den Grund nicht sehen kann, besonders am Abend. Einer der Makololo lief in der Abenddämmerung zum Flusse hinab und wie er geschäftig war, auf die den Eingebornen eigenthümliche Weise das Wasser mit der Hand in den Mund zu schleudern, kam plötzlich ein Krokodil vom Grunde herauf und packte ihn an der Hand. Glücklicher Weise liess sich der Ast eines Baumes erreichen und er hatte so viel Geistesgegenwart, denselben zu ergreifen. Beide zerrten und rissen, das Krokodil für seine Mahlzeit und der Mann für sein theures Leben. Eine Zeit lang schien es zweifelhaft, ob eine Mahlzeit oder ein Leben geopfert werden müsse, aber der Mann hielt fest und das Ungeheuer liess die Hand los, hinterliess aber die tiefen Spuren seiner grässlichen Zähne in derselben.

Bei einem Krokodil, das geschossen wurde, war ein Stück vom Ende seines Schwanzes abgebissen, ein anderes hatte im Kampfe einen Vorderfuss verloren. Zwischen den Zähnen sahen wir wirkliche Blutegel, wie sie von Herodot erwähnt werden, aber wir sind nie Zeuge gewesen, dass der Regenpfeifer dieselben herauspickte.

für Weinkultur haben. Praktische Erfahrung giebt mir ein Recht zu sagen, dass 1000 Gallonen Wein vom Acker nur ein gewöhnlicher Ertrag sind von sechsjährigen Weinbergen, und was Ihnen unglaublich scheinen wird, ist, dass mich vor wenigen Tagen Mr. James Persian, unser grösster Weinbergbesitzer und erfahrenster Weinzichter, versicherte, er könne in günstigen Jahren einzelne Äcker aus seinen Weingärten auswählen, welche 2000 Gallonen Wein ertrügen. So besonders günstig ist das Klima, dass auch die feinsten Europäischen Trauben-Arten vollkommen gut gedeihen. Die besten Sorten Frankreichs sind bereits reif” u. s: w. Fast 300 Jahre war Kalifornien im Besitze Mexiko's und obgleich die Missionäre in ihren Klostergärten Reben mit gutem Erfolg angepflanzt haben, dachte Niemand daran, diesen wichtigen Kulturzweig auszubreiten und auszubeuten.

Was Kalifornien in dieser Beziehung leistet, könnten viele Gegenden dieses Landes in vorzüglichem Grade leisten. Es ist bekannt, dass für die Weinkultur gewisse geologische Bedingungen vorhanden sein müssen, dass die Rebe Kalk für ihr Gedeihen bedarf, dass Schiefer und Lava der Vegetation günstig, schwerer Thonboden oder leichter Sand ungünstig sind. Aber die grosse Mannigfaltigkeit in den Mischungs-Verhältnissen des Bodens und in den Klimaten, je nach der Erhebung über dem Meere, gestattet eine Wahl für diesen Kulturzweig. Es ist bekannt, dass die Rebe in den nördlichen Theilen des Landes, in Chihuahua, um Parras, im früheren Staate von Durango, auf der Hacienda von Cedros z. B., ausgezeichnet gedeiht; wir haben weisse und rothe Weine dieser Gegenden versucht, welche, obgleich nicht richtig in der Gührung behandelt, feurig und von gutem Geschmack sind. Um Leon wachsen gute Trauben, wenige Meilen südlich von Tehuacan gedeiht die Rebe fast ohne jede Kultur und auf dem Markte von Orizaba werden aus dieser Gegend gute Trauben so billig verkauft, dass sie an Ort und Stelle mit grossem Vortheil zur Weinbereitung benutzt werden könnten.

Nicht sehr fern von der Hauptstadt, in dem schönen Thale von Ixmiquilpan, das der Montezuma-Fluss reichlich bewässert, gedeiht die Rebe ausgezeichnet. Die Eingebornen pflanzen einen Schnittling an einen Baum und lassen ihn wuchern ohne Pflege und Beschneidung. Nie sahen wir eine solche Fülle vortrefflicher Trauben als dort, zu Tausenden ertrug eine Pflanze, ohne dass sich irgendwo die Spekulation dieses Reichthums der Natur bemächtigt hätte. In dem Hause eines Spaniers, der in seinem grossen Gehöfte Reben an Spalieren zog und regelrecht behandelte, tranken wir einen Wein seiner Zucht, der sich dem besten Madeira an die Seite setzen konnte. Er bereitete ihn bloss für eigenen Gebrauch und verkaufte in seiner Tienda schlechten Xeres aus Europa.

Vielleicht dienen diese Notizen, irgend einem Leser dieser Blätter auf einen Kulturzweig hinzuleiten, der bei dem starkeri Konsum von Weinen, den hohen Zöllen und dem theuren Transport sicher ein höchst lukrativer sein wird.

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Weinbau in Kalifornien.
Die Deutsche Zeitung in Mexiko schreibt (3. März 1866):

Nord - Kalifornien, welches erst seit 18 Jahren den Vereinigten Staaten einverleibt ist, hat seine grossen Fortschritte nicht allein den Goldlagern und dem Handel zu verdanken, sondern die Bodenkultur ist in gleichem Grade vorgeschritten und die Produkte des Ackerbaues bilden bereits werthvolle Export-Artikel, vorzüglich nach den nördlichen Territorien an der Südsee bis zu den Russischen Besitzungen hinauf. Die Obstkultur hat in den letzten Jahren solche Fortschritte gemacht, dass grosse Quantitäten von Äpfeln, Birnen und Pfirsichen frisch und getrocknet verschifft werden.

Der Weinbau scheint einen besonders günstigen Boden gefunden zu haben, die Ausfuhr von Trauben nach Norden und Süden ist sehr bedeutend und Deutsche und Amerikanische Pflanzer bereiten einen ausgezeichneten Wein.

In einem Berichte an den ,,Commissioner of Agriculture" in Washington vom 8. August letzten Jahres wird unter Anderem gesagt: „Ich glaube kaum, dass Sie eine genaue Vorstellung von der günstigen Beschaffenheit dieses Landes

Positions - Bestimmungen in British Columbia, Washing

ton - Territorium und Vancouver-Insel. Im Jahre 1858 wurde von der Englischen Regierung eine Kommission nach dem Südwesten von Britisch-Nord

1

Ort.

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Nördl.
Breite.
490 10'

2
49
49 1
49
49 0
49 0
49 0
48 57
48 41
48 40
48 40
48 26
48 22
48 22

9
48 0
47 7
45 40
45 38
45 35

v, Greenwich.

1200 O'
122 0
121 23
122 12
114
120
118 28
114 45
115 8
116 19
118
115

17
123 27
116

28 115 21 116 44 117 45 122 25 120 49 122 28 120

49

48

Amerika abgesandt mit dem Auftrag, den 49. Breitenkreis gelegene der Erde sein, da die augenblicklich sich im Beals vertragsmässige Landesgrenze genau zu bestimmen und trieb befindenden, als Chanarillo (Chile) nur 4400, Semmeabzustecken. Diese Grenzkommission hat von 1858 bis 1861 ring 2887, Baltimore 2626, Valparaiso 2640, und die proausser vielen anderen wissenschaftlichen Arbeiten auch mag- jektirte Bahn über den Mont Cenis in den Alpen nur netische Beobachtungen gemacht und in dem Bericht des 5815 Fuss über die Meeresfläche sich erheben. Die SteiCaptain R. W. Haig über dieselben (Philosophical Trans- gung der Bahn von Veracruz nach Mexiko beträgt für die actions of the Royal Society of London, 1864, Vol. 154, ersten 55 Meilen von der Küste ab nur 1500 F., erreicht Part II) finden wir eine Reihe von Positions-Bestimmungen, aber mit den nächsten 55 Meilen schon den höchsten Punkt die jedenfalls Vertrauen verdienen. Es sind folgende:

der ganzen Strecke, welcher 8040 F. über der Meeresfläche Westl. Länge

liegt. Es ist also die Aufgabe zu lösen, eine Steigung von Am Ashtnolou-Fluss .

6540 F. auf 55 Engl. Meilen, also 119 F. per Meile oder Schweltza-See, Station am

1 F. auf 424 F. zu überwinden. Eine andere grosse SchwieChilukweyuk-See

rigkeit ist der Bau einer Brücke über den Metlac-Fluss Sumass-Prärie.

zwischen Cordova und Orizaba. Diese Brücke wird 130 Akamina-Station

bis 150 F. höher gebaut werden müssen als eine der bis Ashtnolou-Station Inshwointum-Station.

jetzt auf der Erde gebauten und ihre höchste Höhe wird Wigwam-Fluss-Station

380 F. betragen. Ferner werden zwischen Boca' del Monte Tobacco Plains (Kootenay)

und Chiquihuite wahrscheinlich 10 Tunnel zu bauen sein. Chelemta

Dennoch hofft Direktor Lloyd die Bahn einige Monate vor Colville Am Kootenay-Fluss

dem vertragsmässigen Eröffnungs-Termin, 30. April 1869, Esquimalt.

vollenden zu können. Die Strecke von Mexiko bis Apizaco Pack-Fluss

sollte schon Anfang Juni 1866, die Fortsetzung bis Puebla South Crossing (Kootenay)

im August d. J. fertig sein. Sinyakwateen

Gleichfalls im Bau begriffen ist die Eisenbahn von Chemikane-Fluss Nisqually ·

Mexiko nach Cuernavaca, die ersten 7 Engl. Meilen bis Dalles, 8-mile camp

Mixcoac waren bereits dem Verkehr übergeben und es sollte Fort Vancouver

die Fortsetzung bis San Angel im Mai 1866 eröffnet werden. Dalles, 3-mile camp

Vermessen sind ferner die Bahnen von Mexiko nach Toluca und von Mexiko nach Cuautitlan. Gleichfalls in

Angriff genommen ist eine Bahn von Veracruz über Jalapa Eisenbahnen in Mexiko.

und Perote nach Puebla, wenn sie auch zum grossen Theil Einem Artikel der „Deutschen Zeitung in Mexiko” ent- nur Pferdebahn sein wird, nehmen wir eine Notiz über die dort im Bau befindlichen In Anregung sind noch zwei andere Schienenwege geund projektirten Eisenbahnen.

bracht, nämlich von Tampico nach San Luis Potosi und über Die einzige kurze Eisenbahnstrecke, welche schon zur die Landenge von Tehuantepec nach dem Grossen Ocean. Zeit der Republik ins Leben getreten war, ist die Bahn von Veracruz nach Medellin. Diese Strecke hat jedoch eine eigentliche Lebensfähigkeit erst dadurch erreicht, dass

Der Bernstein an den Küsten des Polarmeers. die Kompagnie durch die jetzt erhaltene Unterstützung sich Jedermann weiss, dass der Hauptfundort des Bernsteins in den Stand gesetzt sieht, die Bahn bis Alvarado weiter zu die Ost-Preussische und Kurländische Küste ist, aber Vielen führen und das erforderliche Betriebsmaterial anzuschaffen.

dürfte es

neu sein, dass dieses vorweltliche Harz selbst Die folgenreichste Eisenbahn wird aber ohne Zweifel noch im höchsten Norden, an den Ufern des Eismeers, rordie von Veracruz nach Mexiko und von da nach Acapulco kommt. Im 4. Bde. von A. Th. v. Middendorff's Sibirischer werden. Wenn auch der Bau der letzteren Strecke zur Reise heisst es darüber: Zeit noch als ein Projekt zu betrachten sein dürfte, dessen Nach Allem, was ich mir zusammengestellt habe, scheint Realisirung in einiger Ferne liegt, so ist doch die erstere wirklicher Bernstein, d. h. derselbe, der in Europa gegraben Strecke von Veracruz über Paso del Macho, Boca del Monte, wird und folglich einer früheren Epoche zugehörig, an allen Apizaco und Otumba nach Mexiko mit einer Zweigbahn nach Küsten des Eismeers ausgeworfen zu werden, doch ist er bisher Puebla im Bau begriffen und wird in ihrer ganzen Ausdeh- dort überall nur in sehr kleinen Brocken vorgekommen. Ich nung im J. 1869 dem Verkehr übergeben werden können. selbst erhielt ihn bei meiner Fahrt an die Chátanga. Infern

Ein Bericht, den der Direktor Lloyd an das Ministerium der Winterhütte Sokolowo an der Chetá wird er aus einem erstattet hat, macht auf die Grösse des Unternehmens auf- Ufer - Absturze dieses Stromes von den Jakuten gegraben merksam. Die Hauptstadt Mexiko, heisst es darin, liegt und heisst bei ihnen „Mýralāda” (Mýro, d. h. Myrrhe, und

1 7340 Fuss über dem Meere bei Veracruz und die Ent- Ládan oder Morskój - Ládan, welches das Nord-Russische fernung zwischen dieser Stadt und Mexiko beträgt in ge- Synonym für Jantárj, Bernstein, ist). Von diesem Fundorte rader Linie 200 Engl. Meilen. Danach würde, könnte hatte man schon früher dunkle Nachricht. Die älteste finde man die Bahn in gerader Richtung anlegen, die Steigung ich in Messerschmidt's handschriftlichem Tagebuche. Am 36} Fuss auf jede Eng!. Meile oder 1 F. auf je 145 F. 16. Juni 1723 schrieb er in Turuchansk nieder: „Ich liesse

auch den Lucas Netczatsnoi zu mir hohlen und fragte ihn betragen. Des Terrains wegen muss aber die Bahn auf bedeutenden Umwegen geführt werden. Sie wird die höchst wegen des Bernsteins, da er denn nochmals bekräftigte, dass

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scheinlich gleichfalls überkommener Weise wird er von den Samojeden zym Durchräuchern kranker Körpertheile oder auch der Fischnetze benutzt. Letzteres sehen wir auch bei den Russen des Archangelskischen Gouvernements im Gebrauche.

Auffallend ist es, dass an der gesammten Küste des Eismeeres der Bernstein nur in Krumen vorkommt und die gefundenen, überdiess trüben Körner selten die Grösse einer Erbse übertreffen. Sollte das besonderer Bröckligkeit und diese dem Einfluss der Kälte zuzuschreiben sein? In der That kommen südlich vom Berings-Meer, wo der Bernstein selten genug ist, doch wieder grössere Stücke desselben vor. Möglich ist es jedoch auch, dass wir es mit dem Harze ganz verschiedener vorweltlicher Baumarten zu thun haben. Der Bernsteinbaum der Vorwelt hatte vor den Nadelhölzern unserer Zeit bekanntlich den Vorzug besonderen Harzreichthums voraus; mithin war die Bedingung für das Vorkommen grösserer Harzstücke gegeben. Jedenfalls hielt ich es für nöthig, hier darauf hinzuweisen, dass die Fundorte des Bernsteins hoch bis zum Pole hinaufreichen, da eine in Petermann's ,,Geogr. Mittheilungen" gedruckte Notiz (Jahrgang 1856, S. 160) unter der Aufschrift „Nordgrenze des Bernsteins” verleiten könnte, zu glauben, diese sei schon im Baltischen Meere gegeben. Selbst in Bezug auf das Baltische Meer ist jene Notiz nicht richtig. Als nördlichste Grenze weiss ich daselbst Helsingfors zu nennen, in dessen Nähe vor wenigen Jahren eine bernsteinhaltige, unter Muschelsand der Jetztwelt lagernde Schicht durch Gruben blossgelegt wurde. Indessen reicht gewiss der Bernstein auch hoch in den Bottnischen Busen hinauf.

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sich der Bernstein am Chaitingha-Strom finden sollte, aber nicht am rechten Eismcere selbsten.” Neuerdings ist (Sapiski des Hydrographischen Departements, IX, p. 41) von Sokolóv veröffentlicht worden, dass auch unsere Seehelden des vorigen Jahrhunderts diesen Bernstein schon kannten. Die Akademie erhielt ihn vor meiner Reise aus Turuchansk. Ob er nun wirklich auch an der Chátanga vorkommt, ausser dem von mir angegebenen Fundorte an der Chetá, muss ich anheimgestellt sein lassen. Ich konnte darüber Nichts in Erfahrung bringen.

Zum Beleg dessen, dass der Bernstein im Osten des Taimyr-Landes an der Küste des Eismeeres vorkommt, erwähne ich folgende mir bekannte Fundorte: ein See unfern der Bucht Býkowskaja trägt nach dem von ihm in Menge ausgeworfenen, aber trüben Bernsteine den Namen Ladannách. Slobin giebt an, dass am Ausfluss der Jana eine dem Bernstein ähnliche brennbare Substanz in dem angeschwemmten Lande mit einer Braunkohle vorkomme (BergJournal 1831, IV, S. 37). Seit den ersten Besuchen Kamtschatka’s ist bekannt, dass der Tigil-Fluss an seiner Mündung Bernstein auswirft. Aus Gishiginsk eingesandten Bernstein hat kürzlich Merklin genauer untersucht (Bulletin physico - mathém. de l'Académie de St. - Pétersbourg, No. 6), ist jedoch zu dem Resultate gelangt, dass derselbe nicht vom eigentlichen Bernsteinbaume (Pinites succifer Goepp.), sondern von einer Cupressineen - Species herrührt. Wohl denselben Fundort finden wir schon im vorigen Jahrhundert angezeigt (Pallas, Neue Nord. Beiträge V, 1793, S. 272).

Echter Bernstein wird, wie es scheint, an den Küsten des Berings - Meeres ausgeworfen. Sagoskin fand ihn am Norton-Sunde. Auf Unalaschka und auf Kadjak wird er von den Aleuten als grosse Seltenheit gesammelt; zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde er dort noch den theuersten Edelsteinen gleich geschätzt, und wie ich mir habe mündlich versichern lassen, findet man ihn auch südwärts von Sitcha (vergl. auch Forster, Magazin der Reisen, XVI, S. 336).

Gleichwie im Osten, so kommt der Bernstein auch im Westen des Taimyr-Landes an den Küsten des Eismeeres überall vor. Wir wollen auf sich beruhen lassen, Gmelin's schwarzer Bernstein, den er bei Turuchansk am Jenisej fand, eigentlich sein mochte (Reise durch Sibirien, III, 1752, S. 225); aber zwischen dem Jenisej und dem Obj an der Juratskischen Küste gab ihn schon Pallas (Reise, 1776, III, S. 30) an, und zwar als häufiger im Vergleich mit dem Vorkommen an der Jugrischen Küste im Westen des Obj. An derselben Örtlichkeit bestätigt sein Vorkommen Abrámov (Sapiski der Kaiserl. Russ. Geogr. Gesellschaft, 1857, XII, S. 436).

Östlich von der Kanin - Halbinsel und unfern Mesenj erwähnt des Bernsteins schon Lepechin (Reise, 1805, IV, SS. 106, 120, 297) und auch Akademiker Ruprecht brachte ihn neuerdings von der Kanin-Halbinsel dem Museum der Akademie. A. Schrenck (Reise, 1848, SS. 593, 649) hatte schon früher Lepechin's Angabe gleichfalls bestätigt.

Die Benennung Myralada beweist, dass die Eingebornen den Gebrauch des Bernsteins erst von den Russen gelernt, welche sich dort des Bernsteins zum Ersatze von Weihrauch für die geheiligten Rauchfässer bedient haben. Wahr

Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1866, Heft VIII.

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was

Überraschende Wirkungen der tropischen Sonne.

Livingstone erzählt in seinem neuesten Reisewerke, dass er am Westufer des Nyassa-See's beobachtete, wie die Steine am Tage so erhitzt wurden, dass selbst nach Sonnenuntergang Niemand darauf sich niedersetzen konnte. In Folge der rascheren nächtlichen Abkühlung und Zusammenziehung der äusseren Schichten des Gesteines springen diese ab. Der Reisende hört dann deutlich im Lager den Donner der abgesprengten Felsen wie in einem Steinbruch und wenn er sich die Mühe giebt, die einzelnen Stücke wieder zusammenzusetzen, so sieht er, dass ihre Bruchstücke genau in einander passen. Dr. Wetzstein erfuhr Ähnliches auf seiner Reise durch das von ihm entdeckte vulkanische Gebiet östlich von Damaskus. Im Sommer wird die Gluth dort so stark, dass nach einstimmigem Zeugnisse der Anwohner die schwarzen Steine mit einem lauten Knall in Stücke zerspringen. Die Sonne kann also im heissen Erdgürtel eine beachtenswerthe destruktive Wirkung auf die Gesteine ausüben und man wird vielleicht keinen zu kleinen Antheil an der gewaltigen Gesteinszertrümmerung auf den Plateaux der Süd-Algerischen Sahara, wie sie uns von Vatonne und Duveyrier geschildert wird, dem ausserordentlich raschen Temperaturwechsel zuschreiben dürfen. Dr. Perrier fand in der Algerischen Sahara am 25. Mai 1840 um 6 Uhr Morgens den Nachtthau um sein Zelt gefroren, konnte aber schon 5 Stunden später im Schatten 25° und noch 3 Stunden darauf 31,5° ablesen.

(Zeitschrift d. Österr. Ges. f. Meteorologio.)

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