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Über die Temperatur des Meerwassers im Gebiet des Canarischen Archipels Bind mir ausführlichere Zusammenstellungen als von Deville noch nicht bekannt. Da gleichwohl die noch sehr unvollständigen Beobachtungen ein ungefähres Bild der jährliehen Wärmeschwankungen der obersten Meerwasserschicht in diesen Breiten geben, so sollen alle mir bekannt gewordenen Daten hier nochmals neben einander aufgeführt werden.

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Datum. !Jahr.

17,8

Ii 8,7 20,0 20,G 21,5 22,6 ') 23,4 23,7 20,8 26,0 23,1 „ 18,6 November 22,3 Dezember 20,7

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16. 17.

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Humboldt.

Juli .

August

Septbr.

Oktober

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Off. d. Astrolabe.
Yaeht Titania.
Yacht Titania.
Yacht Titania.
Deville.

Off. der Urania.
Off. d. Astrolabo.
Fritsch.

Off. der Thetis. Capt. Belcher. i Fritsch.

(|W. Küste v. Lanzarotc
Zwischen Alegranza u.
| M. Clara . . . .
Zw. Lanzarote u.Tencrife
SW. Ton Tenerife.
> Santa Cruz, Tenerife
i Santa Cruz, Tenerife .
Santa Cruz, Tenerife
Santa Cruz, Tenerife
!: Santa Cruz, Tenerife
1 Santa Cruz, Tenerife
! Santa Cruz, Tenerife
! Charco Verde, Palma
■ Santa Cruz, Tenerife
» Santa Cruz, Tenerife
iiVaile gran Rey, Goraera:

Die Beobachtungen von Quellen- und Boden-Temperaturen auf den Atlantischen Inseln verdanken wir zum grössten Theil Leopold v. Buch. Spätere Beobachter haben nur wenig hinzugesetzt. Ich selbst kann leider auch nur weniger neue Beobachtungen mittheilen, als ich wohl möchte, weil ich mehrere zerbrochene Thermometer auf Gomera und Hierro nicht zu ersetzen vermochte und überhaupt nicht oft Zeit und Gelegenheit zur Untersuchung der QuellenTemperaturen hatte.

In Madeira hatte ich keine Gelegenheit, Beobachtungen in der Tiefe anzustellen, um das durch L. v. Buch hervorgehobene Phänomen der in Funchal sehr niedrigen Bodenwärme und Quellen-Temperatur zu konstatiren.

Bowdich hatte nämlich drei Brunnen in Funchal ziemlieb konstant mit einer Temperatur von 14,4° beobachtet, während die äussere Temperatur zwischen 20,5° und 15,6° geschwankt, eine Höhle 128 Fuss Tom Eingang und in einer Tiefe Ton 15 F. 19,6° ergeben hatte. Leopold T. Buch hat eine von der Temperatur der Umgebung sehr abhängige Sickerquelle bei Brazenhead angegeben vom 22. April 1815 mit 18,8° bei 20,8° Luft-Temperatur. Quellen in mittleren Hohen sind in Madeira meines Wissens sehr wenig beobachtet.

Leopold v. Buch fand bei einer Quelle auf dem Wege nach Camacha (292 Meter hoch) 17,8° bei 19,4° Luft-Temperatur.

Eine zweite Quelle bei der Kirche von N. S. do Monte (576 Meter) fand Buch den 23. April 1815 zu 14°, Bowdich mehrfach 14,5°. Die Wasser-Temperaturen in Höhen über 1000 Meter haben dagegen

einige neuere Zusätze bekommen.

') Bedeutende Temperaturerhöhung in der letzten Woche. Am 5. August 1862 hatte ich bei Machico auf Madeira 22,0° Meerestemperatur.

Die Levada (Wasserleitung) von Rabac,al (circa 1000 Meter hoch) zeigte am 16. August 1862 Mittags . . 11,8°, Luft 16°

Eine Quelle vom Monte sichtbar (1283 Meter hoch)

fand L. v. Buch April 1815 .... 10,3°, Luft* 14,7°

Quelle im Curral unter Pico Kuivo (1358 Meter)

nach Sabine 13. Januar 1822 . . . 8,4°

Quelle am Paul da Scrra, beim Weg, der von S. Vincente aufsteigt, in circa 1500 Meter Höhe,

15. August 1862 Mittags . . .10° Quelle an einer Einsenkung zwischen den beiden

Kuppen des Pico grande (1520 Meter) 24. Au-
gust 1862 2 Uhr Nachmittags . . . 12,6°, Luft 27°,

Insolat. bis 40° +

Ein kleines Bassin, in welches die Quelle läuft, zeigte 15°

Quelle in der Nähe des Ursprunges von Val Ganana, nach den Bergen am Curral hin (1546 Meter),

16. April 1815 nach Leopold v. Buch . . 7,J5°,Luft9—10" Fönte Luiz an der Encameada alta, die höchst gelegene stärkere Quelle Madeira's (feöher finden

Bich nur noch schwache Sickerwasser am Weg
nach dem Pico Ruivo) [1648 Meterl, 25- Au-
gust 1862 4 Uhr Nachmittags . . . 10,6°, Luft 12°

Wenn wir die Quelle am Pico grande wegen der deutlichen Temperaturerhöhung an dem überaus heissen Tage (24. August 1862) nur beiläufig betrachten, so scheint sich für die hoch gelegenen Quellen (1200 bis 1600 Meter) im August eine Temperatur von etwa 10° zu ergeben. Diese Temperatur sinkt bedeutend im Winter, wie Sabine's und L. v. Buch's Beobachtungen ergeben. Natürlich sind die Quellen, die einen verhältnissmässig kurzen Weg unter der Erde zu machen haben, der mittleren Luft-Temperatur auch in ihren Schwankungen mehr folgsam als tiefere Quellen, die weitere Wege durch die Erde machen; jene Temperatur von 10° mag für das Hochgebirge Madeira's im Juli gelten. Quellen der niedrigen Küstenregion auf den Canaren. Auch die hierher einschlagenden Beobachtungen sind seit Leopold v. Buch sehr wenig erweitert worden.

Tenerife. , Quelle unter La Paz bei Kap Martianez, 6. Mai 1815 17,7° Fuente del Rey zwischen Realejo u. Puerto, 8. Mai 1815 17,8° Dieselbe am 7. Juni und 6. September 1815 . 18,6°

Quelle unter der Mühle von Gordajuelo bei Realejo,

1. Juni 1815 13,8°

Dieselbe am 6. September 1815 .... 14,1°
Luft und Wasser in der Höhle von Icod Tenerife

(circa 100 Meter hoch), 5. Juni 1863 . . 16,5° Quelle zwischen Rambla del Castro und San Juan de

la Rambla, bei dem Felsen El Roquillo, Juni »

1863 4 Uhr Nachmittags 16', Luft 19°

Temperatur im Stollen bei Realejo, etwa 140 Meter
über der See (wohl durch Aufenthalt von Men-
schen und durch die Sprengung erhöhte Tempe-
ratur), 18. Mai 1863 22°

Wasser im Barr, de los Santos bei S" Cruz, 24. Juli 1815 20,6°, Luft 25,7°

Palma.

Tiefer Brunnen bei Santa Cruz, 20. September 1815 19,7°

Charco verde, 11. Oktober 1862 .... 22,8°, Luft 27°

Quelle in einer Höhle, Mfia. de las Goteras, 6. November 1862 3J Uhr Nachmittags . . . 15,i°, Luft 19,4°

Wasser des Baches im Barranco de las angustias,

unterhalb der Kapelle, 4. Okt. 1862 2 U. Nachm. 23,6°, Luft 25.6°

Lanzarote.

Brunnen an einem Ort, wo sonst das Dorf Tigayfe

stand, 18. Oktober 1815 17,6°

Luft in der Cueva de los Verdes bei Haria, etwa
600 Schritt vom nächsten Eingang (circa 100 Me-
ter), 18. April 1863 17,5°

t

Fuerteventura.

An der Pared de Jandia ganz nahe dem Meer kommen im Grunde einer mit Tamarix canar. bewachsenen Thalmulde Quellen mit stark salzigem Wasser hervor zwischen dem Dünensand des Isthmns und den basaltischen Bergen nach Chilegua zu, 29. März 1863 7 Uhr Vormittags

warme Quelle 22,0°

kalte QueUe dicht daneben .... 15°, Luft 14° Agua liguia, salzige Quelle in einer Höhle an der nördlichen Küste des Isthmus von Jandia, 30. März

1863 2 Uhr Nachmittags 17°, Luft 20°

Luft über der Höhle im Schatten . . . .22"

Canaria.

Wasser im Thal von Arguineguin, von der Sonne er-
wärmt, den 28. Juli 1815 .... 26,6°

Die Beobachtungen zeigen, dass alle Quellen der meeresnahen Region und die Höhlen eine etwas niedrigere Temperatur als die mittlere de% Umgebung besitzen. Den geringsten Unterschied zeigt die Cueva de los Verdes auf Lanzarote, wohl theils weil sie ganz trocken ist, theils weil die Luft durch ihre verschiedenen grossen Eingänge immer lebhaft cirkuliren kann.

Die niedrigere Temperatur der Quellen aber erklärt sich aus den drei bekannten Gründen, dass

1. die Regengüsse, welche die Quellen speisen, in der ■ kälteren Jahreszeit Statt finden, das Wasser aber zu seiner

Cirkulation nach den Beobachtungen an der im Winter versiegenden Fuente del Faso bei Agaete auf Canaria mehrere Monate Zeit braucht,

2. die Meteorwasser aus einer grösseren Höhe, wo etwas niedrigere Mittel-Temperatur herrscht, herabkommen,

3. in den Höhlungen, welche viele dieser Quellen durchströmen, eine Abdunstung, folglich Abkühlung erfolgt

Die wanne Quelle an der Pared de Jandia kann ihre Wärme chemischen Prozessen verdanken, welche die in ihr enthaltenen Salze bilden.

Ganz dieselben Resultate ergeben die Beobachtungen an den höher gelegenen Quellen. Auch hier sind die Mineralquellen wärmer. — Die Thermen von Canaria sind meines Wissens noch nicht nach ihrer Temperatur genau gemessen; eine wird auf etwa 35° angegeben, die im Thal von El Roque über Telde schätze ich auf 25°.

Die Quellen in den höheren Theilen der Inseln fand L. v. Buch verschieden, er beobachtete bei Laguna und auf Canaria Temperaturen, welche denen der Küsten noch vergleichungsweis nahe stehen, je näher der Wolkenregion, desto schnellere Abkühlung.

Ich stelle alle mir bekannten Quellen-Temperatur-Beobachtungen unter 1500 Meter hier zusammen. Fuente del Taco bei Arico, Tenerife, 9. Dezbr. 1828

2 Uhr Nachm. nach Barker, Webb u. Berthclot 20,65°, Luft 19,44° (Soll lau sein und CO» und NaCl halten.) Quelle bei Telde, Canaria (circa 120 Meter), 20. August 1828, Berth 12,78°, Luft 23,89°

Fuente del Drago unter Laguna, Tenerife (390 Me-
ter), Juni und August 1815 .... 17,7°
Sauerquelle Ton Firgas, Canaria (circa 440 Meter),

12. Juli 1815, L. T. Buch . . .15°

Sauerquelle von Firgas (wohl die gleiche), am 8. 1

und 2. Mai 1863 übereinstimmend . 19°' (Luft-Temp. bei den Beobachtungen 17°u.21°.) Agua agria in der Caldera Ton Palma (442 Meter),

26. September 1815, L. v. Buch . . 23,7° saure Qu.,

16,3° süsse Qu.

(Bei der grossen Anzahl Ton Sauerquellen in der Caldera glaube ich wegen der verschiedenen Höhenangaben, dass L. v. Buch andere Quellen untersucht, als ich später anführen werde.) Fuente del Rey über Icod los Vinos, Tenerife (443 Meter), Juni 1815 14,6°

Wasserleitung bei Adeje, Tenerife (448 Meter), 2. Juni

1863 4 Uhr Nachmittags 16°, Luft 23°

Agua madre de Moya, Canaria (451 M.), 12. Juli 1815 16,7°, Luft 23,»°

Schwache Sauerqu. bei Moya, Canaria, 12. Juli 1815 21,5°
Ziemlich starke Quelle zwischen Valleseco u. Moya,

Canaria, 12. Juli 1815 16*

Quelle Uber Rio seco im Barr, de la Virgen, Canaria

(455 Meter), 12. Juli 1815 .... 16,6°, Luft 25° Sauerquelle Ton Teror, Canaria (472 M.), 12. Juli 1815 22° Dieselbe 25. Oktober 1829 nach Wcbb u. Berthelot 22,»°, Luft 25,6° Sauerquelle im Barr, del agua agria, Palma, (506 Meter), 7. Oktober 1862 3 Uhr Nachmittags . 20,8°, Luft 21,3°,

Bach 20°

Taburiente-Bach beim Einströmen d. Lobrecito, Caldera

T.Palma (532 M.), 8. Oktbr. 1862 2 Uhr Nachm. 18,8°, Luft 21°

Bach Uber Taganana, Tenerife (544 Meter), 21. Mai

1863 3 Uhr Nachmittags 1*,4°, Luft 16°

Fuente de los negros bei Laguna, Tenerife (570 Meter),

14. Juni 1815 17,8°

Quelle unter Paterna, Gomera (570 M.), 5. Dez. 1862 14°, Luft 14,4°

El Corchito, Palma (660 M.), 3. Okt. 1862 9 U. Vorm. 16,8°, Luft 22,7°

QueUe zwischen Realejo arriba und Icod el alto, Tene-
rife (650 Meter), Mai und Juni 1815 . . 14,9°

Wasser in der Leitung über Realejo arriba im Bar

ranco, 1860, W. Reiss ...... 14,4°, Luft 16,2°

Andere Quelle zwischen Realejo arriba und Icod el alto, an der linken Seite des Barr, über la Rambla,

Tenerife (660 Meter), Mai und Juni 1815 . 14,6°

Quelle am Roque de Payba, Tenerife (663 Meter),

22. Mai 1863 1 Uhr Nachmittags . . . 14°, Luft 16°

Quelle bei der Ermita Ton Esperanza, Tenerife (683 Me-
ter), 19. Mai 1815 15,8°

Agua de las mercedes, Tenerife (715 M.), 31. Aug. 1815 14°

Quelle unter Tunte, Canaria (731 M.), 18. Juli 1815 19,8°

Los siete Chorros, Gomera (775 M.), 6. Dezbr. 1862 14°, Luft 13,»°

Agua garcia, Tenorife (825 Meter), 6. Septbr. 1828 14,4°, Luft 24°

20. Mai 1863 2 Uhr Nachmittags 13,1°, Luft 14°

Fuente Guillen zwischen Esperanza und Malanza

Tenerife (834 Meter), 8. August 1815 . . 15,1°

Fuente de la madre Juana über Realejo, Tenerife

(845 Meter), Mai 1815 14,9° •

Quelle unter der Kirche in Tejeda, Canaria (845 Me-
ter), L. v. Buch . ... 20,«°

Quelle im offenen Bassin Val S. Jago, Tenerife (910 Me-
ter), Juni 1815 12°

Fuente de los Villanos zwischen Esperanza u. Barranco

hondo, Tenerife (910 Meter), September 1815 13,«°

Quelle bei Casa de las huertns im oberen Tejeda

Thal, Canaria (950 Meter), 29. April 1863 . 15,7°, Luft 18,6*

Wasser in der Höhle von Niquiomo, Palma (1100 Me-
ter), 28. Oktober 1862 10,6°

Fuente del Dornajito Uber Orotava, Tenerife (1002 Me-
ter), T. Humboldt 15,4°

DeTille 18. September 1842 14,2°, Luft 21,8°

Quelle unter Pico del Cedro im Barr, de la Galga,

Palma (1290 M.), 18. Okt. 1862 3 Uhr Nachm. 14°, Luft 16,6°

Agua manza, Tenerife:

Kanal (1241 Meter), 9. September 1862 12 Uhr 15,5°, Luft 19°
Bach, linker ZuSuss (1250 Meter), 16. Mai 1863

3J Uhr Nachmittags 14°, Luft 23°

Quelle (1333 Meter hoch), September 1815 . 13,5°

Quelle im rechten Seitenthal (1351 Meter),

9. Septbr. 1862 3 Uhr Nachmittags . . 14°, Luft 22,»"

Kanal der Cumbrecita auf Palma (1372 Meter), 9. Oktober 1862 4 Uhr Nachmittags . . . . 16,3°, Luft 18,1° 20. November 1862 94, Uhr Vormittags 12°, Luft 8°

Quelle dicht über Chasna, Tenerife (circa 1400 Meter),

19. September 1862 10 Uhr Vormittags . . 15°, Luft 18°

Quellen im Hochgebirge über 1500 Meter hoch.
Canaria.

Fuente de las Madrigueras im oberen Thale von San
Mateo, nahe dem Rand der Cumbre (1540 Meter),
27. April 1863 9 Uhr Vormittags . . . 11,6°, Luft 16,0°,

Insolat. 28° +

Quelle bei der Ziegelei von Siete Fuentes (circa

1800 Meter), am 28. April 1863 11 Uhr Vorm. 9,6°, Luft 15° Tenerife.

1. Fuente agria über Chasna (1884 M.), 28. Mai 1815 16,6°

2. Fuente agria, 21. Dez. 1828 10 U. Vorm., Berthelot 13,8°, Luft 8,8°,

Insolat. 15,56° +

3. Fuente agria (2096 M.), 20. Septbr. 1842, Devüle 17,1°, Luft 22°

4. Fuente agria, 17. Septbr. 1862 7 Uhr Vormittags 14,0°, Luft 16,0°

Da es auf Tenerife über Chasna in zwei Thälern, dem von Ucanca dicht westlich an der Guajara und ihrem parasitischen Krater und dem von Agua agria, einem grösseren Kessel weiter westwärts, Sauerquellen geben soll, so wäre es bei der grossen Verschiedenheit der Höhenangaben nicht unmöglich, dass beide untersucht worden wären. Die von mir gemessene Quelle ist die westlichere. Die Quelle steht in weissem, ganz zersetzten Trachyt und Trachyttuff, der von einem wahren Gangnetz, einem System sich kreuzender und verzweigender Gänge des basaltähnlichen sogenannten Grausteines durchsetzt wird. Es befinden sich dicht neben einander drei Wasserbecken, welche gleiche Temperatur zeigten, obschon nur in dem einen das Wasser säuerlich schmeckt und Kohlensäure in geringer Menge entwickelt. Ich konnte mich nicht überzeugen , dass zu gewissen Tagesstunden (9 bis 11 Uhr Vormittags) die Kohlensäure-Entwickelung stärker sei, wie das meine Führer behaupteten. 8. Fuente del Domajito in einem Wäldchen von Es

cobon (Cytisus proliferus) in einem Thal, das

von Terejme am westlichen Ende des Llano de

Ucanca am Aussenhang des Teyde-Circus herab-
kommt. Das zweite Thal östlich vom Pico de

Almendr« (Sombrero, Ala) [circa 2000 Meter],

17. September 1862 3 Uhr Nachmittags . 16,0°, Luft 21,0°

6. Fuente del Cedro, unter einem herrlichen alten Stamm von Juniperus oxycedrus am Nordwesthang des Morro del Cedro (circa 2400 Meter),

1. Juni 1863 2 Uhr Nachmittags . . 12,8°, Luft 17,3°

7. Fuente salada im CiTcus (mag in 2200 Meter

Höhe liegen), 28. Dezbr. 1828 2 Uhr Nachmittags 16,67°, L. 13,84°

8. Quelle mit Absatz von CaOOOä westl. der AzulejoB, schwach salzig, in kleinen Pfützen mit wenig

Schatten, 16. Mai 1860 2 U. Nachm. W. Reiss 11°, Luft 26°

9. Fuente de la piedra zwischen los Azulejos und los Roques (Corales o Pefiones de Guairia) (circa

2200 M.), 21. Dezember 1828 11J Uhr Vormitt. 2,33°, Luft 11,1°

10. Fuente de los Azulejos (wohl dieselbe), 21. Sep-
tember 1842 10,5°, Luft 14°

Wasser des Baches, der von den Gehängen der Guajara
und des Risco de Ucanca nach dem Llano de
Ucanca herabkommt, aber versiegt, bevor er die
Ebene erreicht (circa 2250 Meter):

11. 31. Mai 1863 3 Uhr Nachmittags . . . 16,8°, Luft 17,6°

12. 1. Juni 1863 6 Uhr Vormittags . . 6,3°, Luft 6,4°

13. Quelle am Guajara-Pass, nach den Canadas zu niessend (auswärts befindet sich eine schwächere

Quelle) [2240 M.], 20. Sept. 1862 3 U. Nachm. 17°, Luft 19°,

Insolation 40° +

14. Fuente de la Greta unter der Felszacke El Espi

gon (2100 Meter), 14. Sept. 1862 8 Uhr Vorm. 11,5°, Luft 14°

15. Fuente de la Angostura (vielleicht dieselbe),

[2080 Meter], im Mai 1815 .... 6,1°, Luft 13,1°

16. Luft-Temperatur in einer Grabhöhle der Guanchen

im Inneren des Circus (ca. 2250 M.), 29. Mai 1863 6,3°

17. Fuente de las Arenas negras wenig unterhalb der Maja-Ebene (circa 2350 Meter), 10. Juni 1863 14°, Luft 14°

18. Fuente de la degollada del Cedro unter der Fortaleza am Weg nach Icod (circa 2100 Meter),

29. Mai 1863 Mittags 9,7°, Luft 16,9*

19. F. de la Rosa (circa 2200 M.), 22. Sept. 1842 8°

20. Fuente de la M" blanca oberhalb Orotava
(1984 Meter), 24. August 1815 . . . 8,9°

21. In der Cueva del yelo (3412 Meter) fand Deville

am 20. September 1842 das Wasser . . +0,3°

die Luft . . . 3,3°, äussere Luft 12,8°

Humboldt führt in der Relation historique noch eine von O'Donnel und Armstrong etwa 200 Meter über der Cueva del yelo aufgefundene Quelle an, leider ohne Temperatur - Angabe. Ich konnte über diese „reiche" Quelle Nichts erfahren.

Zunächst geht aus den hier mitgetheilten Beobachtungen hervor, dass die Temperatur der Gewässer in den Höhen sehr abhängig ist von der umgebenden Luft Diess Verhältniss ist schon dadurch begründet, dass die Quellen meist nur sehr schwach fliessen, in kleinen Becken mit grosser Oberfläche und sehr geringer Tiefe sich sammeln. So ist es nicht möglich, aus diesen Beobachtungen Schlüsse über die Temperatur des Bodens mit voller Sicherheit zu ziehen. Die einzige wirklich brauchbare Beobachtung für diesen Zweck scheint mir die der Temperatur in der durchaus trockenen Guanchischen Grabhöhle, wo das Thermometer in etwa 10 Meter Entfernung vom Ausgang blieb.

Nachrichten von Gerhard Rohlfs.

Die Sendungen an Waaren und Geld, die G. Bohlfs von Tripoli erwartete und die er nöthig hatte, um von Mursuk nach Süden aufbrechen zu können, blieben bis zum 16. März d. J. aus, so lange musste Bohlfs geduldig in der Hauptstadt Fesan's ausharren. Nur eine "Woche aber nach ihrem Eintreffen war Alles bereit zur Abreise, die am 25. März Statt finden sollte. Was er bis dahin in seinen Briefen uns mittheilte, lassen wir im Anschluss an unsere früheren Berichte (b. „Geogr. Mittheil." 1866, Heft HI, SS. 118, 119, 121) auszugsweise hier folgen.

Mursuk, Januar 1866. Bekannte am Tuat. — Wir sind jetzt im vollen llamadhan und die Türken, statt ihren Opium-Kif öffentlich zu nehmen, berauschen sich heimlich. Dieser Tage traf die Pilgerkarawane von Tuat ein und kampirte während dreier Tage vor der Stadt. Auch ich traf unter ihnen einen alten Bekannten, Muley Ismael von Sauia Kinnta. Sein Erstaunen war gross, als er mich hier unter so ganz anderen Umständen wiederfand. Als er mit mir durchs Thor kam und die Wache herausrief und präsentirte, wusste er nicht, ob diess ihm oder mir galt; als er dann aber sah, dass auf der Strasse alle Soldaten Front machten und einige Offiziere mich zu begrüssen kamen, wurde ihm die Sache klar. „Ach, Du bist jetzt in Türkischen Diensten", meinte er, „und hast den Hadj Absalom '), unseren Schich, verlassen; ich begreife nur nicht, warum Sultan Abd ul Asis einen so ausgezeichneten Arzt, wie Du bist, so weit weg schickt." Muley Ismael war es, den ich mit Moxen, Spanischen Fliegenpflastern, heissen Eisen u. s. w. gefoltert hatte2) und der dadurch eine so hohe Meinung von meinen Äskulapischen Talenten bekommen hatte. Ja ich glaube, wäre er nicht auf der Pilger-Reise begriffen und die Zeit zu kurz gewesen, er hätte sich mit Vergnügen neuen Martern und Peinigungen unterworfen. dass diess keine leeren Worte sind, er hat eine zu gute Meinung von Barth und dessen Vetterschaft und Barth hatte eine gute Meinung von ihm. Das genügt.

Der Schwur bei den Mohamedanern. — Muley Ismael gab die Veranlassung, dass ich einen meiner Diener zurücksenden musste. Er war drei Tage lang mein Gast, hatte er ja doch in Tuat Gastrecht an mir geübt, und ausserdem schickte ich ihm % Pfd. Thee und drei Hut Zucker. Nachmittags nun bedankte sich Muley Ismael persönlich für Thee und „zwei" Hut Zucker. Ich sagte „drei", er schwur aber, es seien nur zwei gebracht worden. Mein Diener wollte nun auch schwören und zwar den Koran in der Hand auf dem Grabe des Marabut Selma, da er sich jedoch schon zwei Mal einen Diebstahl hatte zu Schulden kommen lassen, so entliess ich ihn kurzweg, denn ich glaube doch nicht, dass Muley Ismael, einer der reichsten und angesehensten Männer Tuat's, wegen eines Hutes Zucker einen falschen Eid abgelegt hätte, obgleich bei allen Mohamedanern ohne Ausnahme ein Eid so viel gilt als bei uns ein „Guten Tag".

Begierde nach guten Waffen. — Muley Ismael benachrichtigte mich auch, dass der Hadj Abd el-Kader uld Bu Guda 3) meine Geschenke, unter anderen den zehnläufigen Lefaucheur, erhalten habe, und sagte, dass ganz Tuat Wunder und Staunen sei. Er selbst hatte Lust, meinen achtmaligen Repetirstutzen abzubetteln oder einen Revolver, ich vertröstete ihn aber auf später und setzte ihm auseinander, dass er sich dem Schwarzen Stein in Mekka füglicher "Weise mit solch schrecklichen Waffen nicht nahen dürfe, zumal da sie christlicher Fabrikation seien. Diess schien ihm indessen erst dann einzuleuchten, als er sah, dass nichts Derartiges von mir zu erpressen sei.

Bas Wetter. — Der Monat Januar ist äusserst mild, selten sinkt das Thermometer des Morgens vor Sonnenaufgang auf Null herab, während im Dezember vor Sonnenaufgang — 4" C. Regel war. Rogen fällt natürlich nicht

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und das ist hier in Mursuk auch sehr dankenswerth, weil Bonst alle Häuser schmelzen würden. Stürzen doch jetzt schon manche ein wegen grösserer Feuchtigkeit und mithin Nachgiebigkeit des Erdbodens und obgleich ich ein neues Haus bewohne, so lege ich mich doch jeden Abend mit dem angenehmen Gedanken nieder, vielleicht am anderen Morgen unter einem Erdhaufen zu erwachen. Denn alle Häuser, die ich habe fallen sehen, unter anderen die kleine Moschee dicht beim Hause Makursi's (siehe v. Beurmann's Plan von Mursuk in Ergänzungsheft 10 der „Geogr. Mitth."), stürzten über Nacht ein.

Hadj Hadjil, 29. Januar 1866. Mohamed Gatroni. — Nur zwei Stunden weit von Mursuk, habe ich nichts Besonderes mitzutheilen, wenn nicht, dass ich mich auf dem Wege nach Tragen ') befinde, wo ich einige Gräber der ehemaligen Herrscher, ich glaube, sie waren Statthalter von Bornu, öffnen werde. Aber nur zwei Stunden Marsch und so viele Unannehmlichkeiten! Ich hatte geglaubt, mich ganz auf den ehemaligen Diener meines Vetters (uld el-am), wie Mohamed Gatroni schlechtweg Dr. Barth nennt, verlassen zu können, hat er doch fünf Jahre mit diesem ersten Afrika-Reisenden verlebt und wird von ihm wiederholt als sein Factotum erwähnt. „Du brauchst Nichts mitzunehmen, Alles ist unterwegs zu haben", war seine Antwort, wenn ich ihm sagte: „Kaufe Brod und Fleisch, das uns genügt bis Tragen." Er hatte nicht einmal Brod zum Frühstück eingekauft, da er selbst im Ramadhan am Tage nicht isst. Hier angekommen fand ich, dass er alle eisernen Pflöcke zum Aufschlagen der beiden Zelte zu Hause gelassen hatte, obgleich ich ihn eine halbe Stunde vor dem Aufbruch ermahnt hatte, die Pflöcke nicht zu vergessen. Genug, um meine Zelte aufschlagen zu können, musste ich einen Mann nach Mursuk senden und die Pflöcke holen lassen. Und hier ist auch gar Nichts zu haben. Drei Eier hat der Tebu-Prinz aufgetrieben, aber Brod giebt es nicht. Die Eingebornen selbst haben nur Ngafoli, eine Art Negerkorn, das aber an Güte dem Weizen bei weitem, selbst der Gerste nachsteht. Mohamed Gatroni lacht nie und obgleich ich Nichts lieber habe, als wenn meine Diener immer lustig und guter Dinge sind, namentlich auf den einsamen Wüstenwegen durch Scherze und Lachen den endlosen Weg abkürzen, so habe ich Mohamed doch gern, denn ich weiss, dass er zuverlässig ist, und deshalb machte ich ihn auch zum Oberst-Einkäufer. „Ihr in Eurer Religion, wir in unserer", sagte er in den ersten Tagen, als er zu mir kam, „aber wenn Du willst, dass ich mit Dir gehe, im Namen Gottes, wie ich für Deinen Vetter mein Leben gewagt, so sterbe ich auch für Dich." Ich bin überzeugt,

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Tragen, 1. Februar 1866.

Tragen, sein« Gräber und »eine Sebeha. — Heute Morgen besuchte ich die Gräber der sogenannten Bornu-Statthalter, die indess gar nichts Merkwürdiges darbieten. Eine kleine Anhöhe, von 30 oder 40 maulwurfartigen Hügeln gekrönt, ist Alles, was man sieht. Einige Gräber sind offen, ich glaube, Herr Duveyrier hat sie öffnen lassen '). Die Todten sind nicht aufrecht beerdigt, sondern liegen von West nach Ost der Länge nach. Es hat gar keine Schwierigkeit, die Gräber zu öffnen, nur darf man nicht mit der Hacke daran gehen, denn das Material aus Sebcha-Schollen und Thon schmilzt gleich, wenn man es mit Wasser begiesst, ist aber in trocknem Zustand sehr hart. Die Gräber, von Tragen durch die Sebcha getrennt, liegen in Südwest dicht bei einer kleinen Burg, wo die in den Gräbern Liegenden gewohnt haben sollen. Viel interessanter ist die Sebcha selbst, welche schöner als jede andere die Erdschollenbildung zeigt. Ich kann mir dieses eigenthümliche Auftreiben der Erde nur durch Gasbildung in der feuchten Schicht erklären.

Nachmittags ging ich dann in die Stadt selbst, die aber so wie das Schloss Nichts als ein Trümmerhaufen ist, wo nur einige dreissig bewohnbare Häuser zwischen den Ruinen stehen. Zahlreicher ist, wie auch in Mursuk, die Bewohnerschaft ausserhalb der Stadtmauer, wie die Menge Palmhütten bezeugen.

Palmenwald. — Wenn nun auch in Tragen nichts Merkwürdiges zu finden ist, so hat doch der Weg dahin seine Beize. Einen so üppigen Palmenwuchs, wie man Stunden weit von Sesau an bis Tragen zur Rechten und Linken hat, giebt es wohl keinen zweiten, aus diesen Palmen allein könnte die Regierung, wenn sie wollte, mehr ziehen, als die jetzigen Einkünfte Fesan's mit Einrechnung aller Abgaben betragen. So aber liegt Alles todt und selbst die wenigen Palmen, die jetzt tragen, werden durch SakbiAusziehen getödtet. Die vielen Ruinen von Dörfern rechts und links am Wege bezeugen, dass Fesan einst besser bevölkert und angebaut war, aber wie wird das Land nach zehn Jahren sein, wenn die Türkische Regierung so bleibt?

Tragen, 3. Februar 1866.

Eintreffen der Nachricht von Barth'» Tod. — Ich hatte vorgestern Abend Bo eben aufgehört zu schreiben, als ein Bote von Mursuk mit Briefen und Paqueten aus Europa eintraf. Er war Morgens von Mursuk aufgebrochen und hatte also den Weg bis Tragen in circa 12 Stunden zu

') M. v. Beurmann liess einige derselben durch den Schech von Tragen öffnen. Siehe „Geogr. Mitth." Ergänzungsband II, S. (88). A. P. Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1866, Heft VI.

Fuss zurückgelegt. Tief berührte mich die Nachricht von Heinrich Barth's Tod, zumal ein Brief vom 11. November, also 14 Tage vor seinem Tode datirt, erst mit dem vorletzten Courier in meine Hände kam. Dr. Petermann hat wohl Recht zu sagen, dass Heinrich Barth eben so berühmt und bekannt in Afrika ist wie bei uns '), ja ich möchte sagen, noch mehr, denn wenn schon in Gegenden wie Draa, Tafilet und Tuat Jedermann Dr. Barth's oder Abd el-Kerim's Schicksale kennt, wohin er doch nicht einmal kam, so ist er von Fesan ab südwärts in Jedermanns Erinnerung und sein Name wird nur mit Hochachtung und Bewunderung genannt, was nicht bei allen anderen Reisenden der Fall ist. Abd el-Kerim hat allerdings durch seinen eigenthümlichen Takt und seine vielseitige Menschenkenntniss es möglich gemacht, Wege zu durchreisen, die selbst Mohamedanern, schwarzen und weissen, selten gelingen. Als ich seinem alten Diener Mohamed Gatroni, jetzt der meinige, die Trauerbotschaft mittheilte, sagte er einfach: „Der ist jetzt im Paradiese, Gott hat Erbarmen mit ihm." Sein letztes Schreiben bewahre ich als Andenken auf, zumal er darin mit Anerkennung über meine Leistungen in der Sonrhai-Sprache sich ausdrückt, obgleich ich nicht viel darin leisten konnte, da ich ja nach dem eigentlichen Sitz dieser Sprache, Timbuktu, nicht hinkam. Es ist ein grosser Verlust, dass er seine Vokabularien nicht hat vollenden können, da wohl Niemand je so gründliche Forschungen über jene Sprachen der schwarzen Bevölkerung gemacht wie Heinrich Barth. Barth war der grösste Afrika-Reisende und wird es bleiben.

Mursuk, 12. Februar 1866.

Die Verwaltung von Fesan. — Ich war so glücklich, in Tragen ein Pferd leihen zu können, so dass ich am 4. Februar, obgleich ich erst um 8 Uhr Morgens aufbrach, schon um 7 Uhr Abends in Mursuk ankam. Zelt, Diener, Teppich u. s. w. kamen freilich erst am folgenden Tage.

Wir sind immer noch im Ramadhan und diess verschaffte mir vorgestern Abend die späte Visite vom Eaimakam, der sich um 8 Uhr Abends anmelden liess und dann um 9j Uhr kam und bis kurz vor Mitternacht blieb. Halim Bei war äusserst zuvorkommend, rühmte dabei sich und seine Administration wie immer: „Ja, Mustafa Bei, denke Dir, mit dem nächsten Courier werde ich 40 Beutel nach Tripoli senden, noch nie hat einer meiner Vorgänger Geld für das Gouvernement aus Fesan erübrigt, der Muschir wird sicher zufrieden sein." „Ja, Halim Bei", erwiderte ich, „ich habe längst gehört, dass Du ein ausgezeichneter Administrator bist", und dachte dabei an die 10 Francs Kopfgeld, die er von jedem importirten Sklaven erhebt. Natürlich kommt

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