Abbildungen der Seite
PDF

die Position als 10° 54' und 166° W. L. an. Ob der schon genannte Felsen mit der Bank Byron's in SSO. identisch sei, vermag ich nicht zu entscheiden. Bei jenem Schiffbruch ging zwar die ganze Ladung, doch kein Menschenleben verloren. Alle wurden auf die Insel gerettet und von den christlichen Einwohnern freundlichst versorgt, bis ein Fahrzeug zu ihrer Abholung von Upolu requirirt war.

Die anderen in jener Gegend befindlichen, zum Theil fraglichen Inseln, besonders Nassau I. (vgl. „Geogr. Mittheilungen" 1859, S. 184), gehören jedenfalls auch mit zur Tokelau-Gruppe. Über dieselben fehlen uns neuere Nachrichten, deshalb gehen wir hier nicht auf dieselben ein, hoffen aber später durch direkte Anfragen bei den Missionären genaue Nachricht über deren Original-Namen und was man sonst von ihnen auf Samoa oder einigen der Tokelau-Inseln weiss, in diesen Blättern mittheilen zu können.

Spezifische Schwere und Temperatur des Wassers in verschiedenen Meeren.

Den vom Board of Trade herausgegebenen „Meteorological Papers" (Nr. 12) entnehmen wir eine Zusammenstellung der aus sehr zahlreichen Beobachtungen gefundenen durchschnittlichen Temperatur und spezifischen Schwere des Wassers in verschiedenen Meeren.

Spezifische 8chwere. Temperatur.

Nördlicher Atlantischer Ocean bis 50° N. Br. . 1.0266« 71,6«° F. Südlicher Atlantischer Ocean bis 50° S. Br. . 1.02676 6 6,66 „ Nördlicher Grosser Ocean bis B0° N. Br. 1.02548 69,94 „

Südlicher Grosser Ocean bis 50° S. Br. . . 1.026&8 67,70 „ Indischer Ocean vom Äquator bis 50° S. Br. . 1.0S630 69,28 „

Mittelländisches Meer 1.0289 6 7,8 „

Schwarzes Meer 1.0148 56,8 „

Nord-See 1.0261

Ost-See 1.0086

Rothes Meer 1.0286 79,8 „

Rothes Meer nördlich von 20° N. Br. . . 1.0JS7 77,4 „ Rothes Meer südlich Ton 20° N. Br. 1.0272 81,8 „

Das Eesultat der ganzen Untersuchung und Berechnung scheint zu zeigen, dass die Hauptunterschiede in der spezifischen Schwere von lokalen und speziellen Umständen herrühren. Sie ist gross, wo die Verdunstung stark ist, wie unter den Passatwinden, und gering in den Regionen, wo es viel regnet. Am grössten wird sie in See-Armen wie dem Rothen Meere, in welche weder Flüsse noch Wolken sich ergiessen, am geringsten bei den Mündungen grosser Ströme wie des St. Lorenz oder des La Plata, oder in Meeren wie dem Schwarzen Meere und der Ostsee, wo ein bedeutender Zufluss süssen Wassers Statt findet. Unter hohen Breiten in der Nähe von Eis ist sie ebenfalls gering. Die höchste irgendwo notirte Temperatur des Meereswassers an der Oberfläche ist 94° unfern Aden, 88° und 89° sind nicht selten im Indischen Ocean nahe dem Äquator beobachtet worden.

Schnee ohne Wolken.
Von Dr. Berger in Frankfurt a. M.

Am 23. Dezember 1865 fuhr ich des Morgens um 8 Uhr von Deutz ab in der Richtung nach Düsseldorf. Der Himmel war vollständig heiter, nur am östlichen Horizont zeigten sich einige kaum bemerkbare Wolkenstreifchen. Die

Tiefe war so wenig mit Dunst geschwängert, dass man denselben nur bemerkte, wenn man eine sehr weite Schicht durchblickte. Um 8 Uhr 5 Minuten fielen kleinere und grössere Eisnädelchen durch das halb geöffnete Waggonfenster in solcher, Menge, dass mein vorgehaltener Rock ziemlich stark davon bedeckt wurde. Die Erscheinung mochte etwa 3 Minuten angedauert haben, als dieselben sich in Menge und Grösse verringerten und alsbald ganz aufhörten.

Nachdem der Zug von Mülheim abgegangen, wiederholte sich der Vorgang und dauerte in gleicher Lebhaftigkeit, wie ich diess Mal mit der Uhr in der Hand beobachtete, ebenfalls 3 Minuten. — In der Nähe von Düsseldorf wurden wir in einen dicken Nebel eingehüllt, der dort schon seit 6 Uhr des Morgens geherrscht hatte und den ich auf meiner ganzen Reise weiter nach Norden vorfand.

So weit mir bekannt, wird nicht leicht eine Beobachtung nachzuweisen sein, welche bei einer so vollständigen Klarheit des Himmels einen Niederschlag konstatirt. Um mich vor Täuschungen sicher zu stellen, untersuchte ich gleich bei 3em ersten Beginn die Decke des Waggons, von welcher möglicher Weise während der Nacht aufgefallener Reif durch den Wind herunter getrieben werden konnte. Sie war trocken. Auch wurde der Rauch der Lokomotive so weit von dem Fenster abgetrieben, dass nicht zu erklären wäre, wie etwa ein Niederschlag aus diesem die'Erscheinung hätte bewirken können. Beim zweiten Fall ging übrigens dieser Rauch nach der anderen Seite des Zuges, so dass jeder Zweifel beseitigt war.

Die meteorologischen Tabellen von Köln geben folgende Beobachtungen:

[table]

Ich lasse zugleich die meteorologischen Angaben einiger
anderer Orte folgen. Es hatte am 23. Dezember Morgens
Frankfurt a. M. . . —3,6° R. und Ostwind,
Trier .... —3,4 „ „ Nordwind,
Münster . . . —1,2 „ „ Westwind,
Brüssel . . +0,6 „ „ Westwind,

Königsberg . . . +2,7 „ „ Nordwind,
Danzig . . . . +4,7 „ „ Nordwestwind,
Berlin . . +3,0 „ „ Westnordwestwind,

Breslau. . . +1,2 „ „ Westwind,

Paris .... —1,2 „ „ Ostsüdostwind. Man ersieht hieraus, dass im Süden von Köln eine niedrigere, zu den beiden Seiten eben so wie im Norden desselben eine höhere Temperatur herrschte als am Orte selbst, so dass sie im Allgemeinen von Süden nach Norden zunimmt. In Köln war sie Morgens 7 Uhr —3° R. Nicht viel mehr mochte es zur Zeit der fraglichen Erscheinungen gehabt haben.

Während nun die meteorologischen Beobachtungen dieser Stadt fortwährend südlichen Wind anzeigen, hatte ich zur Zeit des ersteh der beiden Vorgänge die günstigste Gelegenheit, die Windrichtung zu beobachten. Ia einiger Entfernung von der Bahnlinie befanden eich mehrere niedrige und ein sehr hoher Schornstein. Die Bauchsäulen der ersteren zogen alle sehr flach von Norden nach Süden, der Bauch des hohen aber machte erst einen sehr weiten aufsteigenden Bogen nach Norden, dann kehrte er um und zog ebenfalls fast ganz parallel mit dem Boden nach Süden.

In diesem Augenblick hatte der Wind also nur von einer nicht genau zu bestimmenden Höhe des hohen Schornsteins bis zu einer ziemlich bedeutenden Strecke Uber demselben südliche Richtung. Unterhalb und oberhalb dieses südlichen Stromes war die Windrichtung eine nördliche. Und da Köln am Mittag bei SSO. trübe, am Abend bei SO. Nebel hatte, so liegt die Vermuthung nicht fern, dass der obere nördliche Strom den Nebel von Norden erst in der Höhe nach Süden führte und dass dieser sich daselbst mit einer kleinen Drehung des Windes gegen Norden am Abend erst herabsenkte. Diesem Sergang entspricht eine Hebung der Quecksilbersäule des Morgens um 0,3"', des Mittags um 0,5"'. So wäre in dem bezeichneten Momente der nördliche warme Strom an zwei senkrecht über einander gelegenen Stellen in den südlichen kalten eingedrungen.

Dem sei übrigens, wie es wolle, von Bedeutung ist nur die Lagerung der Ströme in diesem Augenblick, ihre Temperatur und ihr Feuchtigkeitsgehalt. In Bezug auf letzteren ist zu beachten, dass Köln noch am 22. Abends „trübe" hatte, der Norden hatte am Morgen des 23. Nebel. Beide Ströme waren also jedenfalls feucht.

Ich habe in Poggendorfs Annal., Bd. CXIII, SS. 456 ff., nachgewiesen, dass zur Bildung eines Nebels zwei einander in vertikaler Richtung begegnende, verschieden temperirte (hinlänglich feuchte) Luftströme nothwendig sind. Ich habe daselbst ferner erwähnt, dass ein Regen oder Schnee ohne Wolken Statt finden könne, wenn ein warmer Strom von oben in einen kalten eindringe. Der vorliegende Fall ist ein modificirter Beleg zu jener Darlegung. An der oberen Berührungsgrenze des südlichen kalten und des nördlichen warmen Stromes musste die Feuchtigkeit des letzteren zu Eis kondensirt werden und da ein warmer aufsteigender Luftstrom, der diese Eisnädelchen emporgerissen hätte, nicht vorhanden war, so mussten diese sogleich nach ihrem Entstehen durch die untere kältere Schicht herunter fallen. An der unteren Berührungsgrenze mit einer schon beträchtlichen Fallgeschwindigkeit angekommen mussten sie weiter fallen, da der untere warme Strom nicht mehr im Stande war, sie noch aufzuhalten und emporzureissen. Indem diese Nädelchen in der durchfallenen kälteren Schicht sich noch weiter abgekühlt hatten, kondensirten sie das in der unteren wärmeren Schicht enthaltene Wasser; auch rissen sie an der unteren Berührungsgrenze etwa gebildete Nädelchen mit sich hinab, so dass also an dieser Stelle eine bedeutende Nebelbildung nicht Statt finden konnte. Der geringe Grad von Undurchsichtigkeit so wie das blutrothe Aussehen der eben aufgegangenen Sonne mochten durch die fallenden Eisnädelchen und durch den zurückgebliebenen Dunst verursacht worden sein, doch mochte unmittelbar über dem Boden noch eine besondere Nebelbildung Statt finden. Dieser war jedenfalls von der vortägigen milderen Temperatur noch nicht beträchtlich herabgesunken und war von kälterer Luft überlagert. So war die Bedingung zur Nebelbildung gegeben.

Korrespondirende meteorologische Beobachtungen seit Galilei.

Andres Poey hat der Akademie der Wissenschaften zu Paris eine historische Skizze über die korrespondirenden meteorologischen Beobachtungen seit Galilei mitgetheilt. Es geht daraus hervor, dass zu Anfang des 17. Jahrhunderts Borelli in Pisa, Raineri und Andere in Florenz, Cavalieri und Riccioli in der Lombardei unter der Direktion der Academia del Cimento ein weit ausgedehntes System gleichzeitiger meteorologischer Beobachtungen in Italien organisirt hatten; auch beauftragte der Grossherzog Ferdinand III. von Toscana die Mönche in seinem Staate, Beobachtungen zu machen und darüber zu berichten. Um 1649 erkannte Perrez, der Schwager von Pascal, den Nutzen einer über die ganze Erde ausgebreiteten meteorologischen Korrespon

1 denz und 1725 liess Jacob Guerin in London eine Aufforderung zu diesem Zweck ergehen. Im Jahre 1780 wurde eine solche Korrespondenz eingerichtet, als die erste Meteorologische Gesellschaft zu Mannheim unter dem Protektorat des Kurfürsten von der Pfalz gegründet wurde. Dreissig Akademien und viele Privatpersonen schickten die Resultate ihrer Beobachtungen ein, die in 12 Bänden unter dem Titel „Ephemerides Societatis Meteorologicae Palatinae" gedruckt

i wurden. Seitdem kulminirten die vielen energischen Anstrengungen, die man in Spanien, Frankreich, der Schweiz, England, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika machte, schliesslich in der täglichen Publikation des ausgezeichneten „Bulletin international", welches unter Le Verrier's Redaktion von der Pariser Sternwarte ausgegeben wird.

Geographische Literatur.

Vorbericht.

Die Firma A. Fullarton & Co. in Edinburgh, deren schön illustrirter „Gazetteer of the World" (1851—58) zu den bekanntesten geographischen Lexicis gehört, hat im März d. J. den ersten Band eines „Imperial Gasetteer of England and Wales" herausgegeben, der ebenfalls mit Karten und Bildern versehen ein sehr reichhaltiges ufid brauchbares Werk zu werden verspricht.

Die detaillirten Berichte und Karten über die Expedition von Kostenkoff, Barbot de Marny und Kryschin in die Manytsch-Niederung (1860), über die bisher nur ein vorläufiger Bericht im Journal des Russischen Ministeriums der Reichsdomänen (1861) veröffentlicht war, befinden sich gegenwärtig im Druck.

Die Kaiserl. Russische Geographische Gesellschaft hat kürzlich eine Manuskript - Karte des Kapitän Budistschew von dem Gebiet zwischen Ussuri und Japanischem Meer im Maassstab von 1:200.000 erhalten, die viel neues topographisches Detail enthalten soll. Budistschew erforschte vier Jahre lang hauptsächlich die Wälder zwischen dem See Hanka, dem Golf Peter's des Grossen und dem Bikin, einem Nebenfluss des Ussuri, so wie die in der Umgebung des Kaiserhafens, der einen sehr geeigneten Exporthafen für Holz abgeben würde, wenn man Schneidemühlen daselbst einrichten wollte, denn auf dem Chinesischen Markt, und dieser käme hierbei fast ausschliesslich in Betracht, findet nur geschnittenes und zwar in bestimmter Form geschnittenes Holz Absatz.

Die geographischen und naturhistorischen Ergebnisse der von der Deckerischen Expedition in Ost-Afrika sollen in selbstständiger Form in nicht ferner Zeit zur Publikation gelangen. Dieses "Werk wird unter Anderem auch die Aufnahme des Flusses Dschuba enthalten, auf dem bekanntlich die Expedition zu Grunde ging.

Vou dem Naturforscher der Britisch-Nord-Amerikanischen Grenzkommission, J. K. Lord, wird ein zweibändiges reich iliustrirtes Werk unter dem Titel „The Naturalist in Vancouver's Island and British Columbia" bei Bentley in London gedruckt.

Dr. Karl v. Scherzer's „Statistisch-kommerzielle Ergebnisse der Novara- Expedition" erscheinen bei Brockhaus in Leipzig gekürzt und verbessert in einer billigen OktavAusgabe.

Die „Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde", die in monatlichen Heften „mit Unterstützung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin" herauskam und schon immer deren Organ war, erscheint nun von diesem Jahre an als „Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin" in 6 Heften jährlich. Die Bedaktion ist in den Händen des Prof. Dr. W. Koner geblieben und die Zeitschrift wird sicherlich ihren wohlerworbenen Ruhm auch in der neuen Form vermehren.

Die Socidte de gdographie de Geneve hat nach längerer Pause ihre Publikationen wieder aufgenommen und giebt nun ihre „Memoires et Bulletin" unter dem Titel „Le Globe, Journal ge'ographique" in Heften heraus, deren 8 einen Jahresband bilden werden.

Eine neue Dänische Vierteljahrsschrift, „Danske Samlinger for Historie, Topographi, Personal- og Literaturhistorie. Udgivne af Chr. Bruun, 0. Nielsen og A. Petersen" (das Heft von 6 bis 7 Bogen kostet 17 J Sgr.), ist zum Theil auch der Geographie zu dienen bestimmt.

Im Verlag von Arnold Hilberg in Wien soll vom 15. Juli d. J. ab eine „Internationale Revue, Monatsschrift für das gesammte geistige Leben und Streben der ausserdeutschen Culturwelt" in starken Heften (zu 1 Thlr.) erscheinen. Nach dem Prospekt ist das Gebiet ein weit umfassendes, die Zeitschrift solf sich zu einem fortdauernden Bilde des gesammten intellektuellen Geschehens und Seins, wie es in der Literatur, der Kunst und Wissenschaft, in dem socialen und staatlichen Leben der ausser-Deutschen Kulturwelt zu Tage tritt, gestalten und nieht bloss in Deutschland die Kenntniss des ausser-Deutschen Kulturlebens popularisiren, sondern auch dem Auslande die Kenntniss der Deutschen Auffassung desselben, des Deutschen Urtheils über dasselbe vermitteln. Wenn die Ausführung dem Plane entspricht, wird diese Monatsschrift alle vorzugsweise die auswärtigen Länder berücksichtigenden Deutschen Zeitschriften an Vollständigkeit weit übertreffen, die lange Liste der bis jetzt gewonnenen Mitarbeiter und Korrespondenten, unter denen viele bekannte Namen, spannt die Erwartungen hoch, ob aber die Geographie in irgend namhafter Weise vertreten sein wird, lässt sich aus dem Prospekt nicht erkennen.

EUROPA. Deutschland, Preussen und Österreich. Pozsony es környöke. Egy földtani terkeppel es több abraval. (Pressburg und Beine Umgebung. Mit einer geologischen Karte und mehreren Abbildungen.) 8°, 394 SS. Pest, Launer, 1866. 3 fl. Reinick, H. A.: Statistik des Regierungs-Bezirkos Aachen. l.Abth. 8°.

Aachen, Benrath, 1865. 1J Sgr.

Renaudin, Edra.: Nouveau Guide genoral du voyageur aux bords du
Rhin. 18°, 2533 pp. mit 9 Karten und 28 Städteplänen. Paris, Gar-
nier, 1865. 5 fr.
Stelzer, C. F.: Verzeichnis« sämnitlicher Ortschaften des Königreichs
Sachsen nebst Angabe ihrer Häuser- und Einwohnerzahl nach der
Volkszählung vom 8. Dezember 1864. 8°. Dresden, Adler, 1865.

16 Sgr., geb. { Thlr.

Triangulation, Die Königl. Preussische Landes- . Hauptdreiecke.

1. Tbl. Hauptdreiecke in der Provinz Preussen an der Weichsel und östlich derselben. 4°. Berlin, G. W. F. Müller, 1866. 2| Thlr.

Volger, G. H. 0.: Das Steinsalzlager von Lüneburg ein Seitenstück zu demjenigen von Stassfurt. Mit Rücksicht auf Erdwissenschaft und Bergbau beleuchtet. 4°. Prankfurt a. M. 1865. \ Thlr.

Volkszählung, Das definitive Resultat der im Preussischen

Staate am 3. Dezember 1864. (Zeitschrift des Kgl. Preuss. Statistischen Bureau's, 1865, Nr. 11, SS. 273—286.)

Die Summen sind dieselben wie im „Gothaischen Hofkaiender" für 1866 und in Behm's Statistisch-geographischem Jahrbuch; speziell ist hier aber die Bevölkerung alier einzelnen Kreise aufgeführt mit Unterscheidung der Städte und des flachen Landes, der Civil- und Militär-Bevölkerung.

Wolfers, Prof. Dr.: Vergleichung dos Sommers ron 1865 in Berlin mit den früheren von 1342, 1846, 1857 und 1859. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, November 1865, SS. 345—348.)

Württemberg, Beschreibung des Königreichs . Herausgegeben

von dem Königl. Statistisch - Topographischen Bureau. 45. Heft: Oberamt Heilbronn, 47. Heft: Oberamt Horb. Stuttgart, Lindemann,

1865. 1| Thlr. Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde. Herausgegeben von dem K. Statistisch-Topographischen Bureau. Jahrg. 1863. 8°. Stuttgart. Lindemann, 1865. J Thlr.

Schweiz.

Conty, H.-A. de: Quinzo jours dans la Suisse du Nord et le Grand-Duche

de Bade. 18°, 216 pp. mit 1 Karte. Paria, Faure, 1865. 2$ fr. Conty, H.-A. de: Quinze jours dans la Suisse centrale, Oberland Ber

nois. 18°, 214 pp. mit 1 Karte. Paris, Faure, 1865. 2$ fr.

Desor, E.: Les Palafittes ou construetions lacustres du lac de Neucha

tel. 8», 158 pp. Paris, Reinwald, 1865. 6 fr.

Meteorologische Beobachtungen in 88 Stationen der Schweiz. 2. Jahrg.

1. Heft. 4°. Zürich, Höhr, 1865. pro compl. 7J Thlr.

i Dänemark , Schweden und Norwegen.

Both, L.: Kongeriget Danmark, populair topographisk beskrevet. 1. tt.

3. Heft. 8°, ä 32 pp. Kopenhagen, Gandrup, 1865. ä 16 ss.

Kjöbenhavn med Omegn. En Vejleder for Reisende. 8°, 130 pp. mit

1 Plan von Kopenhagen und Umgegend. Kopenhagen, Philipscn, 1865.

48 ss.

Knudsen, P.: Oversigt over Dödeligheden og Befolkningens Taothod i Kjöbenhavn 1855—64. 8°, 32 pp. mit 1 Karto. Kopenhagen, Eibe,

1866. 32 ss. Lehmann, 0.: Norge og Nordmacndenc. Reiseorindringer fra 1836 og

1865. 8°, 192 pp. Kopenhagen, Gad, 1865. 1 Rd. 24 as. Maak, Dr.: Die Dünen Jütlands. Frei nach Androsen's Werk „Om

Klittformationcn" bearbeitet. (Zeitschrift für AUgem. Erdkunde, September und Oktober 1865, SS. 198—237.)

Enthält ausser Beschreibendem auch Abschnitte Uber die Bildung der Dünen

und über ihre Veränderung und die der Küsten in historischer Zelt. Nordsjaelland, Touristen i . Dlustroret Vejviscr pna Udflug

ter mellcm Kjöbenhavn og Helsingör. 8°, 104 pp. mit 4 Karten.

Kopenhagen, Forlagsbureauet, 1865. 72 ss.

Seebach, K. v.: Beiträge zur Geologie der Insel Bornholm. Mit

1 Karto. (Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesollschaft,

Bd. XVII, Heft 2, SS. 338—347.)

Karten.

Generalstabens topographisko kort ovor Danmark. Bl. 18: Slagelse, 19: Skaolskör, 29: Samsö, 30: Hindsholm, 31: Odense. Kopenhagen

1866. a l Bd.

[blocks in formation]

spoorweg- en kanaalwerken, de afdamming van het Sloe en de ge■wijzigde afwatering ran Walcheren. Vervaardigd onder toezigt van M. Simon Gz. 1: 25.000. Lith. Middelburg, Gebr. Abrahams, 1866. öfl.

Gross-Britannien und Irland.

Black's Guide to Killarney and the South of Ireland. 18°, mit 1 Karte

und 1 Plan Ton Cork. London, Black, 1865. lj s.

Hunt, R.: Mineral Statistics of Great Britain for 1864. 8°, 190 pp.

London 1865. 2 s.

Prior, H.: Ascents and passes in the Lake District of England; being

a new pedestrian and gênerai guide to tho district. 12°, 280 pp.

London 1865. , 5 s.

Smith, Alex.: A Summer in Skye. 8°. 2 vols. London, Strahan, 1865.

Enthält Beschreiben»^ Uber die Insel Skye, eine der Hebriden. Whipple, G. M.: Results of meteorological observations mado at the

Kew Observatory. (The Intellectual Observer, Novbr. 1865.) White, W.: Kastern England, from the Thanies to the Humber. 2 vol*.

8°, 619 pp. mit 2 Karten. London, Chapman & Hall, 1865. 18 s.

Kartei»,

Hébrides Islands, Itoag Lochs, Capt.|Ottcr, 1865. London, Hydrogr.

Office, 1865. (Xr. 2390.) 3 s.

Ireland, North Coast, Skerries Roadstead and Port Rush, with a view,

Stall'-Commander Hoskvn, 1854. London, Hvdrogr. Office, 1865.

(Nr. 49.) 14 s.

Frankreich.

Annuaire de la marine et des colonies pour 1865. 4° und 8°, 900 pp.

Paris, Dupont und Dumaine, 1865. Bernard-Langlois. A.: Études topogr., histor., hygién., morales, géol.,

agricoles, industr. et commerciales sur le canton de Bourbon-Lancy,

arr. de Charollcs, dép. de Saône-et-Loire. 2 vols. 8°, 550 pp. mit

Karten. Paris, Gauthey-Saint-Aubin, 1865. Buteux, C.-J.t Esquisse géologique du département de la Somme. 8°,

136 pp. mit 1 Tafel. Abbeville, impr. Briez, 1865. Caen, Guide du voyageur et de l'étranger dans la ville de - - ,

suivi d'un dictionnaire alphabétique, topographique, archéologique et

historique des communes du département du Calvados. 32°, 189 pp.

mit einem Plan von Caen. Caen, Nigault de Prailauné, 1865. Cessac, J.-B.: Études historiques. Commentaires de César. Uxcllodu

num retrouvé. Fouilles exécutées à Luzech, à Capdenac et à Puy

d'Cssolud. Rapide exposé des résultats obtenus. 8°, 15 pp. Paris,

Dentu, 1865.

Charente (La) communale illustrée, archéologie, sciences, arts, agriculture, industrio, commerce, poésie, légendes, histoire, biographies; ouvrage rédigé par une société de gens de lettres, rédacteur en chef M. Alcidc Gauguié. T. .1. Arrondissement d'Angouléme. 1" livr. 8°, 32 pp. Angoulême 1865. 2 fr.

Cuquel, Abbé: Uxelloduuum à Mursceint. Nouvelles recherches sur l'emplacement de cette ville. 8°, 16 pp. Cahors, impr. Plantade, 1865. 26 c.

Despine , F.: Promenade en Tarentaise, description des localités, des sites, des curiosités et des richesses naturelles de cette contrée, suivie de notes statistiques et historiques. 8°, 136 pp. Moûtiers, impr. Laraeine, 1865.

Gauthier, V.-E.: Excursions à travers les Alpes-Maritimes et sur le littoral. 1TM livr. En revenant de Biot. 32e, 16 pp. Nizza (Extrait du Phare du littoral) 1865.

Gavrel, E.: Géographie historique, commerciale, industrielle et postale de toutes les villes, communes, hameaux et écarts du département de l'Oise. 18°, 144 pp. Scnlis, Gavrel-Leduc, 1865.

Grad, Ch.: Les lacs et les tourbières des Vosges. Étude de géographio physique. (Nouv. Annales des voyages, August 1865, pp. 129—140.)

Haumonté, J.-D.: Plombières ancien et moderne 8°, 347 pp. mit Plänen u. s. w. Mirecourt, Humbcrt, 1865. 5 fr.

Hemann, Prof.: Géographie complète et descriptive do l'empire français et de ses colonies, précédée d'un traité do cosmographie, etc. 12°, 303 pp. Paris, Renault, 1865.

Hüber, W.: Le nivellement général de la France par M. Bourdaloue. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris, Juni 1865, pp. 532—565.) — Bourdiol: Importanco d'un nivellement général de la France et opportunité d'en assurer l'exécution. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris, Juli und August 1865, pp. 177—196.)

Beide Berichte enthalten interessante Nachrichten über das großartige Unternehmen Bourdaioue'.s.

Kampmann, G.: Introduction à la géographie do la France sous le point de vue physique. 16°, 16 pp. Strassburg, Berger-Levrault, 1865.

Lacroix, J.: Nouveau Guide général du voyageur aux Pyrénées. 18°, 379 pp. mit Karten und Ansichten. Paris, Garnier, 1865. 7^ fr.

Laurens de la Barre, E. Du: Itinéraire pittoresque de Vannes à Quiberon, suivi d'un voyage dans les montagnes d'Arhez et de Penmarch à la pointe du Raz. 8", 31 pp. Nantes, impr. Forest, 1865. £ fr.

Ledivellec, J.-M.: La Presqu'ïlo de Rhuis, en Bretagne, ou le canton de Sarzeau, près Vannes (Morbihan), ses antiquités et ses monuments, etc.; guide des baigneurs et des touristes. 18°, 118 pp. Vannes, impr. Galles, 1865. 1 fr.

Lejosne, L.-A.: Géographie historique, biographique, industrielle, com•merciale et administrative du département do l'Ain, précédée de notions sur la géographie générale et sur la géographie de la France. 32°, 188 pp. mit 1 Karte. Paris, Dupont, 1865.

Malégue, H.: 2100 cotes d'altitude de la Haute-Loire. 8°, 100 pp. et 3 pl. Brioude, Gallice, 1865.

Mémorial du Dépôt général de la guerre. Supplément au tome IX, contenant la jonction des réseaux géodésiques do France et d'Angleterre et les longitudes comparées de Paris et Grccnwich. 4°, 100 pp. ot 17 pl. Paris, impr. impériale, 1866.

Mien, J.-P.: Le Canton de Rozoy-sur-Serre, histoire, géographie,-biographie, statistique. Notices sur les communes du canton. 18°, 500 pp. Saint-Quentin, impr. Moureau, 1865.

Millet de la Turtaudière, P.-A.: Indicateur de Maine-et-Loire, ou indication par communes de ce que chacune d'elles renferme, sous les rapports de la géographie, des productions naturelles, de l'industrie, etc. T. II. 8°, 620 pp. mit 87 Tafeln. Angers, Cosnier et Lachèse, 1865.

Nadal, J.-R.-D.: Uxellodunum, études historiques et critiques sur l'emplacement de cette ville celtique. 8°, 64 pp. Cahors, impr. Laytau, 1865.

Nadeau, L.: Voyage en Bourbonnais, Moulins, Néris, Vichy, Bourbonl'Archambaut et leurs environs. 18°, 376 pp. Paris, Hachette, 1865.

Orts-Lexikon, Historisch - geographisches des niederrheini

schen Departements, oder Besehreibung sämmtlicher Städte, Flecken und Dörfer in Beziehung ihrer örtlichen Verhältnisse und Geschichte. 16", 191 pp. Mulhouse, impr. Risler, 1866.

Pillet, L.: Description géologique des environs de Chambéry. 8°, 67 pp. Chambéry (Extrait du tome 7 des Mémoires de l'Académie impér. de Savoie) 1866.

Positions des points remarquables et des signaux qui ont servi à la reconnaissance hydrographique des côtes de France sur la Manche et sur l'Océan. 8", 409 pp. Paris, Dépôt de la marine (Dupont), 1865.

Râteau, P.: Étude sur le département de la Corrèzn, histoire, géographie, géologie, minéralogie, commerce,etc. 18°, 215pp. Paris, Hachette, 1866. Karten.

Boldoduo, Ed.: Carte d'arrondissement de Béthune (Pas-de-Calais), dressée d'après les documents officiels. Lith. Béthune, Revbourbon, 1865.

Charles: La France routièro et ses colonies, carte indiquant: les routes impériales et départementales, les chemins de fer, les fleuves, rivières et canaux, les itinéraires des paquebots à vapeur et phares, l'historique et la statistique des colonies. Revue par Vellemin. Paris, impr. Bcs et Dubreuil, 1865.

Conte-Grandchamps: Carte générulo du département des Alpes-Maritimes. 1:125.000. Chromolith. Paris, Andriveau-Goujon, 1866. 6 fr.

Dépôt de la guerre: Nouvelle carte de France, 1:80.000. 29' livr. Nr. 187: Valence, 207: Rodez, 228: Castelnau, 239: Mauléon, 240: Tarbes, 253: Foix. Paris, Dumaine, 1866. k 7 fr.

Dépôt de la guerre: Nouvelle carte do France, 1:80.000. Veuilles

[merged small][merged small][ocr errors][ocr errors]

Gravee par E. Rembielinski. Paris, impr. Lemercier, 1865. Saöne, Carte de la —, pl. 34, 35, 36. Gravee par E. Rembielinski. Paris, impr. Lemercier, 1866.

Griechenland, Türkisches Rsich in Europa und Asien.

Rosen, Konsul G.: Das Harara von Jerusalem und der Tempelplatz des Moria, eine Untersuchung über die Identität beider Stätten. 8°, 65 SS. mit einer Terrainkarte von Jerusalem und drei architektonischen Zeichnungen (der Moschee el - Borak, des Gerichtshauses und des Teiches Obrak). Gotha, R. Besser, 1866. | Thlr.

Saulcy, F. de: Voyage en terre sainte. 2 vols. 8°, 774 pp. Paris, Didier, 1865. 32 fr.

Der französische Akademiker de Saulcy hat bereits ein Mal, im Winter 1850 51, eine Reise in das Heilige Land unternommen und in der Beschreibung derselben (Voyage autour de la mer morte et dans les terres bibllques. Paris 1852, 2 Bde. 8°) neben rieten mit Recht angefochtenen Beobachtungen und Theorien über biblische Geographie und über die von ihm so genannte jüdische Kunst eine Menge höchst schätzbaren Matertals niedergelegt. Auch seine zweite, im Winter 1863/64 ausgeführte Reise, die er im vorstehenden Werke beschreibt, enthält, obgleich sie thellweise eben jene Theorien zu stützen bestimmt ist, viele wichtige Aufklärungen über die Topographie und Archäologie Palästina*». Der Verfasser reiste von Yafa über Kubebeh nach Jerusalem, von dort über er Riha und Araq el Emir (dem alten Tyrus) nach Amman (Philadelphia) und über Hesbän (Hesbon), den zum Todten Meur abfallenden Rand des transjordanischen Gebirges und er Riha nach Jerusalem zurUck und besuchte auf seiner Tour von da nach Beirut auf des damals gerade in Palästina anwesenden Gudrin Veranlassung Tihneh {das durch Josua's Grab bekannte Timnath Besah) mit Beinen interessanten antiken Gräbern. Seine Beschreibung ist frisch und anschaulich und seine Schilderungen der von (hm untersuchten Reste alter Kunst werden durch Illustrationen, seine topographischen Angaben durch Karten und Pläne, die sein Begleiter Major Gelis aufgenommen hat, erläutert. In Jerusalem Öffnete de Saulcy das sogenannte Grab der Könige, aus dem er unter Anderem einen höchst Interessanten Sarkophag für den Louvre gewann, und Hess an der Südseite des Haräm esch Scherif beim dreifachen Thore bis zu den Fundamenten der Haräm • Mauer nachgraben. Aus der Uebereinstlmmung des Stils dieser von ihm aufgedeckten Fundamente, die nach seiner Ansteht von Salomo herrühren, mit dem Stile der über dem Boden befindlichen ältesten Thelle der Haräm - Mauer so wie anderer von ihm für altjüdisch gehaltenen Baureste glaubt er auf den salomonischen Ursprung der Umfangsmaner des Haräm esch Scherif schliessen zu dürfen. Der altjüdische Ursprung der vom Verf. dafür gehaltenen Baureste ausserhalb Jerusalem ist aber mehr als zweifelhaft, und was die Fundamente der südlichen Haräm-Mauer betrifft, so erhellt aus Josephus, dass nicht Salomo, sondern Herodes sie gelegt hat. Die vielfach, auch vom Verfasser missverstandene Stelle Ant. 15, 11, 3 hat nur dann einen Sinn, wenn man die beiden Sätze: lovzov 6 ^Qüiiog Tjtiäiv ßaotlevs Solofuav xar* £m(pQoovi>r}v xov BeoZ iteydXata eQyaaiats dxetsi'ztfcr av(o&ev ia Tcoqq rr)v axQav und h'boxsQQ} de tovzov xaJ nag1 avxrjv ryv axgav ällo zetzos Xi&tvov neQt&ei als In Klammern elnzuschliessende Unterbrechungen der Beschreibung der kerodianiichen Bauten betrachtet

Einen späteren Ursprung der Umfassungsmauer des Haräm esch Scherif und die erst durch Herodes erfolgte Zufügung seines südlichen Drittheils vertritt die kleine gehaltvolle Schrift von Rosen. Sie steht somit auf der. Seite des grossen Prachtwerkes des Grafen von VogUe" (Le temple de Jerusalem, monographle du Haram ech Cberif. Paris, Noblet et Baudry, 1863) und macht zugleich mit ihm Front gegen die in Deutschland namentlich von Unger vertretene, scharfsinnig ausgeführte, aber, wie der Verfasser darthut, auf irriger Taxation der Mangel und Vorzüge des Josephus beruhende Ansicht Fergusson's, nach der der Tempel im Südwestwinkel des Haräm esch Scherif und nicht an der Stelle der Kubbet es Sakrah stand. Die Untersuchung beginnt mit einer gedrängten klaren L'ebersicht des dem Verfasser aus eigener Anschauung bekannten Lokalbefundes, namentlich auch der vier Stilarten des Mauerwerkes der Umfassungsmauer, der Mekhameh und des früher schon von Tobler entdeckten, im Jahre 1865 aber von Major Wilson genau untersuchten Teiches Obrak.so wie des inneren Treppenaufganges mit Thor bei der Moschee Obräk, und weist dann ausführlich an der Hand der Quellenschriftsteller die historische Bedeutung der Lokalitäten nach. Es läast sich im Einzelnen Einiges moniren (namentlich auch über des Verfassers Auffassung der oben angeführten wichtigen Stelle aus Josephus und einige aus des Verfassers Auffassung derselben hervorgehende Konsequenzen); im Ganzen aber möchte mit den Sätzen des Verfassers ein fester Boden für eine Revision der Topographie des alten Jerusalem gewonnen sein, die in einigen nicht unwesentlichen Punkten — ich erinnere nur an die Resultate, zu denen Hupfeld's vor einigen Jahren in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländlschen Gesellschaft veröffentlichte Unter

suchung über Acra geführt hat, und an die Klage Sepp's über die »heillose Verwirrung", die bei Josephus in Bezug auf Acra herrschen soll — Noth thut. Die Spezialpläne sind von Konrad Schick nach seinen eigenen Messungen gezeichnet. (Dr. Th. Menke.) Zschokke, Dr. Hermann: Bas neutestamentliehe Emmaus. Schaffhauseu, Hurter, 1865.

Die kleine Schrift ist eine oratio pro domo, nämlich für die von der Marquise von Nicolay zu Kubebeh (WNW. von Jerusalem) als dem angeblichen Orte des neutestatnentlichen Emmaus kürzlich gegründete katholische Kirche. Emmaus, das heutige Aimväs, am Eingange des Gebirges Juda, an der Strasse zwischen Ramleb und Jerusalem gelegen, war zu Christi Zeit der Hauptort einer der zehn Toparchlen von Judäa, wurde bei Einrichtung der römischen Provinz Judäa im Jahre 69 n. Chr. eine Stadt (civitas) im Sinne des römischen Staatsrechtes und erhielt zugleich eine römische Ansiedelung, MUnzrecht und den Namen Nicopolls, später aber den Rang einer Kolonie. Dieses Emmaus Nicopolis wurde während der römischen und byzantinischen Herrschaft In Palästina ausweise sänmtlicber vorhandener Zeugnisse (vgl. auch das Itinerar aus Kaiser Anasteshis' Zelt fn der Revue archeologique 1864, X, p. 109) als das Emmaus des Cleophas angesehen, ohne das.s man an der, wenn es sich von einem gewöhnlichen Ereignisse handelte, allerdings zu grossen Strecke bia Jerusalem, die die Jünger nach der Begegnung mit Christus noch spät am Tage zurücklegten, nämlich 160 Stadien (4 Geogr. Meilen), Anstoss nahm. Von den ersten anderthalb Jahrhunderten der fränkischen Zeit gilt dasselbe. Bei den massgebenden Quellenschriftstellern, wozu aber der in geographischen Dingen ungenaue Albert von Aachen nicht gehört, findet sich keine Spur vom GegenthelL Das Kreuzheer vom Jahre 1099 lagerte am Tage, bevor es Jerusalem erreichte, theils zu Ramleh, theils zu Emmaus-Nicopolls und erstieg erst am folgenden Tage das Gebirge (montana, Baldricus, p. 100). Nach einer Hospitaliter - Urkunde von etwa 1167 lag Emmaus neben (nicht in) dem Territorium von Jerusalem; dies Territorium erstreckte sich aber sebou zu der Zeit, als der Bischof von Jerusalem noch nicht den Rang eines Patriarchen hatte, westwärts fast bis zur Ebene, und es ist kein Grund, nicht anzunehmen, dass damals, zumal da in der arabischen Zeit das Blsthum Emmaus untergegangen und die Stadt, vielleicht in Folge der Anlage von Ramleh, zu einem Dorfe herabgesunken, in der fränkischen Zelt aber das Bistbum von Bethlehem mit einem Thelle des Jerusalemer Territoriums ilotirt worden war, jenes Territorium nach Westen zu wenigstens eben so weit wie früher sich ausgedehnt habe. Im Januar 1192 zog Richard Löwenherz von Jaffa Aus nach Kastell Arnaldl und »Hetenoble neben Emmaus" und am • 12. Juni desselben Jahres unternahm er von seinem Lager bei Betenoble früh Morgens einen Streifzug nach der Quelle Emmaus, um türkische Wegelagerer aufzusuchen, fand sie zur Zelt der Morgenröthe, jagte sie in die Flucht, und zwar, wie aus den arabischen Quellen hervorgeht, bis KuUmiyeh, und erblickte auf dem Rückwege (etwa bei Biddu) Jerusalem. Im J. 1232 zog ein Detachement christlicher Ritter von Jaffa auf der »Strasse von Emmaus, dem Kastell, wo unser Herr nach seiner Auferstehung den beiden Wanderern erschien", über Toron des Chevaliers (Latrfm) Jerusalem zu Hülfe. Alle diese Angaben, zu denen noch die klar redenden Zeugnisse der griechischen Pilgerbücher kommen, schliessen theils die Identifikation eines Ortes Emmaus mit Kubebeh oder Kulonfyeh (für letzteres entscheidet sich Sepp) aus, theils reden sie bestimmt der AnseUung des biblischen Emmaus zu Amwäs das Wort.

Es hatte indessen frühzeitig eine rationalistische Anschauungsweise die 160 Stadien Entfernung zwischen Jerusalem und- Emmaus des Cleophas, die noch in vielen gerade der besseren Handschriften des Neuen Testamentes sich finden und die, wie man daraus, dass Hleronymus im Onomastikon den Ort zu Amwäs ansetzt, schliessen darf, auch ursprünglich in der Bibelübersetzung diese« Kirchenvaters standen, In fio ändern zu müssen geglaubt, und diese Aenderung erhielt allmählich in der occtdentalen Christenheit den Vorzng. Eine Anwendung derselben auf die Geographie des Heiligen Landes versuchten aber, abgesehen von einzelnen früheren Versuchen abendländischer, mit der Geograhte des Heiligen Landes nur unvollkommen bekannter Schriftsteller, erat die Pilger des 13. Jahrhunderts, seit sie durch die Lektüre des Josephus eine Vorstellung von der Bedeutung jenes damals längst antiqutrten Langenmaasses erhielten. Die Angabe des Josephus, dass Gabaon (el Gib) 50 Stadien von Jerusalem liege, gab wohl namentlich einen Anhalt. Man suchte demgemäea Emmaus-Nicopolls In einer entsprechenden Entfernung von Jerusalem, nnd zwar, wie das nach den Berichten über diesen Ort nicht anders tbunllch war, auf dem Wege nach Joppe. Man musste aber bei genauerer Einsicht des Josephu diese Ansicht fahren lassen und kam nun im Anfang des vorigen Jahrhunderts zu der Konjektur, dass zwei Ortschaften desselben Namens, beide zwischen Jerusalem und Joppe belegen, existirt hätten, die eine, Emmaus-Nicopolis, an der südlichen, die andere, das biblische Emmaus, an der südlichen oder mittleren Strasse. Dieser nicht sehr glücklichen Konjektur — denn sie setzt eine hoch** mangelhafte Ortsbezeichnung Im Evangelium voraus, so mangelhaft, dass mehr als anderthalb Jahrtausende erforderlich waren, um ihren Sinn zu errathen — schliesst der Verfasser sich an und sucht die auf Ihr beruhende junge, noch schwankende Tradition auf Kubebeh zu flxlren. Er stützt sich dabei natürlich vor Allem auf die Lesart »sechzig" und als Katholik auf das die AuktoritäU der Vulgata sanktlonlreude Trldentfner Concil, sodann aber auf eine willkürliche Unterscheidung von Dorf Emmaus und Stadt Emmaus im eisten christlichen Jahrhundert, ohne zu berücksichtigen, dass auch Lydda und Kapernanm In jener Zelt bald Dorf, bald Stadt genannt werden. Den Widerspruch der alten Quellenschriftsteller gegen seine Hypothese glaubt er mit der grundlosen Annahme zurückweisen zu können, dass der heilige Hleronymus In Bezug auf die Tradition im Irrthum gewesen und alle anderen Ihm nachgeschrieben hätten: die wahre Tradition werde durch einen Saracenen reprasentlrt, der nach Albert v. Aachen im Jahre 1099 die Kreuzfahrer von Ramleh nach Emmaus führte, von dem aber freilich nicht berichtet wird, dass er selber, und noch weniger, das* er, ohne durch eine Suggcstfv-Frage veranlasst zu sein, Kubebeh, das überdies damals schon, was dem Verfasser entgeht, denselben Namen hatte, für das biblische Emmaus ausgegeben habe. Was die fränkische Zeit anbetrifft, so i-»t der Verfasser weder mit den Quellen vollständig bekannt, noch weiss er bestere und geringere zu unterscheiden, noch die Ihm vorliegenden gehörig zu benutzen. Abgesehen davon, dass der Hauptinhalt des Buche« verfehlt Ist, enthält dasselbe aus des Verfassers und des bekannten sorgfältigen Palästina-Forscher» K. Schick Lokal-Untersuchungen manches Brauchbare. (Dr. Th. Menke.)

(Geschlossen am 19. Mai 1866.)

« ZurückWeiter »