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Aber das ist nicht Alles. Aus den nachfolgenden Zeilen wird eine gleich grosse Theilnahme in anderen Richtungen ersichtlich sein. Auch müssen die bereits im Februar von einer ausländischen Akademie (St. Petersburg) abgesandte Expedition ans Eismeer und die in der Hydrographischen Offizin der Englischen Admiralität vorgenommenen Arbeiten

von denen ich im nächsten Hefte Mittheilung machen werde darthun, welchen hohen Werth diese ersten Autoritäten der Welt über arktische Fragen auf die Wiederaufnahme und Verfolgung derselben legen, und wie zeitgemäss und auf der Höhe gegenwärtiger Bildung das in Deutschland erwachte Interesse für den Gegenstand ist.

Um irrigen Interpretationen zu begegnen, möchte es hier am Platze sein, zu erwähnen, weshalb ich, der ich das Projekt angeregt, den obigen Aufruf nicht mitunterzeichnet habe. Es ist gerade deshalb, weil die Geographie der arktischen und antarktischen Regionen zu meinen eigenen Lebensaufgaben gehört, und ich diese Expedition der Aufmerksamkeit Deutschlands nahe gelegt habe, dass ich auf die Theilnahme an Geldsammlungen für die Ausführung derselben verzichten zu müssen glaubte. Ich habe manches ähnliche Unternehmen fördern zu helfen gesucht, aber es geschah immer durch die Hülfe einer Regierung, der Englischen, oder einer wissenschaftlichen Körperschaft, der Königl. Geographischen Gesellschaft von London, deren langjähriges Mitglied zu sein ich die Ehre habe '); noch bis zum heutigen Tage, obgleich schon seit 12 Jahren von London nach Gotha übergesiedelt, habe ich mich dieser grossmüthigen Englischen Unterstützung und Förderung wissenschaftlicher Unternehmungen zu erfreuen, denn Gerhard

Rohlfs z. B. erhielt auf meine Empfehlung von dieser Londoner Gesellschaft für seine erste Reise, nach Tuat, den grösseren Theil der dazu nöthigen Summe von 600 Thlr. und so eben wieder zu der Reise nach Wadai, die er im Begriff steht anzutreten, 700 Thaler. Welche Deutsche Regierung oder Deutsche Geographische Gesellschaft hätte Gerhard Rohlfs diese Summen so schnell und bereitwillig dargeboten? Es ist in dieser Nordpol - Angelegenheit das erste Mal, dass ich mich an Deutsche Regierungen gewandt und unter mancherlei persönlichen Opfern Alles aufgeboten habe, besonders der Preussischen Regierung die Sache nahe zu legen; in einem einzigen Falle, der Deutschen Expedition nach Afrika, habe ich dem Drängen meiner verehrten Freunde Dr. Ule und Anderer nachgegeben und mich mit an die Spitze des Unternehmens gestellt, als es sich darum handelte, das bereits vorhandene und erweckte Interesse ganz Deutschlands in eine leitende Hand zu nehmen. Die Deutsche Nordfahrt ist aber ein von mir selbst angeregtes Projekt, bei dem es mir selbst im äussersten Nothfalle schwer werden würde, die grossmüthige Hülfe von Volks-Sammlungen in Anspruch zu nehmen; da, wo ich von der Hülfe des „Deutschen Volkes" gesprochen, habe ich ausdrücklich bemerkt): „Es brauchte ihm nicht einmal einen Pfennig zu kosten,

nur den noch zurückgehaltenen Theil seiner Flottensammlungen dazu hergäbe". Ausserdem ist es für das Unternehmen und für die Nation ehrenvoller und verdienstlicher, wenn sie, wie es auch jetzt der Fall ist, dasselbe ohne Betheiligung des Urhebers ausführt und so beweist, dass sie es zu dem ihrigen, zu einem National-Unternehmen, gemacht hat. Liegt doch auch schon gerade darin der beste Beweis und gegründete Hoffnung auf Ausführung des Projektes durch die Deutsche Nation, dass es aufgehört hat, eine der Lieblingsideen und Lebensaufgaben eines Einzelnen zu sein. Ich für meine Person wünschte überhaupt von Anfang an, nur einer der Anregenden zu sein, und übergab schon im Juli vorigen Jahres die ganze Angelegenheit dem Deutschen Hochstift, habe mich nachgehends aber gern für das Zustandekommen der beabsichtigten kleinen Rekognoscirungsfahrt und auch daran betheiligt, Interesse für die Sache in Regierungskreisen zu wecken.

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wenn

es

") Eine Berliner Zeitschrift, Magazin für die Literatur des Auslandes, 17. Februar 1866, S. 88, erwähnt sehr tadelnd der „dürftigen Geldausstattung", die Barth für seine grosse Reise von der Englischen Regierung, der „Krämer-Nation”, bekommen habe. Es ist wahr, dass zuerst für die beiden Deutschen Reisenden Barth und Overweg nur £ 200 + 200 + 200, also im Ganzen £ 600 ausgemacht waren, später aber wurden sie viel besser bedacht, und Vogel wurde geradezu mit einer so grossen Liberalität ausgerüstet, wie sie wohl noch nie einem Deutschen von irgend einer eigenen vaterländischen Regierung zu Theil geworden ist. Man muss auch bedenken, dass Barth und Overweg im Anfange bloss dem Führer, Richardson, attachirt waren, der für die Hauptkosten der Expedition zu sorgen hatte; diese waren gar nicht so unbedeutend, z. B. hatte er allein beim Eingang in das Wüstenreich Aïr dem Häuptling für die blosse Erlaubniss der Betretung des Landes Geschenke im Werthe von 1000 Thlr. zu machen, wofür die Expedition als Gegengeschenk zwei Melonen, eine Handvoll Zwiebeln und etwas Weizen bekam. Barth hat, es ist wahr, für die ganze Reise bloss 10.000 Thlr. verausgabt; wenn man aber die Englische Regierung darüber tadeln will, dass ihr diese Reise so wenig gekostet habe, wie viel mehr schmachvoll ist es, dass sich keine einzige Deutsche Regierung fand, die selbst dieses Wenige ihren eigenen besten Söhnen für so wichtige Forschungen hergab! wie schmachvoll, dass Deutsche Forscher um solch' eine Lumperei sich ausländischen Regierungen in die Arme werfen müssen! Barth selbst fühlte diess tief, und hat wiederholt bitter zu mir darüber gesprochen, dass die ganze Unterstützung, die er zu seiner Reise aus Deutschland bekam, nur 1000 Thlr. betragen habe, wofür wie er sich ausdrückte „seine Strümpfe bezahlt werden konnten", die er auf seinen weiten Wanderungen verbrauchen musste.

3. Das gegenwärtige Interesse im Deutschen Volk für die Nordfabrt, freiwillige Anerbietungen aller Art.

Obgleich bisher noch in keiner Weise ein Aufruf oder eine Aufforderung zur Betheiligung an der Nordfahrt ergangen war, drängten sich dennoch Anerbietungen aller Art von allen Seiten heran. So meldeten sich unter Anderem eine bedeutende Anzahl Volontäre, die an der Expedition

?) „Geogr. Mitth." Erg.-Heft Nr. 17, S. 10.

als wissenschaftliche u. s. w. Begleiter Theil zu nehme wünschen, bei Kapitän Werner, bei mir und anderen dem Unternehmen näher stehenden Personen. Ich gebe im Folgenden eine Liste derjenigen Personen, die sich schriftlich bei mir gemeldet haben: 1. Dr. Anthtégner, Kopenhagen (als Eskimo-Dolmetscher u. s. w.), 2. Cand. math. et phys. H. Beger, Massow bei Roebel in Mecklenburg

Schwerin (als Zoolog), 3. Dr. med. et phil. Reinhold Buchholz, Custos des Zoologischen Mu

seums der Universität Greifswald (als Zoolog und Botaniker), 4. Dr. S. Conradi, Dresden (als Mediziner), 5. F. J. Dorst, Jülich (als Physiker, für astronomische, magnetische

und meteorologische Beobachtungen), 6. Ingenieur Edmund v. Fellenberg, Bern (als Geolog), 7. A. Gether, Londen (als Assistent bei den wissenschaftlichen Beobach

tungen). 8. Bergreferendar C. Giebelhausen, Halle a. d. S. (als Geognost), 9. Eduard Gräfe, Schweinfurt a. M. (als Assistent bei den wissen

schaftlichen Beobachtungen und als Schriftführer), 10. Oscar Hensel, Chemnitz in Sachsen, 11. Dr. med. E. Käuffer, Dresden (als Zoolog), 12. Dr. med. Obst, Leipzig, 13. Apotheker H. Plessner, Cöpenick, 14. Philipp Rechten, Brenien (als Dirigent für die Interessen der

Fischereien, des Walfischfangs und Robbenschlags '), 15. M. Rossbach, Rudolstadt (als Wundarzt), 16. Maschinenbauer Hermann Schäfer, Magdeburg (als Maschinist), 17. Magister Fr. Schmidt in Russland (als Botaniker, Geolog und Zoolog), 18. Missionär Teppe, Herrnhut (als Eskimo-Dolmetscher), 19. M. Thenau, Hamburg (als Ornitholog und Stenograph), 20. Robert Baron Walterskirchen, Graz, 21. Dr. Weidner, Langhellwigsdorf in Schlesien (als Arzt, Naturforscher

und Zeichner), 22. K. K. Schiffsfähnrich Weyprecht, Pola (für magnetische Beobach

tungen ?)).

Wenn man bedenkt, dass sich für die Deutsche Expedition nach Afrika, selbst auf direktes Umherfragen an die geeignetsten Männer, nur ein einziger bereit zur Theilnahme gefunden, und auch später, als das Unternehmen in bester Weise garantirt war, verhältnissmässig nur eine ganz geringe Anzahl zum Anschluss bereit erklärt hatte, so muss mit Freude wahrgenommen werden, wie eine Reihe ausgezeichneter Männer ihre Kräfte ohne Anspruch auf Entschädigung oder Honorirung zur Förderung des nationalen Unternehmens darbieten, ja noch ausserdem bereit sind, Opfer aller Art zu bringen. Aus den folgenden Auszügen aus einigen der Zuschriften obiger Anmeldungen wird ersichtlich sein, wie thatkräftige Begeisterung für das Projekt selbst gediegenste und erfahrenste ausländische Gelehrte veranlasst, sich zum Anschluss an dieses Deutsche Unternehmen zu drängen, aus der Schweiz, Russland, ja sogar aus Dänemark.

1. Aus einem Schreiben von Dr. Anthtégner, d. d. Kopenhagen, 11. Februar 1866. - „Der Unterzeichnete, welcher 6 Jahre als Assistent und fungirender Arzt bei dem Königl. Grönländischen Handels - Etablissement sowohl in Nord- wie in Süd-Grönland angestellt gewesen ist, wurde im letztverflossenen Jahre von Capt. Allen Young aufs Beste empfohlen, um mit der projektirten Englischen Nordpol-Expedition unter Capt. Sherard Osborn als Dolmetscher

in der Grönländischen Sprache auszugehen. Da, wie bekannt, diese Expedition nicht zur Ausführung kam und ich in Erfahrung gebracht habe, dass eine ähnliche durch Sie für dieses Jahr vorbereitet wird, erlaube ich mir, mich hierdurch anzubieten, in ähnlicher Eigenschaft mit Ihrer Expedition auszugehen. Ich bin in Drontheim im Jahre 1831 geboren, von starker Konstitution und durch den mehrjährigen Aufenthalt in Grönland daselbst akklimatisirt und mit den Verhältnissen des Landes und der Einwohner desselben wohlbekannt, welches namentlich bei der Anschaffung von Hunden, Pelzkleidern und Leuten für die Expedition von Nutzen sein könnte. Ich erlaube mir noch zu bemerken, dass ich als ein tüchtiger Hundekutscher und geübter Schütze bekannt bin, und ich glaube sagen zu dürfen, dass ich der Expedition von demselben Nutzen würde sein können, wie seiner Zeit der Dolmetscher Carl Petersen den Expeditionen der Herren Dr. Kane und Cape M°Clintock."

2. Aus einem Schreiben von Dr. R. Buchholz, d. d. Greifswald, 13. Dezember 1865.- Die bisher von mir publicirten Arbeiten beziehen sich auf Anatomie und Entwickelungsgeschichte niederer Thiere, denen ich mich vorzüglich zugewendet habe, es sind dieselben in Reichert's Archiv so wie in den Schriften der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg enthalten.

„Ich bin überzeugt, dass bei einer Expedition wie die bevorstehende wichtige Ergebnisse für die Zoologie sich gewinnen lassen werden, daher ich es für ein hohes Glück ansehen würde, in dieser Weise die von mir gesammelten Kenntnisse für die Wissenschaft nutzbringend verwenden zu können. Ich hoffe auch, dass es mir für einen derartigen Zweck leicht möglich sein würde, von Seiten des Ministeriums in meiner Stellung beurlaubt zu werden.”

3. Aus einem Schreiben des Herrn F. J. Dorst, d. d. Jülich, 10. April 1866. – „Durch die Geographischen Mittheilungen, deren Abonnent ich fast seit ihrer Erscheinung bin, erfuhr ich den Fortgang der Nordpol-Expedition; in Betreff dieser erlaube ich mir, Ew. Wohlgeboren ein Anerbieten zu machen. Als Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft befasse ich mich schon seit längerer Zeit mit astronomischen, magnetischen und meteorologischen Beobachtungen, vorzüglich aber mit geographischer Ortsbestimmung, und bin dadurch in Besitz eines ziemlichen Vorrathes von transportablen und fixen Instrumenten gelangt. Da nun erstere für obige Expedition von Interesse sein könnten, so erlaube ich mir, Ihnen dieselben namhaft zu machen und zu obigem Zwecke anzubieten; dieselben sind: ein Engl. Box-Chronometer vorzüglichster Qualität, eines von Dent nach Sternzeit; ein Pocket-Chronometer von Parkinson & Frodsham, ebenfalls bester Sorte, nach mittlerer Zeit; ein Universal-Instrument von Pistor & Martius in Berlin mit zwei 5zölligen Kreisen, durch Mikroskope bis auf 2 Zoll in Bogen ablesbar; ein 5zölliger Patent-Reflexionskreis von Pistor & Martius, mit Horizont; drei Engl. magnetische Instrumente; ein Deklinometer für Deklination, zugleich Vibrations - Apparat; ein Unifilar für horizontale Intensität; ein Inklinatorium, durch Mikroskope einstellbar, alle drei Instrumente sind sowohl für absolute Bestimmungen wie auch für Schwankungs- Beobachtungen eingerichtet; Gefäss-Barometer von Pistor & Martius; ein Anemometer,

1) „Geogr. Mitth." 1866, Heft I, SS. 30 ff. 2) „Geogr. Mitth.” 1866, Heft I, SS. 33 ff.

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zugleich Woltmann'scher Flügel für hydrographische Beobachtungen; ein Metall-Barometer von Bourdon; mehrere Thermometer und Fernröhre, darunter eines von 40 Lin. Öffnung. Sämmtliche Instrumente sind so gut wie neu, mit den nöthigen Verpackungskasten, Lederüberzügen und Stativen versehen.

„Mit diesen Instrumenten ausgerüstet erlaube ich mir, bei Ew. Wohlgeboren anzufragen, ob es möglich sei, mich der oben genannten Expedition anzuschliessen, und welches die näheren Bedingungen seien. Die Fertigkeit im Beobachten so wie im Berechnen der Beobachtungen habe ich mir durch langjährige Praxis angeeignet, auch könnte ich mich in dieser Beziehung auf Herrn H. von Schlagintweit berufen, mit dem ich seit längerer Zeit in Korrespondenz stehe und von welchem Herrn auch mehrere der vorhin genannten Instrumente herrühren und sich auf dessen Reisen bewährt haben.

„Sollte es mir aber nicht vergönnt sein, persönlich mitwirken zu können, so erlaube ich mir, Ew. Wohlgeboren das eine oder andere der genannten Instrumente zur Disposition zu stellen, um sie bei obiger Expedition zu verwenden, ohne etwas Anderes, als dass mir dieselben nach glücklich beendigter Expedition wieder zugestellt werden.

Im unglücklichen Falle aber hätte ich ausser der misslungenen Expedition auch noch den Verlust der Instrumente zu beklagen.

„Mit der Versicherung meines lebhaftesten Interesse an obiger Expedition zeichnet u. s. w." ")

4. Aus einem Schreiben des Herrn Berg-Ingenieur Edmund von Fellenberg 2), d. d. Bern, 17. Februar 1866. „Seit mehr als einem Jahre habe ich mit gesteigerter Aufmerksamkeit Ihre Aufforderungen und Erläuterungen zu einer Expedition in die Central-Region der Nordpolarländer gelesen und studirt, und beinahe wäre ich schon vorigen Herbst ein Begleiter Dr. Wibel's von Hamburg auf jener verunglückten Voruntersuchungstour nach Spitzbergen geworden. Leider war ich, als mir Dr. Wibel telegraphirte, mit meinen geologischen Aufnahmen in den Alpen beschäftigt und erhielt seine Depesche viel zu spät. Seither hat man wenig mehr über die Sache gehört, bis man vor einigen Tagen las, die Expedition werde jetzt von der Königl. Preuss. Regierung in die Hand genommen und die Korvette „Medusa” sei zur Abfahrt auszurüsten bis Mitte April 1. J. Ich muss gestehen, als ich letzthin diess las, packte es mich wieder ganz gewaltig, wenn irgend möglich, die Expedition mitzumachen. Wie Sie wissen, bin ich enthusiastischer Freund und Bekannter unserer Gletscherwelt, und ich glaube, was körperliche Erfordernisse solcher strapaziöser Expeditionen anbetrifft, könnte ich den gestellten Anforderungen entsprechen. Den grössten Theil der Sommermonate im Gebirge beschäftigt, auf Moränen und Felsplatten bivouakirend, habe ich die Gletscher-Region der Berner Alpen schon in allen Richtungen durchwandert und manchen Schneesturm überstanden. Der Reiz, den es für mich hätte, die Polar

Gletscher und Firnfelder des Nordens mit unserer PolarRegion zu vergleichen, hat in mir den Wunsch rege gemacht, Sie um einige Auskunft zu bitten: Sind die wissenschaftlichen Kräfte, welche die Expedition mitmachen, schon zum Voraus designirt oder wird man aus den sich Anmeldenden herauswählen? Es ist mir ferner nicht klar, wer gegenwärtig die organische Leitung des Ganzen führt, ob das Preussische Ministerium der Marine oder die Geographische Gesellschaft. Werden die mitreisenden Gelehrten von Berlin aus bestimmt oder hat sich vielleicht ein Comité gebildet unter Ihrer werthen persönlichen Leitung, welches die wissenschaftlichen Aufgaben behandelt, die auf der Nordfahrt zu lösen sind ?

,,Es wäre mir wohl pekuniär kaum möglich, die Expedition ganz auf meine Kosten mitzumachen, vorausgesetzt nämlich, dass es gestattet wäre; jedoch könnte ich bis auf 3000 Fr. jährlich im höchsten Fall daran wenden, welche Summe die Verköstigung wohl decken würde. Wird die Expedition zum Voraus auf eine Überwinterung hin eingerichtet oder glauben Sie nicht, hochverehrter Herr Doktor, dass, im Fall das Meer nordöstlich von Gillis-Land offen befunden wird, die Erreichung des offenen Polarbeckens im Laufe eines Sommers bewerkstelligt werden wird? Wäre es nicht auch im Plan der Expedition, die Mündungen der Lena und des Jenissei zu besuchen, um die Fossilien-Lager dort auszubeuten? Soll Spitzbergen oder Hammerfest das Hauptquartier sein, in das man sich nach einzelnen Untersuchungsfahrten immer wieder zurückziehen würde? Was meine Ausstattung betrifft, so würde ich ausser geologischem Material noch über ausgezeichnete Waffen und zwei Englische Zelte verfügen können." !)

5. Aus einem Schreiben des Herrn Berg-Referendar C. Giebelhausen, d. d. Halle a. d. S., 14. Dezember 1865. — „Als im verwichenen Sommer die Rekognoscirungsfahrt nach dem hohen Norden von Hamburg abgehen sollte, war es Anderen nicht minder als mir einigermaassen befremdlich, dass sich kein einziger Geognost von Fach an Bord des Schiffes befand, obwohl doch ein Hauptzweck der Expedition der war, das bereits bekannte Vorkommen von Steinkohlen auf Spitzbergen näher zu untersuchen. Sollte es nun vielleicht in Absicht liegen, bei Erneuerung des Unternehmens hierin eine Änderung eintreten zu lassen, dagegen eine geeignete Persönlichkeit zum geognostischen Begleiter der Expedition noch nicht ausersehen sein, so würde ich es wagen, bei Ew. Wohlgeboren als Mitbewerber um die Erlaubniss zur Theilnahme an der Fahrt aufzutreten, unter der Voraussetzung, dass den Theilnehmern freie Fahrt an Bord des Schiffes gewährt wird.

„Es mag dieses Unterfangen von Seiten eines Ihnen, hochgeehrter Herr Doktor, völlig Unbekannten freilich sehr dreist erscheinen, indessen glaube ich dafür, dass meine Theilnahme an der Expedition nicht ganz unerspriesslich sein dürfte, in meiner bisherigen Thätigkeit wenigstens einige Garantie bieten zu können. Ich habe nämlich nicht nur im April d. J., nach 7jähriger technischer und wissen

1) Ausser Herrn Dorst hat sich schon unterm 20. November 1865 der K. K. Schiffsfähnrich Weyprecht in Pola speziell für die magnetischen Beobachtungen zur Expedition gemeldet. (S. „Geogr. Mitth.” 1866, Heft I, S. 33.)

2) Herr v. Fellenberg ist einer der gediegensten und thätigsten Alpenkenner und einer der erfahrensten und kühnsten Erforscher der Eis- und Gletscherwelt.

:) Auch bei der Deutschen Expedition nach Afrika nahm ein ausgezeichneter Schweizer Forscher Theil, Werner Munzinger. Hätte diese Deutsche Expedition weiter gar kein Verdienst als die trefflichen Arbeiten dieses Mannes, so wäre sie schon deshalb als von hohem Belang, Wichtigkeit und Erfolg anzusehen.

vom

schaftlicher Ausbildung, bei dem Ober-Bergamte zu Halle die vorschriftsmässige Bergreferendariats-Prüfung abgelegt, sondern auch

Mai bis Oktober d. J. im Auftrage des Herrn Handelsministers unter Oberleitung des Herrn Prof. Beyrich zu Berlin an den geognostischen Untersuchungen und Kartirungen in der Gegend des Kyffhäuser selbstständigen Antheil genommen. Wenn ich hinzufüge, dass geognostische Studien von je her mir ein besonderes Interesse erregten und dass ich von Jugend auf an Ertragung von Strapazen aller Art gewöhnt bin, so kann ich damit Ew. Wohlgeboren hochgeneigtem Ermessen anheimstellen, über meine Befähigung zu dem Vorhaben zu entscheiden, möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass gerade auf die bergmännisch-technischen Erfahrungen neben den geognostischen einiger Werth zu legen sein dürfte."

6. Aus einem Schreiben des Herrn Magister Fr. Schmidt aus St. Petersburg, d. d. Achern, 8. Oktober 1865. „Einige Nachrichten über anstehende sedimentäre Formationen im Norden Ost-Sibiriens, die mir von verschiédenen Seiten zugekommen waren, machten in mir den Wunsch rege, diese Gegenden einmal selbst zu besuchen, um die dort noch verborgenen geologischen Schätze ans Tageslicht fördern zu helfen. In Folge dessen suchte ich mich aus allen mir zugänglichen Quellen über die in Rede stehenden Gegenden zu unterrichten und erlaube mir nun, Ihrem Wunsche gemäss, diejenigen Nachrichten, die für die bevorstehende Deutsche Nordpol-Expedition von Interesse sein können, hier kurz zusammenzustellen.

„Seit Middendorff ist der kürzlich zurückgekehrte Gouverneur von Jakutzk, Dr. v. Stubendorff, für die Erforschung jener Gegenden besonders thätig gewesen. Durch seine Bemühungen wurde die Expedition des Herrn Richard Maak (der später durch seine Amur- und Ussuri-Reise in weiteren Kreisen bekannt geworden) an den Wilui zu Stande gebracht. Leider ist diese Reise bisher noch nicht bearbeitet und nur ein kurzer Bericht von Herrn Maak in dem Jahresbericht der Sibirischen Abtheilung der Russischen Geographischen Gesellschaft erschienen. Von besonderem Interesse für mich sind unter seinen Sammlungen die Proben einer weit verbreiteten Ablagerung obersilurischer Kalksteine, die an der Wasserscheide des Wilui und des Olenek anstehen. Dieser Olenek nun verspricht besonders viel für den reisenden Geognosten. Er ist ganz unbewohnt, nur zeitweilig werden seine Ufer von Jakuten und Tungusen besucht, aber seine Ufer sind felsig, und von seinem unteren Lauf sind schöne Ceratiten der Triasformation und Ammoniten aus dem Jura nach Jakutzk, Irkutzk und zum Theil nach Petersburg gelangt, und zwar durch reisende Kaufleute, denen Herr v. Stubendorff aufgetragen hatte, ihm von allen merkwürdigen Dingen, die ihnen zu Gesicht kämen, Proben zu bringen. Besonders thätig hat sich der Schigansker Kaufmann Schachurdin erwiesen, der mit Renthieren und Pferden Handelsreisen von der unteren Lena über den Olenek und Anabar hinweg bis in die Gegend von Turuchansk zu machen pflegt. Ihm verdankt das Museum der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften einige schöne, petrefaktenreiche Proben (namentlich auch Ammoniten) der an felsigen Ufern des unteren oder mittleren Anabar anstehenden Juraformation. Dass ausserdem am unteren Anabar auch Steinsalz vorkommt, habe ich durch Herrn v. Mid

dendorff erfahren. Salz wird auch am Wilui bei Santar und bei Ussolje unweit Irkutzk aus Soolen gewonnen, doch kennt man hier noch kein Steinsalz.

„Veber Neu - Sibirien konnte mir Herr V. Stubendorff sagen, dass auch jetzt noch von Schigansk aus Russische Kaufleute auf die Ausbeute von Mammuth-Stosszähnen dahin ziehen, indem sie im Frühling übers Eis hinfahren, den Sommer über dort bleiben und im Herbst wieder auf Hundeschlitten, wie sie gegangen waren, heimkehren. Es wäre leicht möglich, dass die Deutsche Expedition, wenn es ihr gelingt, so weit vorzudringen, dort mit einheimischen Konkurrenten im Mammuth-Suchen zusammenträfe, und es wäre wohl noch Zeit, darüber Nachricht zu erhalten, ob im nächsten Jahre von Schigansk aus Reisen dahin gemacht werden oder nicht.

„Was mich selbst betrifft, so ist mir der Gedanke an die mögliche Theilnahme an der Polar-Expedition seit meinem Besuch in Gotha viel im Kopf herumgegangen. Scheint der Ausgang auch nicht ganz sicher, so bietet sich doch so viel Lockendes gerade für meine Spezialstudien, dass ich nur um zeitige Nachricht bitte, wenn sich Aussicht für mich als Theilnehmer bieten sollte, um das Meinige zu thun in Vorbereitungen für die Reise, die vorzüglich in ausführlicher Kenntnissnahme der neuesten Schwedischen Leistungen und Sammlungen in und über Spitzbergen bestehen würden. Ich kann als Botaniker und Geolog der Expedition nützlich sein, zum Theil auch als Zoolog, aber das Studium der arktischen Seethiere wird, denke ich, eine ganze Arbeitskraft in Anspruch nehmen. Am geeignetsten hierzu wäre wohl Malmgren, aber ich weiss nicht, ob er noch einmal in den Norden will und ob er als Schwede oder Finnländer in das Programm der Deutschen Expedition passt.” 1)

1) Herr Magister Schmidt, einer der ausgezeichnetsten wissenschaftlichen Reisenden der Gegenwart, ist inzwischen mit der Führung der von der Russischen Akademie im Februar abgesandten Expedition ans Eismeer betraut worden. Über diese Expedition brachte der Preuss. Staatsanzeiger vom 28. Februar 1866 Folgendes: „Zur Untersuchung des Mammuths, welches an der Tasow-Bucht, einem Arm des Obischen Meerbusens im nördlichen Eismeer, aufgefunden worden, soll, wie die „Nord. Post” berichtet, laut einer Allerhöchsten Entscheidung vom 12. Februar eine gelehrte Expedition unternommen werden. Zu derselben ist der Magister Schmidt bestimmt worden, der sich durch seine geologischen Forschungen und durch seine im Auftrage der Geographischen Gesellschaft im Amur-Lande und auf Sachalin unternommenen Reisen bekannt gemacht und seine Erfahrenheit, Kühnheit, Umsicht und allzeitige Bereitwilligkeit, im Interesse der Wissenschaft alle möglichen Entbebrungen zu ertragen, an den Tag gelegt hat. Diese Eigenschaften aber sind für Jeden unerlässlich, der eine Reise in die PolarGegenden unternehmen will. Herrn Schmidt wird einer der Präparatoren des Zoologischen Museums der Akademie zur Unterstützung mitgegeben werden. Die Reise soll gegen den 10. Februar angetreten werden, um noch zu Schlitten nach Dudinskoje gelangen und die Reise in die Tundra unternehmen zu können. Die Kommission, welcher die Einleitung der ganzen Angelegenheit übergeben worden war und aus dem Ehren - Akademiker v. Baer und den Akademikern F. v. Brandt, G. P. v. Helmersen und L. J. v. Schrenck bestand, hat Herrn Schmidt mit einer ausführlichen Instruktion versehen. Es ist diess in der That ein für die Wissenschaft höchst wichtiges Unternehmen. Die Mammuthe, diese antediluvianischen Riesenthiere, die seit Jahrtausenden ausgestorben sind, haben sich unversehrt, mit ihren weichen Theilen und der Haut versehen, innerhalb der Grenzen Russlands, in dem Eisboden des nördlichen Sibiriens, erhalten. Deshalb erwartet die wissenschaftliche Welt von Russland nicht nur eine genaue Erforschung dieser kostbaren Überreste aus einer früheren Epoche der Erde, sondern auch die Lösung vieler Räthsel, die Bestätigung vieler Hypothesen über die letzten ErdRevolutionen, die mit dem Verschwinden dieser Thiere im Zusammen

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7. Aus einem Schreiben des Herrn M. Thenau, d. d. Hamburg, 29. Dezember 1865. – „Aus den Zeitungen habe ich ersehen, dass die durch Sie ins Leben gerufene Nordpol - Expedition jetzt als ziemlich gesichert zu betrachten ist und im nächsten Frühjahr zur Ausführung kommen wird. Wie ich nun zu meiner grossen Freude vernommen habe, beabsichtigt man bei dieser Expedition, sich nicht, wie früher, auf einseitige Beobachtungen zu beschränken, sondern jeder einzelnen Wissenschaft möglichst gerecht zu werden. Es ist in Folge dessen ein alter, längst gehegter Wunsch wiederum in mir rege geworden, derjenige nämlich, die nordische Fauna aus eigener Anschauung kennen zu lernen, und ich erlaube mir deshalb die Anfrage, ob ich wohl Aussicht habe, als Theilnehmer,

hang stehen. Leider hatte sich bis jetzt noch keine Gelegenheit gefunden, dieser Verpflichtung gegen die wissenschaftliche Welt nachzukommen.

„Erhaltene Mammuth - Kadaver erschienen nur selten durch Erdstürze und andere Umgestaltungen des Erdreichs an den Ufern der Flüsse und Meere. In den meisten Fällen gingen sie verloren, ohne dass sich die Nachricht darüber verbreitete. Und wenn diese auch in seltenen Fällen zur Kenntniss der gebildeten Welt gelangte, geschah diess nach Jahren, wenn die weichen Theile bereits zerstört waren. So ist es zu erklären, dass es ausser vereinzelten Knochentheilen nur zwei und auch nicht einmal vollständige Skelette giebt, von denen eines sich im Zoologischen Museum der Petersburger Akademie, das andere im Museum der Moskauer Universität befindet. Das erstere wurde im Jahre 1799 von einem Tungusen an der Mündung der Lena gefunden, und auch diess wäre verloren gegangen, wenn nicht zufällig der Englische Naturforscher Adams davon Kunde erhalten hätte, welcher im Jahre 1806 unsere unter dem Grafen Golowkin aus China zurückkehrende Gesandtschaft begleitete, die ihren Weg durch Sibirien nahm. Als Herr Adams das Mammuth fand, waren die weichen Theile meist schon von Raubthieren und Hunden verzehrt. Das Moskauer Skelet wurde 1839 am Rande des grossen See's in der Nähe des Jenissei-Busens gefunden, 1849 nach Moskau gebracht und ist noch viel weniger vollständig. Wie unschätzbar diese Funde aber auch sein mögen, sie wären unendlich wichtiger gewesen, wenn gleich Naturforscher bei der Hand gewesen wären, welche die ganze Anatomie des Riesenthieres kennen gelernt, aus dem Inhalt des Magens und aus den umgebenden Erdschichten nachgewiesen hätten, von welcher Beschaffenheit die Natur gewesen, in der diese Zeugen früherer Zeiten gelebt haben, und ob sie an den Stellen, wo man sie gefunden, heimisch gewesen oder erst durch die Strömungen der Flüsse und Meere dahin gebracht worden sind. Noch wichtiger werden diese Forschungen, seitdem in neuester Zeit nachgewiesen worden, dass das Mammuth gleichzeitig mit untergegangenen Menschengeschlechtern gelebt hat.”

Die Russische Regierung bewilligte sofort 4800 Rubel für die Schmidt'sche Expedition. Auch hatte die Englische Gesandtschaft in St. Petersburg nach eingetroffener Nachricht über das gefundene Mammuth bei der Akademie angefragt, ob sie Willens sei, eine Expedition auszusenden, widrigenfalls die Englische Regierung eine solche ausrüsten würde. (St. Petersburger Wochenblatt, 13. [25.] Februar 1866.)

Ein Korrespondent des „Magazin für die Literatur des Auslandes”, 10. März 1866, S. 140, sucht den Lesern dieses Blattes weis zu machen, dass ich eine Schiffs-Expedition nach dem Fundorte jenes Mammuthes, der Jenissei - Mündung, geschickt haben wollte, eine Angabe die vollständig aus der Luft gegriffen ist. Ich habe in einer autographirten Korrespondenz an einige Zeitungen vom 26. Januar 1866 bloss gesagt, „die arktischen Mammuth-Küsten seien per Schraubendampfer unter günstigen Verhältnissen nur etwa 7 10 Tage von Hammerfest entfernt”, und meinte damit die Hauptfundorte auf den Neu-Sibirischen Inseln, deren nördliche Ufer an der Polynja der Russen, dem schiffbaren Theil des arktischen Meeres, liegen, und meiner Ansicht nach per Schiff von Spitzbergen aus zugänglich sind. Das Unmotivirte und Unnöthige jener Behauptung wird besonders dadurch ersichtlich, dass ich in der Notiz vom 26. Januar ausdrücklich einen Aufsatz im vierten vorjährigen Heft der „Geogr. Mittheilungen” citirt habe, in dem ich (S. 156) nachdrücklichst die Schwierigkeit einer Schifffahrt zur Jenissei-Mündung hervorgehoben und betont habe.

A. P.

vorzüglich Behufs ornithologischer Studien, zu der in Rede stehenden Reise angenommen zu werden. Schon zu der im vergangenen Herbst unternommenen, leider verunglückten Fahrt habe ich mich dieserhalb seiner Zeit gemeldet, musste damals aber wieder zurücktreten, weil es mir in der mir gesetzten kurzen Frist bis zur Abreise unmöglich war, meine eingegangenen Verpflichtungen zu lösen.

„Was mich persönlich anlangt, erlaube ich mir, mich in jeder Hinsicht auf die Auskunft des Herrn Dr. Brehm, Direktor des hiesigen Zoologischen Gartens, zu beziehen, glaube aber im Übrigen Ihr Augenmerk noch besonders darauf richten zu dürfen, dass ich der Stenographie vollständig mächtig bin, also der Expedition wichtige Dienste leisten könnte, wenn es gilt, etwaige Beobachtungen schnell aufs Papier zu bringen, und ebenso sämmtliche Berichte mit Leichtigkeit übernehmen könnte."

Aber nicht bloss freiwillige Anerbietungen wissenschaftlicher Art, sondern auch Bereitwilligkeit zu den nöthigen nicht unbedeutenden Geldopfern sind von allen Seiten kund gethan. Wie aus dem Schreiben des Herrn v. Fellenberg im Vorhergehenden ersichtlich ist, erbietet er sich, als Theilnehmer der Expedition 3000 Francs jährlich beizutragen, Baron Walterskirchen desgleichen 3000 Gulden Österr. Währung jedes Jahr, Dr. Stübel vom Dresdener Lokal-Comité theilte in der Versammlung des Nordfahrt-Ausschusses in Gotha am 17. Dezember 1865 mit, dass der Königl. Sächsische Staatsminister Freiherr v. Beust sich günstig über das Projekt ausgesprochen und 3000 Thaler Unterstützung in Aussicht gestellt habe; Dr. Schaub, Direktor der Hydrographischen Anstalt der K. K. Kriegsmarine und Vorsitzender des Triester Lokal-Comi. té's, schrieb schon am 13. Dezember 1865 zur Notiz der Versammlung am 17. d. M.: „Als Zeichen unserer Thätig. keit beehre ich mich bekannt zu geben, dass in Triest durch Subskription an Privatbeiträgen für das Unternehmen die Summe von circa 1000 Gulden gesichert ist, welche das hierortige Comité dem geehrten Nordfahrt - Ausschuss zur Verfügung stellt."

Manche andere solcher Anzeichen allgemeiner Opferfreudigkeit sind laut geworden, wissenschaftliche Vereine, wie der Physiologische Verein in Kiel – der 60 Thlr. für die Ausrüstung des Zoologen der Nordfahrt ausgesetzt haben bereits in Erwägung gezogen, welche Summen sie aus ihren Vereins-Kassen dem Unternehmen spenden wollen. Einer der zur National-Subskription Drängenden, Fr. Klentz, Konsul a. D., schrieb mir d. d. Berlin, 27. Dezember 1865, wie folgt:

„Wenn Sie eine National-Subskription für die Nordpolfahrt eröffnen, so bitte ich, mich darin als Theilnehmer anzusehen, indem ich mich verpflichte, wenn die Sache ins Werk gesetzt wird, 100 Thaler Preuss. Cour. beizusteuern. Ich muss gestehen, ich war verwundert, dass nach dem so begeisternden Vortrage, den der Kapitän Werner in der hiesigen Geogr. Gesellschaft hielt und der wohl die meisten Zuhörer überzeugte, dass er der rechte Mann zur Leitung eines solchen

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