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ro stellten sich die Verhältniße héchst ungünstig für Napoleon, dessen Heer zu jener Zeit noch keineswegs vereinigt war. Etwa 55,000 Mann der Contingente von Baiern, Würtemberg, Baden und Hessen-Darms stadt standen in ihrer Heimat marschfertig; Marschall Davoust an der Spiße der 60,000 Mann starken, sos genannten Rheinarmee, verließ erst etwas spåter sein Hauptquartier Erfurt, um sich der Donau zu nähern, und 15,000 Mann unter Dubinot rückten aus der Gegend von Hanau gegen den lech. Nächstdem hatten 25,000 Mann, im Marsche nach Spanien begriffen, zu Lyon Gegenbefehl erhalten, und überschritten vom 17ten Mårz ab den Rhein; andere Abtheilungen von geringerer Stårke waren noch im Anzuge, so daß zu erwarten stand, in der ersten Hälfte des April uns gefähr 160,000 Mann versammelt zu sehen. Die Garden nebst andern aus dem Innern Frankreichs kommenden Verstårtungen, das bei Dresden zusammengezogene Königlich såchfische Contingent, eine französische Division aus dem nördlichen Deutschland, und eine aus den herzoglich råchfischen Truppen gebildete, konnten erst spåter an der Donau eintreffen.

Jtalien und Dalmatien war von mehr als 70,000 Mann beseßt, welche indeß, bis in den füblichen Theil des Königreichs Neapel zerstreut, ihre Vereinigung noch lange nicht bewirkt hatten; im Herzogthum Warschau befanden fich 26,000 Mann, davon wegen der in Thorn und Danzig nothwendigen Garnisonen, nur etwa 20,000 unmittelbar zu verwenden *).

*) Mémoires sur la guerre de 1809. Par le Général Pelet. T. I.

po

123–126. 175 — 181. 358-388. W. Vålderndorf und Waradein Kriegsgeschichte von Baiern unter König Magimilian Foseph I. Zweiter Band. S. 25-28. Précis historique de la guerre entre la France et l'Autriche en 1809; par le comte Alexandre de Laborde, p. 21-25.

1. Feldzug der Hauptarmee in Baiern, Dester

reich und Mähren.

Erster Abrchnitt. Die österreichische Sauptarmee marschirt größtentheils aus

Böhmen in das Thal der Donau. Aufftellung und Stärke derselben am 8ten April. Ueberschreiten der Grenze. Stårke und Bewegungen des französischen Heeres. Gefecht bei Landes hut. Vorrůden der Sauptmasse der Desterreicher nach Rohr. Napoleon trifft zu Donauwerth ein. Seine Befehle an die verschiedenen Seertheile. Disposition des Erzherzogs, um Davouft bei Regensburg anzugreifen; Verhältniße des linken · Flügels feiner Armee. Befechte bei Schneidbart, Dingling, Hausen, Arnhofen und Pfaffenhofen. Verhältniße der einander gegenüber stehenden Heere am frühen Morgen des 20ften April. Wahrscheinliche Ansicht der beiden commandirenden Generale von denselben. Anordnungen, welche sie darauf gründen.

Dhne Zweifel lag der Vereinigung des großten Theils der østerreichischen Hauptarmee in Böhmen, der Ges danke zum Grunde: den Marschall Davoust vor seiner

Vereinigung mit den übrigen Heertheilen anzugreifen, und zu schlagen; gewiß die günstigste Ersffnung des Feldzugs, welche aber zweifelhaft erscheinen konnte, als man den Beginn der Feindseligkeiten bis zum 10ten April hinausschob, weil mehrere Truppentheile noch nicht eingetroffen waren *). Unterbeß führte die Kunde vom Marsche Davousts und Dudinots nach der Dos nau, zu der Ansicht, daß fie auf dem linken Ufer des Stromes mit den Contingenten von Baiern, Würtems berg, Baden und Heffen vereinigt, den Uebergang der Šsterreichischen Hauptmasse leicht hindern, oder wenigstens verzögern, und während dem mit entscheidender Uebermacht auf die Abtheilung am Inn fallen fonuten. Diese Besorgniß erzeugte plsßlich den Entschluß, nur zwei Armeecorps in Böhmen zu lassen, den Ueberrest in das Thal der Donau zu führen und von hier aus in Baiern einzudringen; die Bewegung begann den 20sten Mårz, am 8ten April befand sich die Armee auf den ihr angewiesenen Punkten.

Schwache Detachements von Linientruppen, durch zwolf Bataillone böhmischer Landwehr unterstüßt, bes. obachteten am Mittelgebirg und bei Karlsbad die

*) Bermuthlich fand noch ein anderes Motiv ftatt, da der

Unterschied der Starke in keinem Verhältniße zu dem Zeits verlufte ftand. Begannen die Operationen am Iften April, To fehlten der Armee 27 Bat. 8 Esc., während, wie wir in der Einleitung sahen, auch am 10ten April 26 Bat. 8 Esc. fich noch nicht mit derselben Vereinigt batten.

Grenze Sachsens; Graf Bellegarde stand mit dem ersten Armee-Corps (24 Bat. 14 Esc., 25,700 Mann) bei Plan, Graf Kolowrath mit dem zweiten (20 Bat. 20 Esc., 23,300 Mann) zwischen Frauenberg und Pilsen, beide angewiesen durch die Oberpfalz vorzuges hen, und an der Donau ihre Vereinigung mit der Hauptmarse zu bewirken. Diese rollte den Inn in drei Colonnen überschreiten: bei Schårding das vierte Armee- und erste Reserve-Corps, die sich bei genann: tem Drte und Taufkirchen befanden; bei Mühlheim das dritte Corps von Andiesenhofen aus; bei Braunau das fünfte und rechste Armee-Corps nebst dem zweiten Reserve-Corps, zwischen Braunau und Obernberg vereinigt. General Jellachich, welcher mit 8 Bat. 8 Esc. (9900 Mann) zur Sicherung von Salzburg entsendet worden war, erhielt Befehl, über Wasserburg vorrůk: kend, die linke Seite des Heeres zu decken *).

Wegen des üblen Zustandes der Straßen erfolgte

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*) Biertes Armee-Corps, Fürft Rosenberg, 22 Bat. 24

Esc., 24,900 Mann. Erstes Reserve-Corps, Fürft
Fohann Liechtenftein, 12 Bat. 24 Esc., 13,000

Mann.
Drittes Armee-Corps, Fürft Hohenzollern, 23 Bat. 8

Esc., 23,900 Mann.
Fünftes Armee-Corps, Erzherzog Ludwig, 23 Bat. 16

Esc., 24,400 Mann.
Sechstes Armee-Corps, General Killer, nach Abzug der

Division Fellachich, 20 Bat. 16 Esc., 23,300 Mann.
Zweites Reserve-Corps, General Kienmayer, 5
Bat. 24 Esc., 6950 Mann.

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