Die deutsche und lateinische Fabel in der Frühen Neuzeit: Ausgewählte Texte

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Niemeyer, 1990 - 304 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 77 - Aus der Ursachen / haben wir uns dis Buch fürgenomen zu fegen / und im ein wenig besser Gestalt zu geben / denn es bisher gehabt /Allermeist umb der Jugend willen / das sie solche feine Lere und Warnung unter der lieblichen gestalt der Fabeln / gleich wie in einer Mummerey oder Spiel / deste lieber lerne / und fester behalte.
Seite 75 - Unterricht findet (wer sie zu brauchen weis), wie man sich im Haushalten, in und gegen der Oberkeit und Unterthanen schicken sol, auff das man klüglich und friedlich unter den bösen Leuten in der falschen, argen Welt leben müge.
Seite 76 - Nicht allein aber die Kinder, sondern auch die grossen Fürsten und Herrn kan man nicht bas betriegen zur Warheit und zu jrem nutz, denn das man jnen lasse die Narren die Warheit sagen, dieselbigen können sie leiden und hören, sonst wollen oder können sie von keinem Weisen die Warheit leiden.
Seite 79 - Lere DEr Welt lauff ist / wer Frum sein wil / der mus leiden / soll man eine Sache vom alten Zaun brechen / Denn Gewalt gehet für Recht. Wenn man dem Hunde zu wil / so hat er das Ledder gefressen.
Seite 242 - Et necantes devoraverunt eum. Sie equidem faciunt potentes et maiores: sunt sibi invicem faciles et ignoscunt leviter; subditis autem et infirmioribus duri et inexorabiles, ut bene novit luvenalis in satira secunda: Dat veniam corvis, vexat censura columbas.
Seite 77 - Warheit willen ertodtet sey / vnd jn nicht geholffen hat / das er in Fabeln weise / als ein Narr / dazu ein ertichter Esopus / solche Warheit die Thier hat reden lassen / Denn die Warheit ist das vnleidlichste ding auff Erden. AVs der Vrsachen / haben wir vns dis Buch fürgenomen zu fegen...
Seite 78 - Tisch wil Kurtzweil haben, die nützlich ist, kan er sein Weib, Kind, Gesind fragen: „Was bedeut diese oder diese Fabel?
Seite 178 - Ob sie schon von den erfahrnen und alten darfür gewamet, darzü sie solches von vilen, so jämmerlich wider heim kommen, ein exempel nemmen möchten, ist es doch vergebens. Machen sie sich dennoch heimlich darvon, und manchmal, ehe sie recht angehaben, überfeit sie kranckheit, kommen in der oberkeit band und straff, oder werden sonst, wenn sie sichs am wenigsten versehen, erschossen und todtgeschlagen...
Seite 83 - Hoc scio pro certo / quod si cum stercore certo Vinco vel vincor / semper ego maculor. Wer mit eim Dreck rammelt / Er gewinne oder verliere / so gehet er beschissen davon.
Seite 104 - Himel feil vmb gelt / Betrog also die gantze Welt / Er trug Gott selbst im himel drein / Das mocht ein stoltzer Esel sein. Nun lieber sih / ein solche macht Des Löwen haut zuwegen bracht / Diß ist kein Fabel / sonder war / Dann als man schreib sechs hundert jar / Von der zeit her / da...

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