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A. Voit der I. Armee.

Die 5., 6., 7., 8. Division, das II. Armee - Korps,

das Ravallerie-Rorps, die Armee-Reserve-Artillerie, nach den legten Stärke-Nachweisungen

76,000 Komb.

B. Von der II. Arine e.

72,000

.

.

Das Garde- Korps, das V. Ármee - Korps, vom

VI. Armee-Korps: die 11. Division und die Ne-
serve-Artillerie, vom I. Korps: die 2. Division und
ferner die Ravallerie-Division.

(Auf die 12. Division war nicht zu rechnen,
weil zu deren Ablösung das Observations-Korps
des General-Lieutenants v. Lehwald bei Königin-
hof noch nicht vollständig formirt war.)

C. Von der Elb-Armee.

Die 14., 15., 16. Division, die Reserve - Artillerie

des VII. und VIII. Korps . Die 1. (Garde) - Candwehr - Division

.

36,000
10,000

Mithin in erster Linie disponibel 194,000 Komb.

Hinter den drei Armeen befanden sich ferner noch: 1. Die 2. Landwehr-Division Bentheim bei BragBardubit

10,500 Romb. 2. Die 12. Division und das Detachement knobelsdorff bei Brünn

10,500 3. Die 1. Division vor Olmütz

10,000 4. 15 vierte Bataillone die im Marsche zur II. Armee begriffen waren

12,000 5. 2 vierte Bataillone desgl. zur Elb-Armee

1,600 6. Das Detachement Graf Stolberg

5,000

49,600 Komb. Außer den oben berechneten Kräften war durch Anordnung vom 14. Juli noch ein Streif-Rorps gebildet worden, in welchem man von der großen Zahl von Gefangenen diejenigen, welche einer solchen Verwendung freiwillig entgegenkamen, zu einer Invasion nach Ungarn 311 verwerthen beabsichtigte. Dieses Streif - Rorps, dessen Formation in der Stärke von 2000 Mann erst Ende Juli vollendet war und welches zum Theil in Neiße, zum Theil in Bivouaks an der Grenze stand, brach wie hier eingeschaltet werden möge -- am 1. August wider die ausgesprochenen Anordnungen der preußischen Regierung unter dem Vorwande eines Uebungs-Marsches aus den Bivouaks auf und überschritt die Grenze in der Richtung auf das Jablunfa-Gebirge. Doch gelang es der nachgesandten Aufforderung und unter Hinweis auf die thatsächlichen Verhältnisse, den Führer zum Rückmarsche zit veranlassen, und trat dies Detachement am 6. wieder hinter die De: markationslinie zurück.

Am 26. Juli war von den bevollmächtigten Ministern der Prä: liminar - Vertrag zu Nikolsburg unterzeichnet worden; die Operationen hatten auf dem östlichen Kriegsschauplatze ihr Ende erreicht.

Blicken wir auf die Hauptmomente derselben zuriic, so finden wir bei Ausbruch des Krieges die preußische Streitmacht zum defensiven Schutz der Marken und Schlesieng in drei getrennten Heeren, das Gros der österreichischen hingegen in Mähren versammelt aufgestellt. Die Kräfte sind auf beiden Seiten gleich.

Mit dem Entschluß zum Kriege wird in Berlin der Befehl zur Vereinigung ertheilt, sie soll auf dem fürzesten Wege nach vorwärts, alio in Feindes Land erfolgen.

Der dafür gewählte Punkt liegt gleich weit von Görlitz, Glatz und der böhmisch - mährischen Grenze, gleich weit von Torgau, Brünn und Olmütz entfernt. Es rückt daher zuerst die Elb - Armee in Sachsen ein (16. Juni), gleichzeitig aber (17.) sett sich Feldzeugmeister Benedet bereits von Mähren nach Böhmen in Bewegung, von wo allein die Vortheile der inneren Operationslinie sich ausnugen ließen.

Der Vormarsch so großer Massen war nur in tiefer Kolonne zit bewirken. Die preußischen Heere konnten daher auf ihrem Wege zur Vereinigung zwar nicht die österreichische Gesammtmacht, wohl aber, außer dem I. und dem fächsischen Korps die Tete der feindlichen Haupt- Armee vorfinden. Sicherung gegen diese Gefahr war nur in der Initiative und in der Schnelligkeit der Ausführung zu suchen.

Prinz Friedrich Karl hatte den Anschluß der Elb - Armee von Dresden her abzuwarten. Am 26. besetzten seine Spigen die jsers Defileen bei Turnau und Podol. Er stand nur halb so entfernt von Gitschin, als die II. Arinee auf der Linie Liebau - Reinerz, und erleichterte so deren Herankommen. Aber die schwierige Aufgabe des Kronprinzen war zunächst, die II. Armee auf getrennten Gebirgswegen jenseit der Grenze in sich zu versammeln, zu einer Zeit, wo bereits die Spiten des Gegners an den Deboucheen sich zeigten.

Das Centrum der II. Armee hatte am 26. die Grenze überschritten, beide Flügel folgten am 27.

Dem rediten Flügel gegenüber gelingt es Feldmarschall - Lientenant v. Gablenz, das Debouchiren des I. Armee - Korps bei Trautenau zu verhindern, da er aber bei diesem Vorgehen dem GardeKorps die Flanke bietet, so erleidet er am folgenden Tage die Niederlage bei Soor.

Dem linken Flügel wirft sich Feldmarschall-Lieutenant v. Ramming entgegen und wird geschlagen. Das V. Korps, welches an diesem Tage nur an das Defilee heranzurücken hatte, entwickelt sich in voller Stärke vorwärts desselben. Das österreichische VIII. Rorps erreicht Dolan 311 spät, um das VI. bei Nachod unterstüßen zu können; es löst dasselbe aber am folgenden Tage bei Skalit ab und das IV. Korps wird nach Dolan herangezogen. Es konnten also allerdings im Laufe des 28. dem V. preußischen drei österreichische Korps (weniger zwei detachirte Brigaden) bei Skalit entgegentreten, aber das eine derselben war durch das vorangegangene Gefecht tief erschüttert, das ziveite hätte erst nach Mittag heranzukommen vermocht, als das dritte bereits seine Stellung räumte. Ueberdies hatte General v. Steinmetz seine Dispositionen derartig getroffen,

.

daß er nicht mehr in das Defilee von Nachod zu werfen, sondern höchstens auf das Gros der II. Armee zu drängen war. Am 29. wirft er auch das IV. österreichische Rorps bei Schweinschädel zurück und bricht sich so, inn dreitägigen blutigen Ringen, mit 22 gegen successive 72 Bataillone Bahn zur Vereinigung mit der Armee. Nur am zweiten Tage hatte hierbei eine Unterstützung im Gefecht durch die 22. Brigade VI. Armee - Korps stattgefunden.

Das Gros der I. Armee war von der Richtung auf Gitschin abgewichen, um den Gegner bei Münchengrät von der Sser zu vers treiben; aber schon am 29. entrissen auch die Divisionen v. Tümpling und v. Werder mit zusammen 25 Bataillonen jenen als nächstes Ziel hingestellten Punkt dem Feinde, welcher dort 45 Bataillone zur Stelle hatte.

Erst furz zuvor hatte Feldzeugmeister Benedet sich überzeugt, daß eine Offensive gegen die preußische I. Armee durch das Vordringen der II. unausführbar geworden sei. Gegen diese stand er nunmehr am 30. mit fünf seiner Korps auf dem Plateau von Dubenet konzentrirt. Auch die drei anderen waren dorthin beordert, diesen aber folgte die gesammte preußische I.' Armee und nöthigte sie zu einer mehr südlichen Richtung. Das österreichische Heer hatte während der vorangehenden drei Tage, in acht verschiedenen Gefechten, weit über 30,000 Mann und nahe an 1000 Offfziere verloren. ES fonnte sich nicht mehr zum Angriff auf die eine der beiden bereits in unmittelbare Verbindung getretenen feindlichen Armeen wenden, ohne die andere in seiner Flanfe abwehren zu müssen. Die Wiedervereinigung mit dem I. und dem sächsischen Korps war zunächst nicht anders als durch eine rückgängige Bewegung in der Richtung auf Königgrät zu bewirken, und selbst der feste Sinn des österreichischen Feldherrn mußte sich dieser Nothwendigkeit beugen.

Die Nord - Armee versammelte sich am 1. und 2. Juli an der Bistritz und der von Seiner Majestät dem Könige augenbliclich gefaßte Entschluß führte am 3. zur entscheidenden Schlacht, für welche beide Theile alle Streitkräfte verfügbar zu stellen gewußt hatten.

Büßte davon zwar an diesem Tage bas österreichische Heer aberinals 40,000 Mann ein, so blieb es doch immer noch über 180,000 Mann stark und bedurfte, um neuen Widerstand zu leisten, vor Allem nur Zeit zur Sammlung. Schutz und Ruhe bot das verschanzte Lager von Dlmütz, und indem die Hauptmacht dorthin zurücging, durfte sie hoffen, den Gegner nach sich und von der Hauptstadt abzuziehen.

Aber es folgt in dieser Richtung nur eine der preußischen Armeen, der Zahl nach weit schwächer, aber gekräftigt durch den Sieg. Mehr als 100,000 Preußen marschiren dagegen direkt auf Wien.

Dort war es, troz der Cession von Venetien, nicht möglich, sogleich eine entsprechende Streitmacht zu versamıneln. Wie gering man auch seit Custozza den Unternehinungsgeist der italienischen Kriegführung anschlagen mochte, mehr als zwei von den dort vorhandenen drei Armee - Korps konnten, und zwar nicht vor dem 20. Juli, nach der Donau herangezogen werden. Mit dem X. Rorps und der Ravallerie, welche bereits von Böhmen aus auf Wien instradirt waren, standen dann faum mehr als 60 bis 70,000 Sombattanten verfügbar.

Es konnte daher der Nord - Armee die Zeit zu ihrer Ketablirung nicht gelassen werden; an dem Tage, wo sie Olmütz erreichte, begann schon der Transport des III. Korps.

Die Eisenbahn gewährte dafür nur eine Aushülfe, die Massen mußten den Fußmarsch nach Wien antretent.

Auf wenigen Straßen, durch sehr schwieriges Terrain, gelingt es der preußischen II. Armee nicht, diesem Abmarsch zuvor z11 kommen. Das I. österreichische Echellon bewirkt ihn am 14. Juli auf beiden Ufern der March. Am 15. wird das zweite chellon, in dem Gefecht bei Tobitschau vom rechten auf das linke Marchufer zurüdgedrängt und selbst dort, bei Rokeinit, gestört.

Die Kavallerie allein vermag jedoch die Wege nicht zu sperren, und der Feldzeugmeister dringt im Marchthal bis Kremsier und Hradisch vor.

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