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eingetroffenen Feldmarschau - Lieutenant Grafen Thun das Ansuchen um Unterstüßung durch das II. Rorps.

Um diese Stunde gelangte an den General v. Fransedy ein 71/2 uhr. Shreiben des Chefs des Generalstabes General-Lieutenant v. Voigts Rheß, d. d. Ebenthal den 22. Juli 4 Uhr, welches die dort eine Viertelstunde zuvor eingetroffene Nachricht von der heute eintretenden Waffenruhe mittheilte und ihn anwies, hiermit sein Verhalten in Eintlang zu bringen.

Alle Bewegungen sollten Punkt 12 uhr eingestellt, auch der gegenüberstehende Feind von dem Veginn der Waffenruhe durch von Trompetern begleitete Offiziere in Kenntniß gesetzt werden.

Da eine Demarkations - Linie zur Zeit nicht vereinbart war, so wurde noch bestimmt, daß nur für den Fall, daß Preßburg dann bereits besegt wäre, die beiden Divisionen dort, sonst aber weiter rüdwärts Kantonnements zu beziehen haben würden.

General v. Fransedy stand in lebhaftem Gefecht. Die in verschiedenen Richtungen entsendeten Umgehungs-Abtheilungen konnten augenblicklich nicht und auch nicht ohne Gefahr für das Centruir zurüdgerufen werden. Man durfte sich den besten Erfolg von den eingeleiteten Maßregeln versprechen. Der General, völlig berechtigt, während der ihm noch verbleibenden Stunden bis Mittag frei zu handeln, sah sich nicht veranlaßt, den begonnenen Kampf früher zu unterbrechen.

Zunächst verstärkte er seine Geschüßlinie, indem die vier Batterien der gegen 8/2 Uhr eintreffenden Reserve - Artillerie rechts neben den bereits im Feuer stehenden auffuhren. Nachdem der Kampf auf diese weite Entfernung auf beiden Seiten ohne sonderliche Wirkung eine Stunde lang gedauert hatte, ging Oberst-Lieutenant v. Scher: bening mit den westlich der Chaussee placirten fünf Batterien des rechten Flügels näher heran; die fünf des linken, welche einen steilen, schwer passirbaren Grund vor sich hatten, blieben vorerst noch stehen.

Zur Sicherung der vorgeschobenen Artillerie wurde vom Gros der 7. Division zunächst das Füsilier-Bataillon Regiments Nr. 26 hinter den rechten Flügel der Batterien gezogen, wo demnächst auch

das 1. Bataillon Regiments Nr. 27 sich aufstellte; beide fanden eine genügende Deckung im Terrain. Auf dem rechten Flügel marschirte die Kavallerie - Division auf, im ersten Treffen Brigade Graf Bismard mit vorgezogenen Flankeurs, im zweiten die schwere Brigade v. d. Golt rechts debordirend.

Inzwischen war von den durch Oberst Mondi erbetenen Ber: stärkungen, der nach den Detachirungen auf Franzhof 16. noch verfügbare Theil der Brigade Schütte von der Kunstmühle her angelangt; das 1. und 3. Bataillon des Regiments Hessen wurden nach Kaltenbrunn dirigirt und bildeten nun auf der Höhe westlich den linken Flügel der Stellung, von wo sie das Terrain bis zur Donau beobachteten. Die stavallerie-Batterie Nr. 7. fuhr nördlich des Dorfes in die Artillerie-Linie auf und die beiden sächsischen Reiter-Eskadrons schlossen sich der Brigade Waldegg an. Der Rest des Regiments Þessen hielt den Eisenbahn - Viadukt zunächst der Kunstmühle besegt, bei welcher selbst sonach nur ein Bataillon des Regiments Belgien zurüdblieb.

Von der Brigade Thom erhielt das eben angelangte Regiment Roßbach Befehl, schleunigst vorzurücken. Demselben wurden sechs Geschütze der Kavallerie - Batterie Nr. 8 zugetheilt, welche bereits an der Kunstmühle standen, zwei derselben wurden schon jeţt gegen Preßburg zurückgezogen, um den Calvarien - Berg zu beseßen. Das nach und nach eintreffende Regiment Jellacic war angewiesen, ungesäumt zu folgen.

Von der bei Rapersdorf stehenden Brigade Württemberg waren das 20. Jäger-Bataillon und das Regiment Mecklenburg in der Richtung nach Marienthal vorgerüdt.

Der Rest des II. Korps sammelte sich nach sechsstündigem Marsch in Rendezvous-Stellung bei den Ziegelhütten östlich Preßburg.

Das preußische rechte Flügel - Detachement hatte gegen 9 Uhr, ohne im freien Terrain vom feindlichen Geschütfeuer wesentlich zu leiden, den Eisenbahn - Damm erreicht. Die von einer Husaren - Patrouille gemachte Meldung, daß der Feind sich über die Höhen gegen die March ausdehne, hatte schon das 2. Bataillon Regiments Nr. 72

9 Uhr.

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veranlaßt, sich weiter rechts zu ziehen, während, noch mehr von der ursprünglichen Direktion abweichend, das Füsilier - Bataillon Regiments Nr. 66 eine Aufstellung hinter dem Eisenbahn-Damme zur Sicherung der rechten Flanke genommen hatte. Als aber Befehl eintraf, gemeinschaftlich gegen Kaltenbrunn vorzudringen, ging das 2. Batailon Regiments Nr. 72 sofort mit Rompagnie-Kolonnen auf die Höhe und in den Wald vor, während das Füsilier-Vataillon des Regiments Nr. 66, die Höhe längs des Thalrandes ersteigend, sich neben dasselbe sette. Die im Walde befindlichen feindlichen Schützen wichen auf allen Punkten, ohne ernstlichen Widerstand. zu leisten, zurüd; doch vermochten die Bataillone nur langsam zu folgen, da • die dichte Bewaldung der steilen þänge bedeutende Terrainschwierigfeiten bot. Das Füsilier - Bataillon erlitt durch das Feuer der feindlichen (inken Flügel-Batterie einige Verluste, diejenigen des Bataillons vom Regiment Nr. 72 waren unerheblich.

Die 12pfündige Batterie war, da sie den Bataillonen nicht auf die Höhe folgen konnte, am Eisenbahn-Damme stehen geblieben.

Auf dem linken Flügel waren unter dem Schuß des fich längs der Straße hinziehenden bewaldeten Höhen- Rüdens die sechs Rompagnien des Regiments Nr. 72 auf 800 Schritt an den Franzhof berangelangt. In dem sehr unwegsamen Terrain mur langsam vor: wärts kommend, engagirten sie um 91/2 Uhr mit Schügen des 12. 91/2 Ubr. Jäger-Bataillons, wie der Regimenter Mazzuchelli und Parma, in der Front ein stehendes Gefecht, während die 12. Kompagnie und ihr folgend die 9. zur Sicherung der linken Flanke sich ostwärts dirigirten.

Von der nachrückenden Avantgarde konnten die beiden FüsilierBataillone, unter Oberst- Lieutenant v. Bothmer, nur unter zeitraubender Ueberwindung der großen Terrainschwierigkeiten bis etwa halbwegs zwischen der Artillerie - Position und Franzhof vorwärts kommen, wo sie, da das halbe 1. Bataillon Regiments Nr. 72 noch vor ihnen war, bis auf Weiteres Stellung nahmen. Das 2. Bataillon Regiments Nr. 67 traf bald hinter dem linken Flügel der Kompagnien des Regiments Nr. 72 ein, das 1. hingegen, bei welchem

General v. Gordon sich befand, war in dem überaus dichten Wald weiter links abgekommen.

Die zur Umgehung bestimmte 15. Infanterie-Brigade hatte in zwei Kolonnen ihren Marsch angetreten. General v. Boje begleitete persönlich die linke, bestehend aus dem Regiment Nr. 31, einem Zuge Ulanen und der halben Pionier - Kompagnie. Dieser Kolonne war von Marienthal aus eine halbe Stunde Vorsprung gelassen, die rechte, das Regiment Nr. 71, führte Oberst v. Avemann von Leopoldshof aus. Derselben wurde der Generalstabs - Offizier der Division, Major v. Malow, beigegeben.

Jeder Kolonne waren ein der Gegend kundiger Förster und drei andere Landbewohner zugetheilt, welche sie so zu führen hatten, daß ihre Vereinigung um 10 Uhr am Gämsenberg bewirkt würde.

Die Truppen hatten das Gepäck zurückgelassen und marschirten in Müßen, dennoch war ihr Vorrüden über þöhen und durch Schluchten im Waldgebirge äußerst ermüdend; es mußten die Teten inehrfach Halt machen, um die Queue heran gelangen zu lassen. An einer von den Führern verabredeten Stelle traten beide Rolonnen in Verbindung, von dort ab schlug der Wegweiser der linken aber einen Umweg ein, der eine neue Verzögerung verursachte.

Dagegen war der Marích durch den Feind nirgends gestört worden.

Die 12. Rompagnie des Regiments Nr. 31, Sefonde- Lieutenant Gr. v. Schulenburg, hatte auf Vorposten gestanden und war angewiesen, erst wenn das Gros der Brigade diese passirt haben würde, sich zu sammeln und nachzurüden. Indem sie so eine halbe Stunde später isolirt und wahrscheinlich zu weit in östlicher Richtung abweichend folgte, stieß sie etwa 91/2 Uhr auf eine Feldwache vom Regiment Mecklenburg, die sich, 1 Offizier und 26 Mann stark, ohne Gegenwehr gefangen gab. Der dem Gros der Vrigade, behufs einer Anfrage, allein nachgerittene Kompagnieführer gewahrte auf dem Rückwege eine Abtheilung von Jägern des 20. Bataillons; er ritt derselben mit zwei Ulanen, die in der Nähe als Relaisposten

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10 Uhr.

hielten, nach und bewog durch bloßen Zuruf, 15 Jäger sich zu ergeben; die Uebrigen feuerten einige wirkungslose Schüsse ab und verloren sich dann im Dickicht. Vor den jeßt heranrückenden Streitfräften mußte jedoch die Kompagnie zurückgehen; ein Theil derselben stieß zum Regiment, der andere wurde abgedrängt, lieferte aber die Gefangenen in Marienthal ab. Die Kompagnie hatte bis auf einen Unteroffizier und zwei Mann, die vermißt wurden, keine Verlufte.

Es war 10 Uhr geworden. General v. Fransedy hatte von den Umgehungs - Rolonnen, welche um diese Zeit mit den Teten das Mühlen - Thal erreichten, keine Nachricht erhalten, da die Relais in Folge des eben erwähnten Rencontres zurüdgewichen waren. Nur noch zwei Stunden blieben zum Handeln übrig und der General ertheilte nunmehr den Befehl zum Angriff.

Am rechten Flügel wurden die Schüßen des Gegners im Walde weiter bis über die Höhe bei Kaltenbrunn hinaus zurückgedrängt und jeine Artillerie - Position von dort her bedroht.

Im Centrum gingen die sechs Batterien des rechten Flügels echettonweise auf 2000 resp. 2500 Schritt an die feindlichen heran und konzentrirten, ohne die geringe Wirkung einer auf dem Thebener Rogl placirten Raketen - Batterie zu beachten, ihr Feuer gegen die von Kaltenbrunn stehende Artillerie.

Dort fehlte es der Batterie der Brigade Mondi bereits an Munition, die beiden Spfündigen Batterien der Armee-Geschütz - Nejerve hatten die ihrige so vollständig verschossen, daß sie nach Preßburg zurücgeschickt werden mußten. Zur Zeit rückten jedoch die sechs Geschüße der Savallerie - Batterie Nr. 8 ein, welche der Brigade Thom vorausgeeilt waren.

Am linken Flügel gelang es dem Füsilier-Bataillon Regiments Nr. 72 mit seiner 10. Rompagnie sich in Besit des von einer Abtheilung Regiments Mazzuchelli schwach vertheidigten Franzhofs zu jeßen. Von einein vorliegenden Graben konnte jeßt der vom Feinde stark besegte Eisenbahn-Einschnitt wirksam beschossen werden. Die Bataillone der Avantgarde zogen sich heran und beherrschten voll

11 Uhr.

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