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4. Division Pifaret und Bobrau, die 5. und 6. Division Daubrawnik und Olschy, die 7. und 8. Division Hodonin und Kunstadt, die Reserve - Artillerie der einzelnen Rorps Bobrau, Bystritz und Dels.

Vom Kavallerie - Korps gelangte: die 1. Division nach Messiborz, die 2. Division nach Straschkau.

Hier traf in Folge der Meldung über das Gefecht von Tischnowit Abends 74/2 Uhr der Befehl des Prinzen Friedrich Karl ein: womöglich noch heute die feindliche Brigade Soltyk aus ihren Bivouaks aufzuscheuchen und wenn dies nicht angänglich, am folgenden Morgen so früh als möglich ganz oder mit einem Theil des Korps über Gr. Bitesch und Schwarzkirchen gegen die von Brünn nach Süden laufenden Straßen so weit vorzugehen, als es der Zustand der Pferde erlaubte, um durch diese Bewegung das Unternehmen auf Brünn zu protegiren. Bei dem späten Eintreffen des Befehls wurde dies Vorgehen auf den folgenden Morgen verschoben.

Seitens des großen Hauptquartiers erging folgender Erlaß an die Armee-Rommandos:

„Nach den eingegangenen Nachrichten wird Brünn voraussichtlich nur schwach besetzt sein. Das Ober-Kommando der I. Armee wird an Ort und Stelle beurtheilen, in welchem Maße hiernach, um sich in den Besitz von Brünn zu seßen, eine Konzentrirung der Armee gegen Brünn überhaupt noch nothwendig, oder ob nicht vielmehr schon Seitens der I. Armee die Mitbenutzung der Straßen über Eibenschütz zulässig ist, un den Aufmarsch der I. und Elb - Armee hinter der Thaja auf der Linie Znaym - Muschau zu erleichtern und ‘zu beschleunigen.

Auf Grund der hierüber von Seiten der I. Arinee an die Elb - Armee direkt mitzutheilenden Nachrichten, hat die letztere ihren Marsch über Stannern und Trebitsch resp. Gr. Meseritsch auf Brünn fortzuseßen, oder wenn sich die Konzentrirung als unnöthig herausstellen sollte, mit ihren Gesammtfräften auf Zuaym vorzugehen.

Zwittau, den 11. Juli 1867. (gez.) v. Moltke.

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Bei der Elb-Armee traf dies Schreiben, sowie eine Mittheilung darüber, daß aller Wahrscheinlichkeit nach Brünn am 12. schon durch die I. Armee besetzt sein werde, erst am 13. Nachmittags, also zu einer Zeit ein, wo der Marsch in der Richtung auf Brünn bereits fortgesetzt war.

Indeß hatte ein früherer Befehl aus Hohenmauth vom 9. Juli angeordnet, daß die Elb - Armee eine durch Kavallerie möglichst zu verstärkende Division als Avantgarde der auf Wien vorrückenden preußischen Armee zu bilden habe. Es waren dem entsprechend das Pommersche schwere Reiter - Regiment und die 1. reitende Batterie Artillerie - Regiments Nr. 8 der Avantgarde zugetheilt, diese so auf die Stärke von 7 Bataillonen, 14 Eskadrons, 24 Geschüßen gebracht und auf Znaym in Marsch gesetzt worden. Sie erreichte heute mit ihrer Vorhut Markwatitz und Horry, mit ihrem Gros Hungerleiden und Lang - Pirnis.

Das Detachement wurde angewiesen, möglichst Verbindung mit den übrigen Divisionen der Elb - Armee zu halten und gleichzeitig direkt in das große Hauptquartier zu melden.

Die 15. und 16. Division formirten selbstständige Avantgarden und erreichte erstere Pirnig, lettere Wollein. Die 14. Division kam nach Iglau, woselbst das Hauptquartier verblieb, die Reserve - Artillerie nach Bolna.

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Der 12. Juli.

Nachdem in Wien der Ausfall der Schlacht von Königgräß den Entschluß hervorgerufen hatte, Venedig aufzugeben, um alle Streimittel zur Behauptung der in Deutschland bisher eingenommenen Position zu verwenden, waren auch gleichzeitig dem entsprechende militairische Anordnungen getroffen worden. Zunächst beabsichtigte man von der Süd - Armee , eine möglichst große Zahl" von Truppen abzuberufen, dehnte dies aber auf Antrag des Erzherzogs Albrecht dahin aus, daß der Feldmarschall selbst mit dem größten Theile der Süd-Armee an die Donau eilen sollte.

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Der Erzherzog traf sofort die erforderlichen Bestimmungen. Das Infanterie-Reserve- Korps seiner Armee wurde aufgelöst und das V. und IX. Armee - Korps durch dasselbe um je eine vierte Brigade vermehrt. Von diesen Korps sollte ersteres durch Tyrol, legteres durch Steiermark die Donau erreichen, während das VII. Korps am Isonzo, sowie eine Division in strien Alles blieb, was man dem Vorgehen der italienischen Armee entgegenzustellen für genügend erachtete.

Am 10. Juli langte im Hauptquartier zu Vicenza die Ernennung des Erzherzogs zum Ober- Kommandirenden sämmtlicher Armeen an, zugleich die telegraphische Aufforderung, in Begleitung des Chefs seines Stabes unverzüglich nach Wien abzugehen.

Am 12. Juli früh übergab in Folge dessen der Erzherzog das Kommando der Süd- Armee an den Feldmarschall- Lieutenant Maroicic und reiste mit dem Chef seines Generalstabes, FeldmarschallLieutenant Frhr. v. John, nach Wien ab.

Der Feldzeugmeister Benedek ordnete am 13. Juli den fernern Abmarsch der Nord-Armee an. Derselbe follte in drei Echellons erfolgen und zwar über Kremsier und Göding auf Preßburg fich richten, um sodann Wien zit erreichen.

Wenn die erste Hälfte dieses Marsches am rechten March - Ufer entlang führte, so sprachen dafür die bessern Verbindungen und die kürzere Richtung; es leuchtet aber ein, wie sehr die Ausführung, der anrückenden preußischen Armee gegenüber, gefährdet sein mußte.

Das Ulanen - Regiment Nr. 6 wurde mit dem Kriegs - BrückenTrain der Armee bereits am selben Tage, den 13., in Bewegung gesetzt. Am 14. sollte, soviel darüber bekannt geworden, das erste Echellon, bestehend aus dem II. und IV. Armee- Rorps nebst 16 Eskadrons sächsischer Reiterei, aufbrechen, am 15. das VIII. und I. Korps und die 2. leichte Kavallerie - Division, am 16. das VI. Korps folgen, dem sich in der Folge dann auch ein Theil des fächsischen Korps noch anzuschließen hatte, da dem vollständigen Transport desselben, wie die Darstellung zeigen wird, sich alsbald Þindernisse entgegenstellten.

Die II. preußische Armee hatte sich am 12. Juli in südlicher Richtung in Bewegung gesegt. Das Ober-hommando blieb in Mährisch - Trübau. Das I. Armee-torps erreichte mit dem Gros Gewitsch, mit der Avantgarde Jaromierzit, ein rechtes Seitens detachement Ungerndorf. Die bei Greifendorf befindliche Brigade Pape nahm ihren Marsch über Brüsau, verblieb daselbst, bis Seine Majestät der König, dessen Hauptquartier nach Czernahora ging, den Ort passirt hatte, und gelangte Abends nach Opatowiß.

Die Ravallerie-Division rückte in Kantonnements nach Türnau und Gegend, das 2. Leib - Husaren - Regiment als linke FlankenDeckung bis gegen Brannöhlhütten vorgeschoben.

Das V. Korps erreichte mit der 9. Division Mährisch-Trübau, mit der 10. Division und der Reserve - Artillerie Altstadt, woselbst Kantonnements bezogen wurden; die Vorposten bei Pohres resp. Pirkelsdorf.

Das Garde-Rorps kam nach Sternteich und Möbelsdorf, das VI. Korps' nach Landskron. Leşteres erhielt vom Ober- Rommando Befehl, das Detachement v. Renobelsdorff, verstärkt durch das aus den Festungen heranzuziehende Infanterie - Regiment Nr. 63, bei Grulich zu belassen, um eine eventuelle Verbindung zwischen Olmüş und den Festungen an der oberen Elbe zu verhindern, ferner die Eisenbahn nach Pardubitz durch Detachirung nach Wildenschwerd zu sichern, dagegen die von Olmütz her bei Hohenstadt zu unterbrechen. Demnächst sollte eine Etappen - Straße von Wildenschwerd nach Glat eingerichtet werden.

Von der I. Armee rückte die Avantgarde in Brünn ein.

Schon am Tage vorher hatte man in Erfahrung gebracht, daß diese Stadt nicht mehr vom Feinde besetzt sei. Um 74/2 Uhr Abends folgte der Prinz Friedrich Karl an der Spiße der 6. Division. Seitens der Bürgerschaft wurde allen Anforderungen, welche an sie zu stellen waren, entsprochen. Ueberhaupt wußte der Bürgermeister Dr. Giskra sowohl beim Einzuge wie während der Dauer der Okkupation seine Pflichten als österreichischer Unterthan und Vertreter der Stadt mit Befriedigung der unvermeidlichen Ansprüche eines feindlichen Heeres so zu vereinen, daß ihm von beiden Seiten gerechte Anerkennung ward.

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Das Kavallerie- Korps war mit Tages - Anbruch über Gr.Bitesch und Schwarzkirchen auf Rossitz vorgegangen und hatte daselbst erfahren, daß die Kavalierie - Division Zajtsek vor wenigen Stunden diesen Ort in der Richtung auf Eibenschüt verlassen habe. Nachdem gefüttert worden war, brach Prinz Albrecht wieder auf, erreichte jedoch den Gegner nicht mehr, da derselbe bereits am Vormittage Eibenschütz passirt hatte. Die 1. Kavallerie- Division ging noch bis Gr. Raigern vor, die 2. verblieb in Kanitz und Eibenschütz. Der Marsch war bei einer Länge von über 81/2 Meilen auf steinigem Boden und bei großer Hiße sehr anstrengend gewesen. Am Abend näherten sich den Vorposten der 2. Division mehrere Eskadrons, ohne aber zum Angriff iiberzugehen.

Von den übrigen Abtheilungen der I. Armee famen die 3., 5. und 7. Division in die Linie Gr.- Bitesch, Gurein, Blansko, hinter den Flügeln die 4. nach Vitischka-Ossowa, die 8. nach Czernahora und Daubrawitz, während die Reserve - Artillerie der einzelnen Korps Wlkau, Tischnowitz und Forstendorf erreichte.

Bei der Elb-Armee war Abends zuvor von der Brigade Golt die Meldung eingegangen, daß in die feindliche Vorpostenlinie Infanterie eingerückt sei. Die Avantgarde brach daher schon um 3 Uhr Morgens von Hungerleiden und Lang - Pirnitz auf. Der Feind zog jedoch seine Vortruppen zurück und marschirte in der Höhe von Martinkau mit einigen Eskadrons und acht Geschüßen auf. Aus dem südlich Horka gelegenen Walde debouchirend, erhielt die Avantgarde Feuer von einer auf der Höhe von Jacobau abgeproşten Batterie. Dasselbe wurde durch die 1. 4pfündige Batterie des Artillerie - Regiments Nr. 7 erwidert, jedoch zog der Gegner ab, bevor noch die zehn Husaren-Eskadrons vor dem Walde aufmarschiren konnten. Beim weiteren Vorreiten erhielten dieselben aus Littahorn Gewehr- und Karabinerfeuer, sie umgingen daher diesen Ort, während die oben genannte Batterie, sowie die 3. reitende des Regiments

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