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fürzung der Kolonnen zu erleichtern, war es nothwendig, aus der seit dem 3. Juli eingetretenen engern Konzentration wieder in größere Breite überzugehen.

Durd) Befehl vom 7. Juli wurden der I. Armee die Straßen von Chrudim über Sfuc auf Polica und über Kreutzberg nach Neustadt, der Elb - Armee die Straße über Deutsch-Brod nach Iglau zugewiesen. An der mährischen Grenze standen so die Rolonnen auf neun Meilen auseinander, dies aber zu einer Zeit, wo das feindliche Heer eben Olmütz erreichte und zu irgend welcher Unternehmung noch nicht befähigt sein konnte.

Von jener Grenze ab konvergirten sodann die weitern Marschlinien wieder gegen Wien.

Vom Feinde erreichte die Queue der rechten Flügel-ROlonne am 7. Landskron; der Marsch auf den Bergstraßen war höchst beschwerlich. Der große Train des II. Armee - Korps wurde über Reichenau und Altstadt auf Müglitz dirigirt. Die Brigade Rothkirch konzentrirte sich in der Gegend von Böhmisch-Rothwasser. Die mittlere Nolonne ging auf Mährisch - Trübau resp. Zwittau, die linke Kolonne ebenfalls nach lekterer Stadt, wo sich das säch fische Armee-Korps vollständig wieder zusammenfand.

Der Armee - Munitions - Barf, welcher die Arinee zur Schlacht nicht mehr erreicht hatte, sondern nur bis Leitomischel gelangt war, traf heute bereits in Olmüş ein.

Die vier Kavallerie: Divisionen des Prinzen von þolstein verblieben mit ihren legten Abtheilungen in der Linie Hlinsko-Polida, mit dem Gros der einzelnen Divisionen bei Saar, Ingrowit, Polida und Bistrau.

Das X. Armee-Rorps erreichte Brüjau und Lettowiß und wurde an diesem und den folgenden Tagen per Bahn nach Wien transportirt.

Auf preußischer Seite war von der dem Feinde zunächst befindlichen II. Armee das V. Korps auf Hohenmauth, die Garde nach Chroustowitz, das I. Rorps über Slatinan in die Gegend von Bela und Luze dirigirt worden.

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General v. Steinmetz befahl der Ravallerie-Division, bis Cerekwitz und Böhmisch - Hermanit vorzugehen und rückwärts dieser Linie Kantonnements zu beziehen.

Eine von der Division auf Leitomischel vorgeschobene Spite trieb einige hundert Versprengte zusammen; ferner fiel den Patrouillen ein Viehtransport von circa 80 Stück, eine kaiserliche Post und eine kreistasse mit circa 1000 Thalern in die Hände. Da General v. Hartmann auf dem Marsche in Erfahrung brachte, daß die þauptmasse des Feindes bereits am 4. und 5. Juli noch in einem sehr aufgelösten Zustande durch Hohenmauth abgezogen und ihr am 6. nur noch Ravallerie gefolgt wäre, deren leyte Spitzen die Stadt erst am 7. Morgens geräumt hatten, so ordnete er Mittags 14/2 Uhr bei Cerekwit die Formation eines besonderen Detachements von 700 Pferden und zwei reitenden Geschützeit unter dem Oberst-Lieutenant v. Barnefow, und zwar vorwärts bei Nedosin, an. Die Kürassier - Regimenter Nr. 1 und 5 und das Ulanen - Regiment Nr. 10 gaben hierzu je 200, das 2. Leib - Husaren - Regiment 100 der kräftigsten Pferde; der Oberst- Lieutenant erhielt den Auftrag, an den Feind heranzugehen und ihm so viel Abbruch als möglich zu bereiten. Dem General - Rommando des V. Armee - Korps wurde hiervon Meldung gemacht mit dem Bemerken, daß die Division bereit sei, am folgenden Tage mittelst eines starken Marsches dem OberstLieutenant v. Barnekow zu folgen.

Das Detachement des Leşteren brach um 61/2 Uhr Abends von Nedosin auf und traf gegen 84/2 Uhr bei schon eingetretener Dunkelheit vor Zwittau ein, ohne auf Widerstand zu stoßen. Rings um den Ort zeigten sich im weiten Kreise die Bivouats des Feindes, vorwärts derselben waren Vorposten nicht aufgestellt; es lagen hier in erster Linie südwestlich von Zwittau das österreichische VIII. Lorps, nördlich der Stadt die am Nachmittag eingetroffene legte Abtheilung der Sachsen, 2 Bataillone und 4 Batterien.

Die beiden Geschüte des Oberst-Lieutenant v. Barnekow propten ab und allarmirten das feindliche Cager durch einige Schüsse, welche, wie nachher in Erfahrung gebracht wurde, die allergrößte

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Unordnung in dem dort parkirenden österreichischen Train hervors riefen und das genannte sächsische Detachement zum schleunigen Abmarsch durch Zwittau zum Gros des Armee - Korps veranlaßten, das südöstlich der Stadt, bei Mährisch - Hermersdorf, sein lager hatte. Das preußische Detachement stieß westlich der Stadt noch auf eine im Marsch befindliche Wagen - Rolonne, die durch Infanterie gedect wurde. Die kombinirte Eskadron des Kürassier - Regiments Nr. 5, Premier-Licutenant v. Arnim, ging gegen dieselbe vor; eß fielen nur wenige Schüsse, die Bedeckung, bestehend aus einer Rompagnie des 4. Bataillons vom Regiment Deutschmeister Nr. 4, welche von Wien im Marsche zur Armee begriffen war, wurde gefangen genommen. Ein weiteres Vorgehen erschien jedoch um so weniger angänglich, als die inzwischen vorgesandten Husaren - Züge die Stadt felbst stark besetzt gefunden hatten, indem eins der zurüdgehenden fächsischen Bataillone in derselben verblieben war.

Oberst-Lieutenant v. Barnekow nahm zunächst mit den vier Husaren - Zügen eine Vorposten - Aufstellung gegen Zwittau, mußte dieselbe jedoch aufgeben, da feindliche Infanterie vom österreichischen VIII. Sorps von Stangendorf her unter dem Schuße der Dunkelheit die Vedetten beunruhigte. Das Detachement ging daher unter Mit nahme der Gefangenen 4 Offiziere und 112 Mann

bis hinter Mohren zurück, woselbst bei strömendem Regen ohne Feuer bivouatiri wurde. Die Mitführung der zahlreichen Wagen mußte unterbleiben; doch war die Alarmirung des Feindes vollständig gelungen; die beiden Korps brachten die regnerische Nacht unter dem Gewehr zu, wodurch die ohnehin schon sehr erschöpften Truppen von Neuem hart mitgenommen wurden.

Das Gros der Navallerie-Division verblieb bei Cerekwiß, die leichte Brigade bei Böhmisch - Hermanig. Die 4. Eskadron des 2. Leib - Husaren - Regiments wurde nach Sloupnic vorgeschoben.

Vom V. Rorps beseßte die Brigade Wnud Choßen, die Avantgarde des Korps Hohenmauth. Das Gros fantonnirte rückwärts der Stadt zu beiden Seiten der großen Straße, die Trains bei Holis.

Das Garde-corps gelangte mit seiner Avantgarde bis Bodecel, mit dem übrigen Theil in den Abschnitt Chroustowitz, Hrochows Teiniß und Morawan. Die Trains wurden nach Bardubit herans gezogen.

Das I. Korps erreichte Luze und Gegend, die Avantgarde Stremosi.

Die Meldung von der Anwesenheit feindlicher Infanterie in Nichenburg veranlaßte die Absendung eines Detachements von drei Bataillonen und zwei Eskadrons dorthin, welches jedoch Nichts vom Feinde vorfand und in der Richtung auf Luze zurückmarschirte. Am Abend um 10 Uhr traf in legterem Orte der Feldmarschal-Lieutenant Frhr. v. Gablenz von Neuem als Parlamentair ein und ging von hier in das Hauptquartier des Kronprinzen, welches nach Chroustowitz berlegt worden war.

Von der I. Armee rüdte die Avantgarde, ohne auf den Feind zu stoßen, bis Bojanow auf der Straße Hermanmesteps Nassaberg. Das Gros der Armee überschritt die Elbe und erreichte mit den vordersten Truppen die Straße Hermanmestez-Caslau, an welcher Abends: das Kavallerie - Korps auf dem rechten Flügel bei Sbislaw und Podhoran, daran anschließend in erster Linie die 3., 5., 6. und 7. Division von Turkowiß bis Morasig und Rozhowiß, in zweiter Linie hinter den Flügeln die 4. und 8. Division in Urbanit und Jezboriß standen, die Artillerie - Reserven aber nach Benesawitz, Jedonsow und Jenikowiß folgten. Das Hauptquartier kam nach Þermanmeste.

Die Elb-Armee ging mit der Avantgarde nach Czaslau, mit dem Hauptquartier und der Division Canstein bis Neuhof, der Division Egel nach Schusiz, der Reserve - Artillerie nach Elbe-Teinig. Die Division Gr. Münster hielt in Neu- Rolin Ruhetag.

Der 8. Juli. Bon der österreichischen Armee wandte sich am 8. Juli die bisherige mittlere Kolonne von Mährisch - Trübau nach Süden auf

Gewitsch, während die bisherige linke Flügel - Rolonne die mittlere Marsch - Linie einnahm und bis Mährisch - Trübau gelangte. Das sächsische Armee - Korps bog von legterem Orte südlich aus und gelangte bis Türnau. Die rechte Flügel - Kolonne vereinigte sich bei Hohenstadt mit der Brigade Kothkirch.

Seitens des Ober- Rommandos der II. Armee war am 7. Juli eine Marsch - Disposition entworfen worden, nach welcher bis zum 10. die drei Korps in der Linie Schirmdorf (I. Korps), BöhmischTrübau (V. Korps), Wildenschwerd (Garde - Korps) aufmarschiren sollten, mithin eine Bewegung in nordöstlicher Richtung, während das österreichische Heer sich südöstlich ausdehnte.

An das VI. Korps war der Befehl ergangen, nur die 12. Division mit 6 Bataillonen, 6 Eskadrons und 3 Batterien, zu welcher noch drei auf Pardubig dirigirte Landwehr- Bataillone stießen, unter General - Lieutenant v. Prondzynski zur Sicherung der Etappenstraße gegen die Festungen zu belassen. Der übrige Theil des Rorps sollte über Holiz (den 9.), Choken (den 10.) und Rosocha (den 11.) sich dem linken Flügel der II. Armee wieder anschließen, auch sobald es thunlich, das Infanterie - Regiment Nr. 63 aus Glatz und Neisje über Habelschwerdt herangezogen werden.

General v. Steinmetz befahl, obiger Marsch - Disposition entsprechend, der Kavallerie - Division v. Hartmann, das weitere Vorgehen auf Zwittau aufzugeben, über Leitomischel und Schirmdorf auf Triebiß abzurücken und sich daselbst mit dem bei Mohren verbliebenen Detachement wieder zu vereinigen.

Da hierdurch die eben gewonnene Fühlung mit dein Feinde wieder verloren gehen mußte, so ertheilte General v. þartmann zwar dem Oberst- Lieutenant v. Barnekow den Befehl, sich über Abtsdorf an die Division heranzuziehen, fügte aber gleichzeitig die Weisung hinzu, mit dem Abmarsch nicht zu eilen, sondern den Gegner im Auge zu behalten und nach Umständen zu handeln. Um auch in der neu angewiesenen Richtung möglichst bald wieder an den Feind zu gelangen, wurde die bei Sloupnig befindliche 4. Eskadron des 2. Leib - Husaren - Regiments unter Major v. Schoen sofort über

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