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b. 3 astrow, welcher sich bereits vorwärts orientirt hatte und sich nunmehr an die Spitze der Brigade setzte: es folle versucht werden, den Bach auch weiter aufwärts zu überschreiten.

Um nun sein erstes Treffen nicht wieder zurückzunehmen, wies General b. Hanenfeldt die beiden Bataillone des Regiments Nr. 50 an, die Trotina da, wo sie standen, zu durchwaten. Das 1. Bataillon gerieth bis an die Brust ins Wasser, fam aber glücklich hinüber, das 2. versuchte seinem zu Pferde hinüberseßenden Rommandeur zu folgen, aber schon die vordersten Züge sanken so tief hinein, daß andere Stellen aufgesucht werden mußten, wo man auch auf einigen starken Balken den Bach überschritt. Das 2. Treffen defilirte über die Brücke.

Die 22. Brigade, General v. Hoffmann, folgte nach und stellte sich rechts rückwärts der 21. auf.

As somit die 11. Division um 11 Uhr auf den jenseitigen Höhenrand nördlich von Racik gelangte, schlugen auch schon die ersten Granaten ein.

Um eben diese Zeit näherten sich bereits die vordersten Abtheilungen des V. Armee-Korps dem Dorfe Choteboret. Dasselbe war um 8 Uhr angetreten und hatte sich über Schurz, Sibojet und Dubeniß dirigirt. Seine beiden Ravallerie-Regimenter unter General b. Wnud bildeten die Tete, es folgten die 9. und 10. Division, damm die Artillerie, hinter welcher das Füsilier-Bataillon Nr. 52 dloß. Das Bionier-Bataillon verblieb bei den Brücken und zur Bewachung der Kolonnen zurück.

Beim I. Armee-Korps hatten Abtheilungen der Avantgarde bei Chroustow schon seit längerer Zeit Geschüßdonner aus der Gegend von Sadowa gehört, darüber aber keine besondere Meldung an das General-Kommando in Ober-Prausnitz erstattet. Erst um 9 Uhr Vormittags wurde dort die folgende Disposition ausgegeben: „Das Ober-Rommando der II. Armee theilt mit

(folgt die Disposition desselben.) ,,Hiernach wird die Avantgarde, gefolgt von der ReserveInfanterie und Reserve-Savallerie über Groß-Trotin, WeißPolifau auf Groß-Bürgliß, das Gros, gefolgt von der Reserve-Artillerie, über Zabres, Lanzow, Sedlet auf GroßBürglitz marschiren. Das Gros bildet sich eine eigene Avantgarde und tritt sofort über Swicin an, läßt ein Bataillon in der Höhe seines Bivouats an der Straße zurüd, welches zur Disposition der Reserve - Artillerie übertritt.

Die Bagage bleibt bei der Avantgarde, Gros und Reserven beim jezigen Bivouaf, so lange seitwärts der Straße unter schwacher Bedeckung halten, bis sie weitere Befehle erhält.

Ich werde mit der Avantgarde marschiren. Das Gros hat einen Offizier und einen halben Zug Husaren zu mir zu kommandiren, welche mich in der Höhe feines BivouaksPlatzes erwarten. Ober-Prausnig, den 3. Juli 1866.

Der kommandirende General.

(gez.) v. Bonin." Die Avantgarde erhielt diesen Befehl um 9 Uhr 20 Minuten; sie brach mit ihrer Vorhut um 9°/2 Uhr auf.

Auch beim General-Kommando hörte man mun, noch bevor der Marsch angetreten wurde, beftige Nanonade. Derselbe wurde des: halb aufs Aeußerste beschleunigt; ein vorausgesandter GeneralstabsOffizier sollte Nachrichten über den Stand des Gefechts einziehen.

Um 11 Uhr hatte die Avantgarde Groß-Bürglik jedoch noch nicht erreicht.

Für die Ravallerie-Division in Neustadt traf der Befehl des Ober- Kommandos um 84/4 Uhr ein. Dieselbe hatte sich um 9 Uhr in Marsch gesett; verschiedene Bagage-Wagen wurden aus dem Wege geräumt, aber die Reserve - Artillerie des I. Armee- Rorps ließ die Division nicht durch. Es wurde nun versucht, die Hälfte der Division über Miletin vorbei zu dirigiren, was ebensowenig gelang; und somit blieb in den beschwerlichen Wegen nichts übrig, als ruhig den Kolonnen des I. Korps zu folgen.

Fassen wir das über den Anmarsch der II. Armee Gesagte kurz zusammen, so sehen wir, daß gegen 11 Uhr Vormittags die Teten Des Garde- und des VI. Korps die Trotina erreicht hatten, dort aber noch noch mehr als eine halbe Meile von dem hart bedrängten linken Flügel der I. Armee entfernt standen.

Die Queuen des I., Garde- und V. Korps reichten noch bis zur Elbe zurüd.

4. Gang der Schlacht von 11 bis 3 Uhr.

Eingreifen der II. Armee.

Schon auf dem Wege nach Choteborek hatte der Kronprinz die Ueberzeugung gewonnen, daß die Schlacht auf der ganzen Front der I. Armee entbrannt sein müsse.

Nach dem Bistrig - Thal öffnet sich eine weite Fernsicht, und obschon der trübe Regentag ein Erkennen der Truppenaufstellungen nicht gestattete, so bezeichneten doch das Aufbligen der Geschüße und die Rauchsäulen bremender Dörfer ungefähr die Linie, auf welcher das Gefecht stand.

In der Front aber war der Blick durch den von Horenowes nach der Trotina ziehenden Höhenrücken beschränkt. Auf seiner höchsten Kuppe bildeten zwei Bäume ein weithin sichtbares Objekt, welches schon lange die Aufmerksamkeit beider Armeen auf sich gezogen hatte.

Dieser Höhenzug nun erschien auf Entfernung einer halben Meile, in der düsteren Luftfärbung, wie ein mächtiger, dem weiteren Borschreiten quer sich vorlegender Wall.

Die erste Disposition des Kronprinzen hatte die bisher über fünf Meilen ausgebreitete II. Armee auf die kaum zwei Meilen messende Linie Bürglik - Jericek-Choteborek - Welchow konzentrirt.

Es war zweifellos, daß nunmehr der einfache Vormarsch der einzelnen Korps direkt in Flanke und Rücken aller derjenigen Streitkräfte führen mußte, welche der Feind bereits im Gefecht hatte. Daß aber das Ueberschreiten der Elbe und der ganze Anmarsch der II. Armee österreichischer Seits unbemerkt geblieben sei, daß er überraschen werde, darauf konnte man unmöglich rechnen. Vielmehr war zu erwarten, daß hinter der Höhe von Horenowes, wo neben den Bäumen zur Zeit nur eine einzige Batterie sichtbar wurde, der Gegner seine zur Flankendeckung bestimmten Truppen, dem Auge entzogen, aufgestellt habe. Er konnte aber auch, wenn dies noch nicht geschehen, seine Reserven dorthin disponiren, während preus Bischer Seits die über eine halbe Meile breite Terrainsenkung durchschritten wurde, in welcher jedes einzelne herabsteigende Bataillon zu zählen war. Die gegen Norden steil abfallenden Höhen von Þorenowes, mit der sumpfigen Trotina vor der Front, boten ihm dann eine so starke Defensiv - Stellung, daß nur iin Zusammenwirken sehr bedeutender Streitkräfte eine Bürgschaft für das Gelingen des Angriffs lag.

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Es wurden deshalb an die einzelnen Korps der II. Armee Offiziere abgeschickt, um den Befehl im Weitermarsch zu überbringen, soweit dieser nicht schon von selbst angetreten war, und wurde dabei die Baumgruppe als gemeinsamer Richtungspunkt bezeichnet.

Uebrigens waren die Offiziere kaum unterwegs, als auch schon zunächst die Meldung des Generals v. Mutius einging: er habe Welchow erreicht und sei in Folge des heftigen Kanonendonners in der Direktion auf denselben in Marsch geblieben. Ferner zeigte sich die Kavallerie-Brigade Wnud des V. Korps bereits bei Choteboret und General-Lieutenant v. Steinmeß meldete, daß seine Tete sich soeben diesem Orte nähere. Vom I. Armee-Rorps erfuhr man dem nächst, daß es im Marsche auf Groß-Bürglik sei und die Bataillone des Garde- Rorps, welche der Prinz von Württemberg in größter Beschleunigung den Marsch hatte fortsegen lassen,, stiegen unter den Augen des Kronprinzen in die Terrainsenkung hinab.

Man wußte somit alle disponibeln Truppen in Bewegung und war der Ueberzeugung, daß die Entscheidung des Tages von einem Kampfe um die Höhen von Þorenowes abhängen werde.

Das freilich konnte Niemand ahnen, daß diejenigen Truppen, welche der Feind zum Schutz gegen einen Angriff von Norden und somit zur Dedung seiner rechten Flanke aufstellen mußte, allergrößten Theils bereits in der Linie Cistowes - Maslowed-Horenowes kämpften, and daß seine Þaupt - Reserve zu jener Zeit weiter von Þorenowes entfernt stand, als die Teten der II. preußischen Armee.

Es muß dahingestellt bleiben, iuwieweit die drohende Gefahr beim österreichischen Ober-Rommando in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt worden ist.

Jedenfalls war die von seiner Disposition abweichende Bewegung des IV. Korps zur Kenntniß des Feldzeugineisters gelangt. Bereits nach 8 Uhr Morgens hatte Oberst v. Pidoll, nach den Verschanzungen des rechten Flügels reitend, diese umbeseßt und das IV. Korps im Vorrücken gegen Maslowed gefunden. Er suchte daher den Armee-Kommandanten auf der Höhe von Chlum auf; da dieser dort noch nicht eingetroffen war, eilte er zum Erzherzog Ernst, welchen er auf der Chaussee vorwärts Lipa fand und ihm Meldung machte. Der Erzherzog begab sich mun seinerseits auf das Plateau zu den Batterien 6 und 7, wo soeben, 10 Uhr, auch der Feldzeugmeister anlangte und wo ihn Oberst Bidoll von dem Vorrücken des IV. Rorps in Renntniß seşte.

Es wurden nun allerdings zwei Divisionen der Geschüt-Reserve und zwar die 3. und 4., mithin 64 8pfündige Geschüte, unter persönlicher Leitung des Oberst v. Tiller, nach jenem Plateau vorgezogen und dem IV. Korps der Befehl zugefertigt, in die ihm vorgeschriebene Aufstellung zurückzugehen. Gleichzeitig wurden aber auch schon jegt Verstärkungen an das Centrum zur Unterstügung des I. Korps abgeschickt, indem die 3. Reserve-Kavallerie-Division links vorwärts Langenhof aufmarschirte.

Der Befehl des Armee-Ober-Kommandos traf den FeldmarschallLieutenant d. Mollinary um 11 Uhr. Derselbe erachtete es für seine Pflicht, vorerst die Gefechtslage zur Kenntniß des Feldzeugmeisters zu bringen, da diese so beschaffen war, daß ein OffensivStoß gegen die linke Flanke des Feindes die Besiegung desselben in Aussicht stellte."

Der Antrag, diese Offensive fortzuseßen, wurde abschläglich be: jchieden und an F.-M.-L. Mollinary, sowie nunmehr auch an den

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