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ein und wartete dort das Anlangen der rechten ab. Der Marsch dieser letteren hatte sich erheblich verzögert und da von ihr die Avantgarde gestellt war, so blieb Trautenau während 2 Stunden unbesetzt. Als endlich um 10 Uhr die Spige der Avantgarde sich der Stadt näherte, fand mau die Aupa-Brücke schon verbarrikadirt, aber doch nur durch abgesessene Dragoner des Regiments Windischgrätz besetzt, welche beim Anrücken der Infanterie sich zurückzogen. Die 3. und 5. Eskadron des litthauischen Dragoner - Regiments folgten durch Trautenau. Aus dem südwestlichen Ausgang debouchirend, bemerkten sie rechts vorwärts österreichische Kavallerie aufmarschirt, gleichzeitig aber auch 3 Züge des Rittmeisters Vagen, welche dem rechten Seitendetachement vorausgeeilt waren und die Aupa bei Ober - Altstadt pasjirt hatten. Diese warfen sich sofort den ihnen gegenüber befindlichen 1/2 Eskadrons entgegen und brachen, obwohl von einer Karabiner-Salve empfangen, in dieselben ein.

Gleichzeitig griff Major v. Jastrzembski mit der 3. Eskadron an, während sich die als Echellon folgende 5. Eskadron unter Rittmeister v. Oettinger gegen mehrere in der Flanke sidy entwickelnde feindliche Eskadrons wandte. Das ganze Regiment WindischgrätDragoner und eine Abtheilung Mensdorf - Ulanen befanden sich hier bereinigt. Es entstand ein heftiges Handgemenge, welches sich erst entwirrte, als herbeieilende preußische Infanterie, jetzt aber auch österreichische Jäger, in dasselbe hineinfeuerten. Die preußische Kavallerie ralliirte sich und segte sich neben die 1. 4pfündige Batterie, welche westlich der Stadt auf dem rechten Aupa-Ufer abprogte.

Der Thalrand der Aupa tritt hier mit dem Kapellen- und dem Galgen-Berge südlich und östlich Trautenau in schroffen Abfällen dicht an die Stadt heran. Nur tief eingeschnittene steile Hohlwege führen auf das Blateau.

Einmal von feindlicher Infanterie besett, mußte es außerordentlich jchwierig werden, sich desselben zu bemächtigen und eben jeţt traf dort die Brigade Mond1 des X. Korps von Praußnit her ein. Westlich der großen Straße auf Hohenbruck eröffnete eine Batterie ihr Feuer gegen die preußische Vorhut und die Infanterie war im Begriff, in

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die Stadt selbst hinab zu steigen, woran sie durch den seinem Korps vorausgeeilten Feldmarschall - Lieutenant Gablenz jedoch verhindert wurde.

Oberst v. Beeren entwickelte jet 5 Rompagnien des Regis ments Aronprinz gegen die Höhen, während eine Kompagnie die Stadt-Lisiere befekte und 2 Kompagnien als Reserve zurücgehalten wurden. Das Pionier - Detachement betheiligte sich ebenfalls am Gefecht und auch in der Stadt fielen einzelne Schüsse aus den Häusern, was sich in späteren Gefechts-Momenten wiederholte. Erst jetzt traf das Gros der preußischen Avantgarde ein. Die 3 JägerKompagnien derselben verstärkten theils die Schütenlinie, theils die Bejagung der Häuser; das Füsilier-Bataillon des Regiments Kronprinz verblieb diesjeits der Aupa unweit der Brücke und warf von hier 2 Kompagnien in den nach Krieblit führenden Hohlweg, während das in die Stadt gerückte Füsilier - Bataillon des Regiments Nr. 41 durch 4 Schützenzüge die Verbindung zwischen diesen und den Abtheilungen der Vorhut herstellt. Die beim Gros der Avantgarde befindlichen 10 Geschütze probten 300 Schritt nordöstlich der Stadt zu beiden Seiten der Chaussee ab und enfilirten die Aufstellung des Feindes, rechts von ihnen marschirten der Rest des Dragoner-Regiments und die ostpreußischen Ulanen auf.

Die Höhen- Position war in der Front kaum zu forciren, auch hatte das Tirailleur-Gefecht bereits einen sehr heftigen Charakter angenommen, ohne daß es gelungen war, irgend welche Vortheile zu erringen, als sich gegen 11 Uhr das rechte Seitendetachement auf der Chaussee von Ober - Altstadt her näherte. Oberst v. Koblinski rückte mit demselben zunächst in die Stadt ein, während seine beiden Geschütze sich der 1. 4pfündigen Batterie anschlossen, nur die 3. Rompagnie des Regiments Nr. 41, welche die rechte Flanke des Marsches gedeckt hatte, wandte sich außerhalb der Stadt gegen den Galgenberg. Sobald sich der Oberst über den Stand des Gefechtes orientirte, verstärkte er den Angriff auf den Kapellenberg durch 2 Kompagnien und einen Jägerzug, die flankirende Bewegung der 3. Kompagnie aber nach und nach noch durch fernere drei Kompagnien. Zwei Kompagnien und der Rest der Jäger verblieben in Reserve.

Wie wesentlich auch diese Unterstützung war, so hatte sie augenblicklich doch noch keinen entscheidenden Erfolg. Als General v. Bonin 114/2 Uhr die starke Belegung der jenseitigen Höhen 111% uhr. wahrnahm, befahl er dem Gros, welches zu dieser Zeit noch nicht über Barschnig hinaus war, drei Bataillone und bald darauf fernere drei Bataillone in der Richtung auf Hohenbrud - Alt - Rognig in die rechte Flanke des Feindes zu detachiren. Die Avantgarde wurde hiervon benachrichtigt und angewiesen, alles zu versuchen, um die Höhen zu nehmen. Ferner wurden die bereits im Gefecht befindlidhen drei Batterien auf die Höhe nördlich Trautenau gezogen, um daselbst, gedeckt durch ein Bataillon und das Kavallerie-Regiment des Gros, die Avantgarde bei einem eventuellen Rückzug aufnehmen oder einem etwaigen Angriff aus der Richtung von Arnau entgegentreten zu können. Die auf dem rechten Aupa-Ufer befindlichen drei Eskadrons traten zur Reserve zurück.

General - Lieutenant v. Clausewitz bestimmte zur Ausführung des Flanfen-Angriffs die Regimenter Nr. 44 und Nr. 45 nebst der Batterie Böhnfe und übergab das Kommando dem General-Major V. Buddenbrod. Das Regiment Nr. 45 überschritt circa 500 Schritt oberhalb Barschniß, das Regiment Nr. 44 noch innerhalb des Dorfes, die Aupa. Der weitere Vormarsch führte aber in ein äußerst schwieriges Terrain. Die steilen Thalränder konnten nur in aufgelöster Ordnung erstiegen, die bewaldeten Bergrücken mit ihren hohen Terrassen nur zu einem passirt werden. Sie nöthigten die berittenen Offiziere, ihre Pferde zurückzulassen. Die zu überwindenden Schwierigkeiten griffen nicht nur die Kräfte der Mannschaften in hohem Grade an, sondern erforderten auch bedeutenden Zeitaufwand und schon, bevor es dem General-Major v. Buddenbrock möglich wurde, in das Gefecht einzugreifen, war es den erneuten Anstrengungen der Avantgarde gelungen, sich in den Besitz der hartnäckig vertheidigten Höhen zu legen. Dem umfassenden Angriff der 2., und, ihnen folgend, der 1. Kompagnie des Regiments Nr. 41 hatte

3.

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12 uhr.

1 Uhr.

der linke feindliche Flügel nachgegeben. Die Kompagnien erkletterten den Galgenberg und flarfirten die auf der Höhe der St. JohannisKapelle befindlichen österreichischen Abtheilungen, welche nunmehr auch dem in der Front auf sie gerichteten Angriff wichen: Langsam fechtend verließ die Brigade Mondl in der Richtung auf Hohenbruck und die westlich davon gelegenen Waldparzellen ihre Position. Sechszehn Geschüße deckten aus einer Stellung füdöstlich des Rapellenberges diesen Abzug, dem nur ein Theil der ermatteten preußischen Infanterie folgte. Das Regiment Kronprinz und die 9. und 12. Kompagnie des Füsilier - Bataillons des Regiments Nr. 41 wurden in und bei Trautenau gesammelt, nur Oberst V. Roblinski mit den Musketier - Bataillonen des Regiments und Hauptmann Frhr. v. Buddenbrod mit der 10. und 11. Kompagnie, sowie Major v. Sommerfeld mit den Jägern drängten weiter nach. Das Gefecht kam jedoch bald wieder zum Stehen und gewann erst weiteren Fortgang, als nach 1 Uhr die Bataillone des General-Majors v. Bud: denbrod in dasselbe eingriffen. Das Regiment Nr. 44 pasjirte Kriblitz und den südlich davon gelegenen Wald, das Regiment Nr. 45 ließ das Dorf rechts liegen und dirigirte sich mit dem linken Flügel auf die Nordwestecke von Alt-Rognit, während die Batterie Böhnke unter Deckung zweier Kompagnien auf der Höhe südöstlich KriblißVorstadt auffuhr und das Feuer einer neu auftretenden feindlichen Batterie jüdwestlich Hohenbruck beantwortete, welche mit dem Regiment Mensdorf - Ulanen der Brigade Grivicic vorausgeeilt war. Ferner betheiligten sich zu dieser Zeit noch am Gefecht das 1. Bataillon des Regiments Nr. 4 und das Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 5. Beide waren aus dem Gros vorbeordert worden, hatten die Aupa durchwatet und sich auf den linken Flügel der Avantgarde gezogen, wobei sich Theile des Regiments Nr. 44 zwischen sie schoben. Außerdem wurden von der Avantgarde noch 29/2 Füsilier - Hompagnien des Regiments Kronprinz zur Ablösung der Jäger vorgeschickt.

Um diese Zeit, 1 Uhr, war auch die 1. Garde-InfanterieDivision, welche in Folge des Kanonendonners ihren Marsch auf

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das Aeußerste beschleunigt hatte, bei Parschnitz eingetroffen. Ihre Unterstützung wurde jedoch abgelehnt, da das Gefecht vorwärts ging und man sich nur einer einzigen österreichischen Brigade gegenüber mußte, auch der kommandirende General diese Division nicht daran hindern wollte, ihr für heute vorgeschriebenes Ziel, Eypel, zu erreichen. Juuzwischen machte die Garde - Division bei Parschnitz eine zweistündige Raft.

Gegen 2/2 Uhr hatte der Major Noak die 3. 6pfündige Bat- 21/2 uhr. terie auf dem Galgenberge und die 3. 4pfündige Batterie auf dem Þorfenberge in Position gebracht und durch dieselben das Feuer der 24 feindlichen Geschüte, welche die Batterie Böhuke bereits zum Abfahren gezwungen hatten, von der Infanterie abgelenkt. Die 3. 12pfändige Batterie blieb am westlichen Ausgange von Trautenau in Reserve.

Der Feind wich allmälig bis in die Linie Alt - Rogniß - Hohenbrud, seine linke Flanke war durch das Regiment Windischgrät gedeckt. Ein in Trautenau gegebenes Signal: „Das Ganze Sammeln!" wurde indeß Veranlassung, daß preußischer Seits auch der noch in der Gefechtslinie befindliche Theil der Avantgarde, mit Ausnahme der 5. und 10. Nompagnie des Regiments Nr. 41 und eines Jägerzuges bis an die Stadt zurückging. Doch gelang es den Bataillonen des Gros und den verbliebenen Abtheilungen der Avantgarde den Feind gegen 3 Uhr aus seiner letzten Position zu verdrängen 3 uğr. und zum Abzuge in jüdlicher Richtung zu zwingen. Der rechte preußische Flügel seşte sich in Hohenbruck, der linke in Alt-Rognit feft

, eine weitere Verfolgung war mit den ermatteten Truppen nicht möglid)

. Die Ermüdung derselben war um so größer, als das Regiment Nr. 45 die Nacht zuvor auf Vorposten gestanden und das Regiment Nr. 44 am Abend vorher erst um 10 Uhr von einer Ketognoszirung zurückgekehrt war, jämmtliche Truppen aber sich am Morgen bereits um 3 Uhr auf den Rendez - vous - Blägen befunden

batten.

Das Feuer war allmälig auf der ganzen Linie verstummt. General-Lieutenant v. Clausewit stellte nach Möglichkeit den Zusam

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