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des Magdeburgischen Jäger-Bataillons Nr. 4 vorgehen solle, um Bodol zu nehmen und die dortigen Uebergänge zu sichern.“

Gefecht von Podol. Die 4. Kompagnie, Hauptmann v. Michalowski, erhielt in der Mitte des Dorfes Feuer von einer Barrikade her und nahm dieselbe durch entschlossenen Angriff. Während des Kampfes in der Dorfgasse Anlage 10. um noch drei andere Barrikaden hatte der eben mit der 2. Rompagnie eingetroffene þauptmann Mertens die Höhe von Swigan vom Feinde gesäubert und drang von der Westseite ein. Die Bejagung des Ortes, eine Kompagnie Martini, zog sich zurück und im lebhaften Verfolgen gelangten die Jäger über alle vier Brücken, jenseit der legten aber wurden sie durch ein heftiges Feuer aus den ChausseeGräben und einem einzeln stehenden þause empfangen. Hauptmann b. Michalowski fiel und seine Kompagnie ging hinter die Iser-Brücke zurück. Dort trafen 8°/2 Uhr die 10. und 11. Rompagnie des Regiments Ar. 72 ein, welche zur Unterstüßung nachgeschickt waren. Major v. Flotow führte sie über die Brücke vor und vertrieb den Feind aus dem einzeln stehenden þause. In einer Stellung dort behaupteten sich die beiden Füsilier-Rompagnien bis 91/2 Uhr. Zwei Kompagnien des Regiments Nr. 71, welche sich im Unmarsch befanden, wurden vom Divisions - Rommandeur wieder zurückgeschickt, weil das Feuer vor Bodol schwieg und. man das Gefecht als beendet ansehen konnte. Dagegen trafen noch die 9. und 12. Kompagnie des Regiments Nr. 72 ein.

Auf österreichischer Seite war die Brigade Bosch acher zur Belegung der Höhe von Swigan bestimmt worden. Das Regiment Martini und das 18. Jäger-Bataillon waren jegt versammelt und gingen zu einem umfassenden Angriff vor, welcher die 10. und 11. Kompagnie wieder hinter die Brücken zurückwarf. Ein Vorstoß der 9. wurde abgewiesen, doch verhinderte das Feuer der Schüßen den Gegner nachzudrängen. Auf die Meldung, daß ein feindliches Batailon von Westen her gegen das Dorf vorrückte und bei der Shwierigkeit der Gefechtsleistung in der Dunkelheit und im unbe

kannten Terrain, entschloß sich nunmehr Major v. Flotow, Podol um 11 Uhr zu räumen.

In dem nur 1/2 Meile entfernten Bivouak bei Preper und Swerzin hatte der Kommandeur der 15. Infanterie-Brigade, General v. Bose, um 10 Uhr Abends die an Heftigkeit wachsende Zunahme des Feuers bemerkt und eilte nun selbst mit den beiden 2. Bataillonen der Regimenter 31 und 71 vor, deren Gesammtstärke faum 1300 Mann betrug, da die Rückkehr der zum Wasserholen abgeschickten Leute nicht abgewartet wurde. Helme und Tornister waren abgelegt. • Von den zurückgehenden Abtheilungen erfuhr man die bedeu. tende Stärke, welche der Gegner vor Podol entwickelt hatte. In Erwägung aber, daß dieser wichtige Uebergang unter allen Umständen genommen werden müsse und daß dies später wahrscheinlich noch größere Opfer kosten würde, entschloß sich General v. Bose zum sofortigen Angriffe. Das 2. Bataillon des Regiments 71 ging von Westen her gegen die Brüde, das 2. Bataillon Regiments 31 auf der Chaussee gegen das Dorf vor. Seine 5. Sompagnie erhielt Feuer aus den nächsten Häusern und bald trat eine feindliche Kolonne zum Angriff hervor. Das Bataillon machte Halt, ließ die beiden vordersten Glieder niederknien, um den geschlossen anrückenden Gegner mit einer Salve aus vier Gliedern zu empfangen. Erst als dieser auf 30 Schritt Nähe im hellen Mondschein deutlich zu erkennen war, wurde das Feuer, und zwar mit vollster Wirkung abgegeben, dann unmittelbar zur Bajonett- Attade geschritten. Eine große Zahl von Todten hinterlassend, wich die österreichische Rolonne zurück, regte sich aber hinter der schon früher genommenen, jedoch nur theilweise zerstörten Barrikade wieder fest. Vielfache Horn-Signale ließen einen erneuerten Vorstoß erwarten. Er erfolgte und wurde nun von der 7. Kompagnie in derselben Weise und mit demselben Erfolge zurückgewiesen. Inzwischen war auch von der anderen Seite das 2. Bataillon des Regiments 71 in das Dorf gedrungen. Der Feind räumte einen Theil desselben und verlor dabei in einem majjiven Gehöft zahlreiche Gefangene. Alle seine Versuche, sich wieder in Besik zu seßen, scheiterten. Bald nach 11 Uhr langten auch noch

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die beiden Füsilier-Bataillone der Regimenter 31 und 71 am nördlichen Eingange vor Bodol an. Ersteres wurde, um sich der Brücken zu bemächtigen, vorgezogen. General v. Bose und Oberstlieutenant v. Drygalski segten sich an die Spite. Es war verboten, zu jdießen. Als die Kolonnne sich der Brücke auf 60 Schritt genähert hatte, wurde sie durch eine Salve und durch flanfirendes Feuer vom Eisenbahn-Damm her empfangen, sie stockte, und begann, das Feuer zu erwidern.

Bald aber gelang es der Bemühung der Offiziere, das Bataillon wieder in Bewegung zu seßen. General v. Bose hatte selbst ein Gewehr ergriffen und schritt demselben voran. Es kam zum wirklichen Zusammenstoß und zu einem Handgemenge, in welchem der Gegner zurückgedrängt wurde. Da Oberstlieutenant 5. Drygalski von mehreren Kugeln tödtlich getroffen war, führte General v. Bose das Bataillon persönlich über die Gser - Brücke und nahm mit drei Kompagnien Stellung vor derselben, die 4. wurde rechts an den Eisenbahn-Damm entsendet. Dahinter besetzte das FüsilierBataillon des Regiments 71 die Chaussee- und die Eisenbahn-Brücke mit je einer Rompagnie.

Graf Clam, welcher zur Stelle war, hatte Theile der Brigaden Piret und Abele, darunter das Regiment Ramming Nr. 72, an sich gezogen, und ließ erneuerte Versuche machen, welche aber ohne Erfolg blieben.

Das Gefecht endete nach 1 Uhr in der Nacht.

Um den Besit seiner Stellung sicher zu stellen, ritt General v. Boje nach dem Divisions - Stabs-Quartier Preper zurück und langte noch vor Tagesanbruch mit der ihm für diesen Zweck bewilligten 3. 6pfündigen Batterie wieder in Bodol an.

Während seiner Abwesenheit waren in der Erwartung eines allgemeinen Angriffs die über die Brücken vorgeschobenen Abtheilungen hinter dieselben zurückgenommen worden, ein solcher erfolgte indeß nicht.

Generalv. Boje hatte die ganze Bedeutung des von ihm gewonnenen Jjer-Uebergangs mit richtigem Blide erkannt. Er öffnete die kürzeste Linie auf Gitschin und bedrohte die Verbindung des sächsischösterreichischen Korps mit der Haupt-Armee. Die projektirte Offensive des Grafen Clam nach Turnau mußte jetzt von selbst unterbleiben.

Nicht minder günstig als das strategische war das materielle Ergebniß dieses hartnäckigen Nachtgefechts.

Die Verluste waren auf preußischer Seite:

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Summa:

2 30 10 71 17 12 118

Offiz. M. Offiz. M. Offiz. M. Offiz. M. Die übrigen Truppentheile hatten Nichts eingebüßt.

Da die Angaben des Hirtenfeldschen Kalenders über den Verlust auf österreichischer Seite den notorischen Thatsachen widersprechen, so fann über denselben nur Folgendes angeführt werden:

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Summa:

4 107 Offig. M.

2 430 5 504 11 1041 Offig. M. | Difig. M. Offig. M.

Während in dieser Weise am 26. Juni die Elb-Armee durch das Gefecht bei Hühnerwasser sich den Weg nach Münchengrätz bahnte, die I. Armee den Paß von Podol nahm und den von Turnau besette, hatte auch die Schlesische Armee einen weiteren Shritt zu der beabsichtigten Vereinigung vorwärts gethan.

Das I. Armee - Korps stand bei Liebau und Schömberg bereit, die Grenze zu überschreiten. Patrouillen - Gefechte waren hier schon am 24. gegen Abtheilungen des Regiments Windischgrätz - Dragoner vorgefallen, welches von der 1. leichten Ravallerie - Division nach Trautenau delachirt war. Vom Garde - Korps hatte der Uebergang über die Grenze bereits stattgefunden. Die 1. Division war nach Dittersbach, die 2. nach Pickau marschirt, die Avantgarden standen bis Wedelsdorf und Poliß vorgeschoben.

Das V. Armee - Korps hatte Reinerz, die Kavallerie - Division Waldenburg erreicht. Das VI. Armee - Korps war bei Landeck und Glaß angelangt. Von demselben wurde die Brigade Hoffmann mit dem Dragoner-Regiment Nr. 8. und 2 Batterien auf Anordnung des Ober-Rommandos unter die Befehle des V. Korps gestellt, um demselben Flanke und Rücken zu decken. Diese Truppen trafen am 26. bei Alt - Heyde und Neu - Wilmsdorf ein und am Abend stieß auf Befehl des General v. Steinmet das Dragoner - Regiment Nr. 8 zum Gros des V. Korps.

Das Garde - Korps stand demnach in der Mitte zwischen den nur 4 Meilen entfernten Punkten, wo das I. und V. Korps das Grenz - Gebirge zu überschreiten hatten und konnte das Debouchiren des einen wie des andern unterstüßen.

Im Laufe dieses Tages meldeten die vorgeschobenen österreichischen Ravallerie - Postirungen nach Josephstadt den Anmarsch der schlesischen Armee und daß diese an mehreren Punkten die Grenze bereits überschritten habe. Dabei war es nur zu unbedeutenden Gefechten gekommen. Ein Theil des 3. Garde - Ulanen- Regiments war auf Abtheilungen von Windischgräß - Dragoner und MexicoUlanen gestoßen und hatte Gefangene und Beutepferde zurückgebracht.

Die Avantgarde des V. Korps hatte Järder erreicht und

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