Die Biographie: zur Grundlegung ihrer Theorie

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Bernhard Fetz, Hannes Schweiger
Walter de Gruyter, 2009 - 563 Seiten

Wilhelm Dilthey eröffnete der Biographieforschung bei aller Skepsis gegenüber ihrer Fähigkeit zu wissenschaftlicher Erkenntnis geradezu einen Königsweg zu einer Königsdisziplin. Seine Frage - ,,Das Individuum ist nur der Kreuzungspunkt für Kultursysteme, Organisationen, in die sein Dasein verwoben ist: wie könnten sie aus ihm verstanden werden?"- führt ins Zentrum gegenwärtiger Debatten. Der Band bündelt und reflektiert erstmals die für eine Theorie der Biographie entscheidenden Fragen: Es geht um die Spannung zwischen biographischer Evidenz und Konstruktion, um die gleichzeitige An- und Abwesenheit des erinnerten, beschriebenen, begehrten oder erforschten Objekts. Die Kapitel thematisieren das Verhältnis zwischen Biographie und Geschlecht, Biographie und Medialität, Biographie und Gesellschaft.

Kulturell geprägte Vorstellungen von Entwicklung und Ganzheit motivieren biographische Erzählungen, und sie sind an der Konstruktion jenes Rahmens beteiligt, in dem die ,,eigene Biographie" ihre lebenspraktische Bedeutung gewinnt. Zwischen dem Druck der sozialen Wirklichkeit und der Herstellung von Identität im Sprechen, Handeln und Schreiben, im gestischen, stimmlichen und physiognomischen Ausdruck entsteht ein Spielraum des Biographischen, der von den Wissenschaften ausgemessen und von der Kunst erweitert wird.

 

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Inhalt

6
19
Manfred Mittermayer
20
Produktion auf den ersten Blick zutreffen Tatsächlich weist die Bio
21
graphie als literarische und wissenschaftliche Gattung eine beträchtliche
22
Theorieresistenz auf Das hat ihr völlig zu Recht harsche Kritik ein
23
Die Attacken reichen von Siegfried Kracauers immer wieder
24
einen Begriff von Biographie jenseits des Textbegriffes zu denken vor
25
zitiertem Aufsatz über die Biographie als neubürgerliche Kunstform2
26
Leben ist in diesem Band S 103153
103
Schriften Bd 1 Hg v Helmut Dubiel FrankfurtM 1980 S 231257 hier
108
The Quest for Corvo An Experiment in Biography London 1934
109
Gegen den lebendigen 39 Menschen Experimentelle sowjetische Biographik der 1920er Jahre in die 40 sem Band S 353381
139
Wandel einer literarischen Gattung vom 18 Jahrhundert bis zur Gegenwart Stuttgart
157
The Nature of Biography New York 1957 S 3
160
Ebd S 72
187
S
233

genes bürgerliches Subjekt zu einem scheintoten Leben wiedererweckt
27
werde und die an der Ideologie einer integralen Gestalt festhalte
28
rundherum alles in Trümmern liegt über die Kritik Leo Löwenthals
29
der Trivialbiographie als Agentur überzeitlicher Werte einer verstei
30
nerten Anthropologie3 bis hin zu Pierre Bourdieus ebenfalls immer
31
wieder zitiertem Diktum wonach es absurd sei einen Lebenslauf
32
Analogie zum Streckennetz eines Metroplanes nur an den einzelnen
33
orientiert sondern sie beansprucht die Darstellung ihrer intellektuellen Bio
34
Literarary Lives Biography and the Searchfor Understanding Edinburgh 36 2000 S 1
35
eines Netzwerkes von schriftlichen Äußerungen gemeint das Ingeborg Bach
36
Die Biographie als neubürgerliche Kunstform In ders
37
Die biographische Mode In Literatur und Massenkultur
38
Die Biographie
39
Siehe auch die thematisch gegliederte Bibliographie am Ende dieses Bandes
40
Einleitung 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37
43
schaft München Wien 1985
61
neuer Ratgeber fr Bcherfreunde Hg v der literarischen Buchhandlung Dr 40 Martin Flinker Wien 193536 S 10
63
Person und Individuum aus Anlaß ihrer postmodernen Toterklrung FrankfurtM
64
The Autobiography of Alice B Toklas London 2001 S
272
Biographie und Gesellschaft
283
Der Aufbau der geschichtlichen Welt S
310
Hannes Schweiger
317
Ebd S 72
319
Devin Fore
353
Biographie und Kulturtransfer
383
Biographische Anthropologie Menschenbilder in le 38 bensgeschichtlicher Darstellung 18301940 Berlin New York 2006 S 31
398
Virginia Woolf 40 London 1997 S 10
401
Abgrenzung und Aneignung Deutschbritische
419
Deborah Holmes
441
Biographie und Medialität
471
Darstellungsformen des Schöpferischen in biographischen
501
Auswahlbibliographie
535
Biographie und Geschlecht
546
Sozialwissenschaftliche Biographieforschung
554
Biographie und Film
561
Urheberrecht

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Über den Autor (2009)

Bernhard Fetz, Ludwig Boltzmann Institut Wien und Universität Wien, Österreich.

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