C.G. Jung und das System der analytischen Psychologie

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GRIN Verlag, 2007 - 32 Seiten
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,0, Universität Leipzig (Institut für Theaterwissenschaft), Veranstaltung: Mythentheorien, 7 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Individuation, Archetypus und kollektives Unbewusstes sind Begriffe, die die meisten Menschen wahrscheinlich schon einmal gehört haben. Jedoch wird den wenigsten bekannt sein, dass diese Begriffe aus der Psychologie des Schweizer Psychiaters und Psychologen Carl Gustav Jung stammen. Er war der Jüngste unter den Vorkämpfern der neuen dynamischen Psychiatrie, die von Pierre Janet gegründet wurde, und gilt neben Sigmund Freud und Alfred Adler als Begründer der Tiefenpsychologie. Dabei ist dies die zusammenfassende Bezeichnung für psychologische und psychotherapeutische Ansätze, die unbewussten - im Volksmund häufig auch 'unterbewussten' - seelischen Vorgängen einen zentralen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens beimessen. Freud war der erste, der diese Annahme mit wissenschaftlichen Methoden untersuchte und aus seinen Entdeckungen weitreichende Schlüsse für die Funktionsweise des menschlichen Seelenlebens zog. Er nannte seine Schule Psychoanalyse. C.G. Jung, der einst ein Schüler Freuds war, wich bald von dessen Vorstellungen ab und schuf allmählich seine eigene Theorie - die analytische Psychologie. Auch sie basiert auf einem tiefenpsychologisch orientierten Modell der Zusammenhänge zwischen Bewusstsein und Unbewusstem, jedoch sollte man Jungs Theorie "[...] ebenso wenig mit dem Maß der freudianischen Psychoanalyse messen, wie man die Psychoanalyse nach dem Maßstab der analytischen Psychologie beurteilen sollte." Das Konzept der Analytischen Psychotherapie Jungs hat nicht nur die Bedeutung einer psychologischen Theorie, sondern dient außerdem einerseits als Behandlungsmethode für seelische Störungen sowie psychische und psychosomatische Krankheiten, und andererseits als Weg zur Selbsterkenntnis und Entwicklu
 

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Inhalt

Einleitung
3
Die Reise ins Unbewusste als Therapiemodell
19
Quellennachweis
27
Urheberrecht

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 12 - Ausdruck ,kollektiv' gewählt, weil dieses Unbewußte nicht individueller, sondern allgemeiner Natur ist, dh es hat im Gegensatz zur persönlichen Psyche Inhalte und Verhaltensweisen, welche überall und in allen Individuen cum grano salis dieselben sind. Es ist, mit anderen Worten, in allen Menschen sich selbst identisch und bildet damit eine in jedermann vorhandene, allgemeine seelische Grundlage überpersönlicher...
Seite 19 - Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte 'Individuation' darum auch als 'Verselbstung' oder als 'Selbstverwirklichung
Seite 19 - Individualismus ist ein absichtliches Hervorheben und Betonen der vermeintlichen Eigenart im Gegensatz zu kollektiven Rücksichten und Verpflichtungen. Individuation aber bedeutet geradezu eine bessere und völligere Erfüllung der kollektiven Bestimmungen des Menschen, indem eine genügende Berücksichtigung der Eigenart des Individuums eine bessere soziale Leistung erhoffen läßt, als wenn die Eigenart vernachlässigt oder gar unterdrückt wird.
Seite 14 - Die Persona ist ein kompliziertes Beziehungssystem zwischen dem individuellen Bewußtsein und der Sozietät, passenderweise eine Art Maske, welche einerseits darauf berechnet ist, einen bestimmten Eindruck auf die anderen zu machen, andererseits die wahre Natur des Individuums zu verdecken.
Seite 14 - Name sagt, nur eine Maske der Kollektivpsyche, eine Maske, die Individualität vortäuscht, die andere und einen selber glauben macht, man sei individuell, während es doch nur eine gespielte Rolle ist, in der die Kollektivpsyche spricht...
Seite 9 - ... Schranken jener Auffassung, welche Libido in ähnlicher Weise dem Hunger entgegensetzt, wie der Instinkt der Arterhaltung gern dem der Selbsterhaltung gegenübergestellt wird. In der Natur gibt es natürlich diese künstliche Scheidung nicht. Hier sehen wir nur einen kontinuierlichen Lebenstrieb, einen Willen zum Dasein, der durch die Erhaltung des Individuums die Fortpflanzung der ganzen Art erreichen will.
Seite 21 - Sie entstehen spontan, ohne unser Zutun, und stellen somit eine der Willkürlichkeit entzogene, psychische Tätigkeit dar. Der Traum ist daher eigentlich ein höchst objektives, sozusagen ein Naturprodukt der Psyche, weshalb man von ihm zum mindesten Hinweise und Anspielungen auf...
Seite 8 - Sexualität sensu strictiori aufs Konto schreiben könnte. Es fehlt ein dermaßen großer Betrag an Wirklichkeitsfunktion, daß auch noch Triebkräfte im Verlust einbegriffen sein müssen, deren Sexualcharakter durchaus bestritten werden muß 3 ), denn es wird niemandem einleuchten, daß die Realität eine Sexualfunktion ist.
Seite 19 - Sinne, sondern er erfüllt bloß seine Eigenart, was, wie gesagt, von Egoismus oder Individualismus himmelweit verschieden ist. Insofern nun das menschliche Individuum als lebendige Einheit aus lauter universalen Faktoren zusammengesetzt ist, ist es völlig kollektiv und daher in keinerlei Gegensatz zur Kollektivität. Eine individualistische Betonung der Eigenart setzt sich daher in Widerspruch mit dieser Grundtatsache des lebendigen Wesens.

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