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Einfall in die Wallachei zu unternehmen, so versammelte er seine Streitkräfte theils bei Rustschuck, theils bei Widdin, und ging auf diesen beiden Punkten über die Donau. Bei dem Dorfe Slobozev, Rustschuck gegenüber , schien ihm der Übergang für diese Gegend am bequemsten und sichersten; er bewirkte ihn unter dem Schutze seiner auf dem rechten Ufer aufgestellten Batterien, und verschanzte sich sogleich jenseits. Die russische Armee, die eine Verstärkung erwartete, begnügte sich, das türkische Lager mit Redouten zu umgeben, und es bis auf weitere Ereignisse blokitt zu hal» ten. Der Vezier ließ oft seine Kavallerie vorrücken, welche durch Infanterie unterstützt entweder fouragiren, oder die russischen Linien durchbrechen sollte; sie wurde mehrmals, und namentlich den 5. 5. und 7. September mit Verlust zurückgewiesen. , >

Am io bei Tagesanbruch griff die türkische Kavallerie, ungefähr 6000 Mann stark, in gleicher Absicht die Vorposten der Kosaken an. Der General der Infanterie, Graf Langeron, rückie sogleich mit zwei Infanteriecarrees und einem Hussarenregiment zu ihrer Unterstützung vor, stürzte sich mit Ungestüm auf den Feind, warf ihn zurück, und drängte ihn bis zur Donau, worin eine Menge Türken umkamen, außer Hoo Todten, die auf dem Platze blieben.

Den 22. in der Nacht bauten die Russen ein Lo» gemenl, das den Bewegungen des Feindes sehr hinderlich war. Kaum wurde e» von diesen bemerkt, als sie m,t einer großen M>»sse Kavallerie vorrückten, um die Russen daraus zu vertreiben; die Infanterie mußte die »emjelben gegenüber liegenden Gebüsche und Strauche besetzen. Da diese Unternehmung den gewünschten Erfolg nicht hatte, ft schickte der Großvezier zwei starke Kolonnen ab, um das Logement zu umgehen. Diese stießen auf die Kosaken, welche sich durch die Reserve» kaoallerie unterstützt so lange hielten, bis zwei In» fanieriecarrees voll der Reserve auf Befehl des Gre, fen Langeron vorrückten, und die türkische Kavallerie zum Rückzug zwangen. Sie wurde bis unter die Ka» nonen ihrer Verschanzungen verfolgt. hauen oder kamen in der Donau um. So wurde die Absicht des Feindes vereitelt, seine Erdwerke demolirt, und er immer mehr und mehr in seinen Perschanzun» gen am Ufer der Donau eingeengt, so daß er am Ende von allen Seiten eingeschlossen und bei jedem versuch» ten Ausfall zurückgeworfen sich auf ein unbedeutendes Musketenfeuer beschränkte.

Der Feind, theils weil er über das Mißlingen seiner Unternehmungen aufgebracht war, theils weil er sich in seiner Stellung zu sehr beschrankt sahe, erbaute in der Nacht vom 23: eine Rcdoute an der Do» nau in der Richtung der Flanke des russischen Loge» ments. Er hoffte dadurch Terrain zu gewinnen, um unter dem Schatze seiner Batterien und Verschanzee' gen fouragiren und unsre Redouten der Länge nach beschießen zu können. Er deckte seine Arbeiten durch meh» rere Haufen Reiterei.

So wie man von Seiten der Russen die Absicht des Feindes merkte, erhielten die Kosaken Befehl, diese Reiterei anzugreifen. Sie wurde von den Türken sogleich durch 3,oou Mann verstärkt, und mehrere starke Infanterietrupps in das Gebüsch vor der Front des russischen Logements geworfen. Der Angriff geschahe; das Gefecht war lebhaft und dauerte lange. Ein Korps russischer Iäger und Infanterie, welches die Angreifenden zu unterstützen eilte, drang bis zu der neu er» richteten Redoute des Feindes vor, stürzte sich mit Ungestüm hinein, und eroberte dieß Werk ungeachtet des hartnäckigen Widerstandes seiner Besatzung. Mehr als 700 Albaneser verloren bei dieser Gelegenheit das Le» ten, einige Hundert wurden auf der Flucht uiederge»

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Der General Kutusow hatte unterdessen Maßregeln ergriffen, damit die aus 3o0 Fahrzeugen beste» hende türkische Flotte, welche bei Widdin lag, nicht den Fluß herabtommen konnte. Am 22. Iuli war Is» mail Ben an diesem Punkte mit Hilfe dieser Schiffe ebenfalls über die Donau gegangen, und unweit Wid» dm gelandet. Dort befanden sich nur zwei russisch« Bataillons, welche nicht im Stande waren Widerstand zu leisten, und das um so weniger, da ein sumpfiget Terrain, welches zwischen ihnen und dem Feinde lag, die Fronte desselben sicherte. Der Landungsort war eine Erdzunge, welche noch an zwei andern Orten mit dem festen Lande zusammenhing, an welchen der Sumpf gangbar war. Der General«Lieutenant Zaß brachte in den ersten 24 Stunden 6 Bataillons zusam» men, und stellte sie an diese beiden Orte, die er mit Redouten einfaßte. Der Feind versuchte gleich den 22. Iuly, und dann am 8, August noch einmal die Russen anzugreifen, allein er wurde beidemal geschlagen, und selbst bis auf seinen Lagerplatz auf der Erdzunge verfolgt.

Unterdessen hielt es der General Zaß für notwendig einen Theil seiner Truppen aus Servien an sich zu ziehn, wodurch er seine Infanterie bis auf 12 Ba» taillyns/ und die Kavallerie bis auf II Eskodrons »

verstärkte. — Auf dem rechten Donauufer besaß der Feind einen befestigten Ort, Lom Palanka genannt; dort und bei einer in der Nähe befindlichen Insel lagen 60 Fahrzeuge vor Anker, die zur Flottille von Widdin Zehorten, und die schon im Monat Mai detaschirt wa» ren, um sich den Fluß abwärts der großen türkischen Armee zu nähern, wenn sich Gelegenheit dazu zeigen sollte. Die Insel selbst wurde von drei Redouten ver» theidigt. Am 27. Aug. ließ der Gen. Zaß dieselbe an» greifen; die Redouten wurden mit Sturm genommen, alle darin befindliche Artillerie fiel in die Hände dee Russen, mehr als inoo Türken wurden dabei getöd» tet, uyd die Schiffe alle verbrannt. Das Wasser der Donau war so sehr gefallen, daß der Arm, welcher die Insel vom linken Donauufer trennte, ganz aus trocknete. Diesen Umstand benützte der Feind, um in der Nacht seine ganze Streitmasse auf dieser Insel zu» sammenzuziehen, welche mit der Garnison vonWiddin vereinigt ein Korps von 20,000 Mann ausmachte, die unter dem Befehl von Ismail Bey und des Pascha von Anatolien, Cara Osman Oglu, standen. Am 7. Sept. erschien der Feind bei Calafat, um über Crajo» va einen Einfall in das Innere der kleinen Wallach» zu machen. Nach einem sehr blutigen Gefecht wurde er jedoch genKthigt sich unter die Kanonen von Widdin zurückzuziehen, worauf er sich in seine Verschanz««» gen einschloß.

Während dieser Vorfälle hatte der General Zaß von der großen Armee Verstärkungen bekommen, welche seine Truppen bis auf iL Bataillons und 3o Eeka» drons vermehrten. Sobald er von der Unternehmung des Oenerallieutenants Markos^) Nachricht erhielt, und die Lage der türkischen Hauptarm« erfuhr, so be» fahl er den Generalmajors Grafen Woronzow und Orursk bei Gruja (einem Dorfe oberhalb Widdin) mit 5 Bataillons Infanterie und einem Regiment Kosaken über die Donau zu gehn, um den Türken bei Widdin in den Rücken zu kommen, und ihnen die Kommuni» kation abzuschneiden. Die Folge dieser Operation war, daß Ismail Bay und Kara Osman Oglu sich schleunig zurückzogen.

Darauf ließ der General Zaß bei Lom einen Theil feines Korps über den Fluß setzen, welcher alle auf dem rechten Ufer befindlichen Magazine zerstörte, und die dort versammelten feindlichen Truppen vertrieb und zerstreute, so daß sie ihrer hart bedingten Hauptarm« nicht zu Hilfe marschiren konnten.

Der G,roßvezier befand sich namlich fortwahrend auf dem linken Donauufer eingeschlossen. Der russische Obergeneral, welcher es nicht für dienlich hielt, den Feind in seiner verschanzten Stellung zu forciren, glaubte ihn durch einen Übergang und Abschneiduiig von dem entgegengesetzten Ufer zu Niederlegung der Was» fen zu zwingen. Zu diesem Ende erhielten alle Trans» portfahrzeuge, welche sich an verschiedenen Plätzen der Otte (All) befanden, Befehl, sich in der größten Eile bei Gurno zu versammeln. Ein Theil der bei Lom Palanka stationirten Flottille bekam dieselbe Bestimmung , und muß« die Transportschiffe in Schutz nehmen.

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