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Balenc.

erbot fich deßhalb gegen freien Abzug den Plaß zu übera geben, und fügte, als dies nicht angenommen wurde, die Bedingung hinzu, während des Kriegs nicht mehr gegen Frankreich zu dienen. Während man deßhalb in Paris anfragte, wurden die Desterreicher aus Unzain ver-2000 Chritt n. trieben, und schon sollte in der Nacht zum 28sten die Parallele auf drei Punkten eröffnet werden, als die Genehmigung der gemachten Vorschläge von Paris einging. Der Commandant von Condé, am 29sten aufgefordert, übergab den Plak sofort unter denfelben Bedingungen *).

Eben so erfolgreich waren die Unternehmungen Moreaus in Westflandern. Er rückte am 4ten Juli vor Nieuport, und bewirkte dessen vollständige Einschließung in den nächsten Tagen, während welcher der Platz zua gleich aus großer Entfernung beworfen ward **). Die

*) Moniteur p. 1413. Relat. des princ. s. p. 455-458.

Dest. Mil. Zeits. I. 265. 267. · Die Angabe in legterer Quelle: daß eine Belagerung von Valenciennes wirklich stattgefunden, der Feind mit seinen Arbeiten den bedeckten Weg erreicht habe, und ein Theil der Stadt durch das Bombardement zerstört worden sei, ist ganz gewiß völlig unrichtig. Wir folgten bei der Darstellung genau dem jeßigen General Marescot, welcher commandirender Ingenieurofficier vor Valenciennes war, einen Uuffag über die sogenannte Belagerung in den angezogenen Relations geliefert hat, und von allem Uebrigen abgesehen, nicht die mindeste Veranlassung haben konnte, Urbeiten, welche

unter seiner Leitung ausgeführt worden, zu verschweigen. , **) Um Morgen des 6ten war es noch einer Anzahl Emigranten

Ueberschwemmung, welche ihn nördlich fast ganz umgab, ließ nur einen schmalen Streifen Landes zu Angriffsarbeiten gegen die jüdwestliche Front, während zugleich gegen das 1500 Schritt nordwestlich der Stadt gelegene: Fort Virvoert eine Attake geführt werden konnte. Auf beiden Punkten wurde die Tranchée in der Nacht zum 13ten Juli eröffnet, und am Morgen des 17ten begannen 13 Kanonen, 12 Mortiere und schwere Haubiken, in einer Batterie auf 750 Schritt Entfernung ihr Feuer gegen die Stadt, so wie einige Kanonen und Saubißen das ihrige gegen das Fort. Der Commandant fah sich dadurch schon am Abende bewogen, Unterhandlungen anzuknüpfen, und am folgenden Tage eine Capitulation abzuschließen, nach welcher die Befakung, mit Ausnahme der Emigranten, welche gleich nach der Uebergabe erschossen wurden, kriegsgefangen das Gewehr streďte. Eine englische, an der Küste stationirte Flotte hatte zwar die Arbeiten der Belagerer beschossen, aber wegen zu großer Entfernung ohne allen Erfolg *).

von der Besaßung gelungen, auf einem kleinen Schiffe zu der an der Küste Freuzenden englischen Flotte zu entkommen; drei andere Schiffe , welche am Abende desselben Tags das Gleiche versuchten, wurden durch das Feuer der Belagerer aufgehalten, wobei an zweihundert Emigranten das Leben verloren.

*) Moniteur p. 1207. 1253. ' Relat, des princ. sièges p.

437 -452. Dest. Mil. Zeits. I. 261.' 262. Die Garnison, au18 Hanoveranern bestehend, hatte nach dem Decret vom

Das franzöfische Corps rúdte hierauf vor Sluns, 8 M. n. 8. Nieup. welches besonders durch Ueberschwemmungen stark, von etwa 1700 Holländern befekt, und mit materiellen Vertheidigungsmitteln hinlänglich versehen war. Um den Plak völlig einzuschließen und ihm jede Zufuhr abzuschneiden, ist der Besig der Insel Cazand nothwendig, die von ihm durch emen Meerarm getrennt, durch meh rere kleinere Forts vertheidigt wird. Um Abende des 27ften Suli wurde dieser Meerarm mittelft zusammengebrachter Kåbne oberhalb der Festung überschritten, und die schwachen holländischen Detachements verließen alle befeftigte Punkte der Insel mit beträchtlichen Vorråthen an Geschüß, Munition und anderen Belagerungsbedürfnissen. Von diesen wurden 4 schwere Kanonen,

26ften Mai eigentlich niedergemacht werden sollen, und die
im Moniteur von der Capitulation gegebene Nachricht enthält
offenbare Entschuldigungen deßhalb. Carnot erzählt in seinem
allgemeinen Vortrage über den Feldzug (Moniteur l'an III.
p. 20.) einen hierauf bezüglichen Ausspruch Robespierre's,
der zu charakteristisch ift, als daß er nicht hier Plaz finden
follte. „A-t-on, dit Robespierre, massacré la gar- :
nison? On a tué, repondit-on, les émigrés, le reste
est prisonnier: on ne pouvait passer la garnison
au fil de l'épée' sans emporter la place d'assaut, ce
qui nous aurait couté six - mille hommes. Eh qu'i.
importent six-mille hommes, dit Robes-
pierre, lorsqu'il s'agit d'un principe. Je
regarde, moi, la prise de Nieuport comme
un grand malheur".

3 Wurfgeschübel, in der Insel felbft etwa 1200 Schritt nördlich der Festung in Batterie vereinigt, während im Westert derselben auf die Entfernung von 500. Schritt, mitten in der Ueberschwemmung ein Damm Gelegenheit zur Aufstellung von 4 Kanonen, 7 Mortieren darbot: Das Feuer begann am Morgen des 4ten August, in der Nacht vorher hatten die Belagerer die etwa 1800 Schritt nordöstlich des Plates, gelegene Redoute am Canal von Ardenburg genommen, und cheminirten långs des Dammes, der von hier zu demselben führt *). Die Arbeit rückte nur langsam vor, da ungünstiges Wetter und ungewöhnlich hohe Fluten sie oft unterbrachen oder verðarben; am 23sten hatte sie sich dem bedeckten Wege bis auf Flintenschußweitei genåbert, und da seit dem 10ten noch eine andere Batterie von 4 schweren Kanonen von der Insel aus die Festung mit großer Wirkung beschoß, so machte der Commandant am 24sten Vors schläge zur Uebergabe, und ging am folgenden Tage eine Capitulation ein, nach welcher die Besaßung kriegsgefangen das Gewehr streckte. Die Werke waren noch unversehrt, die Stadt aber gånzlich eingeåschert, und die Bez fakung zur Hälfte erkrankt; auch auf das Belagerungscorps hatte die üble Luft der Gegend fo nachtheiligen

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*) Dieser Damm läuft auf einer ziemlich schmalen Erdzunge, welche rechts durch den Meerarm, links durch die Ueberschwem: mung begrenzt wird;" schon in der Belagerung von 1747 war hier der Angriff geführt worden.

Einfluß, daß 7000 Mann davon in die Bazarethe gesen det werden mußten *). ??byt 104, 114

Moreau tieß feines Truppen in der Gegend von Gent und Brügge Erholungsquartiere. ' beziehen, und stieß erst am 30sten September wieder zur Nordarmee. Die Division Often kehrte früher zu derselben i zurüd; eben so warð die Sambres und Maasarmee schon in .. der ersten Hälfte des Septembers durch. 20,000 Mann verstärkt, welche von dem Belagerungscorps. Scherers unter seiner Führung bei Huy eintrafen **).. .. ." . Die Feldherren der Verbündeten hatten sich während der :langen Waffenruhe einigemale mit Entwürfen zu Offensivoperationen beschåftigt, welche aber nie zur Ausführung kamen. Der Erbprinz von Oranien vertheilte in den ersten Tagen des August einen Theil seiner Truppen in die Festungen, und blieb mit 8,000 Mann nur so lange bei Breda stehen, bis einige aus Seeland her: beigezogene Abtheilungen eintrafen, worauf er die soges

*) Moniteur p. 1404. Relat. des princ. sièges p. 407—432. **) Jomini VI. 22. 23. David p. 7577. Nach einer :,, in beiden Quellen befindlichen beiläufigen Angabe hat die Nord

armee gleichzeitig mit der Division Moreau eine andere üb:
theilung zu der projectirten Unternehmung gegen die Insel,
Walcheren abgeben müssen, welche unverrichteter Sache wieder
zu ihr zurückgekehrt ist. Man findet keine weitere Nachwei-
fung über die Angelegenheit, was insofern gleichgültig scheint,
als sie auf den Gang des Kriegs nicht den mindesten Einfluß
gehabt hat.

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