Die Form der Eheschließung: Ehe im Zentrum der Interessen von Staat und Religion - eine rechtsvergleichende Untersuchung der obligatorischen und fakultativen Zivileheschließung am Beispiel Deutschlands und Schwedens

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V&R unipress GmbH, 11.12.2013 - 515 Seiten
English summary: Marriage has for centuries been at the heart of religious and secular law. With the newest reforms of the law of personal status in Germany, entering into force on 1.01.2009, for the first time since 1885 it is possible to hold a religious marriage ceremony in Germany without previously performing a civil marriage. This work examines the roots of our marriage ceremonies going back to the old Germans and Romans as well as to Scandinavian marriage traditions. While family law and international human rights law build the cornerstone of the work, the religious perspective of marriage and marriage formation is analysed, too. The actuality of the work lies in its effort to analyse the effect of our current law in Germany in Sweden in dealing with child marriages, forced marriages, sham marriages, polygamous marriages and informal marriages. Additionally, the influence of the introduction of same sex marriages in Sweden on the formation of marriage is dealt with. German description: Neben einem Bedurfnis nach Individualisierung der Form der Eheschliessung ist derzeit ein zunehmendes Auseinanderfallen des staatlichen und des religiosen Eheverstandnisses festzustellen. Die Einfuhrung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Schweden zeigt exemplarisch, vor welche Herausforderungen eine Veranderung des staatlichen Ehebegriffs in einem System der fakultativen Zivileheschliessung, d.h. einem System, in dem auch die religiose Eheschliessung eine staatlich wirksame Ehe begrunden kann, nicht nur den Staat, sondern insbesondere die betroffenen Religionsgemeinschaften stellt. Dass die Regelungen zum Verhaltnis staatlicher und religioser Eheschliessung auch in Deutschland nicht statisch, sondern dynamisch sind, hat jungst die Abschaffung des sogenannten Voraustrauungsverbotes gezeigt, welches bis zum 31. Dezember 2008 die Zulassigkeit einer religiosen Eheschliessung von der vorherigen staatlichen Eheschliessung abhangig machte. Diese Arbeit beschaftigt sich mit diesem Verhaltnis von staatlichem und religiosem Eheverstandnis und staatlichem und religiosem Ehe(schliessungs)recht. Wie schutzt das staatliche Eherecht in Deutschland - als Beispiel eines Systems mit obligatorischer Zivileheschliessung - und in Schweden - als Beispiel eines Systems der fakultativen Zivileheschliessung - vor der Umgehung der dem staatlichen Recht zugrunde liegenden Werte? Wie verhindert der Staat Kinderehen, Zwangsehen, Scheinehen und polygame Ehen? Und wie sollte der Staat mit informellen Eheschliessungen, also rein religios geschlossenen Ehen, umgehen?
 

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Inhalt

Vorwort
19
Einleitung
29
Anlass und Notwendigkeit einer Untersuchung der Form
35
Bedeutung für die Form der Eheschließung
49
Zielsetzung und Gang der Untersuchung
60
Die katholische Kirche und das Konzil von Trient
74
B Die Form der Eheschließungdelegelata
87
Problemfelder der Eheschließung
108
Religionsgemeinschaft
324
Trennung von Staat und Kirche Art 140 GG i V m Art 137 I
354
B Europarechtliche Vorgaben
365
Diskriminierungsverbot Art 14 EMRK
394
Globale völkerrechtliche Verträge
406
Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte
412
staatlichen Vorgaben
418
Diskriminierung von Frauen vom 18 12 1979 CEDAW
424

Das Verhältnis staatlicher und religiöser Eheschließung
147
des Voraustrauungsverbotes und der Form
189
E Auswertung
198
Zusammenfassung
229
Eheschließung im schwedischen Inland unter Mitwirkung
267
F Auswertung
299
Fazit
435
Thesen
447
Literaturverzeichnis
465
Sachregister
509
Urheberrecht

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Über den Autor (2013)

Dr. Alexandra Maschwitz ist ausgebildete Mediatorin (BM) und derzeit Rechtsreferendarin am LG Bonn.

Bibliografische Informationen