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lassen sich die einzelnen hier verwendeten Pflanzen sehr deutlich erkennen, so daß es sich erübrigt eine besondere Bepflanzungsliste hier anzuführen.

5. Bepflanzung von Blumenbeeten in den Parkanlagen der König). Lehranstalt.

Die alljährlich wechselnde Bepflanzung der Blumenbeete in den Parkanlagen der Lehranstalt gibt Veranlassung, auch hier in kurzen Worten darauf hinzuweisen und diejenigen Bepflanzungen hervorzuheben, die als besonders wirkungsvoll bezeichnet werden können.

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Fig. 45. Photographische Aufnahme einer Partie aus den Parkaidagen der Königl. Lehranstalt. Freie Anordnung von Blattpflanzen.

Blumenbeet No. I. (Frühjahrsbepflanzung.) Wie aus der nebenstehenden Fig. 46 im Grundriß und Fig. 47 in der photographischen Aufnahme zu erkennen ist, stellt sich die Bepflanzung dieses Beetes wie folgt zusammen:

No. 1. Viola tricolor maxima „Schneewittchen" als Randpflanzung.

No. 2. Tulpe Chapeau de Cardinal auch unter Kardinalshut bekannt, in leichter unregelmäßiger Verteilung.

No. 3. Arabis alpina flore alba pleno als Untergrund zu den Tulpen.

Der Wert dieser Bepflanzung beruht in einer außerordentlich wohltuenden Farbenwirkueg der Tulpen, deren Blüten eigenartig Fig. 47. Photographische Aufnahme einer Partie aus den Parkanlagen der Königl. Lehranstalt. Im Vordergrunde die ßepflanzung des Blumenbeetes No. 1 zeigend.

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Fig. 49. Photographische Aufnahme einer Partie aus den Parkanlagen der Königl. Lehran stalt. Im Vordergrunde die Bepflanzung des Blumenbeetes No. II zeigend.

dunkelbraunrot gefärbt sind und deren Farbenspiel durch den schneeweißen Untergrund der Arabis-Blüten bedeutend gehoben wird. Die vornehme Farbenwirkung wird auch durch den Rand weißblühender Stiefmütterchen noch unterstützt und mit Recht darf hier hervorgehoben werden, daß diese Pflanzenzusammenstellung den ungeteilten Beifall der Besucher der Lehranstalt gefunden hat.

Obige Tulpensorte ist um so mehr für solche Zwecke geeignet., als sie gerade zu jener Zeit blüht, wo auch die Arabis ihren vollen Blütenflor entfalten.

Blumenbeet No. II. (Sommerbepflanzung.) Bepflanzung:

No. 1. Antennaria tomentosa.

No. 2. Alternanthera metallica.

No. 3. Coleus Hero.

No. 4. Arundo Donax fol. var.

No. 5. Salvia splendens „Rudolf Pfitzer". Die Bepflanzung dieses Blumenbeetes die in Fig. 48 im Grundplan und in Fig. 49 in photographischer Aufnahme gezeigt ist, und hat seine Wirkung vom Zeitpunkte der Bepflanzung bis zum Herbst beibehalten. Aus dem feurig roten Untergrunde der Salvienblüten erheben sich die fast reinweißen Triebe von Arundo donax und bringen erstere noch leuchtender im Farbenspiel zur Wirkung. Gleichzeitig aber verleihen diese weißen Triebe der ganzen Zusammenstellung eine gewisse Leichtigkeit und Zierlichkeit, was hier besonders angenehm empfunden wird. Die gedämpften Farben der Randpflanzung No. I, II und III sind absichtlich möglichst ruhig gehalten, um hier die beiden Hauptfarben nicht zu beeinträchtigen, sondern sogar noch leuchtender wirken zu lassen.

An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, daß die verwendeten Salvien-Pflanzen nicht ausgepflanzt worden sind, sondern mit den Töpfen so tief eingelassen wurden, daß der Topfrand noch etwa 4—5 cm mit Erde bedeckt war. Das ist vorteilhaft, weil durch diese Behandlungsweise die Pflanzen nicht so üppig wachsen, möglichst niedrig bleiben und vor allen Dingen zeitiger und reichlicher blühen. Eine einfache Behandlungsweise, die sehr zu empfehlen ist.

Blumenbeet No. III.

Die Mitte des Beetes erhielt eine leichte Anordnung von Verbena Miß Ellen Willmot tinterpflanzt mit Coleus Citrone und einer Einfassung von Helichrisum augustifolium. Auch diese Zusammenstellung wirkte äußerst vornehm in der Farbenwirkung. Die hellkarminroteu leuchtenden Blüten der Verbenen auf gelbgrünem Untergrunde der Caleus und dazu die rein weiße scharfe Einfassung von Holichrisum paßte sehr schön zusammen.

6. Ausführung von Entwürfen zu Gartenanlagen.

Um den Gartenbaueleven der Lehranstalt im Unterricht „Entwerfen von Gartenplänen" Gelegenheit zu bieten, ihre Entwürfe möglichst für auszuführende Gartenanlagen anzufertigen, sind unter Leitung und Aufsicht des Berichterstatters schon wiederholt die verschiedensten Entwürfe zu größeren und kleineren Gartenanlagen angefertigt worden.

Auch im verflosseneu Jahre bot sich hierzu wieder Gelegenheit und so konnten die erforderlichen Zeichnungen augefertigt werden

a) für die Verschönerung des Rheinufers der Stadt Winkel a. Rhein.

b) für die Verschönerung des Rheinufers der Stadt Mittelheim a. Rhein.

c) für eine Parkanlage der Stadt Nassau an der Lahn.

d) für einen Villengarten des Herrn G. W. in Frankfurt a. M.

Mit der Ausarbeitung dieser Entwürfe waren manche Schwierigkeiten verknüpft, deren Lösung zu einem gewissenhaften Arbeiten und zur sorgfältigsten Prüfung Veranlassung gaben.

D. Anderweitige Versuche.

1. Wiedischer Blumentopf mit Wasserbehälter,

von F. W. Sircolamb, Neuwied a. Rh.

„Der neue Wiedische Blumentopf besteht aus einem inneren porösen Blumentopf mit länglichen Aussparungen in der Seitenwandung und dient zur Aufnahme des Wurzelballens der Pflanze. In einem gewissen Abstand von dem inneren Topfe bezw. von dessen Außenwandung befindet sich der, durch eine Ummantelung des inneren Topfes hergestellte Wasserbehälter. Diese Ummantelung, in Gestalt eines zweiten größeren Topfes, ist aus dichtem Material hergestellt, welches das Wasser nicht durchsickern läßt. Dieser so geschaffene Zwischen- oder Hohlraum hat den Zweck, eine größere Menge Wassers aufzunehmen und dasselbe allmählich der im inneren kleineren Topfe befindlichen Pflanze zuzuführen, um von den Wurzeln je nach Bedarf aufgesogen zu werden. Der Wurzelballen braucht daher nicht mehr begossen zu werden. Der Hohlraum (Wasserbehälter) wird nur alle 2—4 Wochen je nach der Jahreszeit einmal nachgefüllt, jedoch nicht eher, als bis das Wasser ganz aufgesogen ist. Wer jedoch gezwungen ist, mit flüssiger Düngung seinen Pflanzen nachhelfen zu müssen, der schüttet dieselbe am zweckmäßigsten auf den Wurzelballen des inneren Topfes.

Durch diese Art der Wasserzuführung wird sowohl ein Austrocknen als auch ein zu reichliches Begießen und Versauern der Erde des Wurzelballens vermieden. Das Wasser gelangt weder zu kalt noch zu warm an den Wurzelballen; dagegen wird letzterer in steter, mäßiger Feuchtigkeit gehalten.

Das letzte, kleinste Quantum Wasser kann von den hauptsächlich am Boden des Topfes sich bildenden Wurzeln aufgesogen und der Pflanze nach oben zugeführt werden, und so selbst noch eine ältere Pflanze, mit bereits verfilztem Ballen, lebensfähig erhalten werden, während beim Begießen von oben auf die Erde des Wurzel

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