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a) Verbena „Scharlachkönigin",

bezogen von der Firma Otto Thalacker in Leipzig-Gohlis.

Als Gruppenpflanze bildet diese Verbene eine beachtenswerte Neuheit. Gedrungener Bau, kräftiger Wuchs, große scharlachrote Blütenstände und überaus reicher Blütenflor, das sind die Eigenschaften, die hier gebührend hervorgehoben werden können. Sie bildet ein gutes Seitenstück zu der in den letzten Jahren eingeführten Sorte Miß Ellen Willmot und dürfte sich recht bald ein großes Verbreitungsfeld erobern.

b) Fuchsien in den Sorten: Koralle, Göttingen und
Garteninspektor Bonstedt,

bezogen von der Firma Bornemann in Blankenburg a. H.

1. Sorte Koralle ist kräftig im Wuchs, hat große, dunkelgrüne Blätter und bringt eine Fülle korallenrot gefärbter Blüten.

2. Sorte Göttingen ist nicht ganz so stark wüchsig, wächst auch mehr in die Breite und die leuchtend zinnoberroten Blüten heben sich sehr wirkungsvoll von dem schwärzlichen Laube der Pflanzen ab.

3. Sorte Garteninspektor Bonstedt. Die Blüten dieser Sorte sind fast orangerot, größer wie bei den beiden anderen Sorten und die Pflanzen bleiben niedrig und wachsen mehr in die Breite.

Alle 3 Sorten sind sowohl für Bepflanzung der Blumenbeete, wie auch für den Topfverkauf, sehr wertvoll.

c) Blattbegonien in den Sorten: König Alfons, Haendel, Sieger, Die Fee, Die Elfe,

bezogen von der Firma Sattler & Bethge A.-G. Quedlinburg a. H.

Sämtliche angeführten Sorten können als empfehlenswert bezeichnet werden, da sie in Form, Zeichnung und im Farbenspiel der Blätter eine eigenartige Wirkung hervorrufen. Zur Ausschmückung der Warmhäuser werden diese Sorten ein beachtenswertes Material liefern.

d) Begonia semperflorens »Dornröschene',

von Handelsgärtner König in Wiesbaden.

Obgleich die Auswahl der Begoniensorten aus der Semperflorensklasse schon eine sehr reiche ist, so kann die Sorte Dornröschen doch als eine recht schöne Neuheit bezeichnet werden, die als Gruppenpflanze einen besonderen Wert besitzt. Niedrig im Bau, blüht sie überaus reich und ist widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse.

e) Chironia ixifera und Pentas carnea,

bezogen von der Firma E. Neubert, Wandsbeck b. Hamburg.

Die Chironia ixifera hat sich hier als eine sehr empfindliche Pflanze gezeigt, indem es nicht gelungen ist, selbst bei sorgfältigster Kultur gute Erfolge zu erzielen. Einen Handelswert scheint diese Pflanze wohl kaum zu besitzen.

Pentas carnea ähnelt im Blatt dem Heliotrop, wächst sehr willig und blüht recht dankbar. Die Farbe der Blüten ist jedoch nicht leuchtend genug, so daß diese Pflanze für die Bepflanzung von Beeten von untergeordneter Bedeutung, wie sie sich auch als Handelspflanze für den Topfverkauf wenig eignen dürfte.

f) Chrysanthemum,

bezogen von der Firma Bornemann, Florist in Blankenburg a. H.,

in den Sorten:

No. 1 Emily Mileham.
„ 2 Lord Stevens.
„ 3 Nobel.

.. 4 Souv. Mad. J. Buron. ., 5 Merstham Jellow. ., 6 Merstham Red. ., 7 Beauty of Leigh. „ 8 Urs. W. Higgie. ,, 9 Willie Billimore. Von diesen angeführten Chrysanthemum-Sorten haben sich hier bewährt und können empfohlen werden:

No. 2 mit sehr großen, weinrot gefärbten vollen Blüten. No. 3. Blüten schön gefüllt, Blütenblätter nadelförmig fleischfarben, an den Spitzen creme. Eine eigenartige seltene Färbung.

No. 4. Die Blüten werden auf straffen Stielen getragen, sind cremefarbig mit wenig rosa Schimmer.

No. 5. Blüten zart gelb gefärbt mit herabhängenden Blütenblättern. Gute Haltung der Blüten. Sehr zu empfehlende Sorte.

No. 7. Sehr große Blüten in leuchtend gelber Färbung bringend, deren Blütenblätter leicht gelockt sind.

No. 8. Die reinweißen, sehr großen Blüten werden auf straffen langen Trieben getragen und sind von guter Haltbarkeit.

g) Stiefmütterchen,

von der Firma E. Müller & Co., Samenhandlung in Zürich.

Die Aufmerksamkeit fast sämtlicher Besucher der Lehranstalt lenkte sich im Frühjahr auf den herrlichen Blütenflor der Stiefmütterchen. Die außerordentlich großen Blüten, die wunderbaren Farbenzusammenstellungen und die eigenartigen Farben in den einzelnen Blüten selbst waren von hervorragender Schönheit. Es erscheint daher beachtenswert darauf hinzuweisen, daß das Saatgut von obiger Firma bezogen worden ist

h) Heliotrop Frau Medizinalrat Lederle,

bezogen von der Firma Otto Thalacker in Leipzig-Gohlis.

Unter den bisher bekannten Heliotropsorten verdient diese besonders hervorgehoben zu werden und ist wohl als eine der besten zu bezeichnen. Die tief dunkelblauen Blüten, die in reicher Zahl erscheinen, werden auf straffen Trieben getragen. Dazu kommt die schöne dunkelgrüne Belaubung, die das Farbenspiel der Blüten wesentlich unterstützt. Eine Gruppen- und Topfpflanze von hervorragendem Wert.

3. Geschenke.

Erfreulicherweise kann auch in diesem Jahre wieder berichtet werden, daß die Pflanzensammlung der Lehranstalt durch Geschenke bereichert worden ist. So erhielt die Lehranstalt:

1. Aus dem botanischen Garten in Marburg verschiedene Saxifragen zur Bepflanzung der neu angelegten Steinpartie.

2. Vom Handelsgärtner König in Wiesbaden einige Pflanzen von Begonia semperflorens Dornröschen, Tradescantia fluminensis und Primula obconica.

3. Aus dem botanischen Garten der technischen Hochschule zu Karlsruhe einige Nymphaea wie N. Ortgiesiana rubra, N. O'Marana und N. dendata, sowie mehrere Pflanzen von Pyrethrum Tchihatchewis.

4. Von dem früheren Schüler der Lehranstalt, Bertram Krug in Tsingtau-Ostasien, einige Sämereien von Evonymus kiautschovia Loes., Asclepiadaceae, Lagerstroernia indica L.

5. Von der Forstverwaltung in Kiotschau-Ostasien Sämereien folgender Gehölze: Pueraria Thunbergi, Lespedetia Siboldi, Albizia julibrissin, Pterocaria fraxinifolia. Die Samen sind ausgesät und haben eine Anzahl Sämlinge ergeben, über deren Eigenschaften im nächsten Jahresbericht weiter mitgeteilt werden soll.

6. Von der Firma Walther Coßmann Nachfolger, Inhaber Franz Wirtz, Gartenarchitekt und H. Eicke, Kultur-Ingenieur in Rödelheim b. Frankfurt a. M., erhielt die Lehranstalt verschiedene Pflanzenneuheiten.

7. Von der Großherzogl. Hofgärtnerei in Darmstadt eine Pflanze von Begonia hybr. Gloire de Scaux.

8. Von der Fürstlichen Gartenverwaltung Lütenburg i. Ostfriesland einige Staudengewächse.

9. Aus dem Palmengarten zu Frankfurt a. M. ein prachtvolles Sortiment Croton.

Möge an dieser Stelle der Dank der Lehranstalt noch einmal den Gebern ausgesprochen werden.

B. Obsttreiberei.

1. Über Düngung der Reben im Weintreibhause.

a Allgemeines.

Das Bestreben, neben üppigem gesunden Wachstum der untei Glas gezogenen Rebstöcke, nicht nur einen reichen Ansatz, sondern auch möglichst große und schwere Trauben an den Stöcken zu gewinnen, führte seit mehreren Jahren zur Anwendung verschiedener Dünger, die zu verschiedenen Zeiten und in bestimmten Mengen Verwendung fanden. Die nunmehr abgeschlossenen Düngungsversuche haben dabei folgendes Resultat ergeben:

b) Die verwendeten Dünger und die verabfolgte Düngermenge

Zur Anwendung gelangten folgende Dünger:

1. Stalldung und zwar Rinderdung in halbverrottetem Zustande. Daß man von Stalldünger nicht zu viel geben kann und daß er die Hauptdüngung für den Rebstock bildet, braucht hier wohl nicht weiter erörtert zu werden. Dabei besitzt ja der Stalldung noch die Eigenschaft . daß er den Boden lockert, erwärmt und Humus zufügt.

2. Aufgeschlossenes grobes Knochenmehl von der chemischen Fabrik A. Ehrenfreund in Ortrand, Prov. Sachsen.

Dieses Knochenmehl enthält nach den Angaben der Preisliste 31/t% Stickstoff, 6% citratlösliche Phosphorsäure, 12% wasserlösliche Phosphorsäure und ist in der Weise zur Verwendung gekommen, daß pro Quadratmeter der Beetfläche im Weintreibhause 250 g ausgestreut und mit dem Erdreich vermischt wurden.

3. Bremer Poudrette (Fäkal-Guano).
Dieser Dünger enthält:

7 V/o Stickstoff,

2 */2 % Phosphorsäure,

2 V/o Kali.

Die Anwendung geschieht in der Weise, daß man pro Quadratmeter Beetfläche 250 g dieses Düngers ausstreut und mit dem Boden leicht vermischt.

4. Dünger Marke A. S. 9/9 von den Chemischen Werken vorm. H. & E. Albert in Biebrich a/Rheiu enthält

9% Ammoniak,

9% Phosphorsäure und wird in dem Verhältnis angewendet, daß pro Quadratmeter Beetfläche 100 g ausgestreut und mit dem Boden leicht vermischt werden.

5. Düngekalk. Neben den vorerwähnten Düngern wurde auch Düngekalk in Anwendung gebracht, der vor allen Dingen günstig auf das Wachstum der Reben einwirkt, den Boden lockert, aufschließt und erwärmt, wie er auch außerdem nährstoffaufschließend und nährstoffhaltend wirkt.

Düngekalk verwendet man am besten im Herbst beim Unterspaten des Stalldüngers, indem man denselben auf der Oberfläche des Pflanzbeetes ausstreut und leicht mit unterspatet. Man rechne pro Quadratmeter ca. 1—2 kg Düngekalk und gebe dieses Quantum alle 2 Jahre.

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