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Für den Quadratmeter sind 0,02 M, oder für den preußischen Morgen 50 M bezahlt.

Des weiteren war die Niederlegung der die einzelnen ßebquartiere durchziehenden Umfassungsmauern nötig. Es waren durchweg sogenannte Trockenmauern von 0,90—1,50 m Tiefe und 40 bis 50 cm Breite. Die gesamte Länge der Mauern belief sich auf etwa 280 m. Das hierbei gewonnene Steinmaterial wurde für die spätere Befestigung der Wege reserviert. Nach dem Aufreißen eines ca. 130 m langen befestigen Hauptweges des bisherigen Weinberges der Anstalt war alsdann die Gesamtfläche für die notwendigen Planierungsarbeiten freigelegt. Die Wegeführung und Einteilung der Fläche in

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Fig. 7. Grundplan zu den Obstanlagen. Die gestrichelte Linie gibt die Grenze des alten Teiles wieder.

Quartiere in der neuen Anlage paßt sich in der Hauptsache derjenigen des alten Muttergartens an, der von der ersteren nur durch einen Gemeinde-Feldweg getrennt ist. Der Grundplan in Fig. 7 gibt die Einteilung der ganzen Fläche wieder. Für die Hauptwege ist eine Breite von 3 m, für die Nebenwege eine solche von 2 m festgelegt.

Sehr viel Arbeit und Unkosten verursachte die Planierung der ganzen Fläche. Da die früheren Besitzer der einzelnen kleinen Parzellen ganz nach eigenem Ermessen ihre Grundstücke in verschiedene Höhe gelegt, zum Teil auch, wie schon oben erwähnt, durch Trockenmauern künstlich erhöht hatten, so war ein Ausgleich dieser bedeutenden Unebenheiten nicht zu umgehen. Die Zeichnungen in Fig. 8 lassen die Höhenunterschiede erkennen.

Geisenhcimer Bericht 1906. 3

Die Planierungsarbeiten mußten in der Weise durchgeführt werden, daß die Fläche eine gleichmäßige Steigung nach Norden erhielt; außerdem mußte derselben gleichzeitig eine etwas geneigte Lage nach Westen zu gegeben werden. Die Steigung der Gesamtfläche von Nord nach Süd beträgt bei 100 m Länge 6.5 m, also 6,5 °/oi während die Steigung von Ost nach West bei 190 m Länge 3,25 m. also 1,7 % beträgt. Die Steigung von Nord nach Süd mußte durch die horizontale Lage des Hauptweges mit den beiden angrenzenden Rabatten von insgesamt 7 m Breite unterbrochen werden.

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Fig. 8. Nivellementsplan.

Die gestrichelten Linien deuten die frühere Lage des Grundstückes an.

Maßstab ca. 1:2000.

Wie aus dem Profile ersichtlich ist, mußte die Planierung der Fläche in der Hauptsache dergestalt ausgeführt werden, daß die zu bewegenden Erdmassen von der Höhe des Grundstückes nach der Tiefe zu transportieren waren. Die Menge der zu bewegenden Erdmasse betrug insgesamt rund 3300 cbm. Zur schnellen Erledigung der Arbeit wurde mittels einer Feldbahn gearbeitet.

Ein Teil der besten Erde wurde bei diesen Planierungsarbeiten für die Pflanzung zur Bodenverbesserung der Baumgruben reserviert. Diese P>de, in 5 Hauten auf der ganzen Fläche verteilt, ist mit insgesamt 4 Waggons gut verrotteten Dünger durchsetzt und soll bis zur Verwendung noch einige Male mit Jauche durchtränkt und umgearbeitet werden. Das Material wird bei der Pflanzung an Güte durch nichts ersetzt werden können.

Nach etwa fünfmonatiger Tätigkeit waren die Planierungsarbeiten beendet, so daß im Monat September das Rigolen der Fläche mittels des Tiefkultur- und Untergrundpfluges auf 60 cm Tiefe vorgenommen werden konnte. Für die Bewegung des Tiefkulturpfluges waren 6, für den Untergrundspflug 2 Pferde erforderlich. Nach Fertigstellung der Pflugarbeit konnte mit dem Rigolen der den Wegen entlang führenden Rabatten begonnen werden. Diese Rabatten sollen später mit Formbäumen bepflanzt werden; es wurde deshalb eine Bearbeitung auf 80 cm Tiefe vorgenommen. Zur Bodenverbesserung wurde Torfstreu, mit Jauche durchtränkt, verwendet.

Nach Beendigung der Planierungs- und Rigolarbeiten konnte mit der Errichtung des Zaunes begonnen werden. Die Lage der ganzen Fläche erforderte auf der Süd- und Ostseite die Herstellung einer kleinen Betonmauer, auf welche der Drahtzaun gesetzt wurde. Die Pfosten aus T-Eisen stehen in einem Abstande von 2,5 m. Das Drahtgeflecht ist 1,5 m hoch, die Maschenweite beträgt 40 mm, die Drahtstärke 2,5 mm. Die Einfriedigung des Grundstücks auf der Nordund Westseite kann erst im Herbste 1907 erfolgen.

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c) Verlegung des Feldweges zwischen dem alten und neuen Teile der Obstanlagen und Schaffung eines neuen Kompostplatzes.

Der bisherige Gemeinde-Feldweg zog sich in einer unregelmäßig gekrümmten Linie oberhalb des alten Muttergartens entlang. Da derselbe ferner durch seine tiefe Lage auf der Nordseite der Umfassungsmauer sich dauernd in wenig gutem Zustande befand, wurde die Verlegung des Weges bei der Neuanlage gleich ins Auge gefaßt.

Nach der seitens der Stadt Geisenheim erteilten Genehmigung wurde der Weg von der Ostseite her auf eine Länge von 150 m gerade durchgeführt und die bisherige Fläche in den alten Muttergarten hineingezogen (Fig. 10).

Zwischen dem neuen Feldwege und der Umfassungsmauer des alten Muttergartens blieb ein Streifen Land liegen, dessen größte Breite 13 m beträgt. Dieses Gelände von insgesamt etwa 950 qm erwies sich für die Aufnahme der Komposthaufen, der notwendigen Vorräte

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an Stangen und Pfählen usw. als vortrefflich geeignet. Da dieser Platz annähernd in der Mitte des Gesamtbesitzes liegt, so ist die An- und Abfuhr von Materialien eine schnelle und bequeme. Die Fläche ist nach allen Seiten hin derart abgeschlossen, daß das Auge des Besucheis in keiner Weise gestört wird. Nach Süden zu bildet nämlich die Mauer den Abschluß, während auf den übrigen Seiten eine 2 m hohe Bretterplanke, an Eisenpfosten montiert, errichtet wurde.

Die Südseite dieser Wandfläche, welche eine Länge von 86 m hat, soll mit Birnspalieren bepflanzt werden. Die Rabatte ist auf 80 cm Breite und Tiefe rigolt. Als Sorten wurden in Anbetracht der Südlage nur Wintei birnen gewählt und zwar: Le Lectier, Präsident Drouard und Notair Lepin. Ein 2,50 m breiter Weg trennt diese Rabatte von dem eigentlichen Kompostplatz und ermöglicht einen bequemen Verkehr nach jeder Seite.

d) Schaffung eines Reservoirs für die Wasserversorgung der neuen

Anlagen.

Für die im nächsten Jahre zur Ausführung gelangende Wasserversorgung der neuen Anlagen wurde insofern schon vorgearbeitet, als auf dem höchsten Punkte der Fläche ein 65 cbm fassendes Wasserbassin aus Beton errichtet wurde. Das Wasser wird in Zukunft zunächst von der Pumpstation aus nach dem Bassin und von hier aus in erwärmtem Zustande an die Verbrauchsstellen geleitet.

Mit einer schnellen Erwärmung des Wassers rechnend, legte man das Bassin nur so tief in den Boden, als zur Fundamentierung unbedingt nötig war. Die Maße desselben betragen 13 m Länge, 3,5 m Breite und 1,5 m Tiefe bei durchschnittlich 40 cm starkem seitlichem Betonwerk. Die Lage ist eine völlig freie, der Sonne ausgesetzte.

Da man von dieser Stelle aus einen schönen Blick über die gesamten Obstanlagen der Anstalt, sowie in das Rheintal nach Bingen, Rüdesheim usw. genießt, so soll auf dem Reservoir ein Pavillon mit anschließender Pergola errichtet werden. Gleichzeitig wiid die Umgebung des Bassins mehr den Charakter einer kleinen Scbrauckanlage erhalten.

e) Die Ausführung von Neupflanzungen, sowie Stand derselben bis

zum Ende des Berichtsjahres.

Bei prächtigstem Frühjahrswetter erfolgte die Bepflanzung des neuen Steinobstquartiers und des einen Teiles der Bahnrabatten, worüber bereits im letzten Jahresberichte Angaben gemacht wurden.

Unmittelbar nach der Pflanzung wurde an den Steinobstbäumen der Schnitt ausgeführt. Bedingt durch die teils noch ziemlich schwachen und unvollständigen Kronen mußte dieser ziemlich kurz ausgeführt werden, um so vor allem die für eine gute Krone erforderliche Anzahl von Leittrieben zu erhalten. Nicht selten mußte sogar bei den jungen einjährigen Kronenveredelungen auf einen einzigen Trieb mit der entsprechenden Anzahl von Augen zurückgeschnitten werden.

Bei frisch gepflanzten Kernobstbäumen gleich einen Rückschnitt anzuwenden, ist nach den an der hiesigen Anstalt gemachten Erfahrungen für die hiesigen Verhältnisse nur in den seltensten Fällen, unter ganz besonders günstigen Umständen zu empfehlen. Solche günstigen Vorbedingungen lagen bei den im Herbste 1905 gepflanzten jungen Kernobstbäumen vor. Dieses Pflanzmaterial war durchweg erstklassig, die Pflanzung erfolgte frühzeitig auf das sorgfältigste, die Bodenverhältnisse waren gute und der Winter war mild und feucht. Deshalb wurden eine Anzahl der im Herbste gepflanzten jungen Spindelbäume und senkrechten Kordons sofort im Frühjahre geschnitten.

Sämtliche Baumscheiben wurden mit kurzem Rinderdünger belegt und dieser ganz flach untergearbeitet; eine Maßnahme, die sich bei der später einsetzenden Trockenperiode für die Regulierung des Wassergehaltes im Boden als ganz vortrefflich erwies.

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