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Fig. 63. Quartier VI auf der Leideck.

Die Heranzucht dieser Pflanzen geschah durch Augenstecklinge. Im Laufe der Jahre hatten sich manche Sorten des Sortiments als unbrauchbar erwiesen, sie wurden entfernt. An den Franco-Amerikanern zeigte sich im verflossenen Jahr deutlich, wie stark die Pflanzen durch die Mischung von Amerikaner- mit Europäerblut ihre Widerstandsfähigkeit gegen Peronospora und Ofdium verlieren. Die bereits seit Jahren stehenden, gut entwickelten alten Stöcke zeigten sich im übrigen im Berichtsjahr durchweg kräftig und lieferten reichlich Holz zu Veredelungsversuchen, sowie zur Anlage eines Sortiments in der Rebschule und eines solchen in Laquenexy.

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3. Anlage des Quartiers VI.

Das Quartier VI auf der Leideck wurde im Winter 1905/06 rigolt und im darauf folgenden Frühjahr mit Riesling-Reben bepflanzt. Diese waren zur Hälfte unveredelte, während die andere Hälfte auf verschiedenen Unterlagen herangezogen wurde, um so einerseits eine Kontrolle mit Europäern, anderseits eine Gegenüberstellung der verschiedenen Unterlagen zu besitzen. Die Art der Bepflanzung zeigt Fig. 63.

Der Austrieb sämtlicher eingesetzten Wurzelreben war vollständig gleichmäßig. Europäer und Veredelungen zeigten keinen Unterschied. Anders im Herbst; nun waren die Triebe der veredelten Stöcke bedeutend stärker, als jene der unveredelten. Erstere zeichneten sich durch eine bessere Holzreife aus. Infolgedessen hatte der verflossene Winter den unveredelten Reben zu schaden vermocht, viele derselben waren durch die Kälte eingegangen. Es mußten im Frühjahr 1907 nachgepflanzt werden: Veredelungen 4,6°/0, Europäer 40%.

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II. Rebschule.

1. Beobachtungen an den Mutterstöcken.

Die Pflanzen auf Quartier I (verschiedene Erziehungsarten) haben sich gut entwickelt. Krankheiten waren nicht aufgetreten; nur Riparia x Rupestris 108 MG. war stark von Melanose befallen, so daß Ende September fast samtliches Laub vernichtet war.

Das Holz der Bodenerziehung war gut ausgereift. Durch die wagerechte Lage ist die Geiztriebbildung außerordentlich begünstigt. Die Wegnahme der vielen kleinen, dem Licht zugewandten Triebe nahm daher sehr viel Arbeit in Ansprach. Da erfahrungsgemäß zur erfolgreichen Durchführung der Bodenerziehung ein möglichst unkrautfreier Boden Grundbedingung ist, wurde das Quartier mit Schlacke überfahren. Die daneben liegende Parzelle IV, die ebenfalls Bodenerziehung zeigt und keine Schlackenbedeckung erhielt, brachte die jungen Triebe nicht zur Ausreife.

Die gewöhnliche Stangenerziehung, die in den letzten Jahren gute Resultate ergab, ist in ihrer Anlage etwas teuer. Mit zunehmendem Alter vermag der Wind die Stangen leicht abzubrechen und umzuwerfen, eine erneuerte Ausgabe ist notwendig. Um einerseits eine Yerbilligung der Erziehung herbeizuführen, anderseits das zu starke Wachstum der senkrecht gerichteten Reben etwas zu mäßigen, erfolgte die Befestigung der grünen Triebe an einer aus Stange und Draht zusammengesetzten Pyramidenform. (Fig. 64.) Am obern Ende einer senkrecht gestellten Stange sind 4 schräg aufwärts verlaufende Drähte befestigt. Die Erziehungsart ist außerordentlich stabil und erfordert wenig Unterhaltungskosten. Es muß als Nachteil erwähnt werden, daß die Bodenbearbeitung durch die Anordnung der Drähte sehr erschwert ist. Die Ausreife des Holzes an den Drähten der Pyramiden war eine gute, ein Unterschied in der Länge der Internodien, gegenüber der an gewöhnlichen Stangen gezogenen Reben konnte jedoch nicht beobachtet werden.

Das Ergebnis der verschiedenen Erziehungsarten an Blindholz ist in nachfolgender Tabelle angeführt:

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Aus der zweituntersten Reihe dieser Tabelle ist ersichtlich, daß die Anzahl der Blindreben, die ein Stock ergab, nicht nennenswert variiert. Dabei ist allerdings nicht zu vergessen, daß die kriechenden Reben einen viel größeren Abstand haben müssen, als z. B. die Stöcke der Drahterziehung.

Um festzustellen, ob die Art und Weise des Ausgeizens der Amerikaner einen Einfluß auf die Stärke und Ausreife des Holzes habe, ist auf Quartier VI ein diesbezüglicher Versuch eingeleitet worden. Fig. 65 gibt die Versuchsanstellung wieder. No. 1 ist nicht ausgegeizt: die Reben von No. 2 sind auf ein Blatt eingekürzt; bei No. 3 ist der Geiztrieb vollständig entfernt. Im Herbst verhielten sich die Versuchsstöcke folgendermaßen: No. 1 war schon im zeitigen Herbst völlig kahl. Die Reben von No. 3 waren anfangs November entlaubt, während die Triebe von No. 2 bis in das erste Drittel des November noch vollständig grüne Blätter aufwiesen, obwohl die Spitzen der Triebe schon am 29. November vom Frost stark beschädigt worden waren. Als Anfang Februar das Holz geschnitten wurde, ließ sich die schlechte Ausreife der Reben von No. 2 sehr leicht feststellen. Dessenungeachtet war aber die Ausbeute an brauchbaren Blindreben größer als bei No. 1. Die Versuchsreihe 3 lieferte gutes, kräftiges Holz, allerdings nur in geringerer Menge.

2. Prüfung auf die Bewurzelungsfähigkeit.

Amerikaner und Franco-Amerikaner wurden im Berichtsjahre, wie auch früher, auf ihr Vermögen, sich zu bewurzeln, geprüft . Das Resultat der Beobachtung ist mit gleichzeitiger Angabe der verschiedenen Erziehungsarten aus nachfolgender Tabelle ersichtlich:

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