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erkennt, daß das dem Apparat entnommene Wasser Spuren von Rost enthält, so empfiehlt es sich, den Kessel durch die mit einer Flügelschraube verschlossene vorn ersichtliche Öffnung ca. 3—5 kg Soda zuzusetzen und ihn damit auszukochen. Spült man nun mit klarem Wasser nach, so ist das Übel behoben.

Zur Ausführung des Dämpfens werden die Fässer mit dem Spundloch nach unten auf einen „Bocku gelegt. Das Zapfloch ist verschlossen: der Dampf wird durch die Spuudöffnung eingeführt.

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Fig. 3. Loosscher Faßdämpfer.

Die Vorsicht gebietet, zur Einleitung des Wasserdampfes einen dünnen Schlauch zu benutzen, der nicht das ganze Spundloch ausfüllt so daß zwischen Schlauch und Holz der verbrauchte Dampf und das sich ergebende Kondenzvvasser abfließen können.

Der Apparat hat sich bei uns sehr gut bewährt und seine Anschaffung kann daher wärmstens empfohlen werden. Er stellt zur Zeit wohl das Vollkommenste auf diesem Gebiete dar und ist zu beziehen von der Dampfkesselfabrik Phil. Loos, Offenbach a. M.

b) Ein Apparat zum Imprägnieren der Weine mit Kohlensäure.

Die Firma Krais & Friz, Stuttgart, sandte zur Begutachtung den von ihr erzeugten „Sicherheitsspundapparat" ein, der zur Behandlung der Apfelweine mit Kohlensäure schon seit zwei Jahren an der Anstalt in Verwendung steht. Fig. 4 gibt die Außenansicht wieder. Die Vorrichtung besteht aus zwei 90 cm übereinanderliegenden Gefäßen (SS), welche durch eine Glasröhre (D) kommunizieren und durch Eisenstangen in ihrer Lage gegeneinander festgehalten sind. Das untere Gefäß ist vollkommen geschlossen und steht oben einerseits mittels eines Hahnes (Hs) und Schlauches mit einem Druckminderungsventil (.ff), andrerseits mittels eines Hahnes

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Fig. 4. Erklärung: A'Kohlensiiureflasche, R Reduzierventil, //, Auslaufhabu des Reduzierventils, H2 Einlaß-Stutzen am Glyzerinkontrollapparat, G Glyzerinkontrollapparat, S Sieherheits-Spund- und Kontrollapparat, //, Einlauf- und Auslaufhahn am Spund- und Sicherheitsapparat, I) Glasröhre, welche S und S verbindet, L Schlauchleitung, llt Abstellbahn für jedes einzelne Faß, F Faß.

und eines Schlauches mit einem oder mehreren Fässern (/'') in Verbindung. Das Glasrohr reicht bis zum Boden des unteren Gefäßes, welches mit einer Flüssigkeit, z. B. Wasser, Glyzerin oder einem Flüssigkeitsgemisch, nahezu gefüllt ist. In den Boden des oberen Behälters mündet die verbindende Glasröhre, ohne in den inneren Hohlraum vorzudringen. Der Verschluß des Gefäßes wird durch einen Deckel bewerkstelligt, der einen Flüssigkeitsaustritt gestattet. Soll der Apparat in Tätigkeit gesetzt werden, so stellt man die Verbindung zwischen Kohlensäurebombe, Sicherheitsspundapparat und Faß her. Sämtliche Hahnen werden geöffnet, nur //, läßt man zunächst geschlossen, damit, wenn etwa die Kohlensäureflasche zu schnell geöffnet würde, kein Kohlensäureverlust zu beklagen wäre. Jetzt dreht man den Stutzen an der Flasche auf, öffnet H^ und Hißt die Kohlensäure in schwachem Strom ausfließen. Das eingeschaltete Glasgefäß G ermöglicht eine genaue Kontrolle über die ausfließende Menge.

Die Kohlensäure passiert zunächst das Reduzierventil ß, dann das Glasgefäß, füllt nun den über der Flüssigkeit im unteren Behälter (S) bleibenden Luftraum und tritt bei H3 in die Röhre L ein Von da wandert sie zu den einzelnen Fässern, wo' sie mit Hilfe der üblichen Verteilungsvorrichtungen mit dem Wein vermischt wird.

Die Einschaltung des Glasbechers G hat den Zweck, die Stärke des Kohlensäurestromes beobachten zu können. An der durch die Flüssigkeit streichenden Menge und Größe der Gasbläschen läßt sich eine Kontrolle über die den Fässern zugehende Quantität Kohlensäure ausüben. Ist der Kohlensäurestrom zu groß, so wirkt durch die Spannung des Gases auf die Flüssigkeit in S ein sehr großer Druck ein, der es eventuell zustande bringt, daß das Wasser durch die Röhre D nach dem oberen Blechgefäß S getrieben wird. Um dies zu ermöglichen, enden die Kohlensäure ein- und abführenden Röhren bei B3 im Deckel des Gefäßes S, während die in denselben Behälter führende Glasrühre von dem Boden ausgeht. Ist alle Flüssigkeit oben angekommen, so folgt die neu einströmende Kohlensäure nach und entweicht durch die im Deckel angebrachten Öffnungen. Dadurch ist jede Gefahr für die Fässer ausgeschlossen. Das Ganze ist nämlich so konstruiert, daß die Bewegung dos Wassers nach oben eher erfolgt, als bis der Druck in den Fässern so groß wird, daß eiu Schaden für sie zu befürchten wäre. Läßt der Druck nach, so tritt die Flüssigkeit aus dem oberen Behälter in das Rohr bezw. in das untere Gefäß zurück.

Wie bereits erwähnt, können an einen Apparat eine unbeschränkte Anzahl Fässer angeschlossen werden. Beabsichtigt man nur etwa, wie normal, 2—3 Fässer zu imprägnieren, so leitet man den Kohlensäurestrom zum ersten dieser und von dem hierein eingesetzten Verteiler zu den übrigen. Will man dagegen eine größere Anzahl Fässer durch einen Apparat speisen, so ist die Anbringung einer festen Hauptleitung aus metallenen Röhren — wie Abbildung 4 zeigt — an der Wand oder der Mitte der Kellerdecke entlang zu empfehlen. An diese Hauptleitung werden dann die einzelnen Fässer angeschlossen und zwar jedes durch einen Abstellhahn, Gummiscblauch und Spund aus weichem Gummi mit einer Hartgummipfeife.

Der beschriebene Apparat hat sich bei der Behandlung der Apfelweine in unserem Keller außerordentlich gut bewährt und kann auch zur Auffrischung der Traubenweine bestens empfohlen werden.

c) Eine Tünchmaschine.

Von der technischen Verkaufsgenossenschaft Duisburg wurde die Tünch- und Desinfektionsmaschine „Ceres1- zur Probe eingesandt. In ihrem Äußeren ähnelt sie den bekannten konvex-konkaven Rebspritzen. Ihr Rauminhalt ist aber bedeutend größer (ca. 25 1). Die Spritze arbeitet mittels einer gutgehenden Kolbenpumpe. Wir benutzten die Maschine sowohl zum Tünchen von Häuserwänden, wie auch von Kellergewölben. Pumpwerk und Zerstäuber arbeiteten sehr gut. Die Zerstäubung ist eine gleichmäßige und man ist unter Zuhilfenahme eines 2 m langen Bambusrohres im stande, die höchsten Teile der Kellerwände ohne Gerüste zu treffen. Ein Verstopfen des Zerstäubers trat nicht ein, sofern man die Kalkmilch zunächst durch das beigegebene Sieb trieb.

Zu bemängeln ist jedoch die Art und Weise der Anbringung der Träger. Die Spritze ist nämlich zum Tragen auf dem Rücken eingerichtet, jedoch ist die Befestigung der Träger so ungeschickt, daß das Auf- und Abnehmen des Apparates geradezu unmöglich ist, ohne im gefüllten Zustand größere Mengen Inhaltes zu verschütten. Dazu ist der Deckel in der Umgebung des Pumpwerkes soweit ausgeschnitten, daß schon bei dem gewöhnlichen ruhigen Gang des Arbeiters Flüssigkeit austritt. Wenn die Spritze im System sehr gut wirkt, so werden andrerseits die angeführten Mängel bei der Handhabung sehr unangenehm fühlbar. Wir kennen eine bessere fahrbar montierte Ausführung dieser Spritze von derselben Firma.

J. Seib.

Bericht

über Obstbau, Gemüsebau, sowie der Station für Obstund Gemüseverwertung.

Von dem Betriebsleiter Garteninspektor Junge.

A. Obstbau.

1. Allgemeine Jahresübersicht.

Das milde Wetter im Februar und März hatte eine zeitige Erwärmung des Bodens zur Folge, so daß die Vegetation früh angeregt wurde. Am 22. März setzte jedoch plötzlich Kälte und starker Schneefall ein, und da diese Witterung bis zum 8. April anhielt, war zu befürchten, daß die Knospen besonders des Steinobstes, die sehr weit vorgetrieben waren, hierdurch Not leiden würden. Die prächtige Blüte, welche nach dem Umschlag der Witterung mit Macht einsetzte, lehrte jedoch, daß die Kälte keinen Schaden angerichtet hatte. Die Blüte begann bei den Aprikosen und Pfirsichen am 7. April, bei den Stachel- und Johannisbeeren am 11. April, bei den Kirschen, Pflaumen und Birnen am 13. April. Es war somit hinsichtlich des Eintrittes der Blütezeit bei den einzelnen Obstarten in diesem Jahre fast kein Unterschied zu verzeichnen. Als Eintritt der Blüte wurde bei den Äpfeln der 28. April notiert. Bei sämtlichen Obstarten verlief die Blüte ohne jede Störung, so daß nach Beendigung derselben die Aussichten auf eine reiche Obsternte recht günstige waren.

Die Hoffnungen auf ein gutes Ertragsjahr wurden jedoch sehr bald durch Ursachen verschiedener Art um ein Bedeutendes herabgesetzt Die verschiedenen Knospenraupen traten an den Bäumen in sehr großer Zahl auf und hemmten das Wachstum in recht empfindlicher Weise. Im Anschluß hieran litten die Bäume stark durch Raupenfraß. Trotz des verhältnismäßig kühlen und feuchten Sommers wurden die Apfelbäume auch von der Blutlaus stark befallen. Sehr bald stellte sich die Obstmade ein, die wiederum trotz aller Bekämpfungsmaßnahmen einen großen Teil der Ernte zerstörte. Besonders nachteilig machte sich wiederum die zweite Generation bemerkbar, die gerade Ende August bis Mitte September die meist ausgewachsenen Früchte befiel. Da die Spalierfrüchte, welche der Sonne ausgesetzt sind, von dem Schädling bevorzugt werden und da diese die schönsten Exemplare sind, ist der Verlust um so empfindlicher.

Die häufigen Niederschläge während des Sommers waren für die Entwicklung des Fusicladiums recht günstig, so daß dasselbe in verheerender Weise um sich griff. Trotz wiederholten Spritzens war die Bekämpfung von wenig Erfolg begleitet, da durch die leichten Regenschauer, die sich fast täglich wiederholten, die Kupfervitriolbrühe abgewaschen wurde. Im Weinbau hat man bei der Bekämpfung der Peronospora, welche ebenfalls trotz wiederholten Spritzens furchtbare Verheerungen im Rheingau anrichtete, die Beobachtung gemacht, daß wenn nach dem Spritzen 24—28 Stunden tmcken Wetter bleibt, die Brühe genügend fest trocknet Tritt jedoch in dieser Zeit Regenwetter ein, so zeitigt das Spritzen keinen Erfolg. Diese Wahrnehmung dürfte auch bei der Bekämpfung des Fusicladiums der Beachtung wert sein. Der Pilz befiel in diesem Jahre basonders stark die Holzfarbige B.-B.; selbst Hardenponts Winterbutterbirne zeigte die Flecken, obwohl bisher ein Befall dieser Sorten nicht oder nur sehr selten beobachtet wurde.

Durch die verschiedenen Schädlinge und Krankheiten wurde die Ernte geschmälert und der Wert der zurückbleibenden Früchte bedeutend herabgesetzt. Doch auch die innere Qualität der Früchte ließ vielfach zu wünschen übrig. Bei den Pfirsichen und Aprikosen war das Aroma infolge der kühlen Witterung während des Sommers wenig ausgebildet; auch die Apfel und Birnen waren bei der fehlenden Wärme im allgemeinen klein geblieben. Die prächtige Ausbildung der Kirschen und des Beerenobstes lehrte jedoch, daß die Witterungsverhältnisse diesen Obstarten besser zugesagt haben.

Das Resultat des diesjährigen Ernteausfalles war folgendes:

Äpfel gering

Birnen gut

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