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Versuchsbedingungen

Resultat am 8. IV. 06.

Beide Knollen gesund und getrieben. Beide Knollen gesund und getrieben. Beide Knollen faul.

Beide Knollen gesund und getrieben.

Alles faul.

Zwei Knollen wurden behandelt wie bei 2, doch war
die deckende Schlackenschicht hier ersetzt durch ein
Gemenge von Letten und KohlenscbJacken (1:1).
Zwei Knollen wurden jede für sich in je einem Topf
mit Sand so eingebettet, daß die Sandschicht den
oberen Rand der Knollen noch 3 cm überdeckte.
Zwei Knollen wurden in je einem Topf in gekneteten
Letten derart eingebettet, daß das untere Ende der
Knolle sich etwa 3 cm im Letten befand, ebenso ihr
oberes Ende, zwischen beiden Lettenschichten befand
sich eine Lage kleiner Kohlenschlacken (0,5—2 cm
Durchmesser); der obere Rand der Knolle war noch
3 cm unterhalb der Oberfläche der Lettenschicht.
Zwei Knollen wurden behandelt wie bei 5, doch wurde
hier die Schlackenschicht durch je 4 Glasröhren von
0,5 cm lichtem Durchmesser mit der Aulienluft in
direkte Verbindung gesetzt.
Eine ganze Knolle und beide Hälften einer zerschnittenen
Knolle wurden in einem größeren Blumentopf (21 cm
hoch, 24 cm breit) in Letten eingebettet. Auf den
Boden kamen auf das Abzugsloch einige Kohlenschlacken,
die Seiten des Topfes wurden mit einer 2 cm dicken
Schicht von geknetetem Letten ausgekleidet. Das
Innere des so ausgestatteten Topfes wurde dann mit
Letten in Krümelstruktur gefüllt und hierin in einer
Tiefe von 8 cm von der Oberfläche die Knollen und
Knollenstücke eingelegt. Die Oberfläche des Lettens
wurde durch Verstreichen unter Anwendung von
Wasser zu einer schwer durchlässigen Deckschicht
geformt, wie ähnliche Verhältnisse auch in der Natur
bei solchen Bodenarten durch Schlagregen erzeugt
werden. Der Topf kam dann in einen Untersatz, der
5 cm hoch mit Wasser gefüllt gehalten wuide.
Eine ganze Knolle und beide Hälften einer zerschnittenen
Knolle wurden in einem größeren Blumentopf in
Letten in Krümelstruktur 8 cm tief eingebettet. Die
Oberfläche der Letteuschicht wurde einige Male 3 cm
tief aufgelockert. Der Topf kam in einen Untersatz
der gleichfalls 5 cm hoch mit Wasser gefüllt ge-
halten wurde.

Aus diesen Ergebnissen geht klar hervor, welch hohe Bedeutung dem Offenhalten des feuchten Bodens für die Gesunderhaltung der in ihnen lagernden Kartoffelknollen zukommt. Namentlich in schweren tonhaltigen Böden, die durch Schlagregen leicht zugeschlemmt werden, und deren Feuchtigkeitsgehalt meist ein relativ hoher ist, muß man die Bildung einer luftabschließenden Schicht durch fleißiges flaches Lockern der Oberfläche zu verhüten suchen, andernfalls große Verluste durch die entstehende Naßfäule der Knollen unvermeidlich sind.

Die Fäulnis der Knollen wird, wie ich durch Versuche feststellen konnte, begünstigt durch die Gegenwart von Kalk, bezw. alkalische Reaktion des Mediums. Es folgen zwei hierher gehörige Versuchsreihen:

Alles gesund und getrieben.

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Für die letztere Versuchsserie kommt Fäulnis begünstigend noch die geringere Flüssigkeitsdiffusion des Lettenbreies gegenüber dem überwässerten Sandboden hinzu, wodurch sich Sauerstoffmangel in der Umgebung der Knolle rascher geltend machen wird.

Wie schon Wehmer gezeigt hat, fördert ein erhöhter Wärmegrad ganz wesentlich das Absterben der unter Wasser oder im feuchten abgeschlossenen Raum liegenden Kartoffelknollen. In gleicher Weise begünstigt die Wärme die Bakterientätigkeit, so daß die in wärmerem Wasser liegenden Knollen weit schneller verfaulen als in kälterem Wasser. Ein nach dieser Richtung von mir angestellter Versuch war noch insofern interessant, als bei den Kartoffelknollen, bei denen durch Liegen in wärmerem Wasser (22—24 UC.) eine raschere Fäulnis eingeleitet worden war, diese fast ausschließlich durch Bakterien herbeigeführt wurde, während die längere Zeit in kaltem Wasser (4—6° C.) gelegenen Knollen später meist von der Fusariumfäule ergriffen wurden.

Die Versuchsanordnung war hier folgende: Eine größere Anzahl Knollen wurde in zwei Gefäße, die mit Wasser gefüllt waren, verteilt. Das eine dieser Gefäße wurde in einem Thermostaten untergebracht, innerhalb dessen die Temperatur zwischen 22—24° C. schwankte. Das andere wurde in ein kaltes Zimmer, in dem die Temperatur etwa 4- 6° C. betrug, gestellt. Vom zweiten Tag ab wurden nun aus jedem dieser Gefäße je 4 Knollen genommen und diese in Sand 6 cm tief eingebettet, wobei darauf geachtet wurde, daß eine gegenseitige Berührung der Knollen nicht statt hatte. Der Versuch begann am 20. Januar 1907. Das Resultat wurde am 3. April d. J. ermittelt:

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Eine strenge Grenze zwischen der Fusariumfäule und Bakterienfäule ließ sich natürlich in den Resultaten nicht ziehen, da beide Fäuleerscheinungen häufig nebeneinander hergingen, was namentlich für die zweite Versuchsreihe gilt. Immerhin konnte festgestellt werden, daß bei den Knollen, bei denen durch Liegen im angewärmten Wasser eine beschleunigte Fäulnis eingeleitet wurde, fast ausschließlich die Bakterienfäule auftrat. Da bei einem für beide Versuchsreihen angestellten Parallelversuch, wie auch bei den nach 2 Tagen aus dem kalten Wasser herausgenommenen Knollen eine Schädigung des Gewebes nicht zu erkennen war, so darf angenommen werden, daß durch das längere Liegen im Wasser erst eine Disposition zum Auftreten der Fusariumfäule geschaffen wurde.

Aus dem Versuchsergebnis geht hervor, das ein sich auf einige Tage erstreckendes Verweilen der Kartoffelknollen in wärmerem Wasser (22—24° C.), wie auch schon Wehmer gezeigt hat, ein vollständiges Verfaulen derselben zur Folge hat, und daß auch in kaltem Wasser (4—6C C.) schon nach einigen Tagen eine krankhafte Disposition entsteht, die die Knollen gegen Pilzinfektionen weniger widerstandsfähig macht. Werden deshalb Kartoffelfelder im Frühjahr auch nur einige Tage infolge einer Überschwemmung von Wasser überstaut, so empfiehlt sich ein späteres Nachsetzen des ganzen Feldes, da die etwa noch keimenden Knollen meist schwache oder kranke Pflanzen hervorbringen.

keitsgehalt

8. Die „Wassersucht" der Reben.

Vom Assistenten Dr. E. Molz.

Bei Rebenstecklingen, die längere Zeit einem größeren Feuchtigder Bodenluft ausgesetzt waren, trat eine eigenartige Erkrankung auf, die bei anderen Pflanzen unter besagten Verhältnissen schon häufiger beobachtet und hier mit dem Namen „Wassersucht" belegt wurde.

Der erkrankte Steckling schwillt an einer oder mehreren Stellen tonnenartig auf und die äußeren Gewebeteile werden in der Längsrichtung auseinander gesprengt und klaffen in längeren oder kürzeren Strecken mehr oder weniger weit auseinander, wobei ein meist schneeweißes, schwammiges Gewebe sichtbar wird und zuweilen über den Spalt herauswächst. Dieses lockere Gewebe ist ein hypertrophiertes Rindenparenchym, dessen Zellen durch anormales Wachstum erheblich vergrößert sind. Die einzelnen Zellen stehen zueinander in ganz lockerem Verbande und lassen große, mit Luft gefüllte Interzellulare zwischen sich, worauf die weiße Farbe dieses Gewebes zurückzuführen ist. Die von mir am meisten beobachteten Größenverhältnisse dieser Zellen waren folgende: 32 /< : 28 /«, 36 /< : 28 /i, 72 ft : 56 /i. 80 ,/< : 36 /t, 120 n: 32 ft. Der Inhalt der Zellen ist plasmaarm und sehr saftreich, die Zellmembran sehr dünn.

Derartige Wucherungen, wie die eben beschriebenen, findet man am häufigsten bei den Stecklingen von Ribes aureum, auch entstehen sie bisweilen an Kartoffelknollen.

Sorauer (Handbuch f. Pflanzen- pjg 41. krankh. 1886, p.235), der diese Rindenkrankheit bei Ribes aureum eingehender studiert hat, sieht in einer lokalen Anhäufung von Wasser die Ursache ihrer Entstehung. Die in der Praxis häufig ausgesprochene Vermutung, daß eine überreiche Ernährung den hypertrophischen Wuchs veranlasse, wird von ihm mit der Begründung zurückgewiesen, daß die in Rede stehende Gewebewucherung nicht mit einer Zellvermehrung verbunden ist.

Geisenhcimer Bericht 1906. 1

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Wassersüchtiger Rebensteckliug.

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