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in vollem Maße und ist ein Mittel, welches häufig Anwendung findet.

Auch die Verwendung von Holzasche wirkt in gleicher Weise, obgleich dieses Mittel nur in geringem Maße zur Anwendung kommt, da es viel zu kostspielig wird, auch meist nur in geringen Mengen zur Verfügung steht.

Weit vorteilhafter und sicher wirkender ist hier im letzten Jahre die Bekämpfung mit Eisenvitriol vorgenommen, ein Mittel, welches für diese Zwecke bestens empfohlen werden kann.

Die Anwendung des Eisenvitriols geschieht am vorteilhaftesten in den Herbst- und Wintermonaten und zwar für kleinere Flächen indem man sich eine lOprozentige Eisenvitriollösung herstellt, d. h. auf 1 I Wasser 100 g Eisenvitriol verwendet, dieses vollständig in Wasser auflöst und vermittels einer Gießkanne mit Brause die betreffenden Flächen damit bespritzt. Sind größere Flächen mit Eisenvitriol zu behandeln, so streut man letzteres möglichst gleichmäßig im Herbst oder Winter aus etwa in dem Verhältnis, daß auf 1 qm Fläche 10—15 g Eisenvitriol gerechnet wird. Es darf jedoch hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Eisenvitriol als möglichst fein zerstoßenes Pulver ausgestreut werden muß, damit es sich gleichmäßig auf den Flächen verteilt und damit die Wirkung eine vollkommene wird. In gröberen Stücken ausgestreut hat es den Nachteil, daß hier und dort die Graspflanzen zu stark angegriffen werden und schließlich absterben. Der Erfolg dieses Mittels macht sich schon nach wenigen Tagen dadurch bemerkbar, daß das Moos vollständig schwarz wird und abstirbt, während die Graspflanzen nicht im geringsten beschädigt werden.

Die Behandlung der Rasenflächen mit Eisenvitriol gegen die Moosbildung hat sogar noch den Vorzug, daß die Graspflanzen zu üppigerem Wachstum angeregt werden und eine tiefdunkelgrüne Färbung annehmen.

Die Anwendung des Eisenvitriols in den Sommermonaten und namentlich bei trockenem Wetter ist zu unterlassen, da sonst die Graspflanzen leicht leiden.

2. Baumschild (Namenstäfelchen für Rosen usw.)

von Gg. Ad. Hell er-Liebenstein S.-M.

In dem Empfehlungsschreiben zu diesem Baumschild heißt es: „Das Namenstäfelchen besteht aus einem länglich flachen Gehäuse, in dem sich ein Täfelchen befindet, das sich leicht herausziehen und wieder einschieben läßt. Auf dem Täfelchen ist ein Pappeoder Papierstreifen festgeklemmt, welcher mit Bleistift oder Tinte beschrieben wird. Das Täfelchen klemmt sich, wenn eingeschoben, selbst sicher im Gehäuse fest und kann beim Schütteln durch Sturm und Wind nicht von allein herausgleiten. — Es ist nicht vollständig herausziehbar, sondern wird durch einen Widerhaken festgehalten.

Um zu schreiben oder abzulesen, zieht man das Täfelchen heraus und schiebt es dann wieder hinein.

Der beschriebene Papierstreifeu ist durch das Gehäuse vollkommen gegen alle zerstörenden Witterungseinflüsse geschützt.

Da das Namenstäfelchen in dem dauerhaften Zinkblechgehäuse geradezu unverwüstlich ist und immer wieder durch einfaches Auswechseln der Papierstreifen zu anderen Baum- oder Gewächssorten zu verwenden ist, so ist es sicherlich

das beste und billigste von allen bis jetzt existierenden Namenstäfelchen und wohl kaum an Zweckmäßigkeit zu übertreffen.

Befestigungsweise: „Das Namenstäfelchen wird mittels verzinkten dünnen Eisendraht oder Kupferdraht am Stamm oder Zweig befestigt."

Wenn einerseits dieses kleine Baumschild gewisse Vorzüge besitzt, so darf andererseits nicht unerwähnt bleiben, daß auch Nachteile vorhanden sind. Dadurch, daß das mit dem Namen beschriebene Täfelchen sich in einem Gehäuse befindet und verdeckt ist, muß man es stets, wenn man den Namen lesen will, das Täfelchen herausziehen und das ist lästig. Ob unter einer öfteren Benutzung nicht auch die Dauerhaftigkeit des Etiketts leidet, steht abzuwarten, ist aber wahrscheinlich. Im Handel befinden sich schon weit praktischere und dauerhaftere Etiketten wie z. B. die Porzellan-Etiketten von N. Kißling in Vegesack a. Weser, die neben der Billigkeit noch eine klare und reine Schrift aufweisen.

3. „Karola"-Leder-Dauer-Etikett

von Ed. Hoff Söhne, Lederfabrik in Glückstadt.

Diese aus präparierten Lederstreifen und mit eingebrannten Namen versehenen Etiketten sind auch hier probeweise in Anwendung gekommen und läßt sich darüber folgendes berichten:

Form, Ausstattung und Schrift sind recht ansprechend und sauber gearbeitet. Die Widerstandsfähigkeit dieses Etiketts gegen Witterungseinflüsse konnte in der kuzen Zeit der Verwendung noch nicht festgestellt werden, so daß das endgültige Urteil erst im nächstfolgenden Jahresbericht veröffentlicht werden kann.

III. Bericht über die Tätigkeit der wissenschaftlichen Institute.

Bericht

über die Tätigkeit der pflanzenpathologischen
Versuchsstation.

Erstattet von Dr. Gustav Lüstner, Dirigenten der Versuchsstation.

A. Veränderungen in der Station.

Dr. Dewitz, der seit ersten Mai vergangeneu Jahres an der Station Untersuchungen über die Biologie und Bekämpfung der Traubenwickler (Cochylis ambiguella und Eudemis botrana) ausführte, erhielt von dem Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Auftrag, Untersuchungen über die Biologie und Bekämpfung der Reblaus anzustellen.

Am 1. April 1907 wurde an der Station eine zweite Assistentenstelle eingerichtet, die Herrn Dr. Hermann Morstatt aus Cannstatt übertragen wurde.

Bei der Neuorganisation des Pflanzenschutzes in Deutschland wurde an der Station eine Hauptsammelstelle eingerichtet, die von dem Vorstande geleitet wird. Der Hauptsammelstelle sind 5 Sammelstellen untergeordnet, deren Tätigkeit sich erstreckt:

1. auf die Kreise Rheingau, Untertaunus, St. Goarshausen, Wiesbaden (Stadt und Land). Leiter: Dr. Lüstner-Geisenheim.

2. auf die Kreise Oberlahn, Limburg und Usingen. Leiter: Prof. Dr. Kienitz-Gerloff-Weilburg a/Lahn.

3. auf die Kreise Höchst, Frankfurt a/M. (Stadt und I.and) und Obertaunus. Leiter: Prof. Dr. Kobelt-Schwanheim bei Frankfurt a/M.

4. auf die Kreise Westerburg, Unterwesterwald und Unterlahn. Leiter: Winterschuldirektor Stuckmann-Montabaur.

5. auf die Kreise Biedenkopf, Dill und Oberwesterwald. Leiter: Seminarlehrer Schreiner-Dillenburg.

Die Sammeltätigkeit wird im ganzen von 115 Personen ausgeführt, welche sich über die einzelnen Kreise folgendermaßen verteilen: Kreis Biedenkopf 7, Dillkreis 7, Kreise Frankfurt (Stadt und Land) 7, Kreis Höchst 7, Kreis Limburg 7, Oberlahnkreis 7, Obertaunuskreis 7, Oberwesterwaldkreis 7, Rheingaukreis 7, Kreis St. Goarshausen 8, Unterlahnkreis 7, Untertaunuskreis 7, Unterwesterwaldkreis 8, Kreis Usingen 8, Kreis Westerburg 7, Kreise Wiesbaden (Stadt und Land) 7 Sammler.

B. Wissenschaftliche Tätigkeit.

1. Untersuchungen über die Peronospora-Epidemien der Jahre 1905 und 1906.

Von Dr. Gustav Lüstner.

a) Einleitung.

Die Schäden, die die Peronospora 1905 und 1906 in den verschiedenen deutschen Weinbaugebieten hervorgerufen hat, haben diejenigen früherer Jahre ganz erheblich übertreffen. Sie waren so ernster Natur, daß sich in letzterer Zeit sogar die Parlamente, z. B. in Hessen die 2. Ständekammer mit ihnen beschäftigten, und in diesen eine Bekämpfung der Rebkrankheiten durch den Staat gefordert wurde. Hinsichtlich ihrer Ausbreitung ist die Epidemie des Jahres 1906 als die stärkere zu bezeichnen, denn sie erstreckte sich fast über alle deutschen Weinbaugegenden, während diejenige des Jahres 1905 mehr lokalisiert war; sie beschränkte sich hauptsächlich auf das Gebiet der Mosel und Saar, das Rhein- und Nahetal und das Elsaß. Andere Weingegenden, wie z. B. der Rheingau, die Pfalz und Hessen, waren damals, wenn auch nicht verschont, so doch sehr viel weniger stark heimgesucht. Beim Zurück verfolgen der Angaben über das Auftreten der Peronospora in früheren Jahren in der weinbaulichen Literatur finden wir zwar auch Bemerkungen über starke und sehr starke, durch den Pilz bedingte Schäden, allein diese bleiben ganz sicher hinter denjenigen der beiden letzten Jahre bedeutend zurück. Die Bezeichnungen »stark« und »sehr stark« sind in allen diesen Fällen relative Begriffe, denn man kann den Intensitätsgrad einer Epidemie immer nur mit demjenigen früherer Epidemien vergleichen, bei den folgenden kann seine Bemessung eine ganz andere werden, wie uns dies hinsichtlich der Peronospora die neuere Zeit gezeigt hat.

Die beiden in Frage stehenden Epidemien haben sich nun in zwei Punkten wesentlich von denen früherer Jahre unterschieden: einmal dadurch, daß sich der Pilz ungemein frühzeitig auf den Reben einstellte, und dann durch sein häufiges Auftreten auf den Gescheinen. Beides sind jedoch keine neue Erscheinungen im Leben des Parasiten, denn auch in früheren Jahren wurde er schon anfangs Juni auf den Blütenständen beobachtet, allerdings immer nur ganz vereinzelt, während in der neueren Zeit die Erkrankung dieser Rebteile eine weit verbreitete war. Für dieses eigenartige Verhalten des Pilzes wird allgemein und mit Recht die Witterung verantwortlich gemacht, die bekanntlich nicht allein seine Entwicklung und Vermehrung begünstigt, sondern auch, woran jedoch weniger gedacht wird, von großem Einfluß auf die Ausbildung der Gewebe sämtlicher grünen Rebteile ist. Gerade dieser letzere Umstand scheint mir aber mit eine Ursache der letztjährigen Peronospora-Epidemien gewesen zu sein und soll im folgenden versucht werden, hierfür einige Beweise zu erbringen.

b) Das Verhalten der einzelnen Arten der Peronosporineae zu ihren

Wirtspflanzen.

Zur Feststellung des Verhältnisses eines pilzlichen Parasiten zu seiner Nährpflanze, in unserem Falle also das der Peronospora viticola zu der Rebe, ist es zweckmäßig, die Untersuchung nicht allein an diesem vorzunehmen, sondern sie auf möglichst zahlreiche Verwandte von ihm auszudehnen, aus deren Verhalten zu ihren Wirten dann Rückschlüsse auf den zu untersuchenden Parasiten gezogen werden können. Wir halten es für angebracht, diesen Weg auch zur Lösung unserer Frage einzuschlagen.

Die Peronosporineae werden in drei Familien eingeteilt: in die Pythiaceae, die Albuginaceae und die Peronosporaceae.

Pythiaceae.

In der Familie der Pythiaceae ist besonders Pythium de Baryanum für uns von Interesse. Es ist dies ein Pilz, der die unter den Namen <Umfallen der Keimpflanzen« und <Wurzelbrand« oder <schwarze Beine« bekannten Krankheiten hervorruft. Dieselben sind seither vornehmlich an Camelina sativa (Leindotter), Trifolium repens (Weißklee), Spergula arvensis (Ackerspörgel), Panicum miliaceum (Hirse), Zea Mays (Mais), Beta vulgaris (Rübe) u. a. beobachtet worden. Der Schmarotzer befällt die Keimpflanzen am hypocotylen Glied und bewirkt hier zunächst ein Erblassen der infizierten Stelle, die später schwarz wird und vertrocknet. Hierdurch verlieren die Pflanzen ihren Halt und fallen um. Das epidemische Auftreten des Pilzes an allen diesen Pflanzen ist stets ein plötzliches, und seine Ausbreitung eine explosionsartige. Diese beiden Erscheinungen sind jedoch nicht allein darauf zurückzuführen, daß der Pilz imstande ist, eine große Zahl von Vermehrungsorganen zu bilden, sondern sie stehen auch, wie Hesse und Atkinson nachgewiesen haben, mit der Empfänglichkeit der Pflanzen für den Pilz in Zusammenhang. Während unter normalen Verhältnissen auf den Keimlingsbeeten und in den Anzuchtkästen nur hier und da ein Pflänzchcn unter den genannten Symptomen hinsiecht, findet alsbald eine allgemeine Erkrankung statt, wenn die Pflanzen infolge zu großer Wärme und Feuchtigkeit, ungenügender Durchlüftung, z. B. durch zu engen Stand und unzureichende Beleuchtung weniger widerstandsfähig gegen ihn werden. Haben die Sämlinge ein gewisses Alter erreicht und ist damit eine gewisse Erstarkung des hypocotylen Gliedes eingetreten, so sind sie hierdurch meistens gegen eine Pythium-Infektion geschützt, und wenn trotzdem eine solche an ihnen erfolgt, so bleibt sie gewöhnlich auf eine nur kleine Stelle beschränkt und verheilt mit der Zeit.

Albuginaceae.

Die hierher gehörigen Pilze erzeugen auf den von ihnen befallenen Pflanzenteilen weiße, beulen- oder blasenförmige Auf

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